Bild der Woche: Aufpassen beim Naschen

Ich bin ja zur Zeit beruflich wieder im Handwerk unterwegs und auch da gibt es immer wieder mal etwas Haribo zum Naschen:

Na, welchen essen wir lieber nicht?

Da muss man wirklich aufpassen: Gab es früher nur so genannte „Micky Mäuse“ als Gehörschutz, so sind das heute üblicherweise Quietschbunte Softgummikegel, die natürlich bei vielem Rein- und Rausstecken auch Schmutz und damit zumindest eine interessante Struktur annehmen. Könnte aber auch ein Halloween-Haribo-Naschkonfekt sein 🙂

Dieser Stöpsel lag natürlich nicht mit in der grossen bunten Dose sondern effizienzorientiert wie ich bin packte ich ihn nicht in die Hosentasche sondern hielt ihn in der Hand, brauche ihn ja gleich wieder…

Flattr this!

Voll auf die Nuss

Ich esse ja gerne Erdnüsse. Es gibt hier sogar ein paar Artikel, wo das erwähnt wird. Von Ültje hatte ich mir mal ein paar Kunststoff-Deckel schicken lassen, damit kann ich die aufbewahrten Dosen schön verschliessen und für vielerlei Dinge verwenden. Das ist quasi der nette Nebeneffekt der Nüsse-Nascherei: Müll vermieden und Behälter „gewonnen“.
Vor ein, zwei Wochen bemerkte ich dann was seltsames: Ich saß am Rechner, machte so Dinge, trank ein Bierchen und knabberte Nüsse nebenbei. Und auf einmal war da so ein Kratzen im Hals. Doofe Erkältung. Erstmal ignorieren, geht sicher bald wieder weg.
Ein anderer Abend: Ähnliche Situation, wieder ein Kratzen im Hals. Aber beharrlicher. Es zwang mich zum Husten. Ging aber nicht richtig weg, der Husten löste nix. Da kam mir der Gedanke, die Erdnüsse könnten schuld sein. Also habe ich die einige Zeit bei Seite gelassen. Und aber wie das so ist mit Gewohnheiten (vielleicht schon eine Sucht…): Irgendwann fasse ich wieder in die Dose und werfe mir ein paar Nüsse in den Mund. Das Kratzen im Hals kam schneller als meine Erinnerung. Verdammt. Das war wirklich unangenehm, was mir da im Rachen passierte. Schnell weg mit den Nüssen, mit Bier gespült: Langsam ging es wieder. Da ist es wohl zu einer Allergie gegen Erdnüsse geworden.

Neulich, beim Einkaufen: Die Nüsse links liegen gelassen. Aber irgendwas zu knabbern wollte ich haben. Und was kaufe ich, völlig geistesabwesend? Flips. Erdnussflips. Das war der erste Fehler. Der zweite war, die dann abends zu essen. Leute, was ging mir das schlecht! Nicht mehr dieses fiese Kratzen im Hals, nein: Erst dachte ich, es wäre was mit meinem Brustkorb, mit meinen Atemwegen, mit meinem Herzen; echt schlimmes Gefühl! Als der Druck, die Schmerzen etwas nachliessen, konnte ich das besser lokalisieren: Meine Speiseröhre wars. Vom Magen unten bis zum Hals oben. Vermutlich, weil ich die Flips nicht so ausgiebig kaute wie die Nüsse, entfaltete sich deren fatale Wirkung erst später. Und das war gar nicht gut. Da weiss man nicht, ob unablässiger Reizhusten nicht doch „besser“ wäre. Vermutlich nicht.

Tja, nun bin ich wohl auch Allergiker. Wenn es bei den Erdnüssen bleibt, dann will ich da gern mit leben. Aber steuern kann man das eh nicht. Im Netz danach suchen und sich kundig machen, hilft ja auch nix, im Gegenteil. Was zwar echt hart wäre, aber doch relativ gut in meine Lebensplanung passen würde: Allergien gegen Schweinefleisch und Fisch. Klingt grausam? Ist es sicher auch. Aber meine liebe Ehefrau hat genau solche Allergien seit Jahren und wir leben damit. Klar, ab und zu esse ich Fisch und bereite was „schweinisches“ zu, aber man muss eben immer drauf achten, was man kauft, wie man es zubereitet etc. Und das kriegen wir hin. Der Bonuspunkt bei der Sache: Bewusste Ernährung. Leicht gesagt? Macht das mal nach, nur für eine kurze Zeit.

Flattr this!

Lerigaus Klassiker: Es geht um die Wurst

Meine selbstgemachte Wurst ist gar nicht sooo ein Klassiker, denn der Blog-Artikel ist weder besonders alt noch herausragend literarisch wertvoll. Aber da ich das vor kurzem noch mal gemacht habe, möchte ich diesen Artikel noch mal hervor holen:

Es geht um die Wurst

Ich erwähnte ja seinerzeit, was ich anders machen würde. Und ja, ich nahm weniger Knoblauch und ja, ich machte die Wurst dünner, so ca. 2,5cm war die eine nun. Die zweite so ca. 3,5cm. Und gleich vorab: Das ist zu dünn. Am 14.12. habe ich die Würste zubereitet und aufm Dachboden aufgehängt. Mindestens drei Wochen sollen die ja hängen, also 14+21= 35, das macht minus 31 den 04.01. als frühsten Tag. Da war die dünne Wurst aber schon komplett durchgetrocknet, sehr fest und dunkel. So, wie eigentlich nur der Randbereich der Wurst sein sollte. Essen kann man die zwar, aber man muss schon gut kauen und dünne Scheiben schneiden für aufs Brot geht fast gar nicht. Da wird die Wurst beim nächsten mal wohl wieder etwas dicker 🙂
Geschmack: Im Prinzip habe ich mich an die Vorgaben von letztem mal gehalten, nur eben mit weniger Knofi. Das merkt man. Und man schmeckt noch irgendwas raus, was mich daran erinnert, dass ich irgendwas neues in die Wurstmasse gemischt hatte. Bisher ist mir das aber leider nicht wieder eingefallen und rausgeschmeckt habe ich das auch noch nicht… war es nur der Schluck Whisky zu viel? Nein, irgend ein Kräuterchen war es, nur welches?

Auf dem Bild kann man erahnen, wie fest die Wurst (technisch gesehen übrigens eine Cervelat-Wurst) geworden ist. Ich knabbere sie immer so nebenbei weg, indem ich mit dem Taschenmesser ein Stück abschneide. Deswegen hat die auch nur noch ein drittel ihrer Länge… das mit dem Geschirrhandtuch als „Wurstpelle“ hat sich aber  bewährt, zumindest für Kleinmengen.

Flattr this!

Trockenobst selber machen

Apfelringetrocken

Wenn man auf die Idee kommt, Obst selbst zu trocknen, um diese als Vorrat, schmackhafte Zutat oder gar nur als Deko selber herzustellen und dann im Internet nach Tipps sucht, dann findet man viele Seiten, die einem dabei helfen wollen. Und offenbar schreiben diese mehr oder weniger einfach voneinander ab: Immer wieder ist der Backofen der beste Tipp, man soll einen Kochlöffel zum Entweichen der Feuchtigkeit in die Tür klemmen, es wird geredet von Temperaturen, Zeiträumen und Energieverbräuchen: Alles nett und sicher nicht falsch, aber viel zu aufwendig.

Ich lege Apfelscheiben einfach auf ein Stück Küchenpapier („Zewa“), dieses auf unsere Heizung im Wohnzimmer und vergesse das für ein paar Tage. Irgendwann fällt mir wieder ein, dass da ja was liegt und schaue nach und es sieht gut aus. Und oft mampfe ich dann ein Stück einfach auf (man muss ja probieren).

Was ich nicht mache: Die Scheiben vorher in Zitronensaft tränken (weil gegen braunwerden), Temperatur messen (die Heizung muss eben „an“ sein) oder gar die Zeit stoppen (im dööfsten Fall wird das Obst zu trocken). Meist komme ich spontan auf die Idee des Trocknens, weil z.B. der gekaufte Beutel mit Äpfeln bei der Familie gerade nicht so begehrt ist und da Äpfel über wären, die sonst nur weggeschmissen werden, wenn nicht vorher einer dran denkt, den Hühnern welche zu geben (tut keiner ausser mir).

Und ich komme nur darauf, darüber zu schreiben, weil ich beim Aufräumen gerade wieder über ein Glas mit Apfelringen gestolpert bin, die ich irgendwann Anfang letzten Jahres da rein gepackt habe. Da keine visuellen Mängel wie Schimmel o.ä. feststellbar waren, habe ich gleich mal ein Stück probiert: Macht irgendwie süchtig 😉

Und wer Interesse an so was hat, dem empfehle ich nur: Einfach machen und gucken, was passiert. Egal ob es nur ein Apfel ist oder Weintrauben, eine Birne, ein paar Pflaumen, Pfirsich oder einige Pilze: Wenn das statt zu trocknen gammeln sollte, dann merkt man das schnell im Raum, im besten Fall gibt es einen neuen, eigenartig wunderbaren Duft im Wohnzimmer 😉

Sollte das Ergebnis brauchbar trocken sein und man verbraucht nicht gleich alles, dann kann man es in ausgewaschene Gläser von zuvor gekauften und verbrauchten Bohnen, Erbsen oder Pilzen einlagern (je nach Grösse) und irgendwann mal verwenden. Muss ja nicht ewig rumliegen. Für ein wenig Kontrolle kann man die eingelagerte Ware in den hoffentlich nicht extra gekauften Schraubverschluss-Gläsern (neudeutsch: Twist-off) ja mit Inhalt und Datum beschriften. Ich hatte es nicht beschriftet und datiert (sollte ich aber machen) und selbst trockene Äpfel, die in Erdnussdosen mit Deckel gelagert waren, schmecken noch heute. Ich erinnerte mich nur beim Fund, dass ich in der letzten Heizperiode mal was ausprobieren wollte, das muss also vor dem Sommer gewesen sein… genauer kann ich es also nicht datieren.

Einige Worte zum Aufwand: Ich finde es falsch, extra Energie für derlei Konservierungsmethoden zu verbrauchen. Da kommt ein Backofen oder gar ein extra Dörrautomat für mich nicht in Frage. Und Gläser mit Schraubdeckel zu kaufen, wo ich doch bewusst beim Einkauf auf Dosenware verzichte, wäre ja Selbstverarschung.

Flattr this!

Tante Linas Kriegs-Kochbuch

Tante Linas Kriegskochbuch
Tante Linas Kriegskochbuch

Neulich stolperte ich bei Amazon ganz zufällig über dieses Buch. Die Kommentare dazu lasen sich ganz ansprechend und es wird selbst beschrieben als „ein lebendiges Geschichtsbuch, unterhaltsames Geschichtenbuch und benutzbares Kochbuch in einem“. Um es vorweg zu nehmen: Damit hat der Autor auch recht.

Da das Buch gebraucht recht günstig angeboten wurde, schlug ich zu, mit dem Plan, es meiner Mutter zu Weihnachten zu schenken. Nach dem Kauf fand ich aber noch weitere lobende Anmerkungen zu diesem Buch und wie der Zufall es will, fand ich bei Amazon noch ein weiteres Exemplar einer anderen Auflage mit einem anderen Cover. Also habe ich das gleich noch mal für mich selbst gekauft, sogar zwei Euro günstiger. Ersteres ist von 1982 und meine Mutter hatte sich doch gefreut. Zumal ich als Widmung reinschrieb „Als wenn Oma selbst erzählen würde…“. Denn meine Oma konnte wirklich Geschichten erzählen, die denen im Buch nahe kommen. Selbst Besucher meiner Mutter waren begeistert von dem Buch und notierten sich gleich Verlag etc. Das könnte glatt noch mal zu einer Neuauflage führen, immerhin ist mein Exemplar laut Impressum eine „genehmigte Lizenzausgabe für den Weltbild Verlag, 2001“.

Der Text des Buches wird aufgelockert durch diverse Bilder, Plakate und Zeitungsartikel der Jahre 1939 – 45. Es wird die Geschichte der Tante Lina erzählt, an passender Stelle werden Kochrezepte erwähnt. Hier mal ein Beispiel, welches ich beim schnellen Durchblättern gefunden habe:

Champagnerbier
Vier Liter Wasser werden mit einem Pfund Zucker aufgekocht. Wenn das abgekühlt ist, kommen 45 Gramm Hefe hinein. Damit muss es eine Nacht zugedeckt stehen. Am nächsten Tag wird die Hefe abgeschöpft und das Bier vorsichtig abgegossen. Nun gibt man eine Stange Zimt, 48 Gewürznelken und den Saft und die abgeriebene Schale zweier Zitronen hinein, lässt es noch einige Stunden stehen, zieht es auf Flaschen korkt sie zu und stellt sie in den Keller.

Nach vier Tagen soll das Bier trinkbar sein, aber weder wie Bier noch wie Champagner schmecken. Wie ich mich kenne werde ich das mal ausprobieren 😉 Das ist zwar kein Kochrezept, aber im Buch gibt es noch welche wie z.B. Sauerkrautnudeln, Gemüsescheiterhaufen oder falsche Spiegeleier. Klingt doch interessant und im dümmsten Fall braucht man sowas vielleicht auch mal wirklich…

Flattr this!

Letzte Ernte

Wir haben ja jedes Jahr in einem grossen Kübel auf der Terasse Tomaten gepflanzt, die auch immer prächtig gedeihen. Ich hab sogar dieses mal nur zwei statt drei Pflanzen gesetzt, weil die immer so üppig auseinanderwachsen (und ich nie rechtzeitig daran denke, die sinnvoll zu beschneiden). Und weil der Sommer und der Herbst diese Saison so lang und so mild waren, konnten wir die Früchte auch recht lange geniessen. Die letzten Tomaten, die an den Pflanzen waren, die wurden wie immer nicht mehr rot und so haben wir die Mitte November(!) grün abgepflückt und an einen dunkleren Ort gestellt.

Und heute, am 20. Dezember(nochmal „!“) habe ich die letzten drei rausgesucht und zum Mittag in die Sosse geschnibbelt.

Tomaten_dezember

Die restlichen in der Kumme waren schon etwas angeditscht und/ oder überreif. Die bekamen die Hühner, die sich darüber auch sehr gefreut haben (als sie endlich herausfanden, wie kräftig man reinpicken muss, um an den leckeren Inhalt zu kommen).

Auf jeden Fall bin ich immer noch baff, dass ich sooo spät im Jahr noch die letzten „frischen“ Tomaten aus eigener Zucht geniessen konnte! (Nun will ich mal rausfinden, wie man Tomaten denn trocknen kann)

Flattr this!

Heissräuchern im Kochtopf – Finale

Hier das Finale zum Räuchern im Topf. Eigentlich hätte ich das ganze auch viel kürzer schreiben können, aber dann blieben für den ein oder anderen Leser sicher einige Fragen offen. Deswegen ist das, wie bei mir gewohnt, länger als eigentlich notwendig. Am Ende schreibe ich aber noch mal eine brutale Zusammenfassung, denn im Grunde ist das alles ganz einfach.

Nun haben wir alle Sachen beisammen und können loslegen. Meinen Spirituskocher habe ich schon mal angefeuert, der braucht einen Moment, bis er in Gang kommt. Dann ganz unten das Räuchermehl direkt auf den Topfboden. Ich habe das als kleinen Haufen gemacht, weil ich mir dachte, dass das so nach und nach verglimmt, ausserdem ist wegen meinem Kocher in der Mitte die meiste Hitze. Im Nachhinein muss ich sagen: Richtig so!

Forelle und alles im Topf
Forelle und alles im Topf

Über den Spänehaufen habe ich die Aluschale zum Auffangen von Tropfen platziert, darüber das Grillrost und darauf letztendlich den Fisch. Das wars. Nur noch den Deckel drauf. Ich hörte auch von dem Tipp, je Fisch eine getrocknete Wachholderbeere auf das Räuchermehl zu legen. Mache ich nächstes mal. Ausserdem könnte ich wegen der Höhe des Topfes bestimmt noch eine zweite Ebene mit einem weiteren Rost realisieren, und so vielleicht bis zu sechs Forellen da rein bekommen.

Nun wie gesagt den Deckel drauf, den Topf schön mittig auf dem Kocher ausgerichtet und angemessenerweise erstmal eine geraucht. Die Angaben zur Räucherdauer fangen bei 20 Minuten an und gehen bis zu einer dreiviertel Stunde. Ich habe mir gedacht: Es muss ja erstmal zu Rauchen anfangen und ab da an mache ich ca. 20 Minuten. Mit allem drum und dran wurden es dann knapp 45 Minuten. Man kann ja zwischendurch den Deckel abnehmen und nachschauen, wie Rauch und Fisch sich entwickeln. Das sieht dann erstmal so aus:

Fisch im Rauch?
Fisch im Rauch?

Nein, das ist nur auf dem Foto so. In „echt“ sah man nach dem Rauchschwall natürlich die Fische und schon nach einer guten viertel Stunde sah man die Räucherübliche Braunfärbung. Aber nicht zu oft den Deckel hoch machen, der Fisch soll ja im heissen Rauch auch garen! Ich hab in der Zeit zweimal nachgesehen (und einmal, um meiner Frau stolz das Wunderwerk zu zeigen). Mit geschlossenem Deckel kommt aber wirklich nur sehr wenig Rauch aus dem Topf. Wie immer bei Forellen: Wenn man die Rückenflosse leicht rausziehen kann, dann ist der Fisch gar. Wenn man Räucherfisch schon kennt (wo von ich ausgehe), dann erkennt man aber auch an der Farbe, ob er schon so weit ist.

Forelle, selbst und einfach geräuchert
Forelle, selbst und einfach geräuchert

Und er war wirklich durch und auch lecker. Aber eben, wie schon erwähnt, etwas fad. Nächstes mal werde ich definitiv salzen und würzen. Selbstverständlich kann man nicht nur jeden anderen Fisch so räuchern und einen Hering zum Bückling machen, auch Schweinebauch, Gänsebrust und Hähnchenschenkel sollen so funktionieren. Fleisch statt Fisch braucht dann aber eine längere Räucherzeit (bestimmt eine Stunde?) und damit natürlich auch mehr Räuchermehl.
In dem Zusammenhang noch ein Hinweis: Es handelt sich hier um „Heissräuchern“. Schinken, Speck und die meiste Wurst werden aber kalt geräuchert. Das heisst, bei nicht mehr als 30 Grad warmen Rauch über viele Stunden bis hin zu mehreren Tagen und Wochen mit manchmal mehreren Räuchergängen. Kalt geräucherte Ware hält sich auch viel länger! Macht das Räuchern im Topf also nicht, um frische Dinge länger lagern zu können sondern um ein leckeres Essen zu bekommen. Aber natürlich hält sich eine heissgeräucherte Forelle schon etwas länger als eine frische…

Zum Reinigen: Ich konnte die (vollständig) verkohlten Spänereste mehr oder weniger ohne Weiteres auskippen. Am Boden und am Topfinneren waren nur wenige Anhaftungen. Aluschale sei Dank, denn da war schon etwas drin gelandet. Den Topf (und das Grillrost) habe ich dann ganz normal mit Spüli und Bürste abgewaschen und ich würde nun danach ohne weiteres einen Eintopf oder Chili darin kochen. Nicht mal der Boden von unten war verrußt. Baut man sich statt der Alufolienschale ein festes Blech mit Füssen dran, dann kann man auch das immer wieder verwenden. Das werde ich als Schlossermeister auf jeden Fall noch machen, denn das ist nicht das letzte mal, dass ich so geräuchert habe.

So, hier noch mal eine Quick&Dirty-Anleitung:

  1. Fisch vorher trocknen, ggf. salzen (in Salzlake einlegen, ca. 90 Minuten)
  2. Topf, am besten Edelstahl, auf eine Feuerstelle stellen.
  3. 2-4 Esslöffel Räuchermehl auf den Boden (mehr Fisch = mehr Mehl).
  4. Räuchermehl lose abdecken, damit nix reintropft aber es noch qualmen kann
  5. Rost samt Fisch darüber
  6. Deckel drauf und Feuer an (Herd ruhig volle Pulle)
  7. Warten, bis Fisch durch ist

Wer es noch etwas quicker und dirtier will, der kann statt der Räuchermehlabdeckung und Grillrost einfach Alufolie lose zusammenknüllen und den Fisch direkt darauf legen. Das wäre auch eine Alternative, wenn der verfügbare Topf nicht ganz so gross ist oder man beim Camping/Bootstour spontan mit vorhandenen Mitteln was räuchern will. Und auch dem ein oder anderen Prepper kann das ja weiterhelfen 😉

Und noch ein Hinweis: Seid nicht zu „billig“ in der Wahl der verwendeten Mittel: Lackierte Dosen, alte Ölfässer eignen sich eher nicht als Topf-Ersatz, denn weder Lackbeschichtungen noch Altöl will man in seinem Fisch. Und wenn der Behälter nur gelötet ist, besteht die Gefahr, dass sich das Lot in der Hitze erweicht und euer Behälter auseinander fällt. Und nehmt lieber keine Hamsterstreu als Räuchermehl-Ersatz.

Flattr this!

Was schreibe ich denn nun

Ich hab nix zu bloggen. Es ist schon eine Woche her, dass der letzte Artikel erschien und seit dem hab ich auch genug erlebt und eigentlich hatte ich auch einige Ideen und Anregungen, aber: Die huschen so durch meinen Kopf und sind wieder weg, wenn ich die nicht gleich notiere.
Eigentlich wollte ich noch ein Bild der Woche machen, von One-Size-Handschuhen. Meine Frau hatte mir auf mein Bitten aus der Stadt ein paar dünne Strickhandschuhe mitgebracht, und die gibt es eben nur in einer Einheitsgrösse. Ich habe aber gar keine Einheitshände sondern eher so Handwerker-Pranken (klar, bin ja Schlosser). Und als ich die frischen, neuen Handschuh so neben meine Hand legte, da war ich richtig gerührt, wie naiv die Hersteller wohl sein müssten. Aber denkste: Nach einmal tragen dehnten sich diese winzigen Strickfingerchen und passten durchaus angenehm. Das sind natürlich keine arktischen Winterhandschuhe, aber um den gröbsten eisigen Wind beim Radfahren oder Spazierengehen vom Körper abzuhalten sind die durchaus geeignet und trotzdem kann man die ohne dicke Ausbeulungen in die Jackentasche stopfen. Da mochte ich dann auf einmal kein Foto mehr von machen.

Ich könnte auch noch vom Familienintern abgestimmten „Fleifrei“-Montag erzählen. Wir wollen mal versuchen, zumindest einmal in der Woche einen Tag kein Fleisch zu essen. Da wird dann abends irgendwas Vegetarisches gekocht und das meiste schmeckt sogar richtig gut (200ml Sahne mit 100ml Olivenöl und eine ganze Tube Tomatenmark verrühren, etwas Pfeffer und Salz und ein paar Knoblauchzehen, durch gekochte Nudeln rühren, mit Tomatenscheiben belegen, Käse drüber, überbacken = irre lecker) . Wir kommen auch alle gut über diesen Tag. Besonders, weil wir verpennten Schnarchnasen am Montagmorgen wie gewohnt unsere Stullen mit Mortadella, Salami und Co schmieren und erst irgend wann im Laufe des Tages beim Mampfen merken, dass das doch gar nicht so sein sollte. Oder es fällt uns am Abend ein, wenn einer fragt „Was essen wir denn heute?“. Heute gabs Fisch und nach einer sehr kurzen, unmotivierten Diskussion waren sich wohl alle einig, dass Fisch kein Fleisch sei (und insgeheim viel besser als gar kein Fleisch). Besonders meine Frau, die keinen Fisch essen kann und bei ihren Geflügelsticks so tun musste, als wenn so ein Fleifrei-Tag mit Fisch doch schon total OK sei…

Und alles andere, was ich so erlebte, das ist schon zu lange vorbei, als das ich das noch bloggenswert finden könnte. Achso, bemerkenswert fand ich meine Buchverkäufe: Hardblog will fast noch keiner haben (ich müsste echt mal Werbung machen, weil ich das Buch selbst immer noch gelungen finde), aber das Renntreckerbuch wird nach wie vor gekauft (was ich gar nicht mehr erwartet hätte) und „101 Tipps für den werdenden Prepper“ geht besser als erwartet. Zwar keine Millionenauflage und weit entfernt von einem Bestseller, aber für mich schon eine Freude, zumal die Einnahmen die Ausgaben insgesamt über alle Bücher etwas mehr als ausgleichen und ich damit auf jeden Fall eine bessere schwarze Null habe als unsere Bundesregierung (wenn ich mir selbst die Stunden der Arbeit zur Bucherstellung mit Nix berechne). Wer also noch ein Weihnachtsgeschenk sucht: Ihr könnt Allen eine Freude machen 😉

Flattr this!

Ich hab heut noch gar nichts gegessen

Ich muss mich mal eben über dicke Leute (die richtig dicken) aufregen:

Meine Frau ist recht dünn und nicht selten bekommt sie zu hören: „Iss mal mehr, du fällst ja bald vom Fleisch!“ und ähnliche Dinge. Und genau so wenig selten kommt das von Leuten, die sich ein Kommentar über Körperfett besser verkneifen sollten. Aber sag mal einem Übergewichtigen, dass er seine Nahrungsaufnahme besser regulieren sollte: „Hör mal auf zu essen, du platzt ja bald aus allen Nähten!“ Dann ist aber was los! Wie kann man nur und die Dicken habens doch eh nicht leicht und ich hab ne Weizenallergie und meine Drüsen und und. Oft auch erfahre ich von den Dicken, wie dick denn andere seien und das kann ja nicht angehen und hast du die gesehen, was hat die denn an blablabla.

Ich hab‘ Kollegen, die sitzen zur Mittagszeit in der Küche und knabbern eine Tomate und ein dünnes Brot mit Lätta. Aber genau diese Kollegen sind, naja, übermässig dick. Da frag ich mich: Wo kommt datt denn her? Tomatenfett wirds ja nicht sein. Und dann trifft man sie mal auf der Weihnachtsfeier vorm Büffet und hört sie sagen: „ich hab den ganzen Tag noch nichts gegessen“ und knallen sich den Teller voll, bis der Schinken an der Seite runterhängt. Und weil es ja gesünder und nicht soviel Fett drin ist und überhaupt, nehmen sie statt einer Scheibe Schweinebraten zwei Teile Putenbrust in Panade, am besten noch mit nem ordentlichen Schlag Sauce Hollandaise („die hatte ich ja schon lange nicht mehr gegessen“), dazu natürlich vor Fett glänzende Bratkartoffeln mit Speck drin und für Gemüse ist kein Platz mehr, ausser vielleicht Bohnen im Speckmantel, da kann man noch son Röllchen oben rauf packen. Und wenn sie alles verschlungen haben und keinen Nachschlag mehr brauchen („von dem wollte ich aber auch noch was probieren“) dann essen sie das Dessert von drei Kollegen weg („oh, das ist sooo lecker, da kann ich nicht nein sagen“). Und während sie auf ihren Verdauungs-Eierlikör warten erzählen sie von ihrem stressigen Tag „ich konnte nicht mal richtig Mittag machen“. Erwähnen aber nicht, dass sie alle Viertelstunde in ihre mit Duplo vollgestopfte Schublade greifen. Diese Duplos haben die aber  nicht von einem Verehrer als Liebesbeweis erhalten sondern sich selbst allein und heimlich geholt wie ein Penner seinen Schnaps. Wenn man denen dann im Laden begegnet kommt wieder „Ich hab heut noch gar nichts gegessen und Kiwis, die vertrag ich gar nicht, da krieg ich hier, guck mal hier, so kleine Pickel…“. Ich kann es nicht mehr hören.

Zuhause haben sie alle nen eingestaubten Stepper stehen, weil die Leute im Fernsehen alle glücklich und schlank sind, wenn die da drauf trainieren.

Und kommt mir nicht mit „du siehst ja auch nicht gerade aus wie Tarzan“. Das weiss ich. Darum geht es auch gar nicht. Es geht auch gar nicht um Leute, die dicker sind als sie sein könnten. Mir geht dieses Gelaber von einigen Exemplaren auf’n Sack. Als wenn man das alles wegreden könnte. Ich weiss auch, dass für einige die Situation wirklich nicht einfach ist. Aber das ist sie für meine Frau zum Beispiel auch nicht. Sie ist übrigens von Geburt an Neurodermitikerin und darf einige Dinge wie Schweinefleisch und Fisch nicht essen, weil die körperlichen Reaktionen darauf wirklich nicht gut sind.

So, fertig. Alles wieder gut, aber das musste mal raus.

Flattr this!