mehr Plastikverpackungen

Neuste Meldung: In Deutschland wurde wieder mehr Plastik hergestellt, statt weniger! Ist das nicht merkwürdig? Alle reden davon, überall ist es ein Thema, es gibt dramatische Bilder von Tieren, die auf Grund von Plastikteilen elend verendet sind usw. und dennoch wird immer mehr Plastik produziert? Und Menschen wie Esther Schweins hüpfen durch die Medien und fordern: Wir müssen was machen!

Falsch, liebe Esther: Wir können da kaum was machen.  Klar kann jeder von uns die in Folie eingeschweisste Gurke liegen lassen oder das Zeug noch an der Kasse abfummeln, aber ehrlich: Wer macht das denn? Wer lässt die Plastikverpackungen im Laden? Zumal man dann ja den losen eingekauften Kram hat, den man irgendwie nach Hause bekommen muss. Das fängt beim Brot an, geht über Wurst und Käse bis zu… ach, ihr kennt das ja alle. Ausserdem: Was nützt es? Das Plastik ist ja bereits produziert. Wo wir es wegschmeissen spielt keine Rolle. Wir setzen ein Zeichen, wenn wir den Müll in den Läden lassen? Welches Zeichen denn? Den Herstellern von den Folien etc. ist es offenbar herzlich egal. Die einzigen, die dann „was merken“ ist das Personal in den Läden, die nun mehr Arbeit haben, den Kram zu entsorgen. Vielleicht ist die Konsequenz dann, dass die Läden effektivere Müllpressen bekommen. Na toll.

Tatsache, liebe Mitmenschen, ist: Wenn die Bequemlichkeit endet, hört der Mensch auf, an Umwelt, Klima und Natur zu denken. Die Schwelle mag bei jedem auf einem anderen Level sitzen, aber es ist und bleibt so. Oder, wie Johannes König so drastisch und wahr beim Thema „mit dem SUV zum Bioladen“ sagt (von mir frei aus der Erinnerung zitiert): „…oder wenn ich einfach kein Bock habe“. Und alle lachen und klatschen.
Hier müsste das Umdenken stattfinden, aber: Glaubt ihr wirklich, das passiert in der nötigen Konsequenz? Was nützt es denn, wenn einer sein Leben auf Jute umstellt (was natürlich nie vollständig funktionieren wird), während andere nach wie vor „rumasen“ mit Plastik? Ob der Magen eines Wales mit 20 Kg oder 40 Kg Kunststoff gefüllt ist, spielt keine Rolle, wenn das Tier stirbt. Ob Seevögel von einem Quadratmeter Fischernetz oder von einer Sixpackfolie erdrosselt wird, spielt keine Rolle. Das ist wie beim CO2: Eine Senkung der Steigerung nützt nix.

Was muss geschehen? Nun, im Grunde ganz einfach: Wir, als Masse, als Volk, als Bürger, dürften den „Mist“ gar nicht erst kaufen können. Was nicht da ist, verursacht keine Folgen. Und hier nützt es nichts, an die Freiwilligkeit der Hersteller und Auftraggeber zu appellieren: Die handeln alle nur Umsatz- bzw. Gewinnorientiert. Die Mitarbeiter dort sind ein Teil vom „wir“, vom Volk. Und die freuen sich, wenn sie Geld verdienen. Klar.
Also müssen Gesetze her, und zwar recht drastisch: Gurke einpacken verboten! Und zwar auch nicht vom Grosshändler zum Einzelhandel auf riesigen Paletten in breite, mehrlagige Folienstreifen eingehüllt. Neulich hatte ich einen Sossenbinder in der Hand, der war dreifach verpackt: Aussen so eine beschichtete Papier(?)Umverpackung, drinnen ein kleiner Karton und darin ein Mehrschichtkunststoff-Tütchen. Mindestens eine Schicht kann man hier weglassen! Zumal ja dieses Päckchen mit anderen in einem Papptablett liegt und diese wieder zu Einheiten verpackt in den Laden kommt. Generell sollte ein Verpackungsgesetz z.B. so lauten:

  • So wenig wie Plastik wie möglich, auch ggf. zu Lasten der Hygiene (ehrlich!)
  • So wenig Verpackungsschichten wie möglich, unabhängig ob Plastik, Pappe, Holz etc.
  • Wenn es eine umweltfreundliche Alternative zu Plastik gibt, so ist diese zwingend zu verwenden
  • neue, umweltschonende Verpackungen erfinden (Zahnpasta im Glas usw.)

Wie bitte? Da werden nun die Firmen, die diese Umverpackungen herstellen, Arbeitsplätze abbauen müssen, weil ja so viel weniger Plastik in Umlauf gebracht wird? Nein, liebe Firmen: Denkt um, macht die entsprechende Erfindung und sichert eure Existenz: Nach wie vor werden ja Güter verkauft und benutzt, wir wollen eben nur nicht, dass das alles in dieses Scheissplastik eingepackt ist! Kaufen werden wir schon alles, was uns da vorgesetzt ist, da mache ich mir keine Sorgen.

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eMails im Browser lesen

Vermutlich ist die Nutzung von Webmail bei den meisten Leuten gar kein Thema mehr, weil einfach immer das Smartphone genutzt wird. Es gibt aber diverse Gründe, Mails an einem „richtigen Computer“ zu bearbeiten. Meine Hauptgründe, eMails nicht am Handy zu checken: Ich habe eine viel bessere Übersicht (ich arbeite gern mit Ordnern und Filtern, so werden Mails schön vorsortiert), man kann längere Mails viel besser an einem großen Monitor lesen und vor allem viel besser beantworten/ schreiben. Zumindest für mich als Zehn-Finger-Schreiber (hatte ich darüber nicht mal einen Beitrag geschrieben? Finde den gerade gar nicht…). Dieses Am-Handy-mit-Daumen-getippe ist nichts (mehr) für mich.

Des Weiteren gibt es noch einen Grund für Webmail: Ich bin T-Online-Nutzer. Und Menschen, die eine T-Online-Mail-Adresse nutzen, sind per se Gewohnheitsmenschen, mögen keine Veränderungen und alles soll sein wie immer. Ich möchte wetten, es gibt immer noch welche, die versuchen, jeden Tag ihre T-Online-Software starten, um die Mails zu checken (und Computer-Bild weiss auch noch nicht, dass das Banking, Mail, InfoCockpit, Fotoservice nicht mehr existiert). Wir, als eingeschworene Gemeinschaft, nutzen gern das E-Mail-Center, früher gern und schnell erreichbar unter http://email.t-online.de

Aber dann kam vor einigen Jahren Ströer, kaufte der Telekom das T-Online-Portal ab (seinerzeit 30 Millarden Page-Impressions!) und machte dabei tolle Verträge. Was auch immer genau da drin steht: Offenbar darf es keinen Direkt-Link zum eMail-Center mehr geben. Man soll/muss immer die Startseite aufrufen und von dort kann/darf man sich dann ins eMail-Center einloggen. Zu umständlich. Schnell gab es Tricks, Kniffe und Tiny-URLs von Nutzern, um den Weg dahin abzukürzen. Ich selbst hatte mir auf einer knackigen, vorhandenen Domain eine Subdomain eingerichtet, diese verwies auf eine index.html und dort wiederum war ein direkter Link zum Login. Ging lange Zeit sehr gut, seit gestern aber nicht mehr. Egal, was man versuchte, man landete immer auf der T-Online-Startseite. Ich stöbere dort auch gerne mal, und nach dem Ausloggen, wo man natürlich ebenfalls dort landete, habe ich das ein oder andere angeklickt und gelesen, mich informiert und unterhalten.

ABER: Ich mag es nicht, dazu gezwungen zu werden! So eine Bevormundung gehört sich nicht. Und wenn ich zu meinen E-Mails will, dann will ich genau das und erstmal nix anderes.

Also, faxen dicke: Ich habe kurzentschlossen eine Weiterleitung auf der t-online-Mail-Adresse eingerichtet, zu einem Postfach meiner Homepage (eine HP habe ich ja, wie ihr wisst 🙂 ). Dort gibt es nämlich noch ein echtes Webmail (basierend auf Roundcube) mit Imap-Zugriff und so ganz ohne Werbebanner etc. Fast schon zu schlicht 🙂
Ich nutze das nun erst sein einem Tag und natürlich ist die Bedienung etwas anders, aber: nicht schlechter. Ich finde es gut, freue mich richtig darüber! Auch wenn Ströer sicherlich nicht bemerkt, dass da nun ein paar Klicks auf der Startseite fehlen.

Zuhause nutze ich am Mac noch das übliche Mail-Programm, aber eigentlich… nee, ich lass das erstmal so. Lieber nichts verändern, bin doch ein Gewohnheitstier.

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Oldenburger Tycoon

Es soll ja nun eine Neuauflage vom „Oldenburger Monopoly“ geben, welches wohl mal 2007 erschienen ist. Als ich das erfuhr, da fiel mir ein: Sowas gab es doch schon mal, nur anders…. Tycoon! Vor sehr vielen Jahren gab es eine Art Brettspiel mit Spielgeld, Ereigniskarten und Spielfeldern, auf denen Oldenburger Firmen vertreten waren. Und weil ich aus einer glücklichen Fügung heraus noch eine relativ gut erhaltene Ausgabe dieses Spiel habe, will ich euch das mal kurz vorstellen.

In der flachen, quadratischen Verpackung von ungefähr 30 x 30cm und 2cm Höhe ist alles untergebracht:

Geld, Karten, Würfel…

Ein paar Ereigniskarten habe ich mit abgebildet, es sind die typischen Aufgaben etc. Im Deckel ist die übersichtliche Spielanleitung abgedruckt:

So wird man Tycoon….

Das Spielprinzip ist folgendes: Wenn man mit seiner Spielfigur durchs Würfeln auf eine Firma kam, dann konnte man sie kaufen, wenn sie noch keiner hatte. Ansonsten musste man „Umsatz“ zahlen. Diverse Firmen waren in Farben gruppiert. Hatte man beispielsweise alle Blauen, dann erhöhte sich der Umsatz entsprechend der Schwesterfirmen. Vielleicht kann man die Anleitung ja auf dem Bild noch entziffern. Wenn man es anklickt sollte eine grössere Version kommen.
Ein Bild habe ich noch, das gesamte Spielfeld:

Einige der Firmen gibt es gar nicht mehr in Oldenburg… so z.B. Juwelier Sündermann. Meine Tycoon-Ausgabe ist genau von denen, weil meine Mutter dort früher lange Jahre arbeitete.

So, weiter wollte ich da auch nicht drauf rumkauen. Vermutlich hätte ein ewig langer Bericht über jedes Detail eh die meisten gelangweilt. Immerhin kam das Spiel 1986 raus, da werden sich viele gar nicht mehr dran erinnern, falls sie je überhaupt von dem Spiel gewusst haben 😉

Falls jemand doch das ein oder andere Detail wissen will: Einfach per Kommentar nachfragen…

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China in your Hand

Gestern lief ja die 80er-Jahre-Show vom Gottschalk im TV und ich schaue mir gerade eine Aufzeichnung davon an. Und als da „China in your Hand“ von T´Pau gespielt wurde, da kriegte ich auf einmal das Bedürfnis, euch folgendes mitzuteilen: Mit „China“ ist (in diesem Fall) zartes, feines Porzellan-Geschirr gemeint, wie es eben in China Tradition war und ist. Es geht nicht um das Land China, das irgend jemand festhält oder so 😉
Der Text erzählt, dass die eigenen Träume was kostbares, zerbrechliches sind und man vorsichtig damit sein sollte…  sie könnten wahr werden.

It was a theme she had
On a scheme he had
Told in a foreign land
To take life on earth
To the second birth
And the man was in command
It was a flight on the wings
Of a young girl’s dreams
That flew too far away

Don’t push too far your dreams are
china in your hand
Don’t wish too hard because they may come true
And you can’t help them
You don’t know what you might have set upon yourself
china in your hand

Come from greed
Never born of the seed
Took a life from a barren hand
Oh eyes wide
Like a child in the form of man
A prophecy for a fantasy
The curse of a vivid mind

Don’t push too far your dreams are
china in your hand
Don’t wish too hard because they may come true
And you can’t help them
You don’t know what you might have set upon yourself
china in your hand
Whoa your hand
Your hand

Don’t push too far your dreams are
china in your hand
Don’t wish too hard because they may come true
And you can’t help them
You don’t know what you might have set upon yourself
But you shouldn’t push too hard no no

Don’t push too far your dreams are
china in your hand
Don’t wish too hard because they may come true
and you can’t help them
You don’t know what you might have set upon yourself
Because they’re only dreams
And you shouldn’t push too hard no no

Aber vermutlich wusstet ihr alle das schon längst.

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Klima und das böse CO2

Ich unterhielt mich mit ein paar Leuten über die Welt, Politik, Klima und wie das alles so zusammen hängt. Dabei stellte sich heraus, das eigentlich alle etwas verwirrt sind, weil so viele Sachen durcheinander geschmissen werden oder einfach hingenommen oder alles gleichzeitig. Da habe ich versucht, mich sachlich und neutral zu informieren und das alles mal zu verstehen. Tue ich jetzt. Und lieber wäre mir, ich würde das alles gar nicht in meinem Kopf haben.

Der Trend ist: Politik und Medien verteufeln das Kohlendioxid und es muss alles getan werden, um dem Herr zu werden. Nun fragt sich vielleicht der Laie: Aber warum? Tja, Tatsache ist, dass das CO2 nicht selbst die Erde wärmer macht, sondern in der Atmosphäre wirkt das CO2 wie eine Folie über einem Gewächshaus: Die abgestrahlte Wärme von der Erde wird nicht hinausgelassen und so wird es unten immer wärmer. Und seit der Industrialisierung durch den Menschen ist die Menge des CO2 in den oberen Schichten schon von ca. 280 Teilchen auf über 400 gestiegen. Nun will die Politik durch diverse Maßnahmen (man soll beispielsweise für CO2 bezahlen?!? Hülft bestümmt) nicht etwa dafür sorgen, dass es wieder weniger CO2 wird, sondern der Anstieg soll geringer werden. Hä? Wem soll das denn helfen?

Stellt euch mal vor, ihr seid das Klima. Und ihr habt einen Rucksack, in dem 28 Kg Steine gepackt sind. Ganz schön schwer, oder? Nun kommen nach und nach mehr Steine in diesen Rucksack, es sind jetzt 42 Kg, und ihr fangt an zu schwitzen. Kann man ja verstehen. Da kommt die geniale Idee: Damit ihr nicht mehr schwitzt, packt man euch zwar immer noch weitere Steine in den Rucksack, aber nicht mehr so viele! Ist das nicht prima? Da kann du als Klima doch fröhlich pfeifend weiter traben und wirst bestimmt nicht mehr so doll schwitzen… Wahnsinnsidee. Dafür kann man sich doch erwärmen…

Wo kommt denn diese Wärme überhaupt her, könnte man sich fragen. Es ist natürlich zum einen die Sonne, die scheint und Wärme liefert. Mit diesen Sonnenstrahlen kann der Mensch auch Strom erzeugen und mit diesem Strom kann man Sachen machen, die Menschen so machen. Und diese Sachen erzeugen auch wieder Wärme, das ist physikalisch unabdingbar. Nehmen wir mal sowas banales wie Auto fahren, und dabei möchte ich auf die Abgase gar nicht eingehen. Der Motor erzeugt neben Vortrieb auch Wärme, die an die Umgebung abgegeben wird, selbst ein Elektromotor. Und aber die Reifen, die erzeugen auch Wärme. Durch die Reibung auf dem Untergrund erwärmen sie sich und diese Wärme wird auch wieder an die Luft abgegeben. Das ist ja nun nicht viel, werden die meisten sagen und haben auch recht, aber sag ich dann: Es sind schon sehr viele Autos, LKW, Mopeds etc. auf den Strassen der Welt unterwegs! Sauviele, scheissenviele sogar. Und ohne irgendwelche Werte und Zahlen in Formeln zu quetschen, kann man sich doch ausmalen, dass Abermillionen von Reifen selbst bei dem Bruchteil eines Grad Celsius Temperaturerhöhung in Summe, über Jahrzehnte, Tag für Tag und überall, die Erwärmung der Erde um vielleicht 0,1 Grad vorantreiben? Immerhin reden wir bei der Erderwärmung eben um diese zehntel Grad, denn wenn man statt 2,0 lieber nur 1,5 hätte, sind 0,1 verdammt viel (auch 0,05). Und ich fabuliere hier nur über Reifen, die über Strassen rollen. Es gibt aber auch Züge auf Schienen, Schiffsmaschinen, die mit Seewasser gekühlt werden, und jenseits des Verkehrs noch viel mehr Gelegenheiten, wo der industrielle Mensch (Ab)Wärme erzeugt. Ich will gar nicht die Produktion von Rohstoffen auflisten (wie viel Energie braucht man für Aluminium, Stahl, Papier, Kunststoff, Silizium oder ganze Smartphones…). Ich selbst als Schlossermeister bohre, schleife, schweisse. Und es gibt sooo viele weitere Werkstätten auf der ganzen Welt und sooo viele andere Gewerke und und und.

Und wir Menschen mittendrin leben damit und davon. Ich hatte es schon mal erwähnt: Wir heizen unsere Wohnung und stellen einen Kühlschrank mitten rein. Da ist es schon harmlos, dass wir unsere Handys laden müssen, damit wir nach Energiesparmaßnahmen oder Gretas neueste Forderungen googeln können. Und dabei habe ich selbst mich höchstpersönlich Umwelttechnisch schon stark verbessert: Früher hatte ich einen einfachen Arbeitsweg von 27km, heute sind es nur noch 18. Da jubelt das Klima, weil mein Auto weniger Motor- und Reifenabwärme produzieren muss, wobei ein richtig Grüner natürlich fordern wird, dass ich das Stückchen wohl bitte mit dem Rad erledigen könnte (wenn ich schon nicht laufen will). Wo die Bequemlichkeit endet, endet der Einsatz des Menschen für seine Umwelt.

Über die Rodungen im Regenwald will ich schon gar kein Wort mehr verlieren, ich kann es ja eh nicht beeinflussen und finde es schon wegen dieser zerstörten Urnatur schrecklich. Es ist nur so verdammt schade um den Wald, weil Bäume eben genau die perfekte Lösung sind, um CO2 nicht nur aus der Atmosphäre zu holen sondern auch langfristig zu binden. Wenn es erstmal im Holz ist, bleibt es da auch, selbst wenn man aus dem Baum ein Haus, eine Halle oder ein Schiff baut. Torf macht das übrigens auch, wenn auch passiv, weil Torf ja nicht wächst sondern „entsteht“. Und ich wohne in einer Gegend, wo durchaus noch fleissig Torf abgebaut wird. Damit darf jeder Hobbygärtner, der sich nen Sack Blumenerde kauft, dann auch mal gepflegt die Fresse halten, selbst wenn er einen Baum pflanzen will (das dauert nämlich echt irre lange, bis dieser Baum uns helfen kann). Wer dazu mehr wissen will: Es gibt einen Podcast namens „Waldwunschdenken“ vom Deutschlandfunk.

Wenn man das alles so liest und überdenkt; man könnte trübsinnig werden. Und deswegen freuen sich so viele, wenn nun die Jugend merkt, dass ihre Zukunft im Arsch ist, wenn wir(?) so weiter machen und deswegen auf die Strasse geht. Aber, liebe Greta, mache es dir nicht so einfach: Nicht fordern, sondern fragen, was man selbst tun kann, damit es dann alle machen!

Auch wenn ich der Meinung bin, dass es eh zu spät ist. Denn z.B. der Plastikmüll wird dadurch nicht weniger und das ist nur ein weiteres selbstgemachtes Problem der Menschheit und irgendwie hängt das so alles zusammen, das man mit der Lösung des einen Problems im dümmsten Fall (und das können wir Menschen gut) das andere noch verstärkt. Vielleicht hatte Thanos doch recht mit seiner Idee…

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Sprichwörter

Neulich in einer Kneipe hörte ich den Menschen hinter der Theke erstaunt eine Aussage eines Gastes wiederholen: „Was? In der Kürze liegt die Kraft?“. Meine spontane Reaktion war: Tja, da beisst die Maus kein Trichter ab.

Sprichwörter zu verdrehen ist ja nichts neues, weder unbewusst noch mit Absicht. Aber es ist doch schön, wenn sich auch mal neue Sprichwörter etablieren und man dabei sein kann, wenn sie entstehen. Ich wollte das nur mal kurz niederschreiben, weil ich immer noch lächeln muss, wenn ich an den Moment in der Kneipe denke.

Neulich fiel mir gar was völlig neues ein: Senf in Tuben braucht man nicht schütteln. Ich weiss nur nicht, wann man das mal anwenden soll…

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Almayers Wahn

Ich lese ja recht viele Bücher aber sehr wenig Romane. Schon ziemlich häufig wurde ich in dem ein oder anderem Buch auf Joseph Conrad hingewiesen, meist von Seglern, die beschrieben, was sie unterwegs so gelesen haben. Wenn Conrad erwähnt wurde, bezog man sich meist auf „Lord Jim“, welches wohl ganz toll sein soll und ich dachte mir: „Irgendwann werde ich auf einem Flohmarkt schon darüber stolpern, wenn es denn so gut ist“.

Es gibt zwar sehr viele Bücher auf den vielen Flohmärkten, aber die richtige Perle zu finden ist dabei nicht immer einfach. Zu viele Konsaliks, Fitzecks, Danellas, Clancys nebst etlichen Koch- und Kinderbüchern überdecken die wenigen kostbaren Schätze. Also ist mir bisher kein Buch von Joseph Conrad aufm Flohmarkt über den Weg gelaufen. Aber wo anders: Wir waren in Oldenburg am Stadthafen spazieren und ich musste auf Toilette. Glücklicherweise sind dort um die Ecke gleich die Waschräume für die Bootslieger und Gäste und so ging ich hinein. Dort im Eingang statt überraschend und recht sperrig ein Regal, eines von diesen wackeligen grau lackierten Blechdingern. Das Regal war so gut wie leer, nur auf einer Ebene drückten sich so zehn, elf Bücher an die Wand, um nicht runterzufallen. Eines davon konnte ich nicht entziffern, weil der Buchrücken dieses gebundenen Exemplares schon sehr lädiert war und so nahm ich es in die Hand, um genauer zu schauen.

Es war „Almayers Wahn“ von Joseph Conrad. Hatte ich noch nie nicht von gehört. Aber der Autor passte und so nahm ich die Gelegenheit wahr und steckte es ein. Was mich nämlich besonders beeindruckt hatte, war dieser handschriftliche Eintrag auf den ersten Seiten:

Das war doch mal eine interessante Information! Und dann in nur drei Tagen durchgelesen; meine Herren – Nicht schlecht! Es ist zwar kein besonders dickes Buch, aber 238 Seiten muss man schon hinter sich bringen.
Ich selbst konnte nicht sofort beginnen, das Buch zu lesen, denn ich hatte noch einiges in meiner „Lese-Pipeline“. Irgendwann war es mal an der Reihe und ich fing an. Und unabhängig von der Story: Der Conrad hatte ein Talent zum Schreiben! Einerseits so klar beschrieben und andererseits erfährt man immer gerade nur so viel, dass man unbedingt weiterlesen will. Und diese bildhafte Sprache, diese Wortgewaltigkeit! Spontan rausgesucht: „Der Rauch der Salutschüsse stieg in weißen Wolken am grünen Hintergrund der Wälder auf, und Almayer musste unwillkürlich den rasch verschwindenden Dampf mit seinen eigenen schnell dahinschwindenden Hoffnungen vergleichen“. Ich finde das beeindruckend, wobei die Story um den Almayer in Borneo nicht mehr ganz zeitgemäß ist. Lesbar und interessant, gar lehrreich ist es aber noch immer allemal. So werde ich nun meine Bemühungen verstärken, auch mal den so oft erwähnten Lord Jim vor die Augen zu bekommen.

Unabhängig davon habe ich den oben erwähnten Eintrag dahingehend als Anregung genutzt, das ich auch einen darunter schrieb:

Noch habe ich das Buch hier (weil ich mir die ganze Zeit vorgenommen hatte, darüber zu schreiben und bisher nicht dazu kam), werde es aber irgendwo an einem geeigneten Ort ablegen, damit andere sich dran erfreuen können. Vermutlich wird das irgend ein Hafen bei uns im Revier sein, denn fast überall in den Häfen ist eine Büchertausch-Ecke eingerichtet. Schlecht fürs Geschäft aber gut für den Gemeinsinn. Sonst wäre ich ja auch nie über diesen Conrad und der Lese-Notiz gestolpert und das wäre doch schade drum gewesen (nein, wäre es nicht, weil ja keiner wüsste, was man verpasst hätte, aber das ist ein anderes Thema).

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Gute Nachrichten

Wenn man regelmässig die Nachrichten hört, dann kann man schon schlechte Laune bekommen. Tod und Elend, Hass und Rache, schlimme Unfälle und Katastrophen. Aber könnte man diese Nachrichten nicht positiver formulieren?
Mal ein Beispiel: Amoklauf in Icks mit 21 Toten.
Die gute Nachricht: Der Amokläufer wurde gefasst, er kann keinen weiteren Schaden anrichten!
Aber aus welcher Sicht sind das gute Nachrichten? Aus Sicht der Allgemeinheit, der Gesellschaft, des Durchschnittsmenschen? Der, ähm, internationale Verband der Amokläufer würde vielleicht berichten: „über 20 Tote, bevor unser geschätztes Mitglied aufgehalten werden konnte!“ Der Waffenhersteller könnte berichten: „So viele Treffer mit dieser kleinen, handlichen Waffe und nur zwei Magazine benötigt!“
Das sind doch gute Nachrichten! Sind es?

Fieser Gedanke von mir? Ich schaue halt über den Tellerrand, betrachte alle Seiten und gehe nicht davon aus, dass allein meine moralischen und rechtlichen Vorstellungen die einzig Wahren und Richtigen seien. Viele Menschen verstehen das nicht und müssen irgendwie zwingend polarisieren, ihre eigene „Meinung“ vertreten. Selbst wenn man sich zur Not Argumente ausdenken (also lügen) muss. Hauptsache, der Gegenüber hat nicht recht. Ich erlebe oft, dass ich nicht mal ausreden kann und mir dann irgend eine abgedroschen Phrase oder unvollständige Stammtischweisheit anhören muss.

„Der internationale Verband der Amokläufer fordert mehr Rechte, vielleicht eine Quotenregelung etc. und kündigt Gesprächswillen (ggf. mit Waffengewalt erzwungen) an.“
„Die Waffenhersteller verlangen von jedem solchen Tatort stets eine genaue Analyse der Treffer, ballistischen Flugbahnen und Munitionsverbrauch, um diese Daten u.a. Bei Verhandlungen mit dem Militärs über neue Waffeneinkäufe nutzen zu können.“

Aber wie schnell wären Talkshows vorbei, wenn die unterschiedlichen Fronten auf einander treffen und plötzlich der eine sagt: „Also, das Argument hat mich überzeugt, ich bin nun deiner Meinung und alles, was ich bisher annahm, war falsch. Lass uns ein Bier trinken gehen, wir sind hier fertig!“

Fazit? Nachrichten sind nicht das, was so passiert sondern das, was berichtet wird. Das ist vermutlich nicht jedem klar. Doch ich freue mich immer, wenn ich Menschen begegne, die mit weniger Scheuklappen als üblich durchs Leben gehen (auch wenn das Leben dadurch manchmal unbequemer wird).

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