Alles Zufall 7

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Alles Zufall

7.

Wir waren drin. Ein Rythmisches Dröhnen erfüllte sofort jede meiner Zellen, welches ich erst nach Ausfilterung der Stimmen und Schreie als eine Art Musik erkannte. Aber es war gut. Mein Fuß fing an, selbstständig auf und ab zu wippen. Und diese Luft. Meine Instinkte sagten mir: Nicht atembar! , dennoch sog ich sie ein wie eine Droge. Brad war dabei, allen möglichen  Anwesenden zuzunicken oder gar kurz die Hand zu geben. „Warst Du schon mal hier?“, fragte ich etwas erstaunt und er antwortete grinsend: „Nur mein Avatar.“ Ach ja, die erstaunliche Holochat-Glocke von seinem… aber lassen wir das hier.
Wir gingen durch den Eingangskorridor und bogen um die Ecke.
Ja. Jaaa! In diesem Augenblick stellt man fest, ob man männlich ist. Einige Drüsen in mir brachten meinen Körper sofort in die situationsbedingt richtige Stimmungslage. Mein erster Blick ging nach oben. In der riesigen Kuppel wurden in rasanter Reihenfolge Bilder von Brüsten dargestellt, wild durcheinander im Takt der Musik. In den kleinen Einbuchtungen darunter räkelten sich leichtbekleidete Weibchen der sicher zehn bestaussehendsten Völker des erforschten Universums, allesamt nach irdischen Maßstäben. Mittendrin bewegten sich mehrere Anti-Grav-Platten mit diversen Paaren in eindeutig eindeutigen Stellungen sowie Platten mit Single-Damen, die sich scheinbar wahllos niedersenkten, um einen Gast aufzuschnappen und ne Runde zu drehen… zwischen den Stehtischen standen Kraftfelder mit rassigen Tänzerinnen, denen hin und wieder, gegen Credits von den Gästen, Kleidungsstücke für ein paar Sekunden weggebeamt wurden. Der Boden der Tanzfläche schien, so weit er zu sehen war, transparent und legte den Blick auf belegte und freie LostSoul-Betten frei.
„Brad, erste Klasse, aber das kann ich mir nicht leisten“, brachte ich hervor, obwohl mein Verstand schon seit einem Ternut keine Kontrolle mehr über meinen Körper hatte. „Die ersten zwei Drinks und der erste Kontakt sind mit drin im Eintritt“ verriet er mir mit einem Nicken in Richtung Theke und zwinkerte mir dabei mit einem Auge zu. Hier ahnte ich schon, das er noch was in Petto hatte, schwieg aber, um meinen Traum nicht zu zerstören.
Kaum das wir unsere Gläser in der Hand hielten, schwebte eine Platte über unseren Kopf und offenbarte uns Einblicke in den Aufbau der Damen vom Planeten Boawau. Dieser Planet heisst so, weil die ersten zehn Offiziere eines Starfleet-Schiffes, die nach einer laaangen Reise den Planeten betraten, ebendiesen Ausruf machten, als sie die weiblichen Bewohner das erste mal zu sehen bekamen.
„Na, hübscher Mensch, neu hier? Brauchst Du ne Karte zur Erklärung der Gegebenheiten?“ Sie meinte mich und ich habe wohl durch meinen offenen Mund eine Bestätigung ausgedrückt.Während ich die Karte studierte, wollte sich Brad „mal eben umschauen“. Die nächsten Stunden hatte ich ihn nicht vermisst und war mittendrin, die beste Party meines Lebens zu feiern.

Jetzt gerade begann eine Show-Einlage. Aus den kleinen schwebenden Plattformen bildete sich eine grosse Schwebe-Bühne. Das schon recht spärliche Licht ging aus und alles lag in vollkommener Dunkelheit. Die Musik wechselte zu einem Stück, das einen sofort an die unendlichen Weiten des Weltraums denken liess. Plötzlich erschien eine Projektion über der Bühne, ein unglaublich realistisches Abbild eines Wurmloches enstand. In der Musik erhöhte sich die Dramatik und man sah, wie Wesen aus dem Wurmloch materialisierten und auf der Bühne landeten. Fünf Männer standen wie Kampfbereit nebeneinander. Der mittlere sprach mit eindringlicher Stimme: „Wir sind gekommen, um den Frauen dieses Planeten die wahre Leidenschaft und die Männlichkeit des Universums zu lehren.“ Dann fingen sie an, sich im Rhytmus zu bewegen und der Reihe nach langsam zu entblößen, jeder immer ein Kleidungsstück, dann der nächste. Und das in einer Art, dass die aussergewöhnlichen Proportitionen ihrer Körper wohl direkt auf die Sinne einer Frau zu wirken schienen. Selbst ich war seltsam angetan von der Kombination aus zarten Bewegungen und harten Gesten mit finsteren, aber fordernden Mienen. Der zweite von Links war hier wohl bekannt und der absolute Frauenschwarm. Sobald er an der Reihe war, gab es ein Gekreische, wie ich es von Frauen noch nie gehört hatte und als eine der weiblichen Gäste von ihm auf die Bühne geholt wurde, um sein letztes Stück Kleidung zu entfernen, stockte dem gesamten Rest der Frauen der Atem. Dieses letzte Stück war ein hautenger Anzug. Er zeigte Ihr kurz, was sie zu tun hatte, denn dieses Teil von Textil war besonderer Art: Durch Reiben und Kontakt mit der Haut löste sich der Body mit einem leichten Glimmen auf und je fester man drückte, um so stärker war dieses Glühen. Dann holte er noch zwei Frauen und diese drei lagen dann zu seinen Füssen und rieben seinen Körper, was er mit einer ebensolchen Geste „belohnte“. Im Schritt war das Material wohl etwas fester, zumindest war das Glimmen hier zu einem Leuchten geworden und nahm einem die Sicht auf das dahinterliegende. Die Drei waren nun ganz rund um seine Hüften beschäftigt und mit einem Male gab es ein Inferno zwischen seinen Beinen wie eine kleine Nova. Für den Bruchteil einer Sekunde sah man nur ihn, im grellen Licht, komplett entbößt! Danach waren wohl alle für ein, zwei Sekunden blind. Als man wieder etwas erkennen konnte, implodierte das Wurmloch mit lautem Grollen und die Bühne verschwand darin.

Stille.

(Fortsetzung)

(Anmerkungen zu Teil 7)

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