Mindestlohn für Auszubildende

Heute ging durch die Medien, dass wohl geplant ist, einen Mindestlohn für Auszubildende einzuführen.

Weiß denn keiner mehr, dass Auszubildende gar keinen Lohn kriegen? Sie erhalten eine Ausbildungsvergütung, das ist etwas vollkommen anderes!

Ich verstehe ja, was im Grunde damit gemeint ist, aber man muss sich schon an das korrekte Wording halten, um korrekte Ergebnisse zu erhalten. Leider fällt diese Art, alles unnötig schwammig zu formulieren (oder gar zu recherchieren) immer häufiger auf. Wie sagte doch Alex: Wenn ich das Geld hätte, würde ich die alle verklagen (und wenns nur ist, damit sie dumm gucken).

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iPhone 5 für 20 Euro

Langjährige Mitleser meines Blogs können sich vielleicht noch an diesen Artikel erinnern: iPhone 5 für 100 Euro. Dieser Beitrag ist mittlerweile über sechs Jahre alt, nur mal so als Vorab-Information. Nun war es wieder so weit.

Am letzten Wochenende habe ich unser iPhone 5 zum Verkauf angeboten, mit so einer Anzeige:

wir verkaufen unser iPhone 5. Es hat kaum Gebrauchsspuren, keine Kratzer (wenn jemand ganz pingelig sucht findet er sicher was: ist eben Gebraucht, aber nicht zerschunden ^^). Das Display ist OK.
Die Farbe des iPhones nennt sich glaube ich graphit, sieht auf jeden Fall gut aus. Ich habe es zurückgesetzt, ist so bereit zur Neueinrichtung („Hallo“).

Wir geben es günstig weg, weil es hier eh nur rumliegt und dadurch auch nicht an Wert gewinnt. Wäre nett, wenn nicht mehr am Preis verhandelt wird.
Dazu gibt es noch ein entsprechendes Lightning-Ladekabel.
Siehe auch Bilder.

Vorher hatte ich mir natürlich andere Angebote und deren Preisvorstellungen angesehen. Das ist ja mal breit gefächert. Ich habe mich dann am günstigsten, welches kein Schrott war, orientiert und einfach mal 5 Euro da drunter geblieben. Am nächsten Morgen ist mein Postfach explodiert. Einige haben sogar gleich zweimal, mit nur knapp 1,5 Std. Abstand nachgefragt. Auch, wenn die meisten Anfragen nett und knackig waren, so hat sich doch wenig in den letzten sechs Jahren getan. Eine Anfrage tat sich besonders hervor:

Hallo,
Meine Schwester Sucht ein Smartphone bis 20€
Tel.: 017xxxxxxxxx

Ich wurde leider nicht schlau aus dieser Anfrage. War das der Versuch, den Preis zu drücken? Oder versteckte sich hier die Frage, ob ich noch weitere Geräte zu ggf. günstigeren Konditionen abgeben würde? Sollte sich gar ein Chat sozialer Art daraus entwickeln? Immerhin waren ja die Wörter „Schwester“ und „Sucht“ enthalten, da würden bei Facebook vermutlich einige Filter Alarm schlagen. Ich wollte das aber gleich abkürzen und schrieb zurück: „Das ist ja interessant“. Vermutlich wurde der Empfänger dadurch etwas hektisch, denn ich bekam nur ein „Sehr“ als Antwort zurück. Erledigt.

Andere machten sich noch weniger Mühe und schrieben nur „Hi“. Muss man solchen Leuten antworten? Ich weiss nicht… es gilt für mich das gleich wie beim ersten Artikel zu dem Thema: Ich bin einfach kein guter Verkäufer. Schlauer wäre vermutlich gewesen, den Preis höher anzusetzen, und dafür etwas länger zu warten, bis „der Richtige“ das haben will. Im Billigsegment muss man sich doch nur unnötig mit Leuten rumschlagen. Schade.

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Facharbeitermangel

Man hört es häufig in den Medien und neulich stand es wieder in der Zeitung:

Fachkräftemangel bremst Wachstum

Nun bin ich selbst gerade in einer Phase der beruflichen Umorientierung und kann sagen: Diese Aussage ist so nicht richtig! Es gibt sicherlich einen Mangel an Fachkräften, denn gute Leute kann man ja immer gebrauchen, aber was es viel mehr gibt: Einen Fachkräftebezahlmangel. Ja, viele Firmen suchen weitere Mitarbeiter, sind aber nicht bereit, diese entsprechend zu entlohnen. Da sitzt man im Vorstellungsgespräch, tauscht sich prächtig fachlich aus, ist sich eigentlich so weit einig, und dann wird man mit Dackelaugen angeschaut: Mehr als x Euro könne man natürlich nicht zahlen, das wäre schon hoch angesetzt und dürfe man in der Firma auf keinen Fall weitererzählen, aber dafür gibt es ein super Betriebsklima usw. Ein anderer Chef klagte, er hätte soviel Aufträge, er müsste bald Nachts durcharbeiten. Aber als es auch hier um den Lohn ging: Nee, mehr geht auf keinen Fall, er zahlt ja schon immerhin die Anfahrt zur Baustelle (nicht die Rückfahrt, das wäre dann wohl meine Freizeit…). Neulich habe ich mich mit jemanden von der Handwerkskammer unterhalten und das nebenbei erzählt. Als ich Summe X nannte, da machte er grosse Augen: „Das kriegen doch ungelernte Floristinnen aufm Wochenmarkt!“

Diese Firmenchefs sind irgendwie in der Zeit stehen geblieben, ausser beim eigenen Kalkulieren. Habt ihr mal geschaut, was eine Handwerkerstunde heutzutage kostet?

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Kümmert!

kuemmert for germany

Hör mal Andreas: Wir, Deutschland, haben dich gewählt, um uns in Wien beim ESC zu vertreten,
weil wir dich und deine Musik toll finden.

Alles andere ist egal!
Scheiss auf die Show und mach deine Musik! Party und Getue können ja die anderen machen, wir finden dich toll,
so wie du bist und mit dem, was du machst!

Aber für den Mut der Ablehnung: 12 Points!

***

Ich verkneife mir mal Überlegungen über Schiebung und wie ich die ganze USfÖ-Aktion bewerten soll, das weiss ich auch noch nicht.

Update meines Artikels von mir am nächsten Abend:
Den ganzen Tag musste ich darüber nachdenken, hab mir Aussagen und Erklärungen von anderen Menschen durchgelesen. Nun mein eigenes Fazit: Der Andreas Kümmert hat meinen vollen Respekt. Ich akzeptiere seine Entscheidung, obwohl oder gerade weil man sowas eigentlich nicht macht. Vielleicht war es auch mehr Feigheit als Mut von ihm, letzten Endes doch nicht für Deutschland beim ESC 2015 anzutreten, aber: Wenn er aus welchen Gründen auch immer das alles, was da auf ihn zukäme, nicht mitmachen kann, dann war das auch der letztmögliche sinnvolle Punkt für ein STOP. Vermutlich hat er nicht mal im Traum daran gedacht, gewinnen zu können sondern sein eigentlicher Traum war durch die Teilnahme am Vorentscheid schon erfüllt. Wie auch immer: Das meiste ist Spekulation, genau wie die Annahme, er sei nun unglaublich erleichtert.

Stellvertretend mal Kommentare anderer Menschen:

kommentare-kuemmert

Ach, was solls:

Australien vor, ich drücke euch die Daumen!

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Das ist doch eine Falle!

Heute bekam ich einen Brief von meinem Stromanbieter. Das war keine besondere Überraschung, denn wie eigentlich jedes Jahr ist jetzt Zeit für die Ankündigung, wie viel mehr ich nächstes Jahr für meinen verbrauchten Strom zu zahlen habe. Ganz gelassen öffnete ich den Umschlag, entfaltete den Brief so entspannt wie einen Sonnenschirm an einem frühen Sommertag, der wärmer werden könnte und las das hier:

strombilliger

Ich schielte zunächst gar nicht auf die Überschrift und die Einleitung sondern gleich auf die Preise, bis mir mein Gehirn sagte, dass ich nun stutzig werden sollte: Wir senken Ihren Strompreis!

Also wenn da kein Haken dran ist, dann heisst es nun: vorbei mit Strom sparen, teuren LED-Leuchtkörpern, im Dunkeln tapsen, Energiesparmodi und Radioausschalterei! Denn je mehr ich ab dem 01.01. verbrauche, desto mehr spare ich auch. Diese Logik verwenden ja auch so ziemlich alle Wasch- und Spülmittelwerbespots und da Werbung immer wahr sein muss, plane ich schon mal, wie ich die nächste Vorschussrückzahlung sinnvoll investieren kann… vielleicht einen Raspberry Pi samt Sensorplatine, der mir übers Internet aufs iPhone bequem in einer App zeigt, wie viel mehr Strom ich gerade verbrauche und ich mich dann auch mobil darüber freuen kann? Und wenn ich mich etwas anstrenge und noch mehr Strom verbrauche, dann kann ich mir eventuell sogar das grössere B-Modell von dieser Ersparnis kaufen.

Ich glaub, ich muss über das alles noch mal genauer nachdenken, irgendwas habe ich vielleicht doch falsch verstanden.

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Da raucht der Kopf

nelson280
2,80 Euro: Ich weiss nicht, wie alt diese Tabakpackung ist

Ja, ich bin Raucher. Wissen alle, kein Geheimnis und meckern darf ich deswegen auch nicht. Schon seit langer Zeit rauche ich ausschliesslich den günstigen Tabak von Lidl. Was heisst günstig, mittlerweile kostet die 40g-Packung auch 4,45 Euro. Heute morgen habe ich irgendwie vergessen, meine Raucherutensilien (Packung Tabak und Zippo) einzustecken. Das passiert mir selten und: Zum Glück, wie ich erfahren musste: Ich bin also zum nächsten Fluppenladen gegangen (denn ich brauchte ja nun Ersatzdrogen) und dachte „dann gönne ich mir mal was feines“ und habe ein Päckchen Van Nelle halbschwarz geholt. Diesen habe ich gaaanz früher gern geraucht und er schmeckt auch immer noch sehr gut.Doch als ich bezahlen wollte, da hab ich mich doch erschrocken: Sechs Euro vierzig soll der Spass nun kosten! Das ist echt mal viel Geld, auch ohne umrechnen. Und wenn man genau auf die Packung schaut dann sieht man, dass da nun nur 38 Gramm drin sind, also mal eben 5% weniger.

Natürlich könnte ich nun anfangen gegenzurechnen, wieviel Prozent meines Einkommens der Preis einer Packung Tabak vor 30 Jahren ausgemacht hat und wie sich das heute verhält, denn ausser der Preise ist ja auch mein Einkommen gestiegen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob mich das vom Rauchen abhalten würde… wie gesagt: Ein Raucher darf ja nicht meckern, er hat ja immer noch eine Option, aber wundern darf ich mich doch mal.

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Ahoi Pils!

Mein jüngster Sohn ist halb 17 Jahre alt und hat den Plan, später viel Geld zu machen bzw. zu haben. Mitunter gebe ich ihm von mir erkannte Marktlücken und Geschäftsideen preis, die ihn seinem Ziel näher bringen könnten.

Heute schlug ich ihm vor, „Instand Bier“ zu erfinden, wie ein Brausepulver, welches man in ein Glas Wasser einrührt und dann hat man ein Bierchen vor sich. Der spontane Arbeitstitel lautet dann auch „Ahoi Pils“, weil sich die Leute hier am ehesten vorstellen können, worum es geht. Man nimmt sich also so ein Tütchen, reisst es auf und streut und rührt es in ein Wasserglas. Als besonderen Kniff könnte man noch ein zweites Tütchen beilegen, welches eine passende Krone obendrauf plaziert. Wichtig: Es muss nachher die Farbe von Bier haben, den (hopfigen) Geschmack, es muss sprudeln, und es muss Alkohol enthalten. So was muss doch zu machen sein??? Die erste Antwort meines Sohnes beim Abendbrot: „Das geht nicht“. Dann sag ich natürlich: „Immer sagen die Leute, das geht nicht, bis einer kommt und das einfach macht“. Na gut, mein erster, vollkommen undurchdachter Vorschlag wegen dem Alkohol war: Einfrieren und raspeln, dann hat man den schon mal in Pulver. Aber meine Familie sass nur stirnfesthaltend am Küchentisch. Die haben einfach keine Phantasie (wenn sie auch, zumindest in diesem Moment, recht hatten). Dann muss man halt den Alkohohl kapseln, irgendwo einbinden. Wenn es fast reiner Alkohol mit nahezu 100% Reinheit ist, dann braucht man da ja auch nicht sooo viel von, am Ende brauchen wir ja ca. 5%. Das wird man chemisch sicher bewerkstelligen können. Ich war im Geiste schon bei der Produktspezifischen Lösungsfindung, wobei ich die Idee an sich noch gar nicht an die Zielgruppe durchvermarktet hatte. Aber zum Schutze meines Sohnes muss man erwähnen, dass er kein Bier trinkt, gar keinen Alkohol. Der einzige Haken: Dadurch erkennt er nicht die unglaublichen Chancen für ein solches Produkt; Wer würde so was nicht alles haben wollen! Nicht nur Camper, Fussballfans und sonstige Spontankurzreisende mit lieber leichtem Gepäck, ganze Völker von Ländern, in denen Alkoholhaltige Getränke hoch besteuert werden, sähen eine Chance für das Glück!

Bierpulver an sich gibt es übrigens schon, aber das ist mit ohne Alkohol und irgend wie nicht das gleiche. Und vermutlich ist es nicht sinnvoll, das dann wirklich „Ahoi Pils“ zu nennen, aber mit etwas Brainstorming kommt man sicher auf weitere passende Namen wie Saufbrause oder Beutelbier…

Und aber ausserdem will ich das ja gar nicht zur Marktreife bringen, mein Sohn soll das doch machen. Und dann gerne so viel Geld damit verdienen, dass seine Eltern nicht mehr arbeiten müssen. Aber immer wenn ich das erwähne, dann gucken meine Söhne völlig Verständnislos. Dann muss ich denen wieder vorrechnen, was deren Leben mich alles gekostet hat und selbst dann sehen sie nicht ein, mich (irgendwann mal) finanziell zu unterstützen. Doch dann ziehe ich immer meinen besten Joker: Sollte ich mal Enkelkinder haben, dann werden die nach Strich und Faden verwöhnt, bis deren Eltern (also meine Kinder und deren Frauen) Augenverdrehend stöhnen. Und da bin ich kreativ, vom in Zucker getunkten Schnuller über Fernsehen bis in die Puppen und Pizza und Gummibären als Hauptmahlzeiten so wie nervig lautes Spielzeug als Geschenke.

Meine Jungs sollten also langsam mal anfangen, meine Geschäftsideen ernst zu nehmen, es geht um unser aller Zukunft 😉

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Ums Geld

Immer wieder dreht sich alles im Leben ums Geld: Was isst man morgen zum Mittag? Was den nächsten Tag? Ist das Auto betankt? Brauchen wir nicht neue Winterjacken? Tapeten? Teppiche? Was ist mit Winterreifen, und überhaupt, mal ein neues Auto? Warum können die denn einen Urlaub im Mittelmeer planen, die hams ja wohl? Was, schon wieder in Dänemark? Ein neuer Mac, was kostet der denn? Mein iPhone ist so langsam, soll ich ein neues kaufen? Schuhe?

Alles Fragen, die man mir besser nicht stellt. Mir ist das so Scheiss egal, das glaubt ihr gar nicht. Klar braucht man Geld, es stellt ja das aktuelle Tauschmittel für alles dar. Aber ich will nur satt und warm dasitzen und Dinge machen, zu denen ich Lust habe. Schreiben zum Beispiel. Deswegen schreibe ich das hier ja auch. Mir ist das echt Rottenegal, was andere für Autos haben, wie viele davon und warum. Ich denke mir dann nur: Wenn ich die Knete über hätte, würde ich davon keine Autos kaufen. Ich wiederhole gern: Klar braucht man Geld. Ich rauche, ich trinke gern und ohne die wichtigen Gegenden vom Internet würde ich auch ungern sein wollen. Und ich kaufe mir aktuell mehr Bücher, als ich lesen kann. Aber die laufen ja nicht weg, Literatur ist geduldig. Und aber Wohnen an sich kann man nicht ohne Geld. Ob Miete oder Abtrag, die Obhut will bezahlt werden. Da helfen auch keine Ausflüchte in Campingplätze oder Schrebergärten. Wobei letztere ja mal überhaupt nicht offiziell als dauerhaft wohnbarer Bereich zugelassen sind (Mir würde es aber reichen). Aber egal, wie und wo man wohnt: Im Winter muss man heizen, wenn man nicht in südliche Gefilde ausweicht. Heizen heisst Brennstoff, und den muss man besorgen oder bezahlen. Mit Geld. OK, ich will nicht heizen, Winter ist doof und ich ziehe in den Süden? Dann muss ich vermutlich darauf achten, immer genug Wasser zu haben. Vermutlich wird es genauso wenig regnen wie es Quellen in meiner Nähe gibt, also muss ich das Wasser kaufen. Mit Geld. Also doch besser mehr nördlich leben wollen? Regen auffangen, Holz hacken, glücklich sein? Nee, so einfach ist das nicht. Tatsache ist: Man wird keinen Breitengrad finden, wo man nicht Geld braucht, um weiter zu kommen. Und geht nicht davon aus, dass ihr eure Arbeitskraft an einem beliebigen Punkt der Erde als Gegenwert für Geld oder Wasser an den Mann kriegen könnt!

Aber darum ging es mir eigentlich auch gar nicht, eher lautet die Frage: Wie wenig Geld reicht mir, um gut zu Leben? Viele werden spontan die Frage umformulieren: Wie viel Geld brauche ich für ein schönes Leben? Doch das ist genau der Grund, warum ich mich berufen fühlte, das hier nieder zu schreiben. Mir fällt es nur schwer, meine Gedanken zum Thema in sinnvolle Sätze zu packen.

Immer wieder kommt mir in den Sinn: Es geht doch nur ums Geld. Warum rebellieren ganze Völker gegen ihr Land? Warum reden Politiker so viel und warum wird darüber berichtet? Warum gibt es so viele Automarken, Cola-Marken, Zigaretten? Warum wird ein Fussballtrainer gefeuert? Warum gibt es Versicherungen und warum werden die (scheinbar) beschissen? Warum streiten junge Liebespaare?

Ums Geld.

Meiner Meinung nach muss das alles nicht sein, aber da bin ich wohl allein mit der Meinung und die ist ja auch ein wenig unbequem. Ich habe das hier gerade so niedergeschrieben, wie es mir durch den Kopf ging und ich habe da noch einige Gedanken mehr zu. Das sollte aber besser sortiert und formuliert sein. Es kann also sein, dass dieser Beitrag hier sich mit der Zeit verändert 😉

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Auto fängt mit Au! an

„Auto fängt mit Au! an und hört mit oh! auf“, sagt meine Mutter immer. Ich besitze u.a. einen Renault Megane (Kombi), Baujahr 1999. Seit 2006 habe ich den und ich hätte nie gedacht, dass ich einen Franzosen so lange fahren werde. Weil ich ihn so lange fahre, hat der sich richtig bezahlt gemacht. Ausser den üblichen Reperaturen war nix, vielleicht noch die beiden Drehstabfedern hinten, die nacheinander ausgetauscht werden mussten (einmal hatte ich ihn aber auch extrem beladen; Hannes seinen Renntrecker auf den Anhänger und meinen hinten drin, plus Geraffel). Seit langer Zeit fahre ich mit ihm täglich zur Arbeit nach Westerstede: 27km hin und wieder zurück. Und weil ich immer fein vor mich hineiere und selten über 100 km/h gehe (nie über 4000 U/min, schon gar nicht mit Anhänger! Denkt an die kleinen Lager im Motor, das ist nur ein 1,4L, wenn auch 16V), ist der Durchschnittsverbrauch mittlerweile bei 5,8 Litern angekommen. Als ich ihn kaufte zeigte der Bordcomputer locker 2 Liter mehr. Ausserdem hat er einen grossen Laderaum, die Sitzbänke kann man so weit runterklappen, dass der Boden eben ist (gut zum Schlafen, hab ich bei Rasenmäherrennen oft gemacht), man bekommt ein ganzes Fahrrad am Stück hinein und mit der Anhängerkupplung hab ich sowohl Rasenmäher, Renntrecker, Wohnwagen, Anhänger mit Müll oder Grünzeug als auch mein Boot durch die Gegend gezogen. Ich pflege ihn kaum, mache ihn fast nie sauber und die Ölwanne leckt seit langem so ein gaaanz wenig. Und aber immer kam er so über den TÜV. Einmal musste ich 3,50 nachbezahlen, weil bei der Abnahme zwei Leuchten (Nummernschild und so) nicht gingen und das noch mal von mir vorgeführt werden musste. Der Peter hat auch mal den Abgaskrümmer geschweisst, ohne Ausbau!, weil da ein Riss war und ASU nicht mal mehr mit tricksen ging… coole Sache.

Was mich aber seit ca. 2 Jahren stört: Ab und zu springt er einfach nicht an. Man muss dann warten, probieren, warten… irgendwann springt er dann doch an. Einige Male sprang er erst nach 20 Minuten und mehr an. Weil einen das natürlich nervt (mal gings so, mal beim dritten mal, mal eben nicht) suchte ich im Netz nach Lösungen. Schnell wird man fündig: Die Renaults dieser Generation haben ein Problem mit der Wegfahrsperre, egal ob Megane, Clio oder Scenic. Die abenteuerlichsten Geschichten und Lösungen schwirren durchs Netz: Mal soll man die Batterie des Schlüssels erneuern, mal das ganze Steuergerät tauschen (es gibt da einen, da kann man seines hinschicken und er entfernt die WFS), mal muss man nur im richtigen Moment das richtige Kabel durchschneiden und man hat für immer Ruhe. Mein „Trick“ war stets: Immer, wenn er nicht ansprang, dann verriegelte ich die Türen über die ZV im Schlüssel und öffnete wieder und ziemlich oft sprang er dann beim dritten mal an. Wenn das nicht ging, gab ich dem Wetter die Schuld: Es war zu heiss oder zu feucht oder beides.

Mein neuer Tipp: Vergesst das Gehampel mit der WFS! Eine weitere Suche im Internet brachte mich auf eine Seite, die ich vorher nie gefunden habe, obwohl die Informationen dort schon seit mindestens 2010 stehen sollen: Klick hier!
Das ganze Geheimnis: Es gibt bei den Renaults einen so genannten OT-Geber, der selbst für Laien einfach zu finden und auszubauen ist. Zwei Schrauben (10er Nuss) muss man lösen, dann noch den Stecker von den Kontakten abziehen und man hat ihn in der Hand.

OTGeber_megan

Man kann ihn auch im eingebauten Zustand einfach finden, indem man von der Fahrerseite aus in den Motorraum guckt, dort wo Motor und Getriebe zusammen kommen. Er ist einfach über eine Öffnung geschraubt, darüber laufen ein paar Schläuche wegen Luftfilter etc.. Dieser Geber ist offenbar magnetisch, denn es sammeln sich Späne vorn an dem kleinen Nippel. Das waren bei meinem echt nicht viel und ich konnte die mit einem Lappen runterwischen. Als der Geber wieder sauber war, baute ich ihn wieder ein und dachte: „das solls gewesen sein???“. Es soll auch Fälle geben, wo dieser Geber defekt ist und getauscht werden muss, Kosten ca. 30-40,- Euro. Das wäre es mir wert gewesen…

Nun ist das über eine Woche her, ich habe den Wagen schon zig Dutzend mal gestartet und immmmer ging es seit dem einfach so, auf Schlag: Schlüssel drehen und brumm. Unglaublich, nix Wegfahrsperre. Das Reinigen des Gebers dauerte wirklich nur wenige Minuten samt Aus- und Einbau und das war alles. Und ich war kurz davor, den Wagen entweder zum Händler zu fahren oder gleich zu verschrotten….

Nun muss der Renault nur noch diesen August einmal übern TÜV.  Ich bin guter Dinge, hat er doch gerade erst die 200.000 überschritten.

200201

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Flohmarkt, wie er sein sollte

Gestern waren wir nach dem Besuch im Schlossgarten noch weiter gefahren zum Flohmarkt auf dem Pferdemarkt. Es war ja bestes Flohmarktwetter und dem entsprechend war auch schon der Teufel los: In jedem Winkel war ein Fahrrad geparkt und auf dem Platz waren die Gänge voll mit Leuten, sowohl Verkäufer als auch potentielle Käufer. Da ich für ein bestimmtes Projekt (ich werde beizeiten noch darüber schreiben) einen Teekessel brauche und keiner in meinem Bekanntenkreis (nicht mal meine Mutter) noch einen zu hause hat, sagte ich meiner Frau und meinen beiden Jungs: „Wenn ihr irgendwo einen Teekessel seht, dann sagt bitte laut: Oh, ein Teekessel!“ Leider (oder glücklicherweise?) sind meine Söhne so unerfahren auf diesem Gebiet, dass sie bei jeder Kaffee-/Tee-/Sonstwas-Kanne riefen: „Da, ein Teekessel!“. Kurz belehrt, was denn ein Teekessel sei: Da hamse dann wieder was gelernt. Wer weiss, wozu man das Wissen noch brauchen kann…

Wir hatten nun schon zwei, drei Gänge durch und natürlich hatte jeder seine Augen auch auf die eigenen begehrten Objekte. So fanden wir die Kinder immer wieder bei irgendwelchen PC/PS/Wii/Xbox- Spiele-Ständen und bei anderen Bälgern, die ihre Bionicles vertickerten. Und was man sonst alles sieht, wenn man seine Augen nach einem Teekessel Ausschau halten lässt… viele Dinge kenne ich noch von meiner Mutter, meiner Oma, meiner… ihr wisst schon. Auf einmal sagt meine Frau: „Da! Guck mal da! Ist das nicht…“ sieh sah lediglich in drei Meter Entfernung (auf einem vollen Flohmarkt eine extreme Weite!) einen braunen halben Kunststoffgriff aus einem Korb rausragen, der auch genauso gut ein Bügeleisen oder ein kaputter Regenschirm hätte sein können. Wir wühlten uns weiter vor, schubsten Ärsche und knufften Bäuche und sagten dauernd „tschuldigung!“ und standen endlich über diesem Korb und zogen am Griff und… Tataaaa: Ein Teekessel, emailliert, mit Pfeife aufm Ausguss (aber der kleine Penökel zum Pfeife-Anfassen war ab) und Deckel ob drauf. Sicher der oberallereinzige aufm ganzen Flohmarkt! Insgeheim wäre mir einer aus Edelstahl oder Kupfer lieber, aber so einer, der hat immerhin Stil (und wahrscheinlich eine eigene, tolle Geschichte). Kurz rein geguckt: kein Pröt oder sonstige historische Ansammlungen drin. Fast sauber. Jetzt kam der nächste spannende Teil: Was muss ich dafür ablatzen? Wenn der Verkäuferheini aufmerksam war, dann muss er gemerkt haben, wie geil wir da zielsicher hingestürmt sind und verlangt sicher boa-komma-x Euro, weil der eigentlich seiner Oma gehört, die im Heim ist und jede Mark braucht, damit man sie einigermassen pflegt… die üblichen Flohmarkt-Leidensgeschichten zur Gewinnerhöhung halt. Und ich halte ihm den Kessel vor die Nase und sage: „Hau’s raus, was musst du dafür haben?“ Und was sagt er? “ ’n Euro?“ Mehr fragend als fordernd. Wie soll man da feilschen???!? Ich habe ihm dann klar gemacht, dass ich Flohmarktkonform nun eigentlich den Handel mit „ey, mann, 90 Cent und nicht mehr“ beginnen müsste und wühlte schon während dessen das Euro-Stück aus der Hosentasche. Und bevor er merkte, dass ich mich einfach nur freute hatte er die Münze schon in der Hand und ich meinen Teekessel fest an mich gedrückt.

Nun wollte ich nur noch etwas nach Büchern Ausschau halten. Nach wie vor bin ich immer wieder auf der Suche nach Readers Digest Auswahlbüchern, die Gründe sind bekannt. Und dann fand ich auch einen Händler, der fast ausschliesslich mit alten Büchern handelt. Zwei lange Reihen Bananenkartons, vollgestopft mit Büchern. Mein geschultes Auge scannt so eine Kiste voller Buchrücken ruckzuck ab, um bei den interessanten Exemplaren inne zu halten und genauer festzustellen, was das denn nur für ein Buch sein könnte. Blöderweise stehen immer andere Leute vor den Kisten, deren Inhalt ich näher begutachten will und da ich nett bin, warte ich, bis die weiter gehen. Meine Familie geht indes auch weiter, aber die werde ich schon wieder finden. Während ich das erste Exemplar schon in der Hand halte und Ausschau nach einem weiteren Fundstück halte, höre ich den Bücheronkel zu jemand anderen sagen: „Jedes Buch nur einen Euro, weisst du, nä?“ und zu mir direkt dann auch: „Hast du auch gehört?„. Nett wie ich bin erwähnte ich mehr nebenbei, ohne hochzuschauen: „Ja, diese Information habe ich dankenswerterweise vernommen“ und suchte weiter. Ich fand bis auf ein weiteres Exemplar aber eigentlich nix, was ich nun unbedingt heute haben musste. Dann doch noch eines: Ein Buch über das Segeln. Und weil Mark gestern Geburtstag hatte und vor kurzem seinen Bootsführerschein gemacht hatte nahm ich das kurzerhand mit. „Das ist doch ein nettes Geschenk für Mark (und kostet nur nen Euro)“ dachte ich und stellte mir schon die Übergabe des Presents vor. Also suchte und fand ich dann wieder den Buchmacher: „drei Bücher, drei Euro, richtig?„. Er sah meine zwei Readers Digest-Exemplare und sagte: „Willst du von denen nicht noch mehr haben?“ Ich druckste etwas rum mit janeeja, eigentlich ja aber nee und so und er sagte: „Da hinten steht ne ganze Kiste voll, komm mal mit!“ und wir dackelten dahin und ich scannte kurz die zig Bücher und währenddessen sagte er: „Komm, zehn Euro, die ganze Kiste, kannste so mitnehmen„. Ich erwiderte, dass ich gar nicht soviel dabei hätte und legte die drei schon gewählten Bücher zur Seite, um noch mal zu gucken. Er fragte dann gleich: „na, wieviel haste denn?“ und ich schaute und zählte und sagte: „fünf, und noch zwei und… sieben fuffzig, mehr is nicht drin“. Und was macht er? Er nimmt die drei Bücher, die ich eh‘ haben wollte, packt sie mit in die Kiste und sagt: „geht klar, komm, nimm sie alle mit, der Deckel ist unter dem Karton“. Puh. Ich war doch mit dem Fahrrad da.

Ich habe dann irgend wann meine Familie wieder gefunden (Thor wollte noch ne Wurst und Pieth hat sich noch ein Wii-Spiel gekauft) und das Fahrrad mit dem Karton (und dem Teekessel) hinten drauf nach Hause geschoben, meine Frau hat mich begleitet. Die Kinder sind schon vorgefahren. Zuhause angekommen habe ich dann erstmal geschaut: 32 (zweiunddreissig!) Auswahlbücher und das Segelbuch für insgesamt 7,50 Euro. Die restlichen Centstücke konnte ich ihm vorenthalten. Und in der Kiste war nur ein Buch doppelt. Zwei andere hatte ich aber auch schon. Aber dennoch: Das war mal ein Schnitt!

Und: Das war mal ein Flohmarkt, wie er sein sollte: Alle glücklich!

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