Ich mag Mediziner

Ich will gar nicht so genau ins Detail gehen, aber: Gelegentlich gebe ich Kurse, und nach den entsprechenden Prüfungen treffen die Kursteilnehmer und ich uns noch mal abends auf ein Bierchen, für Feedback, Freude und allgemeinen Austausch. Beruflich sind die Teilnehmer bunt gemischt, vom Aalverkäufer bis zum Zwangsvollstrecker ist alles dabei. Und es waren auch schon zwei Mediziner dabei. Überraschend für mich sagte der eine gestern wie der andere beim letzten mal zum Abschluss des schönen Abends: „Ich habe es so gelernt, dass man seinen Lehrer immer bezahlen soll“ und beglich meinen Deckel, wo die drei Striche meiner Biere drauf waren.

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Outen in Oyten

Es haben wohl viele mitbekommen: In Oyten wird eine Strasse zur Schule gesperrt, weil zu viele „Eltern-Taxis“ alles blockierten. Im Radio, auf NDR1, sagte der Reporter, viele Eltern wollten sich vor dem Mikro nicht dazu äussern, aber abseits höre man schon Unmut. Einige liessen es sich aber nicht nehmen, die Wahrheit zu sagen:

Die Kinder stehen ja nicht früher auf, nur weil die Strasse gesperrt ist…

Das ging nach hinten los: Hier hat sich gerade eine Helikopter-Mutter geoutet! Das Kindlein kann doch nicht aus seinem wohlverdienten Schlaf gerissen werden?!?

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Lattenrostfinale

Am letzten Wochenende haben wir es getan: Neue Matratzen samt neue(n) Lattenroste(n?)*. Im „Dänischen“ war wieder mal alles reduziert und so fackelten wir nicht lange, haben kaum Probeliegen gemacht und uns ruckzuck für ein Set entschieden. Dann wieder nach Hause, Anhänger hinter das Auto und wieder los. Bezahlt wurde mit EC-Karte, das Sperrgut mit Spanngurten auf dem Anhänger festgezurrt und wieder heimwärts gefahren. Ging schnell und reibungslos.
Wo wir uns nicht einig waren: Wie alt waren denn nun unsere bisherigen Matratzen samt Unterlage? Waren das zehn Jahre? Oder viel mehr? Oder doch weniger, weil die Kinder mal… und dann haben wir… oder wie war das noch? Man weiß es einfach nicht mehr. Die Jahre ziehen ins Land, man geht Abends schlafen, steht morgens auf und keiner zählt mit.

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Einheit statt Wertung

Manche Dinge sind nicht nur schön, sondern sehr schön oder gar total schön. Natürlich gibt es auch Situationen, die nicht einfach nur blöd sind sondern vielleicht auch mehr als blöd, riesig blöd oder absolut blöd.
Das sind eben Steigerungen, die manchmal notwendig sind, um etwas zu verdeutlichen. So ist es nur natürlich, dass mit dem Wandel des Sprachgebrauchs mittlerweile etwas auch megaschön sein kann, eine offenbar ultimative Steigerung. Aber: Warum zum Deibel muss man das dann wieder megaverfälschend kürzen, so dass auf einmal was eigentlich ganz tolles nur noch eines ist: Mega! Mega was?!?
Denn: dieses „Mega“ ist nur die Größenordnung, die Mengenangabe, die Einheit. Ob das so Betitelte nun kacke oder klasse ist, kann man daraus nicht erkennen. Hat ja bisher auch keiner so was gesagt wie „Deine neue Frisur finde ich sehr!“ oder „Ich bin mit meinem Gehalt total“.  Im intelligentesten Fall macht derjenige Mega-Sager das ja bewusst, um seine wahre Meinung zu kaschieren, aber das ist mir bisher nicht untergekommen und ehrlich: Ich traue das den meisten auch nicht zu… das bedeutet zum einen: Die Menschen nehmen es nicht so genau mit dem was sie sagen und wollen nur verbal protzen und zum anderen: Macht dir keine Sorgen, wenn jemand zu dir sagt:
Du bist echt Mega!

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