Ausgewulfft

Nun will ich auch mal meinen Senf als Bürger dieses Landes zum Thema Bundespräsident abgeben: Ich habe generell echt nichts dagegen, wenn Politiker je nach Position günstiger an Reisen, Urlaube, Güter heran kommen und von mir aus auch Finanzierungen (eine halbe Million für ein Wohnhaus könnte ich sowieso kaum zurückzahlen, egal wie gering die Zinsen sind). Solange sie ihre Funktion als gewählter Vertreter des Volkes erfüllen und wesentliche Entscheidungen im Sinne der Bürger treffen. Da aber der Herr Wulff nicht mit seinem Anruf bei dem Bild-Heini an sich, sondern mit dem scheinbar unbeherrschten Besprechen der Mailbox gezeigt hat, dass er nicht in der Lage ist, Vernunftgesteuert zu handeln und die etwaigen Folgen einer solchen „Tat“ abzuschätzen, ist er offensichtlich nicht (mehr) geeignet, in seiner Funktion als Bundespräsident die relevanten Aufgaben souverän zu erfüllen (Bundesgesetze ausfertigen!). Er wird so zum Spielball von Kanzler, Ministern und dem gesamten Bundestag.

Ja, sicherlich kann man den Medien vorwerfen, hier einen Kampf  nur der Schlagzeilen (und damit dem Umsatz) zu liebe auszutragen und sicher sind hier und da auch politische Interessen dahinter. Aber als zeitgemässer Politiker sollte man dieses Spiel auch spielen können oder sich gar nicht erst darauf einlassen. Und die Opposition findet ja traditionell immer alles doof, was die Regierenden machen. Nach aussen hin geht es allen darum, aufzuzeigen, dass dieser Mensch für diese Position nicht die geeignete Besetzung ist und/oder war.

Und es war ja wirklich saudumm, die Mailbox mit offenbar sehr emotionalem Inhalten vollzulabern und dieses so der „Nachwelt“ zu erhalten und überhaupt belegbar zu machen, und dann noch bei einem Journalisten, der sonst mühsam hinter solchen Knallern her recherchieren muss.

Vermutlich geht es dem Wulff jetzt nur noch darum, so lange wie möglich im Amt zu bleiben und möglichst nicht selbst zurückzutreten. Ohne weiter zu forschen geht es wahrscheinlich um Geld und Geldwerte Vorteile, welches der gute Herr in Anspruch nehmen kann, wenn er nur lange genug durchhält und irgendwelche Fristen/ Bedingungen erfüllt.

Der letzte ehrenwerte Akt wäre aber eigentlich, sich der Situation zu stellen und „in Anbetracht der gegebenen Umstände“ das Amt freiwillig aufzugeben. Sterben oder die deutsche Staatsgehörigkeit aufgeben ist ja nun wirklich keine erstrebenswerte Option, auch wenn das laut Wikipedia zwei legitime Möglichkeiten sind.

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