Seefahrtbuch: Joshua Slocum

Joschua Slocum hat sogar mehrere Bücher geschrieben, das eine wird aber wohl das bekannteste sein: Alone around the World – Allein um die Welt.

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Von 1895-1898(!) segelte Slocum nachgewiesenermassen als erster einhand (also allein) um die Welt und all das Erlebte schrieb er in diesem Buch nieder. Meine gebundene Ausgabe ist von 1977 und enthält „hintendran“ noch  Slocums niedergeschriebene Erlebnisse um „Die Reise der Liberdade„, welche aber ca. 10 Jahre vor der Weltumsegelung stattfanden. Slocums Schreibstil ist durchaus unterhaltsam und all zu sehr geht auch nicht auf seemännische Dinge ein. Ist man als Leser auch selbst Segler, dann ist man zwischendurch sogar fast enttäuscht, weil man interessante Details nicht erfährt. So erzählt er immer wieder, wie sein Boot, die Spray, so allerfeinst selbst den Kurs gehalten hat, währenddessen er selbst vielleicht auch mal eine Zeitlang schlief. Aber ausser, dass er das Steuerrad festgelascht hat wird man nicht viel weiter eingeweiht. Und anderem dieses wurde ihm von Zweiflern über seine allein vollzogene Reise auch vorgeworfen: „Kein Mann kann drei Jahre durchweg am Ruder stehen, zwischendurch noch essen, schlafen und sonstige menschliche oder seemännische Dinge tun“ (wobei er natürlich recht lange Landaufenthalte zwischendurch hatte).

Zum einen ist eine Einhandweltumsegelung heutzutage „kein Problem“ mehr, Slocum wurde quasi im nach hinein schon mehrfach bestätigt (auch mit bescheidensten Mitteln) und zum anderen gibt es mehrere Biographien über Slocum, die einem den Menschen näherbringen. Eine Biographie ist von seinem eigenen Sohn Victor, eine weitere von einem so genannten Walter(?) und die dritte kann man sogar noch neu erwerben:

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Geoffry Wolff: Slocum – Nur Reisen ist Leben. Auch dieses Buch habe ich und möchte es gern in einem Atemzug mit Joshua Slocums Taten erwähnen. Der Autor erzählt natürlich von Slocums Leben, erwähnt und zitiert aber auch die beiden anderen vorherigen Biographen. Dabei führt er noch weitere Quellen für Informationen an. Wie z.B. Zeitungsartikel, die er aus Archiven wühlte, auf die andere offenbar vorher noch keinen Zugriff hatten oder Briefe etc. von Personen, die Slocum begegnet sind. Und er zeichnet ein gutes Bild vom Protagonisten. Vielleicht kein schönes Bild, aber ein realistisches. Und wenn man all das so aufnimmt und überdenkt, dann weiss man auch, dass Slocum diese Reise auch wirklich gemacht hat.

Übrigens enthält Slocums Buch ein letztes Kapitel, „Die Spray – technisch gesehen„, welches zu Beginn diesen Satz enthält:

Ich hatte keinerlei Erfahrung mit Yachten und konnte also auch nicht wissen, ob die hübschen Fahrzeuge, die ich in unseren Häfen und in den Küstengewässern gesehen hatte, das gleiche oder sogar noch mehr als die Spray leisten konnten, zum Beispiel wenn es darum ging, mit belegter Pinne Kurs zu halten. Mir war klar, dass kein anderes Schiff auf diese Weise rund um die Welt gesegelt war. Aber ich will damit nicht sagen, dass es kein anderes tun konnte…

Eigentlich war er wohl ein eher mürrischer Seemann, der auch mal mit offener Hose rum lief, ohne dass es ihn störte. Jemand, den Erfahrung und Sturheit weiter brachten als Wissen und Willen… an Bord hat er wohl auch viel gelesen, während seine Spray ihn um die Weltmeere steuerte… ich finde das gut, auch wenn ich das vermutlich nie nachmachen werde. Joshua Slocum ist eigentlich allen grossen und/oder bekannten Seglern bekannt, Moitessier hat sogar sein letztes Boot nach ihm benannt. Ausser Rollo Gebhard, der kannte 1960 den Namen „Slocum“ noch nicht. Aber dazu kommen wir später 🙂

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