Fast was erfunden

Ich habe schon wieder mal fast was erfunden. So wie vor vielen Jahren der Bratwursttoaster. Das war immerhin eine ernsthafte Idee, im Gegensatz zum Hagel, der ja offensichtlich reiner Jux ist. Die Laubpresse kam auch kaum über die eigentliche Idee raus, obwohl ich das jedes Jahr spätestens im Herbst immer noch eine echt tolle Idee finde. Und irgendwo auf meinen Seiten finden sich bestimmt weitere Erfindungen.

Bei meiner neuen „Erfindung“ bin ich mir ganz sicher, dass es sowas schon gibt:

Na, was kann das sein? Ja, klar: Die Wäscheklammer aus Holz ist es nicht. Die Schnur auch nicht. Nein, aber das beides in der richtigen Verwendung ist für mich eine sehr gute Lösung: Wer kennt das nicht? Man hat Handtücher, bei uns oft Geschirrhandtücher, und irgendwann fehlt einfach diese kleine Schlaufe zum Aufhängen des Tuches. Also stülpt man das immer irgendwie mit einer dicken Ecke über den Haken, nachdem man alle vier Seiten zwei mal auf der Suche der Schlaufe abgetastet hat, und oft genug fällt das Handtuch dann mindestens einmal runter. Die kleinen Gästehandtücher zeigen bei uns das gleiche Phänomen.

Und deswegen habe ich, aus der Not heraus, eben schnell die Klammerschlaufe erfunden und es dauerte circa eine Minute, bis der neue Aufhänger technisch umgesetzt war:

die Klammerschlaufe in Verwendung

Wäscheklammern nutzen wir seit eh und je für alles mögliche. Nudel-Tüten oder Kekspackungen zumachen und dergleichen. Diese Klammern hängen bei uns in der Ecke der Küche am Kabel für die Kaffeemaschine griffbereit. Paketschnur haben wir gleich an zwei Orten. Also schnell zusammengebastelt. Wenn ich mich recht erinnere, gibt/ gab es so Plastikclipsies, welche die fehlende Öse ersetzen sollen. Ich suchte aber nicht im Netz danach. Meine Idee ist viel cooler, ich muss nix bestellen, habs sofort zur Hand und irgendwie Öko-mäßig sieht es auch aus.

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Tausendundein Loch

Ich habe in meinem Leben schon viele Löcher gebohrt. Echt viele Löcher, in so ziemlich jedem Durchmesser zwischen einem Millimeter und vielenvielen Zentimetern, in so ziemlich jedes bohrbare Material. Ob Stahl oder Kunststoff, ob Stein oder Holz, ob Erde oder mitm Finger in die Sahnetorte.

Und heute, da ist es dann passiert, nach (gefühlt, nicht gezählt) zehn Millionen Löchern: Nachdem ich neues Laminat in Flur etc. verlegt hatte, mussten noch die von mir ungeliebten Fußleisten zugeschnitten und montiert werden. Ich kann mich da immer nicht richtig entscheiden, wie es am besten geht: Nageln? Vergiss es, Entweder ist der Putz an der Stelle Diamanthart oder gar nicht vorhanden. Kleben? Dann muss meistens die Leiste fixiert werden, bis der Kleber ausgehärtet ist. Das ist nicht immer praktikabel. Bleibt nur die eigentlich einzig vernünftige Methode: Schrauben. Das ist aber auch gleichzeitig die aufwendigste Methode. Ich beschreibe mal kurz die Arbeitsgänge, auch wenn es nicht zwingend hier her gehört:

  1. gewünschte Position der Löcher auf der Leiste anzeichnen
  2. Löcher (in Grösse des Dübels) in die Leiste bohren
  3. Leiste korrekt positionieren und durch die Leiste in die Wand bohren
  4. Leiste wieder entfernen, Bohrdreck wegfegen/wischen/saugen
  5. Dübel einstecken
  6. Leiste wieder vor und anschrauben

Das ist grundsätzlich eine solide Sache. Dabei können natürlich die üblichen Probleme auftreten: Putz steinhart oder nur noch Pulver. Oder Bohrer wandert aus, weil Eisen in der Wand. Oder beim Anschrauben hebt sich die Leiste an anderer Stelle von der Wand und sieht scheisse aus. Oder, und nun kommen wir zu meinem Jubiläum: Man bohrt in ein Wasserrohr.

Mannmannmann. Ich musste so ca. 4 cm tief, wegen der Schrauben und damit das hält und so. Und bei dieser einen kurzen Leiste, die ich eh nur mit einer Schraube festmachen wollte, da ging der Bohrer auf Anhieb nur 3,5cm rein. Kurz gegrübelt: Nä, das haut nicht hin mit Dübel und so, das muss noch ein kleines bisschen tiefer. Und ruckzuck war ich ich gleich 22mm tiefer: Ich hatte das Kupferrohr gut mittig erwischt. Und das ohne ankörnen, auch ne Kunst. Mir kam ein satter 6mm-Strahl entgegen. Zum Glück war Thor im Haus, den konnte ich herbei rufen, damit der den Wasseranschluss zudreht (natürlich nach viel zu viel Gefrage undundund). Dann musste ein Stöpsel her: Weil Thor (er lernt ja gerade Koch) mir da keine schnelle technische Hilfe geben konnte, nahm ich flott den Bohrer, wickelte einen Lappen drum und stopfte ihn rein. Zwei Hammerschläge und dicht war es zunächst.

Was ist die erste Idee? Dichtschmieren und wenn es nicht leckt dann weitermachen als wenn nix wär. Aber so stumpf kann ich gar nicht sein. Zumal es noch ziemlich tropfte… nein. Bevor ich mich weiter darüber ärgern konnte, dass mein frisch verlegter Fußboden total eingesaut ist, nahm ich Hammer und Meißel und stemmte die Wand um das Leck auf. Der neue Boden voll mit Bauschutt. Als ich das Rohr sehen konnte rief ich meinen Klempner an, der zum Glück auch ans Telefon ging. Kurz besprochen: Ich muss weiter frei stemmen, damit er mit der Presse daran kommt und er sieht zu, wie er wen zu mir her kriegt. Letztendlich kam er dann selbst vorbei, sägte das alte gelötete Rohr raus und presste ein neues rein.

Fertig. Das war die Kurzform. Nun muss ich nur noch das Loch in der Wand wieder dicht kriegen, vier Stück 40 Jahre alte Fliessen besorgen und davor setzen und den 20 Stunden alten Fußboden… tja, mal sehen.

Aber ich werde diese Trefferquote nutzen und flott am kommenden Wochenende Lotto spielen.

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Töte einen Wal!

Wer von uns würde einen Wal töten? So ganz freiwillig, vielleicht sogar ohne Grund, einfach so? Natürlich keiner.

Und genauso natürlich habe ich den Titel dieses Beitrags etwas sehr dramatisierend gewählt. Der Ursprung ist eher etwas weiter entfernt von der Waljagd: Unsere Waschmaschine war kaputt. Siemens Siwamat. Fehler F.43, und wie man schnell rausfinden kann: Wohl irgendwas mit dem Motor. Nun bin ich alt und erfahren und Handwerker und wette mit mir selbst: „Die Kohlen sind runter, die müssen neu“. Auch wenn ich im Grunde weiss, wie man die Kohlen bei einem Elektromotor wechselt: Im Detail weiss ich es nicht und um an den Motor ran zu kommen, muss man sicher auch bestimmte Wege einhalten. Schön ist: Für alles gibt es Youtube-Videos, auch für mein Problem. So stellte sich recht schnell heraus, dass es eigentlich so ist, wie ich es mir dachte: Rückwand abschrauben, unten ist der Motor und wenn man den Treibriemen zur Trommel und die Kabelverbindungen entfernt hat, dann kann man den Motor ausbauen. Dazu gab es im Video noch hilfreiche Tipps zum Lösen der Stecker.

Also quäle ich die WaMa aus ihrer Ecke, mache erstmal mit dem Staubsauger eine grobe Reinigung, um Staub und Spinnenweben zu entfernen und nach dem ich Werkzeug etc. bereitgelegt habe, will ich mich ans Werk machen. Und schon kommt die erste Überraschung, die mich laut schimpfen lässt: Man kann die Rückwand nicht mehr einfach komplett weg schrauben! Es ist nur noch eine ovale Öffnung mit Deckel vorhanden, wo ich mit Kopf und Armen nicht durch passe. Und an den Motor kommt man so auch nicht. Früher und auch im YT-Video ging das noch. Was mich aufregt: Technisch gibt es keinen Grund dafür. Vermutlich kann man so etwas Metall sparen und trotzdem eine steife Konstruktion hinbekommen? Aber wichtiger: Wie komme ich nun an den Motor?

Zerlegen
Ich gebe natürlich nicht auf und nehme die Herausforderung an. Ich weiss nicht mehr, wie teuer diese WaMa seinerzeit war und wie lange wir die schon haben, aber: Wenn alles in Ordnung ist, alles gut funktioniert und NUR die Kohlen des Motors erneuert werden müssen, warum sollte ich dieses Gerät dann wegschmeissen und eine neue kaufen? Meine Frau studierte schon die üblichen Angebote, verglich Preise und Leistungen. Ich legte derweil die Maschine auf die Seite, um an den Boden heran zu kommen. Dort musste ich erstmal die „Wanne“ entfernen, die vermutlich Wasser auffangen soll (wie viel, zwei Liter? Ein Witz), dann das Kabel zum Schwimmschalter lösen und dann sehe ich von unten den Motor. Dieser ist von der Rückseite her auf zwei Daumendicke Kunststoff-Bolzen geschoben und mit zwei Schrauben gesichert. An die zweite Schraube kam man Dank der genialen Idee der Siemens-Ingeneure, die Rückwand fest zu montieren, kaum noch ran. Und als ich endlich den Motor mit einem dicken Schraubendreher nach hinten von den Bolzen hebeln wollte, da erkannte man die ganze Raffinesse dieser Idee: Man kann den Motor nicht einfach von der Trommel trennen und somit nicht ausbauen! Es fehlt schlicht an Platz! Mann Mann Mann!

Freischneiden
Nun erst recht: Als Schlosser habe ich natürlich eine Blechschere. Diese hergeholt und hinten ins Blech geschnitten. Ob gewollt oder nicht: Die Versteifungsrippen des Bleches waren total im Weg. Der Motor müsste eigentlich nur einen Zentimeter weiter nach hinten, aber dafür musste ich das Blech der festen Rückseite regelrecht vergewaltigen: Ein gerader Schnitt nach unten so weit es geht und dann ein Stück weiter zur Seite einen schrägen Schnitt usw. Irgendwann habe ich mit einer Pumpenzange die frei geschnittene Lasche und die scharfen Ecken weggebogen und endlich konnte ich den Motor rausziehen. Theoretisch hätte man die Kohlen auch am montierten Motor wechseln können, aber praktisch war das nicht möglich, weil extrem kleiner Fummelkram, dazu voll von Kohlenstaub. Bei frei liegendem Motor waren die Kohlen schnell entfernt. Noch ein Vorteil unserer modernen Zeit: Im Internet kann man alles kaufen. Die Ersatz-Kohlen zu finden und zu bestellen war kein Problem. Es war Samstag und Montag kamen sie schon per Post.

Reparatur
Ärgerlich war, dass eine der neuen Kohlen durchgebrochen war. Statt der ca. fünf Zentimeter hatte ich nur noch die Hälfte zur Verfügung. Nur etwas mehr als der entnommene Kohlenstummel. Aber egal, das sollte nun fertig. Ich habe mit Schleifpapier die Bruchkante geglättet und die neuen Kohlen eingesetzt. Und danach alles wieder quasi rückwärts zusammen gebaut. Schwer war natürlich, den Motor wieder in seine Position und über die Plastikbolzen zu kriegen, dazu musste ich sogar eine kleine Schraubzwinge verwenden. Danach nur noch die Bodenplatte fest, WaMa hinstellen, ovalen Deckel davor und erstmal nur grob in Richtung der alten Position geschoben. Ein technisches Hindernis gab es nun noch: Die Maschine zeigte noch immer den Fehler, man musste einen Reset ausführen. Aber auch hier wusste das Internet Rat (Klick). Toll, hat schon beim zweiten Versuch funktioniert und ich konnte den eigentlichen Funktionstest ausführen: Ein, zwei Handtücher in die Maschine und ein schnelles Programm laufen lassen: Super, es dreht sich! Der Motor war zwar etwas laut, aber das war sicherlich der nicht perfekt angepasste (abgebrochene) Kohlenstück. Das schleift sich ein. Prima, Fall doch noch erledigt.

Und was hat das nun mit dem Töten eines Wales zu tun?
Schaut euch mal eine Waschmaschine von innen an, am besten von oben. Da müsst ihr nur die Abdeckplatte runternehmen. Auf den ersten Blick alles HighTech, alle Kabel etc. akkurat und zackig verlegt. Auf den zweiten Blick? Alles verkapselte, vergossene HighTech und sehr viel Kunststoff. Da irgendwas auszutauschen oder zu entfernen ist kaum möglich. Nun weiss ich nicht, wie viele Waschmaschinen im Laufe der Zeit verkauft werden, aber auf jeden Fall werden fast genau so viele entsorgt, also weggeschmissen. Und selbst wenn ich glauben könnte, dass 95% der Wertstoffe recycelt werden würden, dann wäre immer noch sehr viel Abfall übrig. Und wo landet dieser Abfall? Ein Anteil davon ganz sicher irgendwann in unseren Weltmeeren (Klick). Und dort verhungern dann, oft gar mit vollem Magen, die Tiere (weil der unverdaubare Müll im Verdauungssystem steckt). Und damit sterben dann auch die Wale. Wollen wir das?

Ich will ja gar nicht so weit gehen und behaupten, Siemens ruiniert unsere Umwelt, denn das wäre zu einfach gedacht. Aber immer nur wegwerfen und neu kaufen geht eben nicht (mehr). Eigentlich. Es hört aber nicht auf und deswegen ist es, nüchtern und depressiv betrachtet, egal. Immerhin habe ich einige hundert Euro für eine neue Maschine gespart.

Wenn es doch nur so einfach wäre.

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Lerigaus Klassiker: Bad Herbie

Dieser Artikel (Bad Herbie) ist kein Klassiker in dem Sinn, dass ich den so zeitlos toll finde, um ihn hier noch mal zu erwähnen. Nein, es ist schlicht so, dass ich neulich beim Aufräumen meines Webspaces wieder auf die seinerzeit extra erstellte Webseite dazu gestossen bin und die nun gelöscht habe. Aber auf der Seite war auch ein Bericht von mir, wie ich meinen „Schaukampfroboter“ geplant und gebaut habe. Das wollte ich dann doch nicht so ganz ungesichert löschen. Deswegen taucht der nun hier zusammengefasst auf (im oben verlinkten Lerigau-Artikel findet man sogar noch ein Filmchen von dem Rennen damals):

Hier werde ich nach und nach die Entstehungsgeschichte meines ersten “Kampfroboters” beschreiben. Der ein oder andere kann schon mal darüber nachdenken, warum der so heisst wie er heisst 😉

Erster Gedanke war ja, dass wir nur 14 Tage Zeit hatten und sowas noch nie zuvor gemacht haben. Und an dem Abend, als wir das beschlossen, waren wir uns schon so weit einig, dass als Basis wohl herkömmliche “Spielzeug-RC-Autos” herhalten müssen. Also habe ich meinen Söhnen erstmal ihre Fernlenkautos abgeschwatzt, die zum Glück jeweils 27 und 40 Mhz hatten und sonst baugleich waren. Bevor ich loslegte, habe ich mich erstmal quer durch Internet gelesen und bin dabei schnell auf eine wohl recht anerkannte Seite gestossen: http://forum.mad-metal-machines.de/. Da wusste ich dann bald, was ich haben wollte. Nun ging es nur noch darum, es umzusetzen 😉  Nun habe ich mir erstmal meine Modelle genau angeschaut um zu verstehen, wie die überhaupt funktionieren. Resultat: Ingenieurskunst, die voll auf Sparsamkeit ausgelegt war. Keine Servos, keine Fahrtregler (zuvor musste ich natürlich rausfinden, dass man sowas eigentlich braucht…). Die Fahrzeuge hatten Motoren, die direkt mit der Empfängerplatine verbunden waren und an dieser war eben die Stromzufuhr und die Antenne fest. Diese Einfachheit hatte einen Vorteil für mich, nachdem ich das alles verstanden habe: Ich konnte die Steuerung für die Lenkung einfach für einen zweiten Antriebsmotor verwenden. Denn ich wollte aus den zwei Fahrzeugen eins machen und eine “Tank-style” Lenkung bauen, d.h.: Ich hatte zwei einzeln ansteuerbare Antriebsräder und brauche keine Lenkachse mehr. Dazu später mehr, einiges erklärt sich selbst auf den folgenden Bildern.

Zunächst fing ich damit an, die Modelle von allem unnötigen Ballast zu befreien. Also z.B. die ganze Vorderachse weg. Das Chassis sowieso, denn zum einen taugt das dünne Plastik eh für nix und zum anderen wollte ich eine ganz speziell geformte, robuste Hülle über alles haben. Dann von beiden Modellen spiegelbildlich ein Hinterrad abgetrennt, damit ich die beiden Teile zu einem verbinden konnte. Die beiden E-Motoren, die ursprünglich für die Lenkung verantwortlich waren, habe ich auch abgelötet. Auf dem Bild kann man erkennen, dass nur noch eine Empfängerplatine eingesetzt ist (beim hinteren). Und deren Signalleitung für die Lenkung wollte ich einfach an den Antriebsmotor des anderen (vorn) setzen. Habe ich auch später gemacht und ging super! Nur die Polung musste ich noch mal tauschen, damit die Steuerung logischer wird (uups 😉 )

Auf dem nächsten Bild sieht man schon, wie die beiden Körper mit einander verschraubt sind. Das hat auch super gehalten. Ich wollte das ja auch nie wieder auseinander schrauben. Vorn habe ich dann statt einer Lenkachse eine Möbelrolle aus dem Baumarkt eingesetzt. Diese hat den Vorteil, dass sie sich immer selbst in die Richtung dreht, in die sie geschoben wird. Ausserdem war das eine massive Kunststoffwalze mit einem soliden Stahlbolzen als Achse. Ich habe vorher die Rolle auf die Fahrzeugkörper gelegt und mit einem Stift grob umzu gemalt. Dann einfach das überflüssige Kunststoff mit einem Dremel weggeschnitten. Passte erstaunlich präzise! Danach die Rolle von unten eingesetzt (sie hat einen Absatz am unteren Rand), so dass sie nicht “weg” kann, selbst wenn der Kleber nicht halten sollte. Wie man auf dem Bild erkennen kann wurde das alles großzügig mit Heizkleber fixiert. Damit war er schon so weit fahrbereit und ich konnte die Steuerung testen. Ging alles auf Anhieb, ein Glück! Im Nachhein stellte sich raus, dass die Räder etwas zu klein im Durchmesser waren, um auf hubbeligem Boden gut zu funktionieren. Ich habe dann noch jeweils ein Stück Fahrradschlauch über die Reifen gezogen, so dass ich mehr Grip bekam. Passte genau!

Mein Schwager Stephan baute mir aus soliden Kunststoffplatten einen Kasten nach meiner Vorgabe, siehe Bild oben vom fertigen Roboter. Die Idee war, dass ich bei den Gegnern mit Karacho in die Seite fahre, so meinen Bot da unter schieben kann und der Gegner umkippt. Dafür fehlte aber am Ende die Kraft. Das neue Chassis befestigte ich mit einer quer durchgehenden Gewindestange am Fahrweg, so konnte ich alles bequem aufklappen. Vorn am Chassis brachte ich mit Klebeband eine Aluleiste an, um die Bodenfreiheit zu überbrücken. Die ganzen spitzen Anbauteile waren nur Showeffekt, um den Gegner zu beeindrucken. Dann noch die „53“ ausgedruckt, mit farbigem Isolierband die Streifen angebracht und fertig war mein Bad Herbie.

Das war jetzt eine sehr reduzierte Beschreibung, aber auf jeden Fall war ich deutlich vor den 14 Tagen fertig und konnte sogar noch etwas fahren üben! Das es am Tag des Rennens, 20. Februar 2011, so kalt war, dass die Akkus nicht lange hielten, konnte ja keiner ahnen….

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Pimp my Kupplung

Um genauer zu sein: Pimp my Fahrradanhängerkupplung, aber das war mir als Überschrift zu sperrig 🙂

In alter Tradition meiner Pimp-Artikel will ich euch heute mal erzählen, was ich neulich gebastelt habe bzw. basteln musste. Wie ihr alle wisst, besitze ich seit einiger Zeit ein E-Bike (wisst ihr nicht? Doch, oder?). Mein vorheriges Fahrrad habe ich gebraucht gekauft, zusammen mit einem Fahrradanhänger. Das ist eine feine Sache, da kann man einiges mit transportieren. Und mit dem E-Bike sollte das ziehen solch eines Anhängers ja noch einfacher sein, da könnte ich sogar mal einen richtigen Einkauf mit wagen. Also muss an das neue Pedelec eine Kupplung ran. Die üblichen, welche an die Sattelstützenschraube mit angebaut werden, kann ich aus technischen Gründen nicht verwenden. Aber in den gängigen Einkauf-Portalen des Internets findet sich alles:  Ich fand eine Kupplung mit einer Schelle dabei, um direkt an dem Sattelstützrohr angebaut zu werden. Eine Schelle selbst zu bauen war mir zu blöd… So, Paket kam, ich machte mich dran, alles zu montieren und stellte fest: Geht nicht, weil: Beim meinem eBike ist der Akku unterhalb des Gepäckträgers platziert, was eigentlich noch kein Problem ist, die Höhe haut schon hin. Aber der Gepäckträger hat Richtung Sattel einen Bügel aufgeschweisst, was ja auch sinnvoll ist, um Gepäckstücke auf dem -Träger gut zu fixieren (siehe unteres, ungünstig fotografiertes Bild vom fertigen Objekt). Aber dieser Bügel war der korrekten Verbindung von Kupplung und Anhänger im Weg. Mein erster Gedanke war: Wegschneiden. Doofe Idee. Zweiter Gedanke: Mitm Hammer von oben eine Delle reinkloppen, um Platz zu schaffen. Auch doof. Die beiden Gedanken hatte ich, um das eigentlich Unvermeidliche zu umgehen: Ich musste richtig was basteln, entweder geschraubt oder geschweisst. Der Rest ging dann nach kurzer Überlegung ganz flott: In meiner gut sortieren Garage (*hüstel*) ein Flacheisenrest rausgesucht, an der Hebelschere auf passende Länge (Augenmaß) zu geschnitten. Dann das Schweissgerät nach vorn geholt, die Werkstücke mit einer Gripzange fixiert und verschweisst. Dann das nächste Teil angeklemmt, noch mal verschweisst, Nähte gereinigt, aus der Papiertonne eine alte Zeitung, aus dem Farbregal eine Spraydose Alu-Farbe und das noch warme Bauteil heisslackiert:

Daran musste dann nur noch die eigentlich Kupplung geschraubt werden und das ganze konnte endlich montiert werden. Noch eine kleine Anekdote am Rande: Der Alex möchte, dass ich an seinem Kfz-Anhänger eine Kleinigkeit nachschweisse und ich wollte ihn eben anrufen, damit er vorbei kommt und ich das mache, wo ich gerade das Schweissgerät startklar habe. Handy gezückt, in die Kontakte und: Da sind natürlich zwei Handynummern gespeichert, welche ist die gültige? Das war der Moment, wo ich dazu keine Lust mehr hatte, muss Alex eben weiter warten.
Nach der Montage habe ich noch eine kurze Probefahrt mit dem Anhänger gemacht und das leere Teil rumpelt, als würde man eine Mülltonne hinter sich herziehen. Aber dafür kann ja meine Halterung nix… vielleicht war ich mit dem E-Bike auch einfach zu schnell über den Hubbelweg gefahren 🙂

Auf jeden Fall ein tolles Gefühl, wenn man wieder etwas erfolgreich von der unendlich langen ToDo-Liste streichen kann, dazu noch so simpel, elegant und funktional gelöst. Nicht wie des Fingers kreative Bauten, welche oft genug nach langer Bastelei nicht das erwartete Ergebnis liefern. Aber natürlich hat er meinen Respekt für seinen Wagemut und seine weitreichenden technischen Kenntnisse (im Ernst!) sowie seine unterhaltsame und informative Art, alles zu dokumentieren.

In diesem Sinne: Nicht pimpen mit pimpern verwechseln!

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Beim Alu-iMac die Festplatte tauschen

Ich gehöre nun dazu: Zum erlesenen Kreis derer, die einen Alu-iMac (2008) öffneten, sich durchwühlten und die interne Festplatte tauschten. Ich schreibe hier keine Anleitung, da gibt es genug sehr gute im Netz, z.B. hier.
Eigentlich war meine interne Platte schon länger defekt bzw. hatte Fehler produziert. Deswegen habe ich mein System seitdem auf einer externen Firewire-HD. Da dauert das Starten von Programmen zwar immer etwas länger, aber ansonsten lässt sich angenehm damit arbeiten. Nun fing aber die Interne an, Krach zu machen, alles zwei Sekunden „ssssss klackklack“. Und das nervt gewaltig. Natürlich ist das heute auf einem Sonntag passiert und mein Ersatzfestplattenregal war gerade leer. Glücklicherweise hatte mein Schwager noch eine Barracuda mit 500GB zuhause rumliegen, nach seiner Aussage so gut wie neu 😉 1 TB wäre zwar auch fein gewesen, zumal ich das nicht so schnell wieder machen will, aber die 500 reichen auch locker. Immerhin ist das Backup dann nicht so gross… Also machte ich mich laut oben erwähnter Anleitung daran, die alte aus- und die neue Platte einzubauen. Grundsätzlich geht das alles genau so, wie in der Anleitung beschrieben, ich will aber gern noch erwähnen, was bei mir anders/ komisch/ doof war.

imac_offen

Auf dem Bild ist die alte Festplatte schon ausgebaut (der leere Platz in der Mitte) und man sieht sehr gut, wo ich es mir einfach gemacht habe: Statt das Display ganz rauszunehmen (wobei ich das Stromkabel hätte abziehen müssen) habe ich es einfach hochgeklappt und mit einem Kochlöffel „arretiert“.
Aber schon viel vorher hatte ich Probleme: Ich hatte keine Saugnäpfe, um die magnetisch gehaltene Frontscheibe abzuheben. Dann hatte ich eine Idee und habe meine Navi-Halterung aus dem Auto genommen, was sich sehr bewährt hat, weil man mit der Halterung gleich einen guten Griff am Saugnapf hat. Meine Scheibe ist auch noch mit Stiften versehen, so dass man die Scheibe (wie ich dachte) nicht erst an einer Seite und dann an der anderen anheben kann. Man sollte hier mit viel Gefühl arbeiten.
Bevor man den Alurahmen abhebt sollte man daran denken, unten die Abdeckung des Arbeitsspeichers rauszuschrauben. Und auch dann noch war es nicht einfach für mich, den Rahmen hochzuheben. Oben ging es ganz gut, aber unten, da tat sich nix. Hier braucht man dann eine Kombination aus Gefühl und Kraft, man will ja nix verbiegen. Das Kabel für die iSight-Kamera habe ich dran gelassen, einfach den Rahmen nach hoben bzw. hinten geklappt.
Den kleinen Stecker für den Temp-Fühler des Displays (?) unten links habe ich mit einer Spitzzange abgezogen. Als ich nur mit den Fingern dran zog hatte ich das Gefühl, ich würde gleich die Kabel aus dem Stecker rupfen.
Natürlich hatte ich auch keine Druckluft, um das Display von Staub zu befreien, bevor am Ende die Scheibe wieder drauf kommt. Ich habe dann einfach vorsichtig gepustet. Man kann vorhandenen Staub etc. recht gut sehen. Insgesamt habe ich vorher einige Geschirrhandtücher bereit gelegt, um alles weich und Staubfrei ablegen zu können.

Der Festplattentausch an sich war pupseinfach, genau wie das schon gewohnte Rückspielen der TimeMachine-Sicherung. Das ist immer wieder einfach nur geil: Zwei Stunden kopieren und man hat sein altes System wieder vor sich, nix fehlt (ausser dass der Download-Ordner leer ist, Dropbox will neu verknüpft werden und Adblock Plus muss ich neu zu Safari hinzufügen). Nun will ich gleich noch, bevor ich schlafen gehe, eine neue TimeMachine-Sicherung anlegen und das war es dann auch. Und rein subjektiv geht natürlich alles schneller, Safari z.B. muss nur zweimal im Dock hüpfen, bevor er sich öffnet…

timemachine

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Trockenobst selber machen

Apfelringetrocken

Wenn man auf die Idee kommt, Obst selbst zu trocknen, um diese als Vorrat, schmackhafte Zutat oder gar nur als Deko selber herzustellen und dann im Internet nach Tipps sucht, dann findet man viele Seiten, die einem dabei helfen wollen. Und offenbar schreiben diese mehr oder weniger einfach voneinander ab: Immer wieder ist der Backofen der beste Tipp, man soll einen Kochlöffel zum Entweichen der Feuchtigkeit in die Tür klemmen, es wird geredet von Temperaturen, Zeiträumen und Energieverbräuchen: Alles nett und sicher nicht falsch, aber viel zu aufwendig.

Ich lege Apfelscheiben einfach auf ein Stück Küchenpapier („Zewa“), dieses auf unsere Heizung im Wohnzimmer und vergesse das für ein paar Tage. Irgendwann fällt mir wieder ein, dass da ja was liegt und schaue nach und es sieht gut aus. Und oft mampfe ich dann ein Stück einfach auf (man muss ja probieren).

Was ich nicht mache: Die Scheiben vorher in Zitronensaft tränken (weil gegen braunwerden), Temperatur messen (die Heizung muss eben „an“ sein) oder gar die Zeit stoppen (im dööfsten Fall wird das Obst zu trocken). Meist komme ich spontan auf die Idee des Trocknens, weil z.B. der gekaufte Beutel mit Äpfeln bei der Familie gerade nicht so begehrt ist und da Äpfel über wären, die sonst nur weggeschmissen werden, wenn nicht vorher einer dran denkt, den Hühnern welche zu geben (tut keiner ausser mir).

Und ich komme nur darauf, darüber zu schreiben, weil ich beim Aufräumen gerade wieder über ein Glas mit Apfelringen gestolpert bin, die ich irgendwann Anfang letzten Jahres da rein gepackt habe. Da keine visuellen Mängel wie Schimmel o.ä. feststellbar waren, habe ich gleich mal ein Stück probiert: Macht irgendwie süchtig 😉

Und wer Interesse an so was hat, dem empfehle ich nur: Einfach machen und gucken, was passiert. Egal ob es nur ein Apfel ist oder Weintrauben, eine Birne, ein paar Pflaumen, Pfirsich oder einige Pilze: Wenn das statt zu trocknen gammeln sollte, dann merkt man das schnell im Raum, im besten Fall gibt es einen neuen, eigenartig wunderbaren Duft im Wohnzimmer 😉

Sollte das Ergebnis brauchbar trocken sein und man verbraucht nicht gleich alles, dann kann man es in ausgewaschene Gläser von zuvor gekauften und verbrauchten Bohnen, Erbsen oder Pilzen einlagern (je nach Grösse) und irgendwann mal verwenden. Muss ja nicht ewig rumliegen. Für ein wenig Kontrolle kann man die eingelagerte Ware in den hoffentlich nicht extra gekauften Schraubverschluss-Gläsern (neudeutsch: Twist-off) ja mit Inhalt und Datum beschriften. Ich hatte es nicht beschriftet und datiert (sollte ich aber machen) und selbst trockene Äpfel, die in Erdnussdosen mit Deckel gelagert waren, schmecken noch heute. Ich erinnerte mich nur beim Fund, dass ich in der letzten Heizperiode mal was ausprobieren wollte, das muss also vor dem Sommer gewesen sein… genauer kann ich es also nicht datieren.

Einige Worte zum Aufwand: Ich finde es falsch, extra Energie für derlei Konservierungsmethoden zu verbrauchen. Da kommt ein Backofen oder gar ein extra Dörrautomat für mich nicht in Frage. Und Gläser mit Schraubdeckel zu kaufen, wo ich doch bewusst beim Einkauf auf Dosenware verzichte, wäre ja Selbstverarschung.

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Feuerkorb aus Waschmaschinen-Trommel

Über Weihnachten ging leider die Waschmaschine meiner Schwiegereltern kaputt. Dank Internet haben wir schnell eine neue gefunden und Sylvester wurde die schon geliefert. Ich durfte die dann aufstellen etc., dafür kam ich so aber zu einem Waschmaschinenmotor (kann man bestimmt noch mal gebrauchen) und einer Edelstahltrommel. Daraus einen Feuerkorb bauen ist ein Klacks. Das ist fast schon fertig, denn es müssen nur noch Füsse dran geschraubt werden, sogar die drei Bohrungen dafür sind schon vorhanden. Aber:

Auf der Suche nach Inspiration bzgl. Feuerkörbe fand ich irgendwo einen, der schrieb: „um an die Trommel zu kommen, muss man fast die ganze Waschmaschine zerlegen“. Und nun weiss ich, was er meint. Man muss wirklich so ziemlich alles abbauen, um an die Trommel zu kommen, nur die Tür kann drin bleiben. Und hat man das fette Teil erstmal aus der Maschine gepult, dann ist man noch lange nicht am Ziel: Die Trommel steckt in einer Art Kunststoffkapsel, welche aus zwei Teilen besteht und zur Montage werden die wohl einfach zusammengedrückt, Kunststoffnasen klacken dann in ihre Halterungen und das ganze hält Bombensicher. Eine Demontage ist ganz offenbar nicht vorgesehen. Also fiel mir nichts anderes ein, als die ganzen Nupsis ein nach dem anderen mit Stecheisen und Hammer zu befreien, einmal ganz um die Trommel:

Am oberen Teil sieht man die zerstemmten Halter
Am oberen Teil sieht man die zerstemmten Halter, links die Nasen am anderen Teil

Dafür ist die Waschmaschine dann so entkernt, dass man sie praktischerweise für die Entsorgung einfach zusammendrücken kann:

Da biste platt
Da biste platt

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Heissräuchern im Kochtopf – Finale

Hier das Finale zum Räuchern im Topf. Eigentlich hätte ich das ganze auch viel kürzer schreiben können, aber dann blieben für den ein oder anderen Leser sicher einige Fragen offen. Deswegen ist das, wie bei mir gewohnt, länger als eigentlich notwendig. Am Ende schreibe ich aber noch mal eine brutale Zusammenfassung, denn im Grunde ist das alles ganz einfach.

Nun haben wir alle Sachen beisammen und können loslegen. Meinen Spirituskocher habe ich schon mal angefeuert, der braucht einen Moment, bis er in Gang kommt. Dann ganz unten das Räuchermehl direkt auf den Topfboden. Ich habe das als kleinen Haufen gemacht, weil ich mir dachte, dass das so nach und nach verglimmt, ausserdem ist wegen meinem Kocher in der Mitte die meiste Hitze. Im Nachhinein muss ich sagen: Richtig so!

Forelle und alles im Topf
Forelle und alles im Topf

Über den Spänehaufen habe ich die Aluschale zum Auffangen von Tropfen platziert, darüber das Grillrost und darauf letztendlich den Fisch. Das wars. Nur noch den Deckel drauf. Ich hörte auch von dem Tipp, je Fisch eine getrocknete Wachholderbeere auf das Räuchermehl zu legen. Mache ich nächstes mal. Ausserdem könnte ich wegen der Höhe des Topfes bestimmt noch eine zweite Ebene mit einem weiteren Rost realisieren, und so vielleicht bis zu sechs Forellen da rein bekommen.

Nun wie gesagt den Deckel drauf, den Topf schön mittig auf dem Kocher ausgerichtet und angemessenerweise erstmal eine geraucht. Die Angaben zur Räucherdauer fangen bei 20 Minuten an und gehen bis zu einer dreiviertel Stunde. Ich habe mir gedacht: Es muss ja erstmal zu Rauchen anfangen und ab da an mache ich ca. 20 Minuten. Mit allem drum und dran wurden es dann knapp 45 Minuten. Man kann ja zwischendurch den Deckel abnehmen und nachschauen, wie Rauch und Fisch sich entwickeln. Das sieht dann erstmal so aus:

Fisch im Rauch?
Fisch im Rauch?

Nein, das ist nur auf dem Foto so. In „echt“ sah man nach dem Rauchschwall natürlich die Fische und schon nach einer guten viertel Stunde sah man die Räucherübliche Braunfärbung. Aber nicht zu oft den Deckel hoch machen, der Fisch soll ja im heissen Rauch auch garen! Ich hab in der Zeit zweimal nachgesehen (und einmal, um meiner Frau stolz das Wunderwerk zu zeigen). Mit geschlossenem Deckel kommt aber wirklich nur sehr wenig Rauch aus dem Topf. Wie immer bei Forellen: Wenn man die Rückenflosse leicht rausziehen kann, dann ist der Fisch gar. Wenn man Räucherfisch schon kennt (wo von ich ausgehe), dann erkennt man aber auch an der Farbe, ob er schon so weit ist.

Forelle, selbst und einfach geräuchert
Forelle, selbst und einfach geräuchert

Und er war wirklich durch und auch lecker. Aber eben, wie schon erwähnt, etwas fad. Nächstes mal werde ich definitiv salzen und würzen. Selbstverständlich kann man nicht nur jeden anderen Fisch so räuchern und einen Hering zum Bückling machen, auch Schweinebauch, Gänsebrust und Hähnchenschenkel sollen so funktionieren. Fleisch statt Fisch braucht dann aber eine längere Räucherzeit (bestimmt eine Stunde?) und damit natürlich auch mehr Räuchermehl.
In dem Zusammenhang noch ein Hinweis: Es handelt sich hier um „Heissräuchern“. Schinken, Speck und die meiste Wurst werden aber kalt geräuchert. Das heisst, bei nicht mehr als 30 Grad warmen Rauch über viele Stunden bis hin zu mehreren Tagen und Wochen mit manchmal mehreren Räuchergängen. Kalt geräucherte Ware hält sich auch viel länger! Macht das Räuchern im Topf also nicht, um frische Dinge länger lagern zu können sondern um ein leckeres Essen zu bekommen. Aber natürlich hält sich eine heissgeräucherte Forelle schon etwas länger als eine frische…

Zum Reinigen: Ich konnte die (vollständig) verkohlten Spänereste mehr oder weniger ohne Weiteres auskippen. Am Boden und am Topfinneren waren nur wenige Anhaftungen. Aluschale sei Dank, denn da war schon etwas drin gelandet. Den Topf (und das Grillrost) habe ich dann ganz normal mit Spüli und Bürste abgewaschen und ich würde nun danach ohne weiteres einen Eintopf oder Chili darin kochen. Nicht mal der Boden von unten war verrußt. Baut man sich statt der Alufolienschale ein festes Blech mit Füssen dran, dann kann man auch das immer wieder verwenden. Das werde ich als Schlossermeister auf jeden Fall noch machen, denn das ist nicht das letzte mal, dass ich so geräuchert habe.

So, hier noch mal eine Quick&Dirty-Anleitung:

  1. Fisch vorher trocknen, ggf. salzen (in Salzlake einlegen, ca. 90 Minuten)
  2. Topf, am besten Edelstahl, auf eine Feuerstelle stellen.
  3. 2-4 Esslöffel Räuchermehl auf den Boden (mehr Fisch = mehr Mehl).
  4. Räuchermehl lose abdecken, damit nix reintropft aber es noch qualmen kann
  5. Rost samt Fisch darüber
  6. Deckel drauf und Feuer an (Herd ruhig volle Pulle)
  7. Warten, bis Fisch durch ist

Wer es noch etwas quicker und dirtier will, der kann statt der Räuchermehlabdeckung und Grillrost einfach Alufolie lose zusammenknüllen und den Fisch direkt darauf legen. Das wäre auch eine Alternative, wenn der verfügbare Topf nicht ganz so gross ist oder man beim Camping/Bootstour spontan mit vorhandenen Mitteln was räuchern will. Und auch dem ein oder anderen Prepper kann das ja weiterhelfen 😉

Und noch ein Hinweis: Seid nicht zu „billig“ in der Wahl der verwendeten Mittel: Lackierte Dosen, alte Ölfässer eignen sich eher nicht als Topf-Ersatz, denn weder Lackbeschichtungen noch Altöl will man in seinem Fisch. Und wenn der Behälter nur gelötet ist, besteht die Gefahr, dass sich das Lot in der Hitze erweicht und euer Behälter auseinander fällt. Und nehmt lieber keine Hamsterstreu als Räuchermehl-Ersatz.

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Heissräuchern im Kochtopf

Neulich fand ich im Netz zufällig einen Hinweis, dass man ja ganz einfach selbst räuchern könne, indem man einen Kochtopf verwendet, statt sich aufwändig, kostspielig und Platzverbrauchend einen Räucherofen zu holen. Bei solchen Sachen werde ich hellhörig, sowas interessiert mich. Vorher wurde ich schon darauf gestossen, dass es ja Tischräucheröfen gibt, mit denen das Fischräuchern auch sehr einfach gehen soll. Mit einem Topf wendet man das gleiche Prinzip an. Heute hat sich ergeben, das einfach mal zu machen und euch möchte ich davon berichten.

Was ich dazu benötige:

  1. Einen Kochtopf samt Deckel
  2. Ein Rost, welches in den Topf passt
  3. etwas Alufolie
  4. Räuchermehl
  5. Einen Herd, Ofen oder andere Kochgelegenheit
  6. Fisch

An meinen Topf kam ich durch eine glückliche Fügung. Mein ursprünglicher Gedanke war, den Topf zu verwenden, den wir im Schrank haben, wenn mal grosse Mengen an Kochgut anfallen. Das ist so ein recht alter, blauer Emaille-Topf. Aber meine Frau hängt an diesem und dafür habe ich Verständnis. Nun war es so, dass eine gute Bekannte meiner Mutter dabei war, das Haus ihrer verstorbenen Eltern auszuräumen. Diese hatten zu Lebzeiten den Fimmel, alle möglichen Dinge zu kaufen aber nicht zu benutzen, Motto „könnt man ja mal gebrauchen“. So kam ich neben einem neuem Mixer, einem Funkradiowecker, einer Pfeffermühle und einem Wasserkocher auch zu einem nagelneuen unbenutzten 11Liter-Edelstahltopf mit Deckel, der schon 12 Jahre alt war (aber noch original verpackt, mit Quittung). Das Praktische: Dieser Topf hat keine Griffe aus Kunststoff sondern ist voll aus Edelstahl, dazu einen Deckel, der auf Grund seiner Form nicht nur drüber passt sondern auch nach innen abschliesst. So kann kein Kondenswasser etc. raustropfen und recht (Rauch-)dicht ist es auch. Toll.

Topf zum Räuchern auf dem Kocher
Topf zum Räuchern auf dem Kocher

Als Grillrost nahm ich das von unserer Mikrowelle. Das ist so ein rundes mit Füssen dran. Zufälligerweise passt unseres 100%ig genau in den Topf, man muss etwas drücken, weil es knapp klemmt und kann quasi die Höhe im Topf selbst bestimmen. Wieder Glück gehabt. Etwas Alufolie benötigt man, um das Räuchermehl abzudecken, damit tropfende Tropfen dort nicht hinein gelangen. Im Netz fand ich Leute, die brauchten 4 Meter Alufolie, weil sie ihre ganze Wokpfanne samt Deckel in Folie gewickelt haben. Das ist absolut nicht notwendig. Ich nahm eine Aluschale, wie man sie fürs Grillen verwenden kann (der Fisch lag darin, siehe unten). Passte auch so genau in den Topf, dass sie das Räuchermehl nicht berührte.

Räuchermehl. Hm, hier kam ich etwas in Bedrängnis, denn ich wollte mir noch was im Angelshop oder im Internet holen. Oder eben selber machen, denn ich habe eine Buche im Garten und müsste hier nur einen Zweig abrinden und kleinsägen. Aber dann hätte ich noch kein trockenes Sägemehl. Ich wollte aber nicht mehr warten, denn als Testfisch hatte ich Regenbogenforelle bei Lidl gekauft und die lagen nun schon zwei Tage zum Auftauen im Kühlschrank. Da fielen mir zwei Sachen ein: Auf dem Dachboden habe ich seit zwei Jahren Scheiben des Stammes vom gefällten Apfelbaum aus dem Garten zum trocknen liegen (wollte ich mal was mit basteln) und ich las irgendwo im Internet, dass man als Räuchermehl auch das Holz von Obstbäumen nehmen könnte, ist halt eine Geschmacksfrage (Nur Nadelhölzer soll man nicht verwenden, aber das kann man sich ja denken, wegen dem Harz). Dann die Stichsäge geschnappt, eine leere Konservendose (jaa, sowas bewahre ich manchmal auf), das Holz darüber und Schnitte reingesägt. Mit der Dose fing ich das fallende Sägemehl auf. Leider macht die Stichsäge auch oben „Dreck“. Will man das auffangen, dann muss man etwas mehr Aufwand betreiben. Nicht so mein Ding, es muss schnell und einfach gehen. Man benötigt aber nicht allzuviel, die Angaben schwanken zwischen 2 und 3einhalb Esslöffel voll. Ich habe dann noch mit einem 8mm-Bohrer Löcher ins Holz gebohrt und diese Späne auch verwendet. Das schafft was. Achtet aber darauf, dass ihr nix anderes auffangt. Man will weder Metallspäne, noch irgendwas, wo Öl und sonstige Verunreinigungen anhaften. Auch keine Späne von dem PVC-Rohr, das ihr vorher mit der Stichsäge gesägt habt!

Die Buhr-Tischräucheröfen arbeiten mit Spiritusbrennern, wie man sie vom Fondue, Speisewärmern etc. kennt. Für den Topf kann man auch den E-/ Gas-Herd, den Holzofen, ein Lagerfeuer oder einen Grill verwenden. Ich habe noch einen Turm 38-Spirituskocher, den fand ich ganz angemessen. Zumal ich das so auf der Terasse machen und die Küche von eventuellen Rauchschwaden verschonen konnte.

Als Fisch verwendete ich wie erwähnt TK-Forelle. Die grille ich auch ab und zu, sehr lecker. Diese habe ich natürlich vorher aufgetaut und vor dem Räuchern trocken getupft und ca eine Stunde auf Küchenpapier liegen lassen. Eben so lange, wie meine diverse Vorbereitungen dauerten (Sägemehl machen…). Zum Räuchern soll der Fisch immer trocken sein, ist aber ja irgendwie logisch. Ich habe darauf verzichtet, den vorher zu salzen oder zu würzen, das werde ich beim nächsten mal aber machen: Eine Stunde oder so in Salzwasser legen, denn meinem geräucherten Fisch fehlte genau das.

So, nun ist das wieder viel zu viel Text geworden, den Rest schreibe ich dann in einem zweiten Beitrag. Das ist aber auch dann auch nicht mehr so viel!

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