Kaffeebecher

Wenn die Angaben stimmen, dann werden in Deutschland 320.000 Einweg-Kaffeebecher weggeworfen. Jede Stunde.
Jede Stunde! Mein eigener Verbrauch von diesen Bechern liegt im Jahr so circa bei Null, aufgerundet: Einer. Überschlägig bedeutet das, dass andere Menschen mehrmals täglich solche Becher kaufen, benutzen und wegwerfen. Und das offenbar völlig sorglos. Die Folgen, der Müll etc., muss diesen Menschen egal sein, sonst würden sie es ja nicht machen. Und genau das ist das Hauptproblem: Das Bewusstsein der Menschheit, dass ihr Handeln Konsequenzen hat und das der Preis für eine Änderung dieses Handelns eben die Bequemlichkeit ist. Der Kaffeebecher an sich ist natürlich nicht das Problem, aber er ist ein guter Platzhalter für die komplette Wahrnehmung vom Menschen bzgl. Umweltverträglichem Verhalten.

Diese Bequemlichkeit (man könnte es auch Faulheit oder Luxus nennen) gibt aber keiner auf. Jaha, Fordern und Verlangen, das kann man mal eben machen, auch Freitags statt Schule mit nem Kaffeebecher gegen den Klimawandel protestieren. Und den bösen Politikern alle Schuld in die Schuhe schieben, weil die tun ja nix. Man selber tut zwar auch nix, aber das ist natürlich eine ganz andere Sache. Erstmal die anderen.Währenddessen stopft man das kleine Stück Folie mit in den Biomüll, fährt eben mit dem Auto zur Bank, kauft sich irgendwas für wenige Euro bei Amazon (ist ja so günstig, da konnte ich nicht widerstehen) und lässt das Licht brennen, weil man mit dem Schalter das Licht zwar ein- aber nicht ausschalten kann und fliegt in den Urlaub.

Wenn man etwas Gutes aus dieser Erkenntnis ziehen will: Der Einzelne kommt da nicht gegen an, also kann sich jeder die Mühe sparen und wir hoffen einfach, dass die Wissenschaft schon was erfinden wird, was den Müll einfach in Morgentau oder ähnliches verwandelt.

(Wenn demnächst Kaffeebecherhersteller Personal entlassen muss, dann ist das ein ganz anderes Thema, aber: Es hängt eben alles zusammen)

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Helfen Sie uns, Ihr eBay-Konto zu schützen

Nicht oft aber sehr regelmässig bekomme ich eMails von eBay, immer mit dem im Titel genannten Betreff. Und das sind dann keine Spam-Mails sondern echte, reguläre Mails von eBay. Und die meinen das ernst: eBay behauptet, dass mein Konto dort weniger geschützt sei, weil ich meine persönlichen Daten nicht aktualisiere???

Sie haben Ihre persönlichen Daten seit über einem Jahr nicht mehr aktualisiert.
Indem Sie Ihre persönlichen Daten immer auf dem aktuellen Stand halten, helfen Sie uns Ihr eBay-Konto besser zu schützen.

Dabei ist es doch genau anders rum: Wenn irgendjemand an irgendwelche fremden eBay-Kontodaten kommt, wird er doch ziemlich sicher erstmal die Adresse ändern, damit bestellte Ware etc. auch „richtig“ zugestellt werden kann?! Eine Änderung der persönlichen Daten ist also ein gutes Indiz dafür, dass etwas ungewöhnliches abläuft und einer genaueren Prüfung bedarf…. oder bin ich einfach altmodisch, weil ich so lange hier wohne und nicht jedes Jahr umziehe? Nein, sicher nicht. Oder ist es so, dass eBay andere Gründe hat, mich dort hin zu locken? Immerhin scheint die eingesetzte Rhetorik darauf abzuzielen:

Sie finden, das klingt gut? Sehen Sie sich einfach bei eBay Ihre persönlichen Daten an und vergewissern Sie sich, dass sie noch auf dem aktuellen Stand sind.

Lauert dort irgend ein verlockendes Angebot auf mich? eBay Plus oder ein Gratishörbuch von Audible? Ich vermute was viel Schlimmeres: Die Ursache für solch eine Mail ist keine versteckte Vertriebsmasche sondern dieses Aktionshaus hat, statt zu investieren und vernünftiges Datenschutzpersonal zu schulen oder gar einzustellen, einfach eine Abteilung genommen und angewiesen: „Ihr da, ihr macht ab jetzt auch das mit dem Datenschutz!“
Na gut, vielleicht gab es auch eine interne Stellenausschreibung und einige engagierte Mitarbeiter haben sich beworben und auch gut verkauft beim Vorstellungsgespräch. Und weil keiner genau weiss, was so ein unproduktiver Datenschützer macht ausser Zeit und Geld zu verbraten, hat man dann einen genommen „der einen echt total überzeugt hat, der kann das!“. Dieser naive Heini hat sich dann erstmal einiges zusammengereimt (und -gegoogelt) und dann allerhand angeordnet. Unter anderem eben jene völlig sinnbefreite eMail, die ich eingangs erwähnte.

Und aber eMail kostet ja nix, kann also auch nix schaden.

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Das Leben ist doch ein Wimmelbild

Letztes Jahr im Sommer verbrachten wir ein Wochenende auf dem Campingplatz am Alfsee. Familientreffen. Dazu hatten wir uns vor einigen Jahren ein grosses Zelt gekauft und gleich zwei echt gute Luftmatratzen. Und eine Doppelhubkolbenluftpumpe. So wurde wie gewohnt vor dem Weekend alles zusammengesucht und eingepackt. Nur die Luftpumpe war nicht zu finden. Ich war mir sicher, die vor relativ kurzer Zeit noch gesehen zu haben, aber wo? Wo denn nur? Dachboden nix. Garage nix. Sonst wo in der Wohnung? Ich habe wirklichwirklich alles abgesucht und fand Dinge, die ich noch nicht mal vermisst hatte, Aber nicht diese vermaledeite Luftpumpe. Und ich konnte keine andere nehmen, weil nirgends der passende Pöppel für die LuMatra dabei war. Letztendlich habe ich eine neue kaufen müssen.

Neulich räume ich die Garage aus. Brauche darin Platz, um was zu bauen. Ich stapelte alles nach und nach im Carport auf:

Das Wimmelbild.

Auf dem Bild ist auf Anhieb nicht viel zu sehen, aber wenn man etwas länger schaut, dann entdeckt man doch einiges. Sowas wie eine Luftpumpe wird man aber nicht erkennen können, richtig? Gehen wir mal näher ran:

Ein Teil vom Ganzen

Auch auf diesem Detail-Ausschnitt könnte man einiges finden. Und einiges einfach wegschmeissen. Aber das kann ich noch nicht, die Teile sind noch nicht reif dafür 🙂 Und das ist auch gut so, denn damit hätte ich mehr entsorgt, als mir lieb ist:

Was ist das? Ta-taaaaaa!

Ach, Scheisse: In dem Fangkorb des Rasenmähers, der auf eine Reanimation wartet, linst mich doch eine kaum benutzte und noch im Originalbeutel befindliche LuPu an. Ich selbst muss die da mal reingesteckt haben, kann mich aber auf keinen Fall daran erinnern. Und dabei hatte ich seinerzeit mehrfach in der Garage gesucht und geguckt. Aber nicht in den Fangkorb, tze.

Und was lernen wir daraus? Vermutlich nix, aber jeder Messie wird sagen: Siehste!

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Ohne googlen

bienemaja

Hier wieder eine Frage, über die man bestümmt nachdenken kann, bevor man antwortet:

Essen echte Veganer eigentlich Honig?

Und ja: ohne googlen, dann wird es spannender und in lockerer Runde kann man mal wieder „über was“ reden (ausser, man ist selbst Veganer und weiss die Antwort…)

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Du hast das Spiel nicht verstanden

Manchmal stelle ich im Freundes- oder Kollegenkreis Fragen wie „haben Haie eigentlich Gräten?“ oder „in welche Richtung zeigt ein Wetterhahn?“ oder was zunächst oberflächliches wie „lauten alle Antworten auf Fragen zu Game of Thrones korrekterweise auch Hodor?“ und weil alle dieses „Spiel“ kennen, wird dann drüber nachgedacht, Informationen ausgetauscht, geredet und vielleicht irgendwann ein gemeinsames Fazit gezogen. Und ab und zu ist jemand in der Runde neu dabei, der eigentlich nur mit halboffenem Mund der Frage und den Herleitungen lauscht und irgendwann mehr oder weniger unauffällig sein Handy zückt oder am Rechner rumtippert. Und wenn derjenige meint, den richtigen Moment erwischt zu haben, dann mischt er sich ein, sagt so was wie „ich hab mal schnell geguckt, die Antwort ist soundso„. Dabei werde ich dann als Fragesteller angeschaut, als wenn ich ein Lob ob der flotten Belehrung und Lösung aussprechen sollte. Ich aber sage dann in solchen Fällen (mit bewusst trockenem Tonfall): „Du hast das Spiel nicht verstanden“. Und weil dann gleich nach einem langem Gesicht zu einer übereilten Antwort ausgeholt wird, setze ich nach einer kurzen Pause als Erklärung nach: „…ohne googlen!“.

Was mir sehr gefällt: Immer öfter in der Runde weist einer der Anwesenden (die das alles schon kennen) schon vor mir Andere genau darauf hin, wenn bemerkt wird, dass die wegen der Frage im Netz stöbern wollen: „Nee, pack das Handy weg, ohne googlen!“ und ich mag diese wunderbare Wandlung der Neulinge, wenn sie wieder selber anfangen zu denken. Dabei entstehen die tollsten Gesprächsrunden und Diskussionen und eigentlich ist es gar nicht wichtig, ob die korrekte Antwort dabei gefunden wird. Oft stellt sich nämlich raus, dass die meisten mehr Wissen in ihrem Kopf haben, als sie sich selbst zutrauen und so ganz nebenbei entstehen Gespräche, wo es mal nicht darum geht „Hast du gestern (irgend nen Kack im Fernsehen) gesehen?“

Haie sind übrigens Knorpelfische, haben also keine Gräten, aber auch kein so beeindruckendes Skelett wie z.B. Wale aber noch wesentlich mehr Knochen als Neunaugen, die eigentlich gar keine Fische sind, nur fischähnlich (aber trotzdem mal Fisch des Jahres 2012 waren).

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Die Wahrheit

Es wurde sicher schon viel philosophiert über die Wahrheit und schon sehr viele Bücher geschrieben. Folgendes schreibe ich daher eher für mich, um mir dessen selbst klar zu werden. Ihr dürft einfach dran teilhaben…
DIE Wahrheit gibt es nicht. Jeder hat mehr oder weniger seine eigene Wahrheit, manchmal kann man sie mit einer gewissen Gruppe teilen. Dann wissen alle ungefähr das gleiche von einem Sachverhalt und haben sich das gleiche Bild gemacht. Oder machen lassen. Denn wenn einer in der Lage ist, seine Wahrheit gut in Worte zu fassen und anderen überzeugend zu präsentieren, dann ist es für viele verlockend einfach, diese Wahrheit einfach zu übernehmen.
Überwachung von allem dient unser aller Sicherheit, Abmahnungen dienen immer der Abzocke, Tron hat sich selbst erhängt, Weihnachten ist das Fest der Freude, die Danistakratie ist wirtschaftlich korrekt, Energiesparlampen retten die Welt, Kolumbus hat Amerika entdeckt, Groko ist ein Wort.
Was vielen fehlt (oder wozu sie vielleicht keine Lust haben): Dinge einfach mal anzweifeln, sich selbst passende Informationen holen und vielleicht mal zu einer anderen Wahrheit als andere kommen. Manch einer möchte auch eine bestimmte Wahrheit haben und betrachtet die Fakten solange von einer gewissen Seite, bis es passt.
Wer kann denn schon entscheiden, was die exakte, einzige Wahrheit ist? Das müsste schon jemand sein, der unser ganzes System von aussen betrachtet, um sich ein möglichst neutrales Bild machen zu können. Wenn du aber mal einen Ausserirdischen fragst, der die Erde beobachtet, warum es z.B. Kriege gibt, dann wird der vielleicht antworten: „Da kloppen sich zwei und andere machen mit“. Ein recht ernüchterndes Urteil, das irgendwie auch keine Antwort auf die Frage ist. Andererseits bedeutet das auch: Wenn man nur genug Abstand nimmt, dann wird das meiste immer unwichtiger. Es fehlen die Details. Und genau diese Details sind es, die dafür sorgen, dass eben jeder eine andere Wahrheit sieht. Denn das Wahrnehmen und Auswerten von diesen Details passiert natürlich nicht überall gleich, dazu kommen noch jeweils persönliche Lebensumstände, der eigene Wissensstand, Vorlieben und Abneigungen.

Alles in Allem macht diese Erkenntnis das Leben entweder wesentlich einfacher, weil man nicht alles so ernst (und für wahr) nehmen muss, oder man macht sich verrückt, weil das grosse Puzzle einfach nicht zusammenpassen will, je mehr Details man sich besorgt.
Ich bin mittlerweile für ersteres und versuche, mich an Fakten zu halten, die so simpel sind, dass sie länger einer Überpüfung standhalten, wie zum Beispiel:

  • die Bedürfnisse vieler sind wichtiger als die Bedürfnisse weniger
  • Je mehr man arbeitet um so weniger Zeit hat man, Geld auszugeben
  • Durch Sonneneinstrahlung auf die Haut erzeugt der Körper Vitamin D
  • Die menschenleere Halle 54 (bei VW) war keineswegs menschenleer
  • Alle Winkel in einem Dreieck addiert ergeben 180 Grad
  • Otterfell ist so dicht, dass man die Haut nicht sieht, wenn man reinpustet
  • Die gegen Jeremiah Brandreth verhängte Todesstrafe durch Hängen, Ausweiden und Vierteilen milderte der britische Prinzregent Georg IV. in Hängen und Köpfen ab
  • Das Ei war zu erst da, dann die Henne
  • Tauscht man in dem Wort MAMA vier Buchstaben aus, dann erhält man Bier

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