ES GIBT SAFT, ANDROIDIN

Und noch ein Fundstück.

Als ich in dem Dokument, in welchem die einzelnen Teile von „Alles Zufall“ gespeichert sind, mal gaaanz nach unten scrollte, fand ich ein von mir geschriebenes „Intermezzo“. Eine Mini-Story, welche nicht zum eigentlichen Handlungsstrang gehört, aber die bekannten Charaktere enthält. Und als ich die nun wieder las wusste ich auch, warum ich das damals geschrieben habe: Einer meiner treuen Leser in der erwähnten Newsgroup unterschrieb seine Beiträge dort immer mit „the Lost Soul“ und während einer Unterhaltung dort versprach ich ihm, ihn (irgendwie) mal mit in die Geschichte einzubinden. Und ein ganz klein wenig erfährt man auch mehr über Gina 😉

Nun, hier ist das Ergebnis:

ES GIBT SAFT, ANDROIDIN

„Haben Sie schon mal einen Klingonen grinsen sehen?“, fragte der Verkäufer mit einem schmalzigen Grinsen auf dem Gesicht. Wir schauten uns Betten an.
„Dieses Modell macht aus jedem Krieger einen friedlichen Mann. Im Gegensatz zum kleineren Modell >Soul< kann dieses wirklich exklusive Gegenstück zu einem “echten” Nagelbrett (er lächelte verschmitzt) jeden Mann um seine Vergangenheit bringen. Darum der Name: The Lost Soul.“ Ich winkte ab, als er zu noch mehr ausholen wollte und sagte zu Gina: „Das ist es.“
„Gegencheck der Buchung erfolgt,“ sagte die süsse Gina,und dann noch: „Bist Du sicher, das wir all` das brauchen? Unterwäsche benötigt meine Einheit nicht, zumal das Anlegen meine Servo-Motoren bis zum Limit belasten wird. Auch die veralteten Gewahrsamsutensilien sind für eine Genesung laut meines Med-Programmes nicht erforderlich.“
Sie meinte damit die Handschellen. Aber wie sollte ich ihr das alles erklären? Man konnte einem Androiden, pardon, einer Androidin nicht mit viel Worten beikommen. „Ich werde dein Programm anpassen und auf den neuesten Stand bringen“ versprach ich ihr, wohlwissend, das Sie eher schmelzen würde als meinen Worten nicht doch zu glauben.

Das neue Bett war bereits geliefert und aufgebaut, als wir zuhause ankamen. Ich legte mich gleich mal drauf und genoss die äusserst angenehme Konturmatraze. „Konsole“, sagte ich und vor meinen Augen erschien ein Steuerdisplay. Dort stand: Was wünschen Sie? Und dann eine interessante Liste:
1. Schlafen
2. Entspannungs-Massage
3. Solo-Stimulierung
4. Partner-Stimulierung
5. Hilfe und Rat (bitte erst wahrnehmen)

Da ich gegen das Studieren von Anleitungen war, wählte ich die “vier” und rief: „Gina, kommst du bitte mal? Ich möchte jetzt deine Programmierung anpassen“.

Sie setzte ihre neuen Anweisungen hervorragend um und die temporäre Körperanpassung auf 100-60-90 stand ihr ausgezeichnet. Die Entwickler des Bettes „the Lost Soul“ waren so pfiffig, auf die Menü-Punkte drei und vier automatisch Punkt “eins” folgen zu lassen.

Es hat wirklich Vorteile, einen weiblichen Androiden sein eigen zu nennen, dachte ich, bevor ich in einen tiefen Schlaf fiel.

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