Sensation: Die Wahrheit über den Santa-Schlitten!

Rechtzeitig vor Weihnachten: Nach dem vor einigen Jahren die Geschichte der Weihnacht nüchtern und Faktenreduziert erzählt wurde, hat Lerigau nun wieder knallhart recherchiert und präsentiert die schonungslose Wahrheit, damit es ein Ende hat mit dem verzehrten Bild des (natürlich ausgedachten) Märchens um die niedlichen Rentiere vor dem Schlitten des Weihnachtsmannes.

Was wirklich geschah:
Am Nordpol wohnt ja nicht nur Super-, sondern dort ist auch die Zentrale vom Weihnachtsmann. So weit nichts neues. Damals, als der Weihnachtsmann seinen Job anfing, da ging alles noch viel gemächlicher als heute zu. Es gab weniger Menschenkinder auf der Welt, es gab noch lange keine Flugzeuge und Autobahnen und Hochhäuser und Santas Schlitten wurde von Eisbären gezogen.

Eisbären? Werdet ihr fragen? Jaha, da war noch nix mit Dasher und Vixen! Diese jene Schlittenziehenden Eisbären hatten im Gegensatz zu den späteren Schlittenzugtieren auch keine Namen. Für Santa war einer wie der andere und Hauptsache, sie machten ihren Job. Und weil Eisbären ja nun echt mal behäbige Tiere sind, streute Santa denen ein Pulver übers Fell, welches die Bären etwas leichter machte, so dass diese den Schlitten schneller ziehen konnten (später mehr dazu). Rentiere gab es damals auch schon. Nicht freilebend am Nordpol, nein, sondern eingepfercht in ein Gehege, denn sie wurden als Eisbärenfutter benötigt. So ein weißer Polarhalbtonner lebt nicht von Luft und Liebe allein! Das war für den Weihnachtsmann bzw. seine Stallburschen (allesamt Zwerge oder Gnome oder wie die heissen, so kleine Typen halt) sehr praktisch: Denn die Rentiere vermehrten sich natürlich auch und so musste man nur immer für ausreichend Heu sorgen und hatte damit automagisch genug Futter für die Eisbären. Und eigentlich waren das am Nordpol eher Karibus, aber kein Mensch kannte den Unterschied oder interessierte sich dafür (wusste ja auch damals und bisher keiner, dass die Viecher am Nordpol als Lebendfutter gehalten wurden). Den Bären war das allemal recht, denn sie sind Allesfresser.

Eines Tages aber war einer der Stallburschen etwas schlampig, weil er Tags zuvor zu tief ins Punschglas schaute und verschloss das Tor zum Rentiergehege nicht ordentlich. Eines der Rentiere stupse mit der Nase dagegen und das Tor klappte langsam und lautlos auf (seit dem das bekannt wurde baut man diese Tore so, das sie nach innen aufgehen…). Es war dunkel. Die Eisbären schliefen in ihrer Höhle. Die Stallburschen waren wieder mit ihrer nächtlichen Punsch-Gesellschaft beschäftigt. Und Santa liess sich sowieso selten draußen blicken. So tapsten nach und nach die Rentiere ins Freie. Ihnen war klar: Wenn sie diese Chance ergriffen, dann war es vorbei mit dem Gefressen-werden. Wer will das schon. Dann lieber flüchten und sein Glück in der Ferne suchen. Was besseres wird man immer finden. Damit alle mitkommen konnten, wollten sie den Schlitten nehmen, weil dieser ja innen viel grösser als außen ist und so alle Rentiere verstaut werden konnten. Die sechs, die den Schlitten ziehen sollten, suchten nach der Flasche mit dem Pulver. Sie wussten nicht genau, was das sollte, aber da Santa das immer über die blöden Eisbären streute und die danach echt schneller laufen konnten, wollten sie das wohl auch nehmen.
Nach dem alle im Schlitten Platz gefunden hatten (was dann doch nicht so einfach war, denn die Geweihe verhakten sich immer miteinander) bestäubten sich die ziehenden Rentiere gegenseitig. Dann schlüpften sie in das Zaumzeug und rannten los, bevor jemand sie aufhalten konnte.

Aber, was war das? Nicht nur, dass sie den Schlitten wirklich mühelos ziehen konnten, nein, ihre Hufen fanden auch gar keinen Widerstand auf dem Boden!? Santa dachte immer, dieses Pulver sei so eine Art Quick-Slimfast, welches die Eisbären eben etwas leichter macht, aber in Wahrheit war es das gleiche Zeug, das Peter Pan und Tinkerbell benutzten. Die Bären war einfach zu fett, aber die Rentiere hoben Feengleich vom Boden ab und schwirrten samt Schlitten durch die Luft.
Einer der Stallburschenzwerge, der gerade hinter einer Eisscholle am pinkeln war, verfluchte den Rum im Punsch, als er den fliegenden Schlitten am Himmel erspähte. Das konnte doch nicht wahr sein! Aber doch: Das klingen der Glöckchen am Schlitten, in der Luft noch viel lieblicher anzuhören (obwohl Santa das nach all den Jahren eigentlich aufn Sack ging), ließ alle zum Himmel aufschauen. Auch Santa, der am Fenster stehend nach oben schaute und wohl am meisten erstaunt war: „Herrgott, die fliegen ja! Warum hat mir das denn keiner gesagt, das ist doch viel einfacher als mit den blöde watschelnden Eisbären!“ Hier kam der Praktiker im Weihnachtsmann durch, denn natürlich fand er die gefährlich aussehenden Bären vor seinem Schlitten eigentlich total cool.

Nach einigen Wirrungen, diplomatischem Austausch und politischen Zusagen kam es, dass der Weihnachtsmann die Eisbären in die Freiheit entlassen konnte und stattdessen die Rentiere als Schlittenantrieb verwendete. Insgeheim waren darüber auch die Zwerge froh, denn ganz aus Versehen wurde ab und zu auch mal einer von denen gefressen.

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Deko

Ob damals, im Neandertal, die Frauen auch schon anfingen, irgendwelche Dinge (z.B. ein hübsches Geweih vom letzten Mittagessen) in die Höhlen-Ecke zu stellen, nur „damit das da nicht so leer aussieht“ oder „so als Hingucker“? Und der alte, buckelige Steinzeitmann kommt erschöpft von der Mammutjagd heim und keift sein Weibchen an, sie solle mal aufräumen und sie faucht zurück „nee, lass das so, nicht anfassen, das ist Deko!“?

Vermutlich nicht. Aber wann fing das an, dass eigentlich offensichtliche Alltagsgebrauchsgegenstände zu Stilmitteln umfunktioniert und nicht mehr herkömmlich verwendet werden durften? Die Ritterburgen des Mittelalters, die wir von Film und Fernsehen kennen, sind ja auch nicht gerade als schmucke Stuben zu bezeichnen. Aber vielleicht war es zu der Zeit, dass ein schwer beschäftigter Adliger, im Kopf nur Ehre und Krieg, seine liebste Ehefrau, welche ihm ständig in den Ohren lag, er solle mal „was schönes“ von den Kreuzzügen mitbringen und ihm mehr als notwendig die Zeit mit ihren Reden stahl, seinem Schreiner befahl, einen Raum extra für sie herzurichten? Irgendeine Kammer, mit einer dicken Tür davor und grossen Lichtspendern in den Wänden („Oh Schatz, bodentiefe Fenster, wie toooll“) und weil Frauen immer frieren, nahe am Kamin. So ging sie schmollend mit ihrer Zofe in den vom Schreiner  (ihrer Ansicht nach) grob zusammengehauenen Raum und sah sich um, wie man dieses schreckliche Loch nur etwas wohnlicher kriegte. Und während der Herr im zugigen Thronsaal unter schummrigem Fackellicht dabei war, Pläne auszubrüten, die das Familienansehen für Jahrhunderte sichern sollten, wurden im Raum hinter ihm Blumen gewoben und Zweige geflochten, Kleidungsstücke und Trinkhörner an die Wand gehängt, zerbeulte Helme zu Vasen und Harnische zu Setzkästen umfunktioniert.
Die nächste besuchende Baronin sah sich den prächtigen Raum mit trockener Mine an, brachte noch einen netten, aber eigentlich herablassenden Spruch („Was duuu immer für Ideen hast“) und reiste wieder auf die eigene Burg. Dort bekam der Herr Baron mächtig Wind von vorn, ich kürze mal ab: „…und deswegen brauche ich sofort einen eigenen extra Raum, und zwar schon mal gelb vorgestrichen!“. Und damit begann der offiziell nie verkündete Deko-Wettstreit, der bis heute nicht beendet ist.

So war es vermutlich auch nicht. Aber ich bin mir sicher, irgendwo zwischen Höhle und Burg fing es so ganz langsam an.

Ein Kollege (Herr P. aus O., genannt M. Atze), der dabei ist, mit seiner Freundin zusammenzuziehen, bekam folgenden guten Tipp mit auf den Weg: Wenn er mal vor hat, für einen gemütlichen Abend eine Kerze anzuzünden, dann solle er sich vorher auf jeden Fall vergewissern, welche der Kerzen er denn dafür verwenden darf. Denn: Nicht jede Kerze steht an ihrem Platz, um als Beleuchtungsmittel parat zu sein. Ich behaupte sogar: Die oberallermeisten Kerzen dienen ausschliesslich der Deko! Und das ist beileibe nicht meine alleinige persönliche Ansicht, ich wurde durchaus von Kollegen bestätigt. Selbst bei der wildesten Rockerbraut wird das Deko-Gen aktiv, sobald sie in vier Wänden landet, die sie als ihr Heim ansieht.

Naja, ehrlich gesagt sieht das meiste ja ganz nett und wohnlich aus, wie die meisten Männer das nie hinbekommen würden (wollen / könnten).

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Hardblog: Das musste mal raus!

Nun habe ich es wahr gemacht: So ziemlich alles, was ich mal an Artikeln, Geschichten, Essays und Anekdoten aufgeschrieben habe (hauptsächlich, aber nicht nur aus diesem Blog), habe ich mal gesichtet und sortiert und das (meiner Meinung nach) Beste davon in einem Buch zusammengefasst. Dabei wurde jeder einzelne Beitrag noch mal überarbeitet, ggf. ergänzt oder gar gekürzt. Interessant sind hoffentlich auch die Beiträge, die ich aus diversen Gründen zwar mal angefangen aber nie veröffentlicht habe. Immer, wo es passte, habe ich eine aktuelle Anmerkung notiert, um vielleicht die Hintergründe oder Zusammenhänge zu erklären. Dazu habe ich mir die „Mühe“ gemacht, und meiner bisher nie fertig gewordenen Geschichte „Alles Zufall“ zwei weitere Teile und ein Ende verpasst. Und das gibt es nur exklusiv in diesem Buch 😉

hardblog

OK, die Farben vom Bucheinband treffen meinen eigenen Geschmack nicht so ganz, aber ich hatte die „EasyCover“-Funktion von BoD verwendet und dort kann man leider bei den Vorlagen die Farben nicht ändern (dafür geht die Cover-Gestaltung sehr einfach und fehlerfrei). Dafür hat dieses Buch fast so viele Seiten wie meine anderen beiden Bücher zusammen (und/aber eine andere Covervorlage)!
Auf jeden Fall ist der Inhalt des Buches auch für die interessant, die mein Blog kennen und vielleicht sogar länger begleiten, sie werden immer wieder was neues finden. Und ganz ehrlich: Das ist auch ein ideales Weihnachtsgeschenk an Menschen, die gern mal was zwischendurch lesen und nicht nur unterhalten werden wollen sondern auch mal einen anderen Blickwinkel auf Dinge des Alltages wahrnehmen wollen 🙂

Ausserdem: Wer weiss, was ein echter Norddeutscher ist, der erkennt auch den trockenen Humor hier und da… ich denke, es lohnt sich:

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Warum höre ich Matthias Reim?

Und, vielleicht sogar interessanter: Warum kann ich so viel davon mitsingen?

Ich höre Musik von Abba bis Zappa, von Adamo bis Zander, von AC/DC bis ZZ Top, von Beatles bis Yazoo, von 2Pac bis U96, von Knorkator bis Ideal, nur: Es muss halt gut sein. Das könnte meine Antwort auf die Frage im Titel sein, ist sie aber nicht. Es ist eben alles so verdammt relativ. Gerade und besonders der Musikgeschmack. Und oft genug prägt sich ja ein Musikstück schon wegen der oftmaligen Wiederholungen im Kopf ein, auch wenn man nur unbewusst zuhört, Stichwort „Ohrwurm“ und so. Ich könnte zum Ohrwurm einen eigenen Artikel schreiben, das mache ich aber vielleicht später, jetzt nicht. Jetzt erzähle ich, wie Matthias Reim in meinen Kopf kam.

(Ich habe versucht, eine kurze Version zu schreiben, aber gemerkt, dass immer ein Detail fehlt, also Scheiss drauf, ihr müsst eben das alles lesen (aber so ganz alles schreiben weicht vom Thema ab… also zu eurem Glück alles wieder etwas kürzer)).
Im August 1988 kam ich zur Bundeswehr. Die Jungs wollten mich schon eher haben, denn die Musterung habe ich natürlich gut überstanden. Ich war noch als Schlossergeselle beschäftigt, da bekam ich einen Brief: Die Wehrpflicht würde rufen. Ich dachte mir: „Wenn schon, denn schon und was anderes wäre ja auch mal schön“. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon daran gedacht, meinen Schlossermeister zu „machen“, aber ich war jung und hatte nicht das Geld. Die Bundeswehr schon. Aus Erzählungen mit Alterfahrenen hatte ich den Entschluss gefasst, ich müsse zur Luftwaffe, Heer kam auf keinen Fall in Frage (Heute würde ich die Marine wählen). Also habe ich das Schreiben meinem Meister gezeigt, kurz überlegt und die Option gezogen: Ich melde mich freiwillig. Damit war der eigentliche Termin hinfällig, ich musste erst nach Hannover und da eine Untersuchung über mich ergehen lassen. Das waren Eignungstests, etwas Sport meine ich, und medizinische Untersuchungen. Wofür ich mich noch heute schäme: Dabei hatte ich eine schmutzige Unterhose an! War aber wohl nicht so schlimm, denn nach einem Abschlussgespräch bekam ich später Post, sinngemäss: „04.07.88 melden in Goslar zur Grundausbildung“. Vorspulvorspul. Danach war ich in Wittmund stationiert, Traditionsgeschwader Richthofen, Phantom! Es erwies sich aber, dass meine Funktion als Munitionsmechaniker mal gar nichts mit schlosserischem Handwerk zu tun hat, mir die Zeit dann wohl doch nicht angerechnet werden könnte (notwendige Jahre für den Meister) Vorspulvorspul. Am 02.01.90 meldete ich mich beim Fliegerhorst Oldenburg, ich sollte Luftfahrzeugmetaller werden. Und das war genau das, was ich brauchte! Und die Leute waren auf Zack: Ich bekam einen Grundlehrgang im Lfz-Metallern, den ich dank meiner Vorkenntnisse sehr gut absolvierte (aber ich musste viel Lfz-Kram lernen). Dann wurde ich zum Metaller-Lehrgang („1. Metaller“ war ich danach) nach Fassberg angemeldet. Und zum Uffz-Lehrgang bei Hamburg. Wilde Zeiten. Ein Buch wert. Noch vor Ende 1991 wurde ich zum Unteroffizier befördert, war da schon Zweitranghöchster in der Abteilung (waren drei Zivilisten da, nur noch ein Oberfeld und ein paar Wehrpflichtige), Thorsten, mein Grundlehrgangsausbilder war da schon bald im BfD (Berufsförderungsdienst). Kurz vor Weihnachten 91 kam die Meldung über den Standort: „72-Stunden-Bereitschaft für alle Soldaten!“ Die Golfkrise (Saddam Hussein) war im höchsten Gange und das JaBoG 43 wurde der Nato unterstellt. Weihnachten sass ich also zuhause auf gepackten Taschen, denn von „unseren Metallern“ kamen ja nur wenige in Frage. Zwei hatten eine gute Ausrede und der Rest waren Zivilisten, die nicht für solch einen Einsatz vorgesehen waren. Am 06.01.1991 flog ich als 1. Lfz-Metaller (und einziger) mit mal gerade zwei Monaten Erfahrung im Job Richtung Türkei / Erhac, in einer Transall, via Brindisi. 12 Std. Reisedauer. Vorspulvorspul.

Untergebracht wurden wir in einem „Militärhotel“ (so nannten die Türken das) in Malatya, immer zwei Mann auf einer Stube. So richtig kannte ich noch keinen, aber Kameradschaft geht ja über Freundschaft. Letztendlich war ich mit Thomas in einem Zimmer, der irgendwie um drei Ecken meine damalige Freundin kannte. Ich kannte den nicht, aber ich kannte Dirk, der aber mit seinem Fachkameraden in ein Zimmer ging. So trafen wir uns jeden Abend auf einem Zimmer, um die Zeit zu verbringen (wenn der Job nicht nach einem rief). Da die Alpha Jets recht pflegeleicht waren, verbrachten wir viel Zeit auf den Bettkanten, aber immer in Uniform, 24Std.-Bereitschaft! Und da zum einen der Schnaps recht billig war, wir zum anderen mit unserem „Nachschieber“ und den türkischen Adjudanten gut um konnten, hatten wir immer Weinbrand und Cola oder so.

Und eines Tages mussten alle antreten und Handgeld empfangen. Wir waren so ziemlich die ersten Soldaten, die solch ein „Fall“ betraf, deswegen war man sich mit der Bezahlung lange Zeit uneins. Nun bekamen wir einfach mal 600 Mark in bar ausgehändigt, Vater Staat und damit unser Chef hatte so das Gefühl, alles getan zu haben. Wir standen mitten in Ost-Anatolien mit der sinnlosen Knete, denn wenn wir was kaufen wollten, dann mussten wir erst in türkische Kujambel umtauschen. Und das war nix wert. Später spielten wir das Kartenspiel „Schwimmen“ mit 1000er Scheinen des türkischen Geldes… ich schickte einen Teil vom Bargeld per Feldpost nach Hause zu meiner damaligen Freundin, samt einem netten Brief. Vorspulvorspul. Da mit jedem Kilometer Entfernung die Liebe wächst, hatte ich sie gebeten, von einem Teil des Geldes einen Walkman (Sony, kennt ihr noch? War vor iPod) und bespielte Kassetten mit kuscheliger Musik zu besorgen. Eine davon war Reim. Walkman, Reim, Zeit= Holger baut sich ewige Ohrwürmer. Dazu kam, dass wir das sogar an der Bettkante beim Schnaps hören konnten (wie wir das damals technisch gelöst haben weiss ich nicht mehr). Komischerweise waren die anderen kaum in der Lage, andere Musik zu besorgen, obwohl sie immer meckerten.

So kam es, dass ich heute noch, über 20 Jahre später, Matthias Reim höre und dann immer an die Geschehnisse damals zurück denken muss, während ich fast zwanghaft (lautleise) mitsingen muss.

Ach ja, wegen der Türkei-Geschichte war ich seinerzeit auch in der Bild-Zeitung und ich bekam später die Ehrenmedaille der Bundeswehr. Vielleicht sollte ich doch mal ein Buch über mein Leben schreiben…

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Auto fängt mit Au! an

„Auto fängt mit Au! an und hört mit oh! auf“, sagt meine Mutter immer. Ich besitze u.a. einen Renault Megane (Kombi), Baujahr 1999. Seit 2006 habe ich den und ich hätte nie gedacht, dass ich einen Franzosen so lange fahren werde. Weil ich ihn so lange fahre, hat der sich richtig bezahlt gemacht. Ausser den üblichen Reperaturen war nix, vielleicht noch die beiden Drehstabfedern hinten, die nacheinander ausgetauscht werden mussten (einmal hatte ich ihn aber auch extrem beladen; Hannes seinen Renntrecker auf den Anhänger und meinen hinten drin, plus Geraffel). Seit langer Zeit fahre ich mit ihm täglich zur Arbeit nach Westerstede: 27km hin und wieder zurück. Und weil ich immer fein vor mich hineiere und selten über 100 km/h gehe (nie über 4000 U/min, schon gar nicht mit Anhänger! Denkt an die kleinen Lager im Motor, das ist nur ein 1,4L, wenn auch 16V), ist der Durchschnittsverbrauch mittlerweile bei 5,8 Litern angekommen. Als ich ihn kaufte zeigte der Bordcomputer locker 2 Liter mehr. Ausserdem hat er einen grossen Laderaum, die Sitzbänke kann man so weit runterklappen, dass der Boden eben ist (gut zum Schlafen, hab ich bei Rasenmäherrennen oft gemacht), man bekommt ein ganzes Fahrrad am Stück hinein und mit der Anhängerkupplung hab ich sowohl Rasenmäher, Renntrecker, Wohnwagen, Anhänger mit Müll oder Grünzeug als auch mein Boot durch die Gegend gezogen. Ich pflege ihn kaum, mache ihn fast nie sauber und die Ölwanne leckt seit langem so ein gaaanz wenig. Und aber immer kam er so über den TÜV. Einmal musste ich 3,50 nachbezahlen, weil bei der Abnahme zwei Leuchten (Nummernschild und so) nicht gingen und das noch mal von mir vorgeführt werden musste. Der Peter hat auch mal den Abgaskrümmer geschweisst, ohne Ausbau!, weil da ein Riss war und ASU nicht mal mehr mit tricksen ging… coole Sache.

Was mich aber seit ca. 2 Jahren stört: Ab und zu springt er einfach nicht an. Man muss dann warten, probieren, warten… irgendwann springt er dann doch an. Einige Male sprang er erst nach 20 Minuten und mehr an. Weil einen das natürlich nervt (mal gings so, mal beim dritten mal, mal eben nicht) suchte ich im Netz nach Lösungen. Schnell wird man fündig: Die Renaults dieser Generation haben ein Problem mit der Wegfahrsperre, egal ob Megane, Clio oder Scenic. Die abenteuerlichsten Geschichten und Lösungen schwirren durchs Netz: Mal soll man die Batterie des Schlüssels erneuern, mal das ganze Steuergerät tauschen (es gibt da einen, da kann man seines hinschicken und er entfernt die WFS), mal muss man nur im richtigen Moment das richtige Kabel durchschneiden und man hat für immer Ruhe. Mein „Trick“ war stets: Immer, wenn er nicht ansprang, dann verriegelte ich die Türen über die ZV im Schlüssel und öffnete wieder und ziemlich oft sprang er dann beim dritten mal an. Wenn das nicht ging, gab ich dem Wetter die Schuld: Es war zu heiss oder zu feucht oder beides.

Mein neuer Tipp: Vergesst das Gehampel mit der WFS! Eine weitere Suche im Internet brachte mich auf eine Seite, die ich vorher nie gefunden habe, obwohl die Informationen dort schon seit mindestens 2010 stehen sollen: Klick hier!
Das ganze Geheimnis: Es gibt bei den Renaults einen so genannten OT-Geber, der selbst für Laien einfach zu finden und auszubauen ist. Zwei Schrauben (10er Nuss) muss man lösen, dann noch den Stecker von den Kontakten abziehen und man hat ihn in der Hand.

OTGeber_megan

Man kann ihn auch im eingebauten Zustand einfach finden, indem man von der Fahrerseite aus in den Motorraum guckt, dort wo Motor und Getriebe zusammen kommen. Er ist einfach über eine Öffnung geschraubt, darüber laufen ein paar Schläuche wegen Luftfilter etc.. Dieser Geber ist offenbar magnetisch, denn es sammeln sich Späne vorn an dem kleinen Nippel. Das waren bei meinem echt nicht viel und ich konnte die mit einem Lappen runterwischen. Als der Geber wieder sauber war, baute ich ihn wieder ein und dachte: „das solls gewesen sein???“. Es soll auch Fälle geben, wo dieser Geber defekt ist und getauscht werden muss, Kosten ca. 30-40,- Euro. Das wäre es mir wert gewesen…

Nun ist das über eine Woche her, ich habe den Wagen schon zig Dutzend mal gestartet und immmmer ging es seit dem einfach so, auf Schlag: Schlüssel drehen und brumm. Unglaublich, nix Wegfahrsperre. Das Reinigen des Gebers dauerte wirklich nur wenige Minuten samt Aus- und Einbau und das war alles. Und ich war kurz davor, den Wagen entweder zum Händler zu fahren oder gleich zu verschrotten….

Nun muss der Renault nur noch diesen August einmal übern TÜV.  Ich bin guter Dinge, hat er doch gerade erst die 200.000 überschritten.

200201

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Ein kleines Gedicht

 

Vom ersten Schrei, denk dran!
bis zum Vergessen des letzten Atemzuges:
Dran denken und vergessen,
daraus besteht doch nur das ganze Leben.

Das fiel mir gestern auf dem Arbeitsweg ein. Reimt sich zwar nicht, aber als ich darüber sinnierte, merkte ich, wie viel Wahrheit darin steckt. Ob irgendein anderer schon die gleiche Erkenntnis hatte, habe ich nicht nachgeforscht… ganz vergessen.

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Sag mir wo die Blumen sind

Pete Seeger schrieb das Lied 1955. Ursprünglich sollte das Lied ganz anders lauten:

Sag mir, wo die Autos sind.
Wo sind sie geblieben?
Sag mir, wo die Autos sind.
Was ist geschehn?

Er schrub den Text, nachdem er nach einer recht langen Partynacht sein Auto nicht wieder fand und verwirrt am Strassenrand, nach dem Wagen Ausschau haltend, diese Zeilen murmelte. Als er nach langen Irrwegen endlich den Wagen fand fuhr er sofort nach Haus und notierte die Zeilen auf einer alten Serviette, die auf dem Tisch rum lag. Als er den Text am nächsten Tag seinem Produzenten zeigte und auf der Gitarre vorspielte, da war dieser hin und weg: „Das wird der grösste Partyhit aller Zeiten, damit wirst du unsterblich und für ewig in aller Munde sein“, soll dieser gesagt haben. Als aber der Tontechniker, der die Aufnahme leiten sollte und dessen Schwagers Onkel Verkehrspolizist war, von der Entstehungsgeschichte des Songs hörte, riet dieser davon ab, dass alles zu veröffentlichen, das käme ja einer Selbstanzeige wegen Alkohol am Steuer gleich. Der Produzent stutzte, war sich aber nicht sicher, ob er das dennoch durchziehen sollte. 1955 war das Jahr der Revoluzzer, der Andersdenker, da käme so ein Lied doch wie gerufen? Zufällig war gerade auch Marlene Dietrich im Studio, die immer alle Lieder vom Pete auf Deutsch rausbrachte. Die hörte sich das alles an und sagte: „Hey Guys, do not come me with this shit, I need something peaceful for my Fans or I can einpacking my Karriere“. Wie wäre denn etwas mit roten Herzen?, sagte der Tontechniker, der auch noch schwul und gerade hoffnungslos verliebt war, das wusste aber keiner, weil so was gerade nicht „in“ war. Und während alle hin und her stritten und sich irgendwie so gar nicht einigen konnten, da fing Pete, mehr nebenbei, auf seiner Gitarre zu klimpern an, weil er die ganze Zeit unbewusst auf Marlenes üppige Bluse starren musste, die voller grosser weisser Lilien war. „Where have all the flowers gone…“ murmelte er dabei. Alle wurden ruhig im Raum, Pete spielte weiter. Plötzlich intonierte die Dietrich laut „…sag mir wo die Blumen sind, wo sind sie gebliehieben?“.

„Das ist es“ brüllte der Produzent, „wir bringen das gleich auf Deutsch raus und Pete kann seinen englischen Kram vergessen!“. Das ging so natürlich nicht, weil es fest verzurrte Knebelverträge zwischen allen gab, aber letztendlich brachte man dann die Version mit den Blumen raus, Marlene durfte ein paar Jahre später loslegen und der Rest ist Geschichte.

Der Sohn vom Onkel vom Schwager des schwulen Tontechnikers, der immer wieder von der in der Familie rum erzählten Geschichte begeistert war, verarbeitete Pete’s Ursprungstextzeilen über 40 Jahre später in dem Film „Ey Mann, wo ist mein Auto?“. Der Film war nicht ganz so erfolgreich wie der Song, weil ihn keiner richtig verstand, gilt aber heute als Kultfilm.

Pete Seeger sagte mal in einem Interview: „Mit diesem Lied hab ich immer meine Steuern bezahlt“ und starb mit 94 Jahren am 27. Januar 2014.

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Eine kurze Geschichte der Weihnacht

christbaumzweig

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas Kapitel 2, nach Luther (kurz und knapp nach Holger (nach Wikipedia))
Kaiser Augustus lässt eine Volkszählung durchführen und jede Familie muss in den Heimatort des Familienvaters. Josef geht also mit seiner hochschwangeren Maria nach Bethlehem. Als sie dort ankommen, bringt Maria ihren ersten Sohn in einem Stall mit Tieren zur Welt. Zu Hirten nahebei kommt ein Engel und sagt, in Bethlehem sei der Heiland geboren. Noch mehr Engel kommen. Sie lobpreisen Gott und verheißen den Menschen irdischen Frieden. Die Hirten huldigen dem in einer Krippe liegenden Christuskind in Bethlehem. Nachdem sie es gesehen und allen Umstehenden von ihrer Begegnung mit den Engeln erzählt haben, gehen sie wieder zu ihren Herden. Sie erzählen die frohe Botschaft, dass der versprochene Retter der Welt geboren sei.
(das mit den Königen kommt weder dort noch in der Weihnachtsgeschichte nach Matthäus vor, ist wohl nur eine Legende)

In diesem Sinne, um das Rumgegrüsse und-gewünsche mit dem Fest, Rutsch, frohes neues, dicke Eier etc. mal abzukürzen:

Frohes Alles!

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Marc-Uwe Kling mal besuchen

Ich klingele. Das Känguru macht auf.
„Hi, ist Marc da?“ sagt ich bestimmt, aber nicht unfreundlich.
Das Känguru schaut halb nach hinten und sagt: „Äh, weiss nicht.“
Ich: „Wieso, der wohnt doch hier?“
Das Känguru: „Ja, aber der ist vor einer halben Stunde im Bad verschwunden. Entweder er duscht ausgiebig, pflegt seinen Körper auf andere Weise (räusper) oder ist durchs Fenster abgehauen.“
„Wenn du das Känguru bist, das bei ihm eingezogen ist, dann würde ich mich nicht wundern, wenn er durchs Fenster weg ist“ sage ich und drängel mich am Känguru vorbei. Ich will jetzt einfach mal kurz dabei sein. Wie das so ist mit den beiden und so, ihr wisst schon.
Känguru scheint das zu akzeptieren und folgt mir ins Wohnzimmer. „Nimm doch Platz“ sagt es beiläufig, während es versucht, sich möglichst lässig in den Sessel zu fläzen (was bei einem Känguru ganz schön bescheuert ausssieht).
Nun versucht es Konversation: „Und, kennst du Marc schon länger?“
Ich mag ja keinen Smalltalk und bin da auch nicht sehr geübt drin. „Nee, ich kenn den gar nicht.“ Sofort bemerke ich, wie das Känguru sich innerlich aufrichtet und vermutlich zu einem wirklich durchdachten Spruch ausholt, um mich entweder auszuloten oder gleich mit irgend nem Nonsens an die Wand zu labern. Dazu habe ich aber noch weniger Bock als auf Smalltalk.
Noch während das Känguru einatmet, um seinen Satz zu beginnen, rede ich einfach weiter: „Einer meiner Kollegen erzählte mir von euch, der hat euch als Hörbuch. Und also hab ich mir kurzerhand das Buch als Buch besorgt und mal eben durchgelesen. Da ich zugegebenermassen recht beeindruckt von euren Dialogen und Themen war, dachte ich, ich schau mal vorbei. Und weil ich selber gern schreibe ist es wohl am einfachsten für mich, ich schreib das einfach mal so auf, wie es sein könnte.“
Das Känguru zog seine Mundwinkel soweit anerkennend runter, wie es für ein Känguru möglich war, gleichzeitig ging noch die rechte Augenbraue ein Stück nach oben.
„Du schreibst also? Auch so Kram wie Marc oder mehr was sinnvolles?“ Ich lächelte über den intelligenten Seitenhieb und antwortete: „Klar, ich blogge. Hab auch schon ein Buch geschrieben, aber das ist ein Fachbuch und zählt irgendwie nicht, oder?“
„Buch ist Buch, aber vermutlich verkauft sich ein Fachbuch ziemlich Scheisse. Das bedeutet, du kannst kein Kapitalist sein und das findet natürlich meine Anerkennung“ haute mir das Känguru spontan um die Ohren. Während ich überlegte, wie ich dem Känguru erklären sollte, dass mein Buch allein vom draufzahlen existiert und ich aber nix dagegen hätte, wenn es ein Bestseller werden würde oder mindestens mein nächstes Buch, kam Marc mit einem Handtuch seine Haare trocken rubbelnd ins Wohnzimmer. Ich hielt es für angemessen, ihn zu begrüssen, bevor er sich erschreckt.
„Hi Marc, ich bin Holger. Solltest du das Handtuch nicht besser verwenden, um deine Hüfte zu bedecken?“ Er war nackt.
„Hi Holger! Hätte ich gewusst, dass Besuch da ist, hätte ich mir zumindest Socken oder so angezogen“. Zum Känguru: „Kannst du einen nicht vorwarnen?“ Zu mir: „Nachdem das Känguru mir gegenüber heute morgen hinreichend treffend argumentiert hat, dass es selbst hier andauernd ohne Kleidung rumhüpft, haben wir für dieses Wochenende vereinbart, dass wir uns zumindest in der Wohnung naturbelassen begegnen.“ Zum Känguru: „Den hast du doch eingeladen, damit ich hier doof da stehe, richtig?“. Känguru zu Marc: „Nee, der hat sich selbst hier reingeschrieben, da kann ich nix für, auch wenn es eine echt coole Idee ist.“ Känguru leise zu mir:“Sag nix über seinen… “ Känguru laut zu uns beiden:“Darf ich vorstellen? Holger? Marc! Marc? Holger!“
Ich: „Angenehm…“
Marc: „Angenehm. Als ich reinkam hörte ich, du bloggst?“
Ich: „Ja, eine schlichte Seite im Netz, ganz und gar ohne Werbung (Känguru flüstert „cooool, wusste ichs doch“), wo ich das, was ich so denke, niederschreibe. Lerigau.de lautet die Adresse…“
Marc: „Hey, Lerigau.de, klar, cool! Das bist du? Das lese ich an-dau-ernd. Dich wollte ich immer schon mal kennenlernen, weil deine Artikel einfach so genial sind und mich schon soo oft inspiriert haben, und da schreibst du dich einfach mal in meine Geschichten rein? Na, wenn das mal nicht ne supergeile Idee ist (nickt dem Känguru hektisch zu)! Herzlich willkommen in unserem trauten Heim, Holger! Känguru, mach mal Kaffee! Wir müssen dringend mal was zusammen schreib…

OK, Schluss damit, wir wollen hier ja nicht übertreiben. Es reicht, wenn ich die beiden mal kennen gelernt habe 😉

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Schwarze und weisse Macbooks

Wir haben zwei Macbooks: Ein weisses, welches meine Frau nutzt und das im Wohnzimmer „hübsch“ in der Ecke auf dem Sekretär liegt. Und ich selbst nutze ein schwarzes, fast baugleich.

Neulich hat mein Sohn, 16, seinen Freund in unser Wohnzimmer geführt und dieser sah das weisse Macbook, und fragte: „Was ist denn das für ein Laptop?“. Mein Sohn antwortete: „Das ist ein Mac. Manchmal liegt hier auch ein Schwarzer rum, aber ich weiss nicht, wo der her kommt“.

Daraufhin bekam der Freund meines Sohnes einen Lachanfall und ich überlegte, ob ich wohl mal ein ernsteres Wort mit meiner Frau sprechen sollte….

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