Klima und das böse CO2

Ich unterhielt mich mit ein paar Leuten über die Welt, Politik, Klima und wie das alles so zusammen hängt. Dabei stellte sich heraus, das eigentlich alle etwas verwirrt sind, weil so viele Sachen durcheinander geschmissen werden oder einfach hingenommen oder alles gleichzeitig. Da habe ich versucht, mich sachlich und neutral zu informieren und das alles mal zu verstehen. Tue ich jetzt. Und lieber wäre mir, ich würde das alles gar nicht in meinem Kopf haben.

Der Trend ist: Politik und Medien verteufeln das Kohlendioxid und es muss alles getan werden, um dem Herr zu werden. Nun fragt sich vielleicht der Laie: Aber warum? Tja, Tatsache ist, dass das CO2 nicht selbst die Erde wärmer macht, sondern in der Atmosphäre wirkt das CO2 wie eine Folie über einem Gewächshaus: Die abgestrahlte Wärme von der Erde wird nicht hinausgelassen und so wird es unten immer wärmer. Und seit der Industrialisierung durch den Menschen ist die Menge des CO2 in den oberen Schichten schon von ca. 280 Teilchen auf über 400 gestiegen. Nun will die Politik durch diverse Maßnahmen (man soll beispielsweise für CO2 bezahlen?!? Hülft bestümmt) nicht etwa dafür sorgen, dass es wieder weniger CO2 wird, sondern der Anstieg soll geringer werden. Hä? Wem soll das denn helfen?

Stellt euch mal vor, ihr seid das Klima. Und ihr habt einen Rucksack, in dem 28 Kg Steine gepackt sind. Ganz schön schwer, oder? Nun kommen nach und nach mehr Steine in diesen Rucksack, es sind jetzt 42 Kg, und ihr fangt an zu schwitzen. Kann man ja verstehen. Da kommt die geniale Idee: Damit ihr nicht mehr schwitzt, packt man euch zwar immer noch weitere Steine in den Rucksack, aber nicht mehr so viele! Ist das nicht prima? Da kann du als Klima doch fröhlich pfeifend weiter traben und wirst bestimmt nicht mehr so doll schwitzen… Wahnsinnsidee. Dafür kann man sich doch erwärmen…

Wo kommt denn diese Wärme überhaupt her, könnte man sich fragen. Es ist natürlich zum einen die Sonne, die scheint und Wärme liefert. Mit diesen Sonnenstrahlen kann der Mensch auch Strom erzeugen und mit diesem Strom kann man Sachen machen, die Menschen so machen. Und diese Sachen erzeugen auch wieder Wärme, das ist physikalisch unabdingbar. Nehmen wir mal sowas banales wie Auto fahren, und dabei möchte ich auf die Abgase gar nicht eingehen. Der Motor erzeugt neben Vortrieb auch Wärme, die an die Umgebung abgegeben wird, selbst ein Elektromotor. Und aber die Reifen, die erzeugen auch Wärme. Durch die Reibung auf dem Untergrund erwärmen sie sich und diese Wärme wird auch wieder an die Luft abgegeben. Das ist ja nun nicht viel, werden die meisten sagen und haben auch recht, aber sag ich dann: Es sind schon sehr viele Autos, LKW, Mopeds etc. auf den Strassen der Welt unterwegs! Sauviele, scheissenviele sogar. Und ohne irgendwelche Werte und Zahlen in Formeln zu quetschen, kann man sich doch ausmalen, dass Abermillionen von Reifen selbst bei dem Bruchteil eines Grad Celsius Temperaturerhöhung in Summe, über Jahrzehnte, Tag für Tag und überall, die Erwärmung der Erde um vielleicht 0,1 Grad vorantreiben? Immerhin reden wir bei der Erderwärmung eben um diese zehntel Grad, denn wenn man statt 2,0 lieber nur 1,5 hätte, sind 0,1 verdammt viel (auch 0,05). Und ich fabuliere hier nur über Reifen, die über Strassen rollen. Es gibt aber auch Züge auf Schienen, Schiffsmaschinen, die mit Seewasser gekühlt werden, und jenseits des Verkehrs noch viel mehr Gelegenheiten, wo der industrielle Mensch (Ab)Wärme erzeugt. Ich will gar nicht die Produktion von Rohstoffen auflisten (wie viel Energie braucht man für Aluminium, Stahl, Papier, Kunststoff, Silizium oder ganze Smartphones…). Ich selbst als Schlossermeister bohre, schleife, schweisse. Und es gibt sooo viele weitere Werkstätten auf der ganzen Welt und sooo viele andere Gewerke und und und.

Und wir Menschen mittendrin leben damit und davon. Ich hatte es schon mal erwähnt: Wir heizen unsere Wohnung und stellen einen Kühlschrank mitten rein. Da ist es schon harmlos, dass wir unsere Handys laden müssen, damit wir nach Energiesparmaßnahmen oder Gretas neueste Forderungen googeln können. Und dabei habe ich selbst mich höchstpersönlich Umwelttechnisch schon stark verbessert: Früher hatte ich einen einfachen Arbeitsweg von 27km, heute sind es nur noch 18. Da jubelt das Klima, weil mein Auto weniger Motor- und Reifenabwärme produzieren muss, wobei ein richtig Grüner natürlich fordern wird, dass ich das Stückchen wohl bitte mit dem Rad erledigen könnte (wenn ich schon nicht laufen will). Wo die Bequemlichkeit endet, endet der Einsatz des Menschen für seine Umwelt.

Über die Rodungen im Regenwald will ich schon gar kein Wort mehr verlieren, ich kann es ja eh nicht beeinflussen und finde es schon wegen dieser zerstörten Urnatur schrecklich. Es ist nur so verdammt schade um den Wald, weil Bäume eben genau die perfekte Lösung sind, um CO2 nicht nur aus der Atmosphäre zu holen sondern auch langfristig zu binden. Wenn es erstmal im Holz ist, bleibt es da auch, selbst wenn man aus dem Baum ein Haus, eine Halle oder ein Schiff baut. Torf macht das übrigens auch, wenn auch passiv, weil Torf ja nicht wächst sondern „entsteht“. Und ich wohne in einer Gegend, wo durchaus noch fleissig Torf abgebaut wird. Damit darf jeder Hobbygärtner, der sich nen Sack Blumenerde kauft, dann auch mal gepflegt die Fresse halten, selbst wenn er einen Baum pflanzen will (das dauert nämlich echt irre lange, bis dieser Baum uns helfen kann). Wer dazu mehr wissen will: Es gibt einen Podcast namens „Waldwunschdenken“ vom Deutschlandfunk.

Wenn man das alles so liest und überdenkt; man könnte trübsinnig werden. Und deswegen freuen sich so viele, wenn nun die Jugend merkt, dass ihre Zukunft im Arsch ist, wenn wir(?) so weiter machen und deswegen auf die Strasse geht. Aber, liebe Greta, mache es dir nicht so einfach: Nicht fordern, sondern fragen, was man selbst tun kann, damit es dann alle machen!

Auch wenn ich der Meinung bin, dass es eh zu spät ist. Denn z.B. der Plastikmüll wird dadurch nicht weniger und das ist nur ein weiteres selbstgemachtes Problem der Menschheit und irgendwie hängt das so alles zusammen, das man mit der Lösung des einen Problems im dümmsten Fall (und das können wir Menschen gut) das andere noch verstärkt. Vielleicht hatte Thanos doch recht mit seiner Idee…

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Sprichwörter

Neulich in einer Kneipe hörte ich den Menschen hinter der Theke erstaunt eine Aussage eines Gastes wiederholen: „Was? In der Kürze liegt die Kraft?“. Meine spontane Reaktion war: Tja, da beisst die Maus kein Trichter ab.

Sprichwörter zu verdrehen ist ja nichts neues, weder unbewusst noch mit Absicht. Aber es ist doch schön, wenn sich auch mal neue Sprichwörter etablieren und man dabei sein kann, wenn sie entstehen. Ich wollte das nur mal kurz niederschreiben, weil ich immer noch lächeln muss, wenn ich an den Moment in der Kneipe denke.

Neulich fiel mir gar was völlig neues ein: Senf in Tuben braucht man nicht schütteln. Ich weiss nur nicht, wann man das mal anwenden soll…

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Almayers Wahn

Ich lese ja recht viele Bücher aber sehr wenig Romane. Schon ziemlich häufig wurde ich in dem ein oder anderem Buch auf Joseph Conrad hingewiesen, meist von Seglern, die beschrieben, was sie unterwegs so gelesen haben. Wenn Conrad erwähnt wurde, bezog man sich meist auf „Lord Jim“, welches wohl ganz toll sein soll und ich dachte mir: „Irgendwann werde ich auf einem Flohmarkt schon darüber stolpern, wenn es denn so gut ist“.

Es gibt zwar sehr viele Bücher auf den vielen Flohmärkten, aber die richtige Perle zu finden ist dabei nicht immer einfach. Zu viele Konsaliks, Fitzecks, Danellas, Clancys nebst etlichen Koch- und Kinderbüchern überdecken die wenigen kostbaren Schätze. Also ist mir bisher kein Buch von Joseph Conrad aufm Flohmarkt über den Weg gelaufen. Aber wo anders: Wir waren in Oldenburg am Stadthafen spazieren und ich musste auf Toilette. Glücklicherweise sind dort um die Ecke gleich die Waschräume für die Bootslieger und Gäste und so ging ich hinein. Dort im Eingang statt überraschend und recht sperrig ein Regal, eines von diesen wackeligen grau lackierten Blechdingern. Das Regal war so gut wie leer, nur auf einer Ebene drückten sich so zehn, elf Bücher an die Wand, um nicht runterzufallen. Eines davon konnte ich nicht entziffern, weil der Buchrücken dieses gebundenen Exemplares schon sehr lädiert war und so nahm ich es in die Hand, um genauer zu schauen.

Es war „Almayers Wahn“ von Joseph Conrad. Hatte ich noch nie nicht von gehört. Aber der Autor passte und so nahm ich die Gelegenheit wahr und steckte es ein. Was mich nämlich besonders beeindruckt hatte, war dieser handschriftliche Eintrag auf den ersten Seiten:

Das war doch mal eine interessante Information! Und dann in nur drei Tagen durchgelesen; meine Herren – Nicht schlecht! Es ist zwar kein besonders dickes Buch, aber 238 Seiten muss man schon hinter sich bringen.
Ich selbst konnte nicht sofort beginnen, das Buch zu lesen, denn ich hatte noch einiges in meiner „Lese-Pipeline“. Irgendwann war es mal an der Reihe und ich fing an. Und unabhängig von der Story: Der Conrad hatte ein Talent zum Schreiben! Einerseits so klar beschrieben und andererseits erfährt man immer gerade nur so viel, dass man unbedingt weiterlesen will. Und diese bildhafte Sprache, diese Wortgewaltigkeit! Spontan rausgesucht: „Der Rauch der Salutschüsse stieg in weißen Wolken am grünen Hintergrund der Wälder auf, und Almayer musste unwillkürlich den rasch verschwindenden Dampf mit seinen eigenen schnell dahinschwindenden Hoffnungen vergleichen“. Ich finde das beeindruckend, wobei die Story um den Almayer in Borneo nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Lesbar und interessant, gar lehrreich ist es aber noch immer allemal. So werde ich nun meine Bemühungen verstärken, auch mal den so oft erwähnten Lord Jim vor die Augen zu bekommen.

Unabhängig davon habe ich den oben erwähnten Eintrag dahingehend als Anregung genutzt, das ich auch einen darunter schrieb:

Noch habe ich das Buch hier (weil ich mir die ganze Zeit vorgenommen hatte, darüber zu schreiben und bisher nicht dazu kam), werde es aber irgendwo an einem geeigneten Ort ablegen, damit andere sich dran erfreuen können. Vermutlich wird das irgend ein Hafen bei uns im Revier sein, denn fast überall in den Häfen ist eine Büchertausch-Ecke eingerichtet. Schlecht fürs Geschäft aber gut für den Gemeinsinn. Sonst wäre ich ja auch nie über diesen Conrad und der Lese-Notiz gestolpert und das wäre doch schade drum gewesen (nein, wäre es nicht, weil ja keiner wüsste, was man verpasst hätte, aber das ist ein anderes Thema).

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Gute Nachrichten

Wenn man regelmässig die Nachrichten hört, dann kann man schon schlechte Laune bekommen. Tod und Elend, Hass und Rache, schlimme Unfälle und Katastrophen. Aber könnte man diese Nachrichten nicht positiver formulieren?
Mal ein Beispiel: Amoklauf in Icks mit 21 Toten.
Die gute Nachricht: Der Amokläufer wurde gefasst, er kann keinen weiteren Schaden anrichten!
Aber aus welcher Sicht sind das gute Nachrichten? Aus Sicht der Allgemeinheit, der Gesellschaft, des Durchschnittsmenschen? Der, ähm, internationale Verband der Amokläufer würde vielleicht berichten: „über 20 Tote, bevor unser geschätztes Mitglied aufgehalten werden konnte!“ Der Waffenhersteller könnte berichten: „So viele Treffer mit dieser kleinen, handlichen Waffe und nur zwei Magazine benötigt!“
Das sind doch gute Nachrichten! Sind es?

Fieser Gedanke von mir? Ich schaue halt über den Tellerrand, betrachte alle Seiten und gehe nicht davon aus, dass allein meine moralischen und rechtlichen Vorstellungen die einzig Wahren und Richtigen seien. Viele Menschen verstehen das nicht und müssen irgendwie zwingend polarisieren, ihre eigene „Meinung“ vertreten. Selbst wenn man sich zur Not Argumente ausdenken (also lügen) muss. Hauptsache, der Gegenüber hat nicht recht. Ich erlebe oft, dass ich nicht mal ausreden kann und mir dann irgend eine abgedroschen Phrase oder unvollständige Stammtischweisheit anhören muss.

„Der internationale Verband der Amokläufer fordert mehr Rechte, vielleicht eine Quotenregelung etc. und kündigt Gesprächswillen (ggf. mit Waffengewalt erzwungen) an.“
„Die Waffenhersteller verlangen von jedem solchen Tatort stets eine genaue Analyse der Treffer, ballistischen Flugbahnen und Munitionsverbrauch, um diese Daten u.a. Bei Verhandlungen mit dem Militärs über neue Waffeneinkäufe nutzen zu können.“

Aber wie schnell wären Talkshows vorbei, wenn die unterschiedlichen Fronten auf einander treffen und plötzlich der eine sagt: „Also, das Argument hat mich überzeugt, ich bin nun deiner Meinung und alles, was ich bisher annahm, war falsch. Lass uns ein Bier trinken gehen, wir sind hier fertig!“

Fazit? Nachrichten sind nicht das, was so passiert sondern das, was berichtet wird. Das ist vermutlich nicht jedem klar. Doch ich freue mich immer, wenn ich Menschen begegne, die mit weniger Scheuklappen als üblich durchs Leben gehen (auch wenn das Leben dadurch manchmal unbequemer wird).

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Gretas Reise

Das hat sie ja nun gut hinbekommen: Die Reise über den Atlantik mit einem Segelboot weckt mediale Aufmerksamkeit (auch wenn das aus anderen Gründen schon tausende Male gemacht wurde). Und auch wenn es nichts „bringt“, so werden doch immerhin Gedanken angestossen, warum nicht. Ganz nebenbei kann Boris noch ein bischen Werbung für sich, sein Boot und dem Segelsport an sich machen. Prima! Jede Wette, dass über das nächste Vendee Globe in Deutschland wesentlich intensiver berichtet wird. Mich freut das.

Aber es wäre noch pfiffiger gegangen: Die Avontuur oder gar die Tres Hombres wäre wesentlich perfekter für den Transport von Greta und ihren Ideen: Das sind alte (sehr alte) Frachtsegler, deren CO2-Bilanz mehr als ausgeglichen sind. Dazu bin ich mir sicher, dass so gut wie kein Carbon etc. dort an Bord verbaut ist und dass die noch eine richtige Kombüse haben, wo man frische, naturnahe Speisen zubereiten kann und bestimmt noch eine Kloschüssel aus guter Keramik .
Da hat der Conny Bockermann wohl nicht aufgepasst. Die ganze Werbung hätte ihm genauso gut gestanden und wie gesagt: Es wäre noch ehrlicher, trotz oder gerade weil so ein Frachtsegler die Strecke bestimmt nicht in zwei Wochen schafft und eine Reise mit solch lebender Geschichte noch authentischer ist, noch naturnäher und fairer der Umwelt gegenüber… vielleicht das nächste mal?

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Realitätsfern oder…

Realitätsfern oder Zeitgeist?

Da liegen Angela und ich im Cockpit unseres Bootes und machen ein Schläfchen in der mittäglichen Sonne. Sie hat meinen Schlapphut auf dem Gesicht, ich eine alte Sonnenbrille, die fast zu gross ist, um uncool zu sein.
Wie wir da also ausgestreckt auf beiden Bänken liegen, sage ich bei geschlossenen Augen: „Jetzt müsste jemand kommen und ein Selfie von uns machen!“

(Dass 5 Minuten später die Sonne verdeckt wurde und es anfing zu regnen tut hier nichts zur Sache, wollte ich aber noch eben erwähnt haben)

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fickscheisseditorneuerungen

dieser neue Blockeditor lenkt einen nur ab.

Taugt nix. Man sucht mehr als das man schreiben kann.

Wie stelle ich den Mist wieder um auf den klassischen Editor?

Wenn ich hier so rumklicke, dann kommt nix hilfreiches, nur Gefasel! „Absatz: Starte eine Geschichte mit dem Grundbaustein aller Erzählungen“

Echt? Ernsthaft? Ich will eine Überschrift, dann will ich den Text schreiben und ab und zu mal ein Bild. Feddich! Nicht mal ne Liste der Tags bekommt man, stattdessen vielviel weisse Fläche in Zeiten von Riesen-Bildschirmen. Leute! Schreiben alle nur noch an Tablets ihre Beiträge??? Zehn-Finger-Schreiben ist wohl komplett aus der Mode (falls es das je war und falls ich je mit der Mode gegangen wäre).

Und dann dieses verfickte „Mouse-Over“: Jedesmal, wenn der Mauspfeil über den Schirm wandert, blinkt irgendein Mist auf, den ich ganz sicher gerade auf keinen Fall will. Richtig nervig wird es, wenn die „Hilfe“ helfen will und ungefragt einen Tipp raushaut. Ey, da werde ich zum Digitalrassisten!

Das ganze Gehampel ist doch der Grund, warum ich einen schnelleren Rechner brauche, um so gewohnt flüssig wie früher arbeiten zu können.

Meine neue Wochenaufgabe: Auf den Tiny/MC/irgendwastollesklassisches umstellen.

(Nachtrag nach 42 Sekunden: Plugin aktiviert. Classic Editor. Voll geil. Ich bade gerade meine Hände darin)

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Mein Teekesselchen ist nicht mehr

(Nachtrag: Bild eingefügt)

Es ist zwar lange her, aber ich habe es nie vergessen: Ich wollte euch ja noch erzählen, wozu ich den Teekessel brauchte, den ich seinerzeit auf dem Flohmarkt erwarb (ui, ist das lange her).

Die ganz kurze Version: Ich wollte mal probieren, Schnaps zu brennen.
Natürlich habe ich mich vorher kundig gemacht, wie sowas geht, was man beachten muss/sollte usw. Im Internet gibt es ausreichend Infos darüber und natürlich findet man auch das ein oder andere Buch aufm Flohmarkt dazu 😉

Letztendlich entschied ich mich gegen Maische und Gären und Gammel und Methanol usw. sondern ich „brannte“ alkoholhaltige Reste. Gleich vorab: Ein Brand aus Bier schmeckt schon sehr nach Whisky! Interessant ist aber auch Rotwein. Im Grunde hat man dann Weinbrand…

Technisch funktioniert das Schnapsbrennen so, wie es offiziell heisst: Destillieren. Kurz erklärt: Nehmt den Teekessel, füllt Wasser aus beliebiger Quelle ein und erhitzt den Kessel. Wenn das Wasser zu kochen anfängt, wird es gasförmig (Dampf) und tritt aus. Fertig ist das Destillat. Die Kunst ist nun, den Dampf aufzufangen und abzukühlen. Dazu dienen die vermutlich bekannten Spiralen aus Rohr etc.
So kann man beispielsweise verschmutztes Wasser absolut rein und trinkbar machen (Blackout, ihr wisst schon). Alkohol verdampft deutlich vor Wasser (bei ca. 78 Grad), deswegen ist der aufgefangene „Dampf“ so rein (wegen Verdunstung etc. aber nie 100%). Aromastoffe werden auch immer mittransportiert, deswegen schmeckt das Destillat nach irgendwas.

Ich beschreibe nun, wie ich insgesamt vorgegangen bin: Wie ich den Teekessel organsierte, wisst ihr ja. Dann bestellte ich mir frei Haus eine Länge Kupferrohr (ziemlich dünn, ca. 12mm Aussendurchmesser). Weil ich gelernter Schlosser bin, weiss ich, wie man Rohre biegt, ohne das sie einknicken: Sand einfüllen und die Enden verschliessen. Ich habe das nur halbherzig gemacht, weil ich das schnell fertig haben wollte (mal eben…) und weil ich nicht so enge Radien benötigte. Meine zwei Windungen hatten ungefähr 50cm Durchmesser. Nun musste ich noch einen Dampfdichten Anschluss vom Teekesselausgang ans Rohr zaubern. Dazu wühlte ich in der Garage und fand Alubleche und Schellen. Aus dem Blech eine Art Trichter gedengelt und das ganze mit dem Pfeifenstöpsel verbunden (die Zunge, die pfeift, habe ich vorher entfernt). Jetzt mit Holzklötzen das ganze wackelige Gebilde so platziert, dass man unterm Kessel noch Feuer machen konnte, die Spirale so steht, dass es am (geschätzten) Taupunkt abwärts nach aussen und nicht zurück in den Kessel geht und das ganze nicht gleich umfällt. Schwieriger als ich dachte.
Feuer unterm Kessel: Falls euch einer erzählt, mit Teelichtern könne man durchaus Wasser zum kochen bringen: Vergiss es, nur Laberei. Ich habe es probiert, nachdem ich im Netz recherchierte und was von einer Schulklasse und ihrem Lehrer fand, die da son Projekt hatten. Unter Laborbedingungen mag das mit einer definierten winzigen Menge etc. ja noch klappen, im echten Leben sind die Teelichte aber verbraucht, bevor auch nur annähernd kochende Temperatur erreicht wird. Ich nahm dann einen Spiritusbrenner, wie ihn jeder hat, der verheiratet ist und damit ein Fondue-Set besitzt (Irrsinn am Rande: Ich muss Spiritus, also Alkohol, verbrennen, um Alkohol zu brennen).

Weiterer Spannungsbogen nach all dem Gebastel, Gebrenne und Gewarte, bis es endlich zu tröpfeln anfängt: Wie viel Alkohol hat das neue Zeux denn nun? Der erfahrene Profi findet es durch Probieren heraus. Ich bin aber den vorsichtigen Weg gegangen und habe erst mit Wasser verdünnt und dann gekostet, d.h., die Lippen benetzt. Ich wollte mir nun nicht extra ein Gerät kaufen, um den Alkoholgehalt zu bestimmten (die Russen machen angeblich dafür die Feuerprobe: Wenns brennt ist genug Alkohol drin).

Abenteuerlich? Ja…

Alles in allem eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich kann Schnaps brennen! Irgendwann verstaute ich den ganzen Kram und wollte es später noch mal weiter versuchen. Nie mehr habe ich es hervor gekramt.
Nun der Clou für euch: Ihr dürft es nicht nachmachen! Ich war ganz erstaunt und wollte es nicht glauben, als mein Sohn, der ja gerade Koch lernt, aus der Berufsschule erzählte, dass man das in Deutschland nicht dürfe. Dabei hatte ich mich seinerzeit noch genau informiert und weiss noch sinngemäß, dass übliche Mengen für den eigenen Bedarf zumindest geduldet werden, ohne dass man das irgendwo deklarieren muss. Ganz sicher. Es gab ja mal sogar kleine, schicke Brenn-Sets für daheim zu kaufen.

Aber was soll ich dem frischem Wissen meines Sohnes widersprechen. Ich habe es lieber selbst überprüft und in der Tat, da stehts: Link zum Zoll
Seit dem 01.01.2018 ist es nicht mehr erlaubt. Schade, dass mein Sohn davon erzählte, sonst hätte ich irgendwann ohne schlechtes Gewissen noch mal damit angefangen. Wenn man ganz penibel ist, dann müsste ich sogar meinen Teekessel vernichten, denn selbst der Besitz einer Brennbirne ist nicht mehr erlaubt. Aber wer will das denn alles überprüfen? Posaunt ja nicht jeder im Internet rum, was er so alles in seiner Garage lagert, richtig?

Bier brauen darf man übrigens noch, aber das habe ich ja auch schon gemacht…

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John Wick 3

Als ich den ersten Teil von „John Wick“ sah, war ich, wie wohl viele andere auch, sehr beeindruckt. Endlich mal wieder ein Film, der es in seiner gnadenlosen Eindeutigkeit und Konsequenz von vorne bis hinten schafft, zu unterhalten. Und das durchaus mit etwas Humor zwischendurch (je nach dem, was man so lustig findet). Immerhin: „du hättest den Hund nicht töten sollen“ ist doch schon fast ein geflügeltes Wort geworden.

Über den zweiten Teil will ich gar nicht viel Worte verlieren, denn bei filmischen Mehrteilern ist es ja gewöhnlich so, dass der zweite Teil unterdurchschnittlich ist (grosse Ausnahme: Zurück in die Zukunft). Humbug war der Plot aber auf jeden Fall: Er hat sich auf diese komische Schuldscheibe eingelassen und weiss ganz genau, was daran hängt, aber will einfach nicht mehr. Will aufhören. Na gut, da sprengt man eben sein Haus mit einer Rakete in die Luft und er macht es dann doch. Warum nicht gleich?!? Warum muss er erst warten, bis sein schickes Heim zu Klump geballert wird? Er kennt doch die Regeln… wie gesagt: Humbug.

Aber das kann man ja steigern! Latsche in die Wüste und vielleicht findet „er“ dich und wenn und mit Glück und du weisst ja… Pustekuchen. Natürlich hackt er sich den Finger ab. Und natürlich nimmt er „den Auftrag“ an. Und natürlich… führt er diesen dann nicht aus?!?!?! Da hätte er sich die Quälerei in der Wüste (im Anzug, ohne Vorräte etc.) doch sparen können und zehn Finger hätte er auch noch gehabt, denn jeder weiss ja, was am Ende passieren wird.

Meine Fresse, was für ein Quatsch. Und das ist besonders schade, weil der dritte Teil durchaus interessante Elemente, Ideen und Schauspieler hat. Aber offenbar fehlte der Mumm, das genauso konsequent wie im ersten Teil durchzuziehen. Oder vielleicht waren es ja wirtschaftliche Gründe, und bei der Abwägung von Aufwand zu Gewinn kam man zu dem Ergebnis: Passt schon!

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Vonne Welt

Nun ist ja der 50. Jahrestag der Mondlandung in aller Munde bzw. Medien. Ich erfuhr, dass Buzz Aldwin 19 Minuten nach Neil Armstrong den Mond betreten hat. Und wir wissen, es war noch ein dritter Mann in der Nähe, Michael Collins:

Doch in dieser Formulierung liegt ein kleiner Fehler: Er war nicht der einsamste Mensch der Welt, denn er befand sich ja gar nicht auf der Welt! Und selbst auf dem Mond waren sie ja in dem Moment zu zweit.

Michael Collins war zu diesem Zeitpunkt der einsamste Mensch im Weltraum. Das ist mal was besonderes. Insbesondere, wo mittlerweile auf dem Mount Everest die Leute vor dem Gipfel Schlange stehen müssen, bevor sie wirklich oben sind.

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