Im Kopp

Ich war am Wochenende, bzw. Freitag bis Samstag unterwegs. Auf nach Stapelburg, wo die Harzmeisterschaft der Rasenrenntrecker 2011 ausgefahren wurde. Ich bin da schon Freitag abend hingefahren, weil es doch 266Km von mir entfernt ist und das ganze schon morgens gegen 9:00 losgehen sollte. Das bedeutet mit Anhänger 3 Stunden durch Deutschland eiern und Radio hören. Da hat man viel Zeit für Einfälle, was man noch dringend so bloggen will. Und ich ertappe mich dann immer dabei, wie ich schon ganze Sätze im Geiste ausformuliere etc. Themen sortieren, splitten, durchdenken. Und was ist am nächsten Tag? Nix mehr! Nur noch Fragmente, die man nicht wieder zusammenbekommt. Ich weiss, dass ich eine Meinung zu dieser Strauss-Kahn-Geschichte habe und zu dem angedachten Plastiktüten-Verbot hätte ich auch noch was zu sagen. Und das war alles schon fertig. In meinem Kopp. Und ich weiss, es war gut 😉

Jetzt sitze ich hier und kann das alles nicht einfach niederschreiben, weil ich es nicht mehr zusammen bekomme, wie es sein sollte und es unendliche Mühen kosten würde, das zu rekonstruieren. Ich sollte mir wirklich angewöhnen, die Diktierfunktion an meinem iPhone öfter zu verwenden. Das könnte man dann sogar während der Autofahrt machen, zehn-Finger-Schreiben ist da ja nicht machbar…. Ausserdem bin ich echt fertig und ich spüre bei jeder Bewegung Muskeln, die sonst unbemerkt ihren Dienst tun. Das kommt vom Rasenmäherrennen, wo ich jetzt mal spontan einen kleinen Nachbericht abgeben kann:

Das schöne ist, dass alle Umbauten, die ich vorher noch machte, gut funktioniert hatten (ich schrieb drüber). Die Bremse funktionierte dauerhaft und zuverlässig. Dieses Eisenstück, wo ich meinen Fuss drauf ablegte muss noch im Detail überdacht werden, aber es ging einigermassen gut. Die Modifikationen an der Vorderachse sorgten dafür, dass ich den Rennhobel wesentlich besser kontrollieren konnte und er dahin fuhr, wo ich wollte. Die neue Spurstange machte genau das, was sie sollte. Aber: Im ersten Lauf löste sich mein Keilriemen auf. Ich hatte das schon vorher geahnt. Ich hoffte aber, dass ich diesen zwischen den Rennen wechseln konnte, einen neuen hatte ich ja bereits. Nein, er hielt leider nur neun Runden und im wahrsten Sinne des Wortes hat sich das Gummi vom Riemen in Luft aufgelöst. Jeder konnte es riechen. Nur die Kevlar-Fäden, die sich im Keilriemen befinden, waren noch vorhanden. Der Rennlauf war aber erst in der zehnten von 15 Minuten. Da wären noch ein paar Runden drin gewesen. Und natürlich kam ich genau bis zum anderen Ende der Rennstrecke und musste meinen Boliden gaaanz umzu zurück in die Boxengasse schieben. Den neuen Riemen hatte ich wohlweislich eine Nummer (präzise einen Zoll) kleiner besorgt, da der andere ein Stück zu lang war. Nun passte der neue so gerade über die ganze Geschichte und war nach dem Wechsel Megastramm. Ich hatte nun die Befürchtung, dass die Eingangswelle meines Getriebe gegen die Belastung was haben könnte. Zum Glück habe ich schon seit Jahren ein Gegenlager da drüber gebaut, aber das ist auch schon recht ausgenudelt. Das Getriebe hat gehalten bzw. bin ich auch im nächsten Lauf nicht lang genug unterwegs gewesen, um dieses festzustellen. Ich war in dem Lauf recht gut unterwegs, hatte mich an die Strecke gewöhnt und hatte das Gefühl, jede Runde etwas schneller zu sein. Das muss auch gestimmt haben denn auf ein mal hatte ich einen Renner vor mir, der eindeutig langsamer war als ich. Ich kam aber nicht dran vorbei. Die Rennstrecke war recht eng und es wechselten sich viele Kurven ab. Nach zwei Runden hatte ich genug und wollte mich kurz vor Start/Ziel in der 180Grad-Kurve aussen statt innen vorbei mogeln. Hätte klappen können, mit dem Schwung hätte ich genug Fahrt gehabt, auf der nächsten Geraden noch rechtzeitig vor der Schikane an ihm vorbei zu ziehen. Leider kam ich etwas zu weit nach aussen und stiess noch so eben quer gegen einen grossen Quaderballen. Mist. Aber der Mäher fuhr noch, also weiter. Ich kam aber nur wenige Meter weit bis ich merkte, dass die Lenkung was abbekommen haben muss (das Vorderrad schlug zuerst gegen den Ballen). Also bin ich runter von der Strecke und geradeaus in die Boxengasse. Und da stellte ich fest, dass die Lenkung nicht mehr reparabel war. Ich hatte es noch damit versucht, die Lenksäule umgedreht einzubauen, aber es nützte nix: Der Renntag war gelaufen. Da war es aber auch schon ca. 13:30. Das hat mich geärgert. Hätte ich auf der Strecke noch etwas gewartet wäre evtl eine Gelegenheit zum Überholen gekommen oder ich wäre den Lauf einfach so mal zu Ende gefahren. So machte ich alles durch einen doofen Fahrfehler zunichte. Und es hat doch gerade Spass gemacht und der stramme Riemen hat meinen Hobel echt mal gut voran geschoben. Einen einzigen Vorteil hatte das ganze: Eine halbe Stunde später kam ein wahnsinniger Regenguss herunter, der die folgenden Läufe zur Schlammschlacht gemacht hat. Das muss ich nun nicht haben 😉

Tja, wieder was gelernt und doch noch was zum Schreiben gehabt.

Ich muss aber eines erwähnen: Bei den Rasenmäherrennen ist es so, dass kaum eines der Teams durch einen Renntag kommt, ohne irgendwas am Hobel schrauben zu müssen. Das ist mehr die Regel als die Ausnahme.

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