Warum Windows unschuldig war

Ich wollte ja noch erzählen, warum ich Windows überhaupt neu installiert habe. Die Story kann ich auch schnell runter tippen, aber mit dem Titel des Artikels hatte ich meine Probleme. Eigentlich müsste er lauten:

Wie es dazu kam, dass ich wieder feststellen musste, wie Scheisse Windows sein kann

Eines Abends hatte ich voll Bock auf eine Runde Trackmania. Die freie, kostenlose Version. Auch mit der kann man auf öffentlichen Servern bzw. Strecken mitfahren. Und wie ich so meine Runden drehe und immer besser werde und endlich mal eine Top-Zeit hingelegt habe, da…. *Plopp!*, beendet sich das Game wie von Geisterhand und ich sehe wieder den Desktop vor mir. Komisch, doof, ärgerlich. Aber weil das eigentlich sonst nie auftritt (Ja, Windows hat sich schon gemacht und läuft im Grunde stabil, wenn man nicht zu sehr dran rumbastelt) habe ich das einfach ignoriert und das Spiel neu gestartet. Lief auch eine ganze Weile, aber dann passierte es wieder. Und als dann Enemy Territory das gleiche Verhalten an den Tag legte, da wurde es ärgerlich. Immerhin kann es nicht an der Installation von Trackmania liegen. Ich überlegte, ob und was ich denn in letzter Zeit am System verändert hatte, weil er wirklich ewig lange fehlerfrei lief. Sogar mit recht langer Uptime von sicherlich 2 Wochen, weil ich den Rechner nicht runterfahre sondern ihn in den Ruhezustand gehen lasse. Nur die Windows-Updates sorgen immer wieder mal dafür, dass der PC neu gestartet werden muss. So ein Update hatte ich vor kurzem. Also Systemwiederherstellung auf den Punkt vor dem Update. Und gleich danach natürlich die automatischen Updates deaktiviert. Es änderte sich aber nichts am Verhalten des Rechners, es wurde sogar noch kurioser. Während ich diverse Einstellungen überprüfte und dabei ein Symbol mit rechts anklickte, um an die Eigenschaften zu kommen, da stürzte der Explorer ab. Den kann man ja neu starten, wenn er es nicht selber tut (Über einen der diversen Wege den Taskmanager starten, „Datei“ -> „neuer Task“ -> explorer.exe eingeben und öffnen). Die Selbsthilfeversuche von Windows brachten mich allesamt nicht weiter. Ich kam auf die Idee, die Windows-Reperaturfunktion zu nutzen. Ich wusste nur nicht, wie. Online kam ich nun auch nur noch sporadisch und irgendwann hatte ich aus Versehen den Treiber für den WLAN-Stick deinstalliert. Alles kacke.

Obwohl eigentlich nichts wichtiges auf der Platte war, hing ich an der Installation. Im Laufe der Zeit hatten sich einige kleine Tools, Dateien und sonstige Dinge angesammelt, die ich sicher nicht so schnell wiederfinden würde. Aber da sagte ich mir „was du nicht kennst, das brauchst du auch nicht mehr“ und beschloss, statt der Rumbastelei nun doch Windows neu zu installieren. Ich sicherte noch diverse Dinge aus den Trackmania-Verzeichnisssen (In der so genannten Bibliothek „Dokumente“ befindet sich ein TM-Ordner, wo z.B. selbst erstellte Challenges gespeichert werden) und den ET-Ordner (die zusätzlichen Maps und mein Profil), dazu ein paar Bilder und Screenshots. Alles andere war mir schnuppe.

Nächste Hürde: Wo ist denn meine Win7-Installations-DVD? Ich konnte die nicht finden. Ich hatte noch ein gesichertes ISO-File… ach ja, das war auf der neulich abgerauchten externen Festplatte. Am nächsten Tag konnte ich meinen Sohn überreden, noch mal in seinem Zimmer zu suchen, weil ich noch wusste, das auch er vor einiger Zeit das System komplett neu gemacht hat. Und erfreulicherweise hat er meine gewünschte DVD auch gefunden. In den PC gelegt und los gehts… „Boot from CD“ war auch voreingestellt und los ging der Installer. Dachte ich. Die DVD wurde erkannt, man hörte das rumschrubbeln, aber am Bildschirm tat sich nix. Ganz offensichtlich nicht lesbar. Am Laufwerk liegts nicht. Das weiss ich. Testweise in ein MacBook mit DVD-Brenner (Superdrive) geschoben: Auch nicht lesbar. Siehste. Glücklicherweise habe ich noch ein weiteren Rechner, dort konnte die DVD gelesen werden. ALSO: An diesem Rechner mit einer alten Version von DaemonTools ein ISO-Image erstellt, per USB-Stick auf das Macbook übertragen und dort wieder über das Festplattendienstprogramm das Image auf eine neue DVD gebrannt. Experimente ala „von USB booten“ wollte ich gar nicht erst anfangen. Gleich die klassische Methode. Abkürzen durch Umwege. Zum Glück bin ich Raucher.

In den PC gelegt und los gehts (hatten wir schon, ich weiss)… der Installer startete, lud ein paar Daten und zeigte mir etwas auf dem Bildschirm an: Er fand meine Festplatte und beherzt löschte ich die vorhandene Partition und erstellte eine neue. Wenn schon, denn schon. Nun war auf jeden Fall alles weg, selbst ein eventuell vorhandener Virus, der die Probleme hätte herbeiführen können (was ich nicht wirklich glaubte). Der Installer fing an, Dateien zu kopieren und der nächste Schritt war wohl, diese zu entpacken. Oder wars anders rum? Egal, dort ging es nicht weiter. Er hing laaange bei 0%, ging dann irgendwann weiter auf 43% und… hing. Ich hab einfach alles noch mal ausgemacht und von vorn angefangen. Leider keine grosse Änderung. Bis 43% ging er und das wars… mann mann mann. Dann dachte ich mir einfach so, weil ich nicht recht weiter wusste aber irgendwas machen wollte (jaha, ich bin ein alter, erfahrener PC-Experte): Vielleicht doch was an der Hardware? Oft ist es das Netzteil, wenn irgendwas nicht geht, aber grundsätzlich lief der Rechner ja. Ich baute kurzerhand die vier vorhandenen RAM-Module (4 x 1 GB) aus und baute zwei identische davon wieder ein. Das Folgende klingt kompliziert und langwierig, war aber nur ein Akt von wenigen Sekunden und soll deutlich machen, dass ich durchaus wusste, was ich tat: Beim Einbau achtete ich darauf, zum einen „von unten“ zu bestücken, also die Module, die logisch oben waren, nicht zu verwenden (ich wollte eben das erste und zweite Gigabyte wieder einbauen, nicht das dritte und vierte), zum anderen steckte ich in jede Speicherbank nur ein Modul, das bedeutet also praktisch: Erster Platz gesteckt, der da neben leer, der nächste wieder gesteckt. So nutzt man den dualen Modus und der Rechner kann den Speicher effektiver nutzen.

Von da an lief die Neuinstallation wie geschmiert durch. Schnell und fehlerfrei. Ich hatte wieder eine frische, jungfräuliche Windows-Installation, die stabil lief. Was im Umkehrschluss bedeutet: Hätte ich gleich als ersten Schritt mal testweise den Arbeitsspeicher zurück gebaut, hätte ich mir einiges erspart, inklusive dem am Anfang schon verlinkten Artikel über Windows und die Eigenarten… so hab ich wieder gut tausend Worte geschrieben und kann nur noch hoffen, das irgend ein Leser seinen Nutzen daraus ziehen kann.

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.