Bücher, die man gelesen haben sollte

Neulich, inspiriert durch den Film „The Equalizer“, suchte ich mal im Netz der Netze nach der Liste von Büchern, die man unbedingt gelesen haben sollte. So was gibt es natürlich, und nicht nur eine. Wenn man darüber nachdenkt, kann es auch gar nicht nur „die eine Liste“ geben, denn wer sollte das bestimmen können / dürfen? Es gibt z.B. eine, die ist sehr von Franzosen geprägt und das ist sicherlich nicht identisch mit dem, was wir in DE oder in anderen Ländern als Lesenswert erachten. Also nur Bücher betrachten, die in möglichst viele Sprachen übersetzt wurden? Nein, das ist doch auch unfair. Das sicherste Verfahren scheint mir, wenn einfach jeder, der liest und Interesse an einer solchen Top100-Bücher-Liste hat, seine eigenen Empfehlungen aufschreibt und irgendwann alle zusammengerechnet werden, um möglichst nahe dran an einer allgemeingültigen Liste zu kommen.

Ich fang mal an. Dabei schreibe ich die Bücher erstmal so auf, wie sie mir einfallen und wie sie mir im Bücherregal entgegen springen, ohne Sortierung und Wertigkeit. Ich bin mir nicht ganz im klaren, ob man die bekannten „Klassiker der Weltliteratur“ hier aufnehmen soll (sofern man sie gelesen hat und begeistert ist). Moby Dick kennt ja jeder irgendwie, gelesen habe ich es aber nie (Weissjacke von Melville schon…). Und überhaupt, was ist mit „der Graf von Monte Christo“, „Robinson Crusoe“, Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“.  Die Bibel. Muss man die gelesen haben? Und wenn, muss ich die auf meine Liste packen? Gehört sich das so? Ich denke: Nein. Die Zeiten ändern sich, es gibt sooo viele Bücher und nur weil vor Dekaden von Jahren jemand die immer geltenden Erkenntnisse und Geschichten der Menschheit niedergeschrieben hat, kann man die nachfolgenden Bücher ja trotzdem gut finden. Ja, stimmt schon, der alte Shakespeare trifft bzgl. zwischenmenschlicher Beziehungen immer noch den Punkt, aber das können andere auch, und das oft zeitgemässer und einfacher lesbar 🙂

  • Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
    OK, nicht ganz ohne Grund steht dieses Buch ganz oben. Nicht nur, weil ich immer noch das Gefühl habe, es erst vor kurzem gelesen zu haben. Lest es einfach und ihr wisst, was ich meine.
  • Der hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand
    Guckt nicht den Film, lest das Buch! Lest das Buch!
  • Stuka (Valentin Mikula)
    Kennt keiner. Zu unrecht. Laut Einband ein „Tatsachenbericht“, liest sich aber wie ein lebendiger Roman. Unglaublich nah.
  • Der Geist fiel nicht vom Himmel (Hoimar v. Ditfurth)
    Die Evolution unseres Bewusstseins. Wer sich das „antut“, der denkt danach anders über die Menschen und das Leben.
  • Das Buch der allerletzten Wahrheiten (Robert Rankin)
    „Eine köstliche Parodie“. Selbst Terry Pratchett soll es zum Lachen gebracht haben.
  • Roboter-Geschichten (Asimov)
    Der Bursche hat sooo viele Bücher geschrieben. Dieses hier fasst einiges zusammen. Immerhin wurden schon (mindestens) zwei der Geschichten verfilmt.
  • Britannica & Ich (A.J. Jacobs)
    Irgendwie bekloppt, aber lesenswert.
  • Harry Potter
    Ich will bzw. kann keine Empfehlung für eines der Bücher aussprechen. Tatsache: „Der Stein der Weisen“ ist fast noch ein Kinderbuch, aber mit jedem Teil wird die Geschichte erwachsener. Nicht umsonst ein Welterfolg, wirklich.
  • Träume (Harold Robbins)
    Sicher kein Autor, der in die Tiefe geht, aber jede Leseratte sollte mindestens eins von seinen Romanen gelesen haben. Ich empfehle „Träume“.
  • Der Schwarm
    Ja, Schätzing ist ein Schwafelsack und man kann die Geschichte ganz bestimmt auch kürzer schreiben, ohne das was fehlen würde. „Der Schwarm“ ist aber schon beeindruckend. „Limit“ habe ich nie zu ende gelesen.
  • Der Medicus (Noah Gordon)
    Wird wohl in keiner Liste fehlen. Ich kenne Leute, die eigentlich gar nicht lesen und gefesselt waren von diesem Buch.
  • Das Schlimmste kommt noch (Charles Bukowski)
    Mit diesem Burschen verhält es sich ähnlich wie mit Harold Robbins, aber irgendwie anders. Zieht euch eins der Bücher rein und ihr wisst, was ich meine.
  • Vagabund der Meere (Bernard Moitessier)
    OK, kein Buch für jedermann, und kein Roman. Eigentlich doch. Unbeschreibbar, aber absolut lesenswert. Die meisten von euch werden aber kaum in die Verlegenheit kommen, denn das Buch kann man nicht mehr neu kaufen und es ist echt selten (schön doof, da kann man als Verlag noch richtig Geld mit machen). Wer echtes Interesse hat: Ich habe es doppelt und würde eines zu einem guten Angebot abgeben…
  • Die Lichtung (Jean Hegland)
    Zwei Schwestern müssen allein überleben. Die eine macht Notizen und so wird die Geschichte erzählt. Seehr beindruckend.
  • Fatu Hiva (Thor Heyerdahl)
    Eigentlich will er zeigen, dass man „im Einklang mit der Natur“ leben kann. Heyerdahl hat die erstaunliche Eigenschaft, Dinge und Erkenntnisse so zu erklären dass man sagt: „Verdammt, er hat Recht“. Obwohl er 1937 dort war, sind seine Gedanken über z.B. Religion, oder seine Herleitung, warum es so was wie Ebola oder Aids gibt, absolut zeitlos korrekt.
  • Das Boot (Lothar-Günther Buchheim)
    Die Verfilmung war ja schon sehr gut, die Vorlage, wie so oft, unschlagbar. Beeindruckend, wie Buchheim alles, aber auch alles so bildhaft rüberbringt. „mehr als ein Roman“.
  • …(tbc)

Diese Auflistung wird definitiv fortgesetzt, schaut ab und zu mal wieder rein. Gern könnt ihr mir Anregungen etc. per Kommentar geben, bestimmt hab ich Bücher gelesen, die mir gerade nicht einfallen aber erwähnenswert sind. Man hat ja immer aktuelle Themenschwerpunkte im Leben (das geht doch allen so, nicht nur mir?), die andere Themen in den Hintergrund drücken. Bewusst halte ich mich deshalb z.B. mit den ganzen Büchern zur Seefahrt zurück 🙂

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