Pluräle

Die Bildungen von Mehrzahlen ist ja nicht immer ganz einfach.  Apfel wird Äpfel aber aus Balken werden keine Bälken. Es gibt aber Leute, die propagieren gern (aber erfolglos) die simple Regel „Mehrzahl-S dahinter und gut!“. Das mag auch auf den ersten Blicks vernünftig und wenig Fehleranfällig sein, wenn es nicht eh schon angewendet wird: Autos, Telefons, Staus, Stuhls. Aber etwas merkwürdig wird es dann doch bei Baums oder Flasches, von Haus‘ ganz zu schweigen. Und die Blumen werden ja so wie so überwiegend in der Mehrzahl verwendet, da würden Blumes doch sehr deplatziert und unverständlich wirken, Blumens wäre irgend wie doppelt falsch, aber immerhin verständlicher. Von den nur in der Mehrzahl existierenden Alpen ganz zu schweigen. Und Gebirge ist ja nicht mal die Mehrzahl des Berges sondern ein eigenes Wort für eine Ansammlung von mehr als einem Berg. Und selbst vom Gebirge kann es mehr als eines geben, also ist Gebirgs keineswegs einer der möglichen gültigen Plurals für einen Berg nach obiger Definition.

Nein, schöner finde ich die Bildung von kreativen und individuellen Versionen der Mehr-als-Einzahlen, je nach Fall und Schönheit des Wortes. Wenn es in der Ferienzeit zu den üblichen Staubildungen auf den Autobahnen kommt ist es bei den Verkehrsnachrichten doch bestimmt erfrischend, wenn dort Stäue erwähnt werden. Da würde man auch beim „nebenbeihinhören“ kurz aufhorchen und den Meldungen mehr Aufmerksamkeiten schenken. Und wie viel schöner sind doch Bäuchenäbel. Solche Konstrukte lassen sicher oft Missverständnisse vermeiden und wenn am Ende nur jemand einmal mehr zum Lächeln gebracht wurde dann hat sich das doch schon gelöhnt (im Sinne von „mehr als gelohnt“).

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