Pimp my Sturmlampe

Vor langer Zeit schrieb ich ja mal einen Artikel über Sturmlampen. Dort erwähnte ich auch die Favorit-Sturmlampe, die man bei Hornbach recht günstig kaufen kann. Und ich erwähnte den unpraktischen Mangel, dass diese Lampe keinen extra Einfüllstutzen hat. Kann ich sogar verstehen, denn das ist sicher ein sehr kostenintensiver Produktionspunkt und wenn man eng kalkulieren will oder muss, dann lässt man so was schon mal weg. Auf Anhieb wird es den unkundigen Blicken der Kaufwilligen auch gar nicht auffallen.

Mich hat es immer gestört und von der Verwendung dieser Lampe abgehalten. Denn gerade im Dunkeln ist ein sicheres Befüllen dieser Lampe so gut wie unmöglich (und wenn sie kurz vorher noch gebrannt hat, ist sie auch viel zu warm als das man mal eben am Brenner etc. rumfummeln kann). Also habe ich kurz über mögliche Lösungen nachgedacht und bin recht schnell auf eine simple Möglichkeit gekommen, einen aussenliegenden Schraubverschluss nachzurüsten:

favorit_sturmlampe

Selfmade Einfüllstutzen: Sieht doch gut aus

Dazu habe ich einfach ein 12mm-Loch an der Stelle des Öltanks gebohrt (4mm vorgebohrt), an der man den Einfüllstutzen erwarten würde. Das ist praktischerweise gleich oberhalb der „maximalen Einfüllhöhe“. So kann man die Lampe nicht zu voll machen. Vorsicht: Natürlich ist das Blech relativ dünn, geht also mit wenig Druck und viel Drehzahl da rein, sonst fransen die Kanten aus und ihr habt viel Mühe, das wieder zu glätten. Nicht wundern: Es befindet sich unterhalb des äusseren noch ein weiteres Blech, da müssen wir auch durch.

Wenn alles fein entgratet wurde (ggf. Schleifpapier oder eine feine kleine Feile), dann wird die Stelle sorgsam entfettet. Ich hatte gerade Bremsenreiniger zur Hand, es geht sicher auch was anderes. Nun habe ich Reparaturknetmasse (diese runden Stangen aus Epoxy) genommen, eine ca. 3mm dicke Scheibe abgeschnitten, geknetet und zu einer dünnen Wurst und dann zu einem Ring geformt, so dass dieser genau unter einer M12-Mutter passt. Dabei darauf achten, dass nichts nach innen quillt, eher den Aussenbereich verwenden, also ein grösserer Durchmesser. Wir wollen ja die Einfüllöffnung so gross wie möglich halten. Aus diesem Grund könnte man auch eine M14-Mutter samt Schraube verwenden, aber zum einen hatte ich M12 gerade da und zum anderen wird es dann auch wuchtig. In die M12-Mutter passt noch mein kleiner Trichter, freihand einfüllen ist schon ein Kunststück.

Jetzt kann man also die Mutter mit der Knetmasse schön mittig über die Bohrung setzen und sorgfältig anpressen. Epoxy braucht keinen Druck, um haltbar auszuhärten, aber natürlich sollte das flächig verteilt sein. Einfach, wenn alles genehm ist, hinstellen und warten. Wer will, kann noch den aussen sichtbaren Knetrand etwas glätten, ich hab mir das weitgehend gespart, nur etwas mit dem Finger rumgedrückt (wer das hübsch machen möchte, kann ja die ausgehärtete Epoxy-Knete noch mit dem Dremel bearbeiten oder sonst wie in Form bringen). Während das aushärtet kann man sich die passende Schraube nehmen und kürzen. 1,5 bis 2 Windungen müssen nur überbleiben. Wir wollen ja nicht ewig schrauben, um Öl nachfüllen zu können. Dann mit einer Feile das Gewinde säubern, so dass die Schraube gut gängig wird und das war es. Ich habe noch einen passenden O-Ring über die Schraube gestülpt, welcher als Dichtung dient, aber wenn die Lampe nicht wild rumbaumelt muss das wohl nicht zwingend.

Vielleicht liest sich das alles relativ aufwendig, aber das alles hat echt nur eine viertel Stunde gedauert, wenn man das Aushärten und vorher Teile zusammensuchen nicht mitzählt. Das ist wirklich einfach und schnell gemacht und ein normaler Durchschnittsbastler sollte sowieso all die Teile schon daheim irgendwo rumliegen haben 😉 Ausserdem zahlt man auf einem Flohmarkt für eine alte (schlecht behandelte) Feuerhand mittlerweile mindestens genauso viel Geld wie für eine neue Favorit. Wenn man diese Lampe also als Gebrauchsmittel und nicht als Sammlerstück sieht, dann rechnet sich der kleine Aufwand auf jeden Fall. Schon wegen dem unbezahlbaren Gefühl, mal wieder was gepimpt zu haben…

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