Softair-Test

Und wieder ein Fundstück. Dieses mal auf einer meiner eigenen Seiten. Mittlerweile ist dieser Bericht auch schon vier Jahre alt, aber die Aussagen darin stimmen immer noch 😉 Ich habe die Waffe auch immer noch, irgendwo unten in irgendeinem Schrank.

Softair Test
03.02.2007

Ich hatte von den Softairwaffen erfahren und habe mir dann gleiche eine bestellt. Für den Anfang eine von der günstigen Sorte, eine sog. P.678. Die gab es bei eBay für nur 9,99 Euro. (Nachtrag: Damals konnte man sowas bei Ebay noch erwerben!) Hersteller ist laut Karton CYMA.

Diese Softairs haben eine max. Schuss-Energie von unter 0,5 joule und gelten nicht als Waffen, wohl aber ggf. als so genannte Anscheinswaffen! Vertrieben werden dürfen sie an Jugendliche ab 14 Jahren.

Dazu bestellte ich mir gleich die dazugehörigen BBs (BabyBullets). Da ich keine Ahnung hatte erstmal 2000 Stk. 0,12g „billig“ und 2000 Stk. 0,12g „entgratet“. Vorab: Die billigen sind nichts, lasst die weg.

Baby Bullets ist Kugelförmige Munition mit einem Durchmesser von 6mm und meistens aus Kunststoff. Es gibt sie aber auch aus Aluminium oder biologisch abbaubarem Material.  Unterschieden werden diese durch ihr Gewicht. Die kleinste mir bekannte Einheit sind 0,12g und geht hoch bis über 0,4g. Meist liegt man mit 0,20g richtig. Wichtig: Es gibt auch Extrem-Billig-Hersteller, die diese BabyBullets auch unentgratet vertreiben. Lasst die Finger davon, die taugen nicht mal in einer Erbsenpistole (aber daher wohl die Grösse von 6mm).

Die Waffe sieht schon mal „cool“ aus, aber der vordere Teil ist aufgesteckt, ohne diesen Aufsatz sieht die Waffe so aus:

Mit dem Aufsatz ist die Waffe sehr gut ausgewogen, ohne ist sie sehr Grifflastig (wobei der Griff sehr griffig und gross ist 😉 , man kann die Pistole echt festhalten). Schnell habe ich erfahren, dass dieses die echten Billigvarianten sind, nur teilweise geschraubt (siehe Griff), alles so dünn wie möglich, im Detail schlecht verarbeitet, eher billiger Eindruck und viele Hebel nur als Attrappe ohne Funktion. Also keine Replica des Originals. Wie dem auch sei, ich hatte diese nun und wollte auch mal damit schiessen.

Jetzt kommt der spannende Teil 🙂
Vorab noch einige Informationen: Das Magazin (leider kein Bild) wirkt sehr robust und ist einfach zu laden, wenn man den Dreh erst mal raus hat. Meiner ist der: Ein paar Kugeln in die Hand, mit der anderen die Feder runterziehen und oben nach und nach die Kugeln einschieben. 15 Kugeln passen hinein. Ich habe die Munition in einer Flasche mit „Schnellfüllstutzen“, aber entweder ich habe das nicht verstanden oder es geht so nicht. Immerhin kommen die Kugeln einigermassen dosiert aus der Flasche heraus.Um das Magazin aus der Waffe zu bekommen muss man einen Knopf an der linken Seite drücken; das geht für mich mit dem rechtem Daumen sehr gut, auch ohne Klemmen, Klappern etc.

Zum Durchladen schiebt man das volle Magazin in die Waffe und zieht den Schlitten zurück. Dazu braucht man mehr Kraft als erwartet, aber man gewöhnt sich schnell daran. Wie ich gelesen habe, ist das auch eine Art „Kindersicherung“. Von aussen ist nicht zu erkennen, ob die Waffe schussbereit ist und es gibt auch keinen Sicherungshebel und man sieht auch nicht, ob das Magazin leer ist, es gibt dann evtl. einen Leerschuss (deutlich zu hören).
Erstmal habe ich die Yahoo-Bildersuche bemüht, damit ich eine Zielscheibe habe. Ich fand das hier:

Sah erstmal gut aus, aber für das Zielschiessen ist es besser, wenn die Mitte gesondert markiert ist (wenn man pingelig mit den Treffern ist…)Wobei sich auch rausstellte: Es kommt gar nicht auf die Ringe an, sondern ob man das Ziel trifft und wie weit entfernt man davon ist. Zumindest diese Pistole hat eine Eigenart, was das Treffen angeht (Bilder dazu als Erklärung unten).Wie ich aus anderen Schussberichten weiss, trifft keine wirklich in die Mitte: Entweder, sie verziehen (Drall) oder es ist stark Entfernungsabhängig und/oder das Hop-Up mischt sich ein (Zum HopUp unten mehr).

Wichtiger Faktor ist in jedem Fall das richtige Gewicht der Munition für die richtige Waffe. Ich hatte nur 0,12g, aber bin mir sicher, das mit 0,20g bessere Ergebnisse erzielt werden. Ich habe also meine ausgedruckten Zielscheiben vor einen Pappkarton gespannt und habe in meiner Garage darauf geschossen. Daraus ergeben sich auch meine Entfernungen von der Scheibe: Entweder recht nah (ca. 3m) oder so weit wie geht (gute 5m, quer durch die Garage).

Nach ein paar Schüssen sah das dann so aus:

Und hier kommt auch die Eigenart der Waffe zum Vorschein: Die Treffer gehen immer etwas zu hoch, egal aus welcher Entfernung. Deswegen denke ich, das die 0.20g-BBs besser treffen werden. Ein Hop-Up hat die Waffe nicht (so viel ich weiss), das wäre auch ein Grund fürs hochschiessen (mit einem in der Waffe eingebauten Hop-Up kriegt die Kugel einen Rückwärtsdrall, um gegen die Schwerkraft zu wirken und die Flugbahn zu stabilisieren)

Ausserdem stellte sich heraus, dass die Pistole ohne den „Vorbau“ (siehe erstes Bild) besser schiesst.Ich kann nur vermuten, warum das so ist: Der Lauf ist eigentlich keiner mehr in diesem Aufsatz, denn dort ist der Durchmesser wesentlich grösser. Ich denke, statt die Kugel in die richtige Richtung zu schieben wird diese nur falsch beeinflusst und fliegt nicht immer dahin, wo sie hin soll. Kann auch sein, dass es bei grösserer Entfernung ganz anders aussieht 🙂

Kaputte Sachen
Als ich das Schiessen einigermassen raus hatte, habe ich mal eine CD samt Papierhülle an meinen Kasten geklebt und darauf geschossen. Das Ergebnis finde ich schon beeindruckend, man hat das Gefühl, mit einer „richtigen“ Waffe zu schiessen. Auch hier kann man sehen, das man deutlich zu hoch getroffen hat. Gezielt wurde natürlich immer auf die Mitte (soweit als unerfahrener Schütze möglich).

Dabei muss man bedenken, dass so eine CD nur 12cm Durchmesser hat. Immerhin kann man behaupten, so eine kleine Fläche auf 5m treffen zu können. Und ich denke, mit anderer Munition wird man auch grössere Entfernungen treffen. Evtl. auch mit der 0,12er, die Flugbahnen der Kugeln waren (so weit verfolgbar) recht gerade beim Auftreffen, die fliegen wohl auch noch ein paar Meter gerade aus. Vielleicht treffen die bei 8-10 Meter sogar die Mitte :), es lebe die Ballistik!

Hier noch eine zweite CD, da habe ich bewusst wo anders hingeschossen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dann habe ich noch auf eine CD-Hülle geschossen, auch beachtlich bei der leichten Munition:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und weil das so viel Spass gemacht hat, habe ich mir noch eine Scheibe aus Wellpappe gebaut und beschossen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier noch ein paar Filmchen, die ich gemacht habe (Format .mov mit ein bis drei MB):

Fazit: Hat echt Spass gemacht!

Nachtrag: Eine gute und seriöse Quelle für alles rund um Softair ist nach wie vor diese hier: http://www.softairwelt.de

Flattr this!

1 comment for “Softair-Test

  1. Paul
    6. April 2011 at 21:10

    Das man damit eine CD kaputt machen kann hätte ich nicht gedacht

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.