Almayers Wahn

Ich lese ja recht viele Bücher, aber sehr wenig Romane. Und schon ziemlich häufig wurde ich in dem ein oder anderem Buch auf Joseph Conrad hingewiesen, meist von Seglern, die beschrieben, was sie unterwegs so gelesen haben. Wenn Conrad erwähnt wurde, bezog man sich meist auf „Lord Jim“, welches wohl ganz toll sein soll und ich dachte mir: „Irgendwann werde ich auf einem Flohmarkt schon darüber stolpern, wenn es denn so gut ist“.

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Buch: Serverland

Was für eine tolle Ausgangsidee: In gar nicht all zu ferner Zukunft ist das Internet abgeschaltet, die Menschen leben wieder „ohne“. Es gibt ein paar Menschen, die sammeln alte Computer und es gibt junge Menschen, die wollen wissen, was dieses Internet denn nun genau war usw.

Und was wird daraus gemacht? Nichts! Die Autorin machte sich nicht mal die Mühe, technisch korrekte Details zu recherchieren und liess den/die Protagonisten belanglose Dinge machen, die man nicht immer verstand, weil nicht erwähnt wurde, was die sich dabei dachten. Oder die Gedanken wurden so schwurbelig wiedergegeben, dass man sich keinen Reim drauf machen konnte. Dafür konnten alle mühelos ein oder sogar zwei Autobatterien durch die Gegend tragen.

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Herbstblondes Winterschnäppchen

Gestern, Sonntag, den 15.01.2017, war Flohmarkt in Wechloy. Draussen! Das ist nicht ganz so schlimm, wie es sich für diese Jahreszeit anhört, denn dort auf dem Grosshandelsgelände gibt es eine grosse Überdachung, und da unter passen bequem etliche Stände hin.
Und weil meine Frau beim Fotokurs war und das Wetter zwar kalt aber windstill und wirklich sonnig, bin ich da kurzerhand mit dem Fahrrad (jaja, eBike, man will nichts anderes mehr) hingedüst. Ich mag Flohmärkte und in Verbindung mit frischer Luft und dem Gefühl, sich durch das Fahrradfahren auch noch körperlich betätigt zu haben ist das sogar noch schöner. Ausserdem kommt man per Rad nicht in die Versuchung, sich irgendein übergrosses vermeindliches Schnäppchen anzulachen. Nein, ich schau immer nach Büchern. Zwar habe ich im Hinterkopf immer ein paar besondere, die ich noch gern hätte, aber nur selten finde ich dann auch ein solches.
Ich bin dann in Ruhe an der doch überschaubaren Anzahl an Ständen vorbei gebummelt und konnte eigentlich nun wieder nach hause fahren.
Aber: Ich musste doch irgendwas kaufen, sonst war doch der ganze Weg dahin, die ganze Aktion umsonst? Also bin ich noch mal um die Runde und habe diesesmal in Ecken gelinst, die ich vorher kaum beachtet hatte.
An einem Stand war neben dem Tisch mit allerlei üblichen Krams unten auf dem Boden eine lieblose Plastikkiste mit Büchern drin. Nach erstem Augenschein hauptsächlich Kochbücher in der Richtung „Eine Brühe – 50 Suppen“. Wie ich da so rumstand und überlegte, ob ich da mal durchgucke, sagte der Flohmarktheini „Alle Bücher da drin nur 50 Cent!“. OK, das war es wert, sich mal zu bücken. Und wer grinst mich da zwischen den Rezeptsammlungen an? Unser Sonnyboy Thomas Gottschalk mit seiner Autobiographie! Moment, das war doch noch gar nicht so alt? Ein paar Seiten vorgeblättert: 2015, und sogar Hardcover.

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