Blackout: Restgedanken

Beim Aufräumen meiner Festplatte fand ich noch unten stehenden Text, welchen ich mal irgendwann bei der Recherche zu den Blackout-Artikeln geschrieben habe. Wenn ich mich recht erinnere, habe ich das in keinem Artikel „verwertet“ (ich hab jetzt nicht alle Artikel noch mal durchgelesen, das könnt ihr tun…), drum möchte ich das hier noch präsentieren, damit es nicht ungelesen verschwindet. Im Groben ist es eine Reaktion von mir auf einige Beiträge in diversen Foren, die sich mit Survival, Überleben und „darauf vorbereiten“ beschäftigen. Die Quellen, auf die ich wohl eingehe, habe ich aber nicht mehr. Egal, ist auch so einigermassen lesenswert:

Da man weder weiss, ob wann noch was passiert gibt es auch keine Möglichkeit, einen detaillierten Plan aufzustellen. Dieses ist ein Fakt: Der letzte Mensch, der als Universalgenie galt, war Gottlieb Wilhelm Leibniz und der ist seit 300 Jahren tot. Alle Menschen danach sind mehr oder weniger Spezialisten, keiner kann oder weiss alles. Das Zauberwort lautet „Improvisation“. Idealerweise ist man also Spezialist im Improvisieren. Ich habe keine Ahnung, ob man derlei bis zur Perfektion üben kann. Vermutlich nicht, aber sicherlich kann man Erfahrungen sammeln. Erfahrung ist übrigens das Lernen aus Fehlern. Also hilft es wenig, wenn man sich ganz viel Wissen „anliest“ und davon ausgeht, dieses Wissen im Falle des Falles abrufen zu können. Wer das von sich glaubt, der soll mal bitte eine Anleitung zum Binden eines Knotens, den er noch nicht beherrscht, lesen und dann mit Händen hinter dem Rücken nachmachen. Für den Laien sollte ein Palstek reichen. Möchte man also „improvisieren“ beherrschen, sollte man alle möglichen (nachgelesene) Tipps, Tricks und Fähigkeiten auch mal ausprobieren. Man muss ja nicht gleich wie Nehberg ohne alles quer durch ganz Deutschland, einfach mal eine Wanderung mit bescheidenem Rucksack in eine Himmelsrichtung (in welcher ausser Gegend nicht viel los ist) für mehr als sechs Stunden reicht vermutlich… wenn man es dann unterwegs schafft, sich mit (den selbstgewählten) bescheidenen Mitteln einen Fichtennadeltee zuzubereiten, kann man sich vielleicht schon selbst auf die Schulter klopfen.
Aber natürlich hilft eine breite Allgemeinbildung ungemein, um in vielen (un)erdenklichen Situationen nicht unbedingt exakt richtig aber doch nicht gleich falsch zu handeln. Und in der Realität muss nicht jeder Gedankenblitz McGyver-mässig beim ersten Versuch funktionieren. Man könnte entweder den Versuchaufbau optimieren oder einen anderen Versuch (mit den Ergebnissen aus gescheiterten Versuchen im Hinterkopf) starten. Und ich rede hier von Dingen wie ein wärmendes Feuer oder Insekten essen, kein UKW-Notsender aus nem Kaktus und einer Münze…

Klassisch reduzierter Fall, den man oft in einschlägiger Literatur, in Videos oder auf Webseiten präsentiert kriegt: Man steht mit fast nix im Freien und will erstmal nur den nächsten Morgen erleben.
Wenn man mit den im Moment zur Verfügung stehenden Mitteln ein Feuer und ein Dach über den Kopf hin bekommt, dann muss man „nur“ weiter improvisieren und für Wasser und Nahrung sorgen. Der Rest besteht aus (über)leben und sich den ergebenden Situationen stellen.
Möchte man *von vornherein*, also im hier und jetzt, auf den „Worst case“ eingestellt sein, dann ist wohl das beste: Jetzt schon so leben, als wäre was auch immer bereits passiert.
Sobald man von Verzicht und Entbehrung spricht, hat man nicht annähernd den Status, den man möchte, sondern eine Phase, in der man hofft, das bald alles wieder so ist wie früher.
Selbstverständlich ist es sinnvoll, Vorräte anzulegen. Für welchen Zeitraum, das kann aber keiner sagen. Und jeder, der sich damit beschäftigt, weiss, das es hier natürliche Grenzen gibt. Und, ganz wichtig: Vorräte von was? Nahrung, klar. Kohlenhydrate, Vitamine, Proteine, nahezu Verzehrbereit eingelagert. Wasser, auch klar. Wasser ist aber eine Resource, die grundsätzlich immer vorhanden ist (wenn es nicht so wäre bräuchten wir nicht weiter nachzudenken. Und kommt mir nicht mit „aber in der Wüste…!“). Auf jeden Fall liegt hier die Kunst eher im Aufbereiten von Wasser, hauptsächlich für den Verzehr. Aber was ist mit Sachen wie Kleidung, Seife, Handtücher, Klopapier, Sehhilfen, Papier und Stift usw usf.? Kleidung kann ausserordentlich schnell verschleissen, Seife möchte ich persönlich nicht langfristig missen, Klopapier ist toll. Schuhe sind toll. Schon mal Schuhe selbst gemacht?

Möchte man nun „so gut es geht“ vorbereitet sein, hilft wohl nur eine Kombination aus drei Dingen:

  • Sinnvoller Vorrat an sinnvollen Dingen
  • Wissen über Dinge, die man alltäglich benötigt
  • Die Hoffnung, das was auch immer nicht ewig dauert

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