Navi VX-35 Easy von Pearl

Ich wollte mal ne neue Navi haben. Mein letztes Gerät ist bestimmt schon 5 Jahre alt und hat einen nicht mehr dahin geführt, wo man hin will. Veraltetes Kartenmaterial und überhaupt veraltete Hardware. Und der Akku war hin. Und und und. Die Navigon-App auf meinem iPhone kann ich nicht mehr nutzen, weil ich keine T-Mobile-Karte mehr im Gerät habe. Ich wollte für das iPhone auch keine neue Navi-App kaufen. Also habe ich mich bei meinem Lieblings-Online-Krimskrams-Shop Pearl umgeschaut. Die haben da im wesentlichen zwei Geräte im Angebot, die es mit diversem Kartenmaterial zu erwerben gibt. Das eine Gerät hat ein Display von 3,5 Zoll Grösse, das andere 4,3 Zoll. Leider waren alle VX-43 (also die grösseren) nicht aktuell auf Lager, ich wollte aber nicht warten. So habe ich mich einfach für das günstigste Gerät in der Auswahl entschieden, welches lieferbar war: Das VX-35 Easy mit Deutschland-Karte. Dazu noch das optionale TMC-Modul. 69,90 plus 16,90 = 86,80 Euro.

Mein Fazit gleich vorweg: Das Gerät macht das, was es tun soll, gut. Die Bedienung ist einfach und intuitiv.

Nun im Detail:
Ich bekam ein Paket von Pearl, in dem sich mehrere Artikel befanden. Als erstes packte ich das VX-35 aus. Netterweise war der Akku schon vorgeladen, man konnte es gleich einschalten. Aber ich konnte nicht in den Navi-Modus wechseln. Man tapste auf das Display, aber nix tat sich. Settings etc. liessen sich wunderbar durchklicken. Das Rätsels Lösung: Die Micro-SD-Card mit dem Kartenmaterial war separat im Paket. In einem SD-Adapter in einer transparenten Schutzhülle. In dem riesigen Karton hätte ich das fast übersehen. Aus Sicht von Pearl natürlich eine praktische Lösung, aus meiner Sicht eher doof. Nach Eindrücken der Karte in den Slot ertönte bald das Windows (CE)-typische „klingping“, die Karte wurde erkannt und war eingebunden. Nun ging alles wie erwartet. Beim ersten Start wird das Gerät einmal eingerichtet und man wählt u.a. Sprache, Masseinheiten und die Stimme, mit der man die Ansagen erhalten möchte.

Mit in der Verpackung war noch das Ladekabel für den Zigarettenanzünder im Auto und ein extra USB-Kabel. Der Clips-Halter für den beiliegenden Saugnapf-Fuss war schon am Gerät. Ich habe es dann gleich im Auto fixiert. Der Saugnapf hat auf Anhieb und dauerhaft gehalten, man kann das Gerät auch relativ einfach da rein und raus klippen. Das Gelenk ist festschraubbar und es wackelt nichts. Der Haltearm könnte etwas länger sein, geht aber. Den TMC-Adapter habe ich gleich mit angesteckt. Er kommt an die USB-Buchse der Navi und die Ladebuchse ist durchgeschleift. Die Kabel sind allesamt mehr als ausreichend lang, für meine Zwecke schon zu lang. Insbesondere die Wurfantenne fürs TMC mit ihren zwei kleinen Saugnäpfen würde auch quer über eine LKW-Frontscheibe passen 😉 Ich habe zwar vorher in das sehr ausführliche Handbuch geschaut, aber das muss man eigentlich nicht. Wer schon mal ein Navi programmiert hat kommt auch hier wunderbar zurecht. Das erste mal GPS-Signal finden dauerte etwas länger als erwartet, aber später war das kein Problem. Die Route wurde auch sehr schnell berechnet. Wenn man will, kann man dann noch die Routeneinstellungen anpassen (Schnell, kurz, Autobahn ja nein etc.). Man kann aber auch einfach auf „Los gehts“ tippen und es geht los. Dabei bemerkte ich etwas, dass ich von anderen Navigationshilfen nicht kenne: Vor jeder Ansage erklingt ein kleiner Gong, eher ein „Bing“. Ich fand das ganz gut, weil man nun darauf aufmerksam wurde, dass die nächste Ansage kommt. Und diese kamen immer zeitig und passend. Manchmal verschluckte sich das Gerät, weil wohl die Anweisungen zu schnell auf einander folgten, aber man hat immer alles verstanden. Zum schmunzeln ist, dass wohl aus Gründen der Sparsamkeit nicht alle Wörter in der Datenbank liegen. So wird ein Satz beispielsweise so ausgegeben: „Folgen Sie dieser Strasse einen Kilometern. Ist aber nicht schlimm, man weiss ja, was gemeint ist. Ich war in Hannover unterwegs und selbst schnelle aufeinanderfolgende Abbiegungen, Kreuzungen und Kurven brachten die Navi nicht aus der Ruhe. Und dabei bemerkte ich nebenbei, dass die Süsse sowohl weiss, wie schnell ich fahren darf als auch wie schnell ich bin. Und statt wie bei Navigon einfach „Achtung“ zu sagen, wurde ich höflich hingewiesen: „Sie überschreiten die zulässige Höchstgeschwindigkeit„. Kann man aber aus stellen 😉

Das Display ist auch in der Grösse noch gut ablesbar, des weiteren kann man diverse Anzeigen ein- und ausblenden. Gestört haben die nie. Vermutlich kann man auch sehr gut nur auf Grund der Ansagen fahren, ganz ohne auf das Display zu schauen. Ich mach das aber ganz gerne um mich z.B. abzusichern, dass es nicht die nächste Seitenstrasse ist sondern die übernächste (wird aber auch in bestimmten Momenten so angesagt: „Biegen sie die zweite Strasse links ab„). Brücken werden übrigens so dargestellt, dass man sie auch als solche erkennt. Nicht, dass man da abbiegen will 😉 Ich bin von Altwarmbüchen zu den Herrenhäuser Gärten, zur AWD-Arena und von da zum Zoo gefahren und nie hatte ich ein unsicheres Gefühl. Folgt man mal nicht der vorgegebenen Route, so wird überraschend schnell eine neue Route berechnet, prima! Meine erste Navi damals wollte ewig, dass ich wende. Schön finde ich auch die Anzeige der Abfahrtsschilder mit der passenden Beschriftung sowie die Anzeige der Fahrspuren. So ist man sich immer sicher (Hannover z.B. hat viele Strassen, die zweispurig irgendwo hin führen).
Insgesamt wurden nur nötige und sinnvolle Ansagen gemacht (folgen sie dem Strassenverlauf halb links), keine Verwirrenden oder Überflüssigen. Die Ansagen passten auch immer zur angezeigten Karte. Mein altes Gerät sagte an jeder vorbei sausenden Autobahnabfahrt, wo man nicht runter musste: Links halten! Das hat genervt.

Was nicht ging: Wir wollten das auch zu Fuss ausprobieren, weil wir die nächste Strassenbahnstation suchten. Also schaltete ich in den Routeneinstellungen auf Fahrzeugart: Fussgänger um. Das Gerät brachte es aber nicht zustande, eine Route zu berechnen. Hier kann man dann als Workaround einfach die Streckenart „kurz“ wählen und ggf. Autobahn aus, Fahrzeug auf Auto lassen. Die Optionen hatte ich blöderweise auf dem Rückweg immer noch so eingestellt, deswegen sind wir auf der B6 zurückgefahren 😀
Was auch nicht geklappt hat: Eine erstmal gestartete Navigation abbrechen und dann nur die Karte anzeigen lassen. Immer wollte die Else, das wir der zuvor errechneten Route folgen. Und dabei wird man nach Druck auf Beenden gefragt, ob man das auch wirklich beenden will (Windows halt). Aber ich denke, in diese Situation kommt man nicht so oft.

Das Gerät soll auch noch MP3, Bilder und Movies wiedergeben, das habe ich aber nicht getestet (und werde es wohl auch nicht).

Nachtrag:
Nun hab ich am Wochenende doch die Option gefunden, die gestartete Navigation abzubrechen: Man geht auf „Menü“, dort auf „Meine Route“ und hier kann man unten rechts auf „Route löschen“ drücken. Ganz einfach, wenn man es weiss 😉 

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9 comments for “Navi VX-35 Easy von Pearl

  1. Heinz Recht
    5. Juni 2012 at 14:14

    Ich besitze jetzt auch ein NAVY von Pearl VX-35 easy und komme gnz gut damit zurecht. Ich habe dienstlich viel in Böhmen 8Tasschechei) zu tun und würde mir gerne zusätzliches Karten kaufen. Ist das und wie überhaupt möglich. Falls Sie dafür Informationen haben, wäre ich sehr dankbar. Auch wie der Wechsel abläuft. Danke H.R.

  2. Heinz Recht
    5. Juni 2012 at 14:21

    Ich kann Ihren Kommentar zum TOMTOM ONE nur bestätigen, würde aber gerne den Kartenbereich eerweitern. Beispiel Böhmen od. Tschechien)
    Haben Sie dafür auch schon Erfahrungen gesammelt?
    Danke >>>H.Recht

  3. 8. Juni 2012 at 21:45

    Ich konnte bei Pearl.de leider keine Option finden, nur das Kartenmaterial zu kaufen. Das ist schon deshalb schade, weil die Geräte ja technisch identisch sind… da sollte man also vor dem Kauf darauf achten, wo es einen hin verschlagen könnte…

  4. Kem
    24. Juni 2012 at 08:43

    Holger, das geht mit der Software Naviextra Toolbox: https://navgear.naviextras.com/
    Mit dem Programm kann man ebenfalls die Software und die vorhandene(n) Karte(n) im Gerät aktualisieren. Dafür musst Du Dich dann aber jetzt beeilen, denn die Aktualisierung der Karten muss in den ersten 30 Tagen nach dem ersten Einschalten durchgeführt werden.

  5. 24. Juni 2012 at 13:21

    Oh, cool, Danke! Bei mir ist es dann aber definitiv zu spät dafür :). Aber wenn es anderen hilft: Fein!

  6. Barbara
    7. August 2013 at 02:17

    Ich habe vor ca. 3 Monaten im Internet ein VX-35 Easy gekauft (neu, original verpackt). Aus Zeitmangel bin ich erst jetzt dazu gekommen, mich damit zu befassen. Leider kann ich keine SD-Karte finden.
    Das Gerät hat 59,-€ gekostet. Nun habe ich gesehen, dass es Karten zu kaufen gibt für 69,-€.

    Frage 1: Gibt es die nicht günstiger, wenn doch ursprünglich Gerät und Karte zusammen 59,-€ gekostet haben?

    Frage 2: Bei den separaten Karten, die man kaufen kann, handelt es sich um Upgrades. Könnte ich damit überhaupt etwas anfangen?

    Kann mir jemand helfen?

  7. 7. August 2013 at 11:22

    Ich weiss noch, dass ich damals auch dachte, es wäre keine SD-Card dabei. Aber die war sooo winzig, dass man die im Karton gar nicht sehen konnte. Die wurde quasi einfach lose dazu gelegt. Am besten, du guckst einfach noch mal genauer nach 😉
    Oder noch mal eine neue Navi kaufen, Karte kopieren und eine wieder verkaufen. Ups, darf man das überhaupt?

  8. Peter
    26. August 2013 at 13:52

    Bei den neueren Geräten (VX-35 easy) ist der Kartenspeicher intern fest, keine micro-SD Karte mehr beiliegend. Leider entfiel damit auch die Funktion MP3-Player.

  9. 26. August 2013 at 14:09

    Das kann ich mir gar nicht vorstellen, das wäre doch für alle, inkl. Pearl und Hersteller, zu aufwändig.
    Aber ich habe gerade mal bei Pearl nachgeschaut:
    „Speicherkarten-Slot für microSD bis 16 GB“
    Wird dort noch aufgelistet.
    Aber ich weiss, dass diese Karten seeehr klein sind, kann man leicht im Karton übersehen 😉

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