Die Kraft der zwei Kerne

Vermutlich bin ich völlig altmodisch, wenn ich mich über meine beiden Kerne des Core2Duo in meinem Mac freue. Aber heute mache ich das. Bisher waren mir die Kerne im Prozessor meines iMacs eigentlich völlig egal: Hauptsache, es läuft alles für mich in akzeptabler Geschwindigkeit.

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Und genau diese Geschwindigkeit war neulich das Problem: Ich hatte eine Videodatei, die in 1080p kodiert war. Eigentlich heutzutage eine übliche Grösse. Wem das nix sagt: Bei 1080p hat das Bild eben 1080 Zeilen (und 1920 Punkte in der Breite), das „p“ steht dafür, dass jedes einzelne Bild als Vollbild angezeigt wird. Das ist besser als „HD ready“, denn 1080p ist Full HD. 720p als Vergleich ist noch HD ready, aber eben „nur“ 1280 Punkte in der Breite (was meiner Meinung nach auch schon sehr gut aussieht). Dann gibt es statt der Vollbilder noch das Zeilensprungverfahren, erkennbar am „i“, z.B. 1080i. Da wird eben nicht jedes Bild gespeichert, sondern ein Bild baut sich aus zwei Halbbildern auf. Das „interlacete“ Bild kennen viele von schnellen Kameraschwenks oder Sportaufnahmen: Es kann zu einer Kammbildung kommen. Wenn man das alles weiss, dann weiss man auch, dass ein P-Bild zwar besser aussehen kann, aber eben auch viiieeel mehr Daten verarbeitet werden müssen.

Und nun hatte ich dieses Video, wollte es am Mac gucken und musste feststellen: Es ruckelte ganz schlimm. Unguckbar. Offenbar kam der Rechner nicht mit der Verarbeitung der Daten hinterher. Die Datei lag zwar auf einer externen Festplatte, aber an der Auslesegeschwindigkeit konnte es nicht liegen: Das Kopieren der Datei ging vielviel schneller als die Spieldauer der Datei. Also schaute ich, während der Film abgespielt wurde, im Dashboard im iStat-Widget nach, um festzustellen, woran es denn nun lag:

istat_cpu

Im Gegensatz zum Bild war der obere Balken (jeder für einen Kern der CPU) fast am Anschlag, der untere Balken dümpelte fast im Leerlauf rum. Das fand ich verblüffend, denn ich war mir bisher sicher, dass VLC (der Player, mit dem ich den Film gucken wollte) natürlich mit Mehrkernern umgehen kann. Bei mir offensichtlich nicht. Dann schaute ich, welche Version des VLC ich denn hatte und wurde wieder erstaunt: 0.9.5!

VLC

Ich weiss gar nicht, wiiieee alt die von mir verwendete Version wohl sein muss, denn VLC 2.0 kam schon 2012 raus. Der Rest war einfach: Die neueste Version runtergeladen (aktuell 2.2.0), die alte entfernt, die neue installiert, gleich mal das Filmchen angeschmissen und dann, während der Film ruckelfrei über meinen Bildschirm lief, noch mal in iStat geschaut: Beide Kerne wurden gleich- aber nicht übermässig verwendet.

Das ist eben der Haken, wenn man ein einmal laufendes System nie ganz frisch erneuert und selbst Neu-Rechnerübergreifend (per bequemen TimeMachine) immer auf die gleiche, uralte Installation zugreift (Mittlerweile der vierte Mac nacheinander das jeweils aktuelle TM-Backup eingespielt). Aber damit kann ich leben:

Sometime you have to touch a (not so good) running System!

PS: Dennoch werde ich Snow Leopard (OSX 10.6.8) so lange verwenden, wie es nur geht. Stabiler kann ein System gar nicht laufen!

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Leergut-Automaten

unfähiges Vorserienmodell des Terminators
unfähiges Vorserienmodell des Terminators T1000

Heute stand ich wieder vor einem Leergut-Automaten und wartetete, bis er bereit war, mein Leergut anzunehmen. Ich musste die Bierkiste zweimal raus und wieder reinschieben, bis es ihm genehm war. Richtig abenteuerlich wird es mit von Kälte verknitterten PET-Flaschen und halb abgelösten Etiketten.

Verdammte Apparate!

Bevor diese Maschinen die Weltherrschaft über das Pfandsystem übernahmen, da waren es noch meist Ex-Häftlinge, die dankbar und vermutlich unterbezahlt aber ohne Meckern die gesammelten Pfandflaschen entgegen nahmen und einem dafür Bargeld statt eines Thermodruckerzettelchens in die Hand drückten. Na gut, die Summe stimmte nicht immer, war aber meist einem Rechenfehler und keinen kriminellen Hintergedanken zuzuschreiben. Doch so kam man mit dem netten Herrn mit den billigen Tätowierungen am Körper mal ins Gespräch und dieser freute sich, einen Weg zurück in die Gesellschaft gefunden zu haben.

Heute? Die blöden Maschinen piepen, tuten und blinken, wenn die irgendwas nicht begreifen und selbst wenn sie funktionieren, dann klingt im matschig-schmatzenden Rotieren der kleinen Förderbänder der nie endende Durst vergangener Saufgelage aus den flüssigen Resten der eingeworfenen Bierflaschen, welche sich dann in die Mechanik ergossen und alles verklebend bis zur nächsten Wartung diese einzigartige Geräuschkulisse produzieren. Nicht notwendig zu erwähnen, dass es dann aus dem Maschinenschlund genau so riecht wie man sich den Atem eines Lippenstiftverschmierten Mundes einer zu lange im Dienst tätigen Nutte Barfrau vorstellt.

Neulich kam ich zur Rush-Hour an zwei solche Apparate, wo sich an beiden schon eine Schlange von wartenden Menschen gebildet hatte. Jeweils vorn am Automaten waren zwei mit Uuuunmengen an Leergut dran, der eine in gelben Säcken, der andere hatte einfach den Einkaufswagen voll gekippt. Um uns die Zeit zu vertreiben kam ich mit dem vor mir Wartenden ins Gespräch und wir versuchten zu erraten, wer von den beiden wohl schneller fertig wird. Seine Vermutung: „Der Typ links; vernünftige Klamotten, schnelles, Zielstrebiges Handeln, der macht das Rennen!“
Ich darauf hin: „Neinnein, der mit der abgerubbelten Cordhose, dem zu engen Karohemd, der ist der Profi. Greift ohne zu gucken in seine Beutel, schmeisst die Flaschen schon nach, bevor die erste ganz weg ist, der kennt sich aus!“ Darauf argumentierte mein Gesprächspartner: „Schau dir doch meinen an, das ist ein Business-Typ, der hat nie Zeit, der muss weiter!“ Das wusste ich ganz gelassen zu kontern: „Ja, genau: Der hat zwei nervige Töchter daheim, die nur Cola light trinken, dazu eine Ehefrau, die ihn nötigt, Getränke zu holen, weil doch nachher noch Besuch kommt und nimm eben das Leergut mit und während er ungeschickt die blöden Flaschen aus dem blöden Wagen fischt denkt der die ganze Zeit an den letzten Anschiss von seinem Chef und ärgert sich, hier so niedere Arbeiten zu machen aber besser als zuhause das Gekeife zu ertragen“.
Das gab ihm zu denken, doch noch bevor er anerkennend nicken konnte, unterbrach uns das Düdeln des Automaten bei meinem Kandidaten, weil ihm irgend eine Flasche wieder mal nicht schmeckte. So wurde der faire Vergleich unterbrochen. Immerhin war es nicht langweilig.

Liebe Discounter, Getränkehökerer und sonstige Pfandautomaten-Verwender:
Nutzt die Chance und seid die ersten, die sich von diesen dummen Teufelsmaschinen abkehren! Das kann man sogar prima Marketingtechnisch verwerten, denn werden so nicht Arbeitsplätze geschaffen? Dazu können die Kunden wieder viel entspannter (und wahrscheinlich mit mehr Zeit) ihren Einkauf tätigen. Beim Lidl sind die Automaten in einem extra Vorraum. Dort müsste nur eine Theke rein und dahinter jemand, der den Job machen will. Und der kann ja bei Gelegenheit die Flaschen in die Maschine stopfen, falls das noch notwendig ist.

Ich denke: Der Markt, der das als erste einführt, der lockt Kunden an. Und die sorgen dann schon dankend für ausgleichenden Umsatz.

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Feuerkorb aus Waschmaschinen-Trommel

Über Weihnachten ging leider die Waschmaschine meiner Schwiegereltern kaputt. Dank Internet haben wir schnell eine neue gefunden und Sylvester wurde die schon geliefert. Ich durfte die dann aufstellen etc., dafür kam ich so aber zu einem Waschmaschinenmotor (kann man bestimmt noch mal gebrauchen) und einer Edelstahltrommel. Daraus einen Feuerkorb bauen ist ein Klacks. Das ist fast schon fertig, denn es müssen nur noch Füsse dran geschraubt werden, sogar die drei Bohrungen dafür sind schon vorhanden. Aber:

Auf der Suche nach Inspiration bzgl. Feuerkörbe fand ich irgendwo einen, der schrieb: „um an die Trommel zu kommen, muss man fast die ganze Waschmaschine zerlegen“. Und nun weiss ich, was er meint. Man muss wirklich so ziemlich alles abbauen, um an die Trommel zu kommen, nur die Tür kann drin bleiben. Und hat man das fette Teil erstmal aus der Maschine gepult, dann ist man noch lange nicht am Ziel: Die Trommel steckt in einer Art Kunststoffkapsel, welche aus zwei Teilen besteht und zur Montage werden die wohl einfach zusammengedrückt, Kunststoffnasen klacken dann in ihre Halterungen und das ganze hält Bombensicher. Eine Demontage ist ganz offenbar nicht vorgesehen. Also fiel mir nichts anderes ein, als die ganzen Nupsis ein nach dem anderen mit Stecheisen und Hammer zu befreien, einmal ganz um die Trommel:

Am oberen Teil sieht man die zerstemmten Halter
Am oberen Teil sieht man die zerstemmten Halter, links die Nasen am anderen Teil

Dafür ist die Waschmaschine dann so entkernt, dass man sie praktischerweise für die Entsorgung einfach zusammendrücken kann:

Da biste platt
Da biste platt

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Ich habe ein Boot!

Ja, ich habe ein richtiges Boot! Genauer gesagt ein Segelboot, einen Jollenkreuzer, einen so genannten Sturmvogel:

sturmzugvogel

Als ich das Boot das erste mal auf einem Foto sah sprach es mich so gar nicht an. Aber ich wusste immer: Wenn ich mir ein Boot hole, dann soll es auch eine Kajüte haben, und es muss ein Segelboot sein (Ach…). Je öfter ich mir dann die Bilder ansah, desto besser gefiel mir das Boot.  Schon lange Zeit vorher hatte ich mich über diverse Jollenkreuzer kundig gemacht. Ein Jollenkreuzer schien mir die sinnvolle Alternative für das, was mir vorschwebte: Eine Yacht wäre sowieso viel zu teuer, ist schlecht zu transportieren, zuviel Tiefgang (Ostfriesische Inseln!) usw. Eine reine Jolle ist mir zu nass, zu sportlich, nicht Boot genug. Als ich das Boot kaufte, wusste ich nicht, was ich vor mir habe. Sogar in der Länge hatte ich mich vertan. Mittlerweile weiss ich: Der Sturmvogel basiert auf dem Rumpf des Schwertzugvogels, ist aber eben ein Backdecker mit einer entsprechend geräumigen Kajüte drunter und hat noch einen Stummelkiel unterm Boot, mit Schwert darin. Gängige Jollenkreuzer-Typen wie die Lis oder Fam haben da wesentlich weniger Platz. Angeblich soll es nur ca. 10x gebaut worden sein, aber das glaube ich nicht recht… als ich das erste mal wagte, meiner Frau gegenüber den Kauf eines Bootes laut in Erwägung zu ziehen, da sagte sie: „dann hole ich mir ein Pferd!“. Meine Idee, das Boot dann „Fert“ zu nennen, fand sie komischerweise gar nicht komisch. Weil das WSA Emden so nett war, die vorhandende Schiffsnummer auf meinen Namen zu übertragen habe ich das Boot dann doch nicht umgetauft. „Like“ hiess und heisst es, aber aufgepasst: Nicht das englische „Like“, wie „mögen“ oder „gefallen“! Im Ostfriesischen ist Like eine Kurzform von Elisabeth, und da die Queen Elisabeth ein stattliches Schiff ist, haben wir eben die Kurzform davon. Voila, eine neue Beschriftung musste ich schon mal nicht besorgen… Auf jeden Fall ist es schon mit einer Rollfock ausgestattet, hat einen schicken Holzmast und der Trailer war auch Teil des Geschäfts, plus einiger Leinen, Fender und ein uuuralter E-Motor. Mit dabei ist auch noch ein 4PS-Aussenborder. 4PS mag für den Laien wenig klingen, aber glaubt mir: Das reicht! Ich konnte den Evinrude-Zweitakter auch schon in einer meiner Regentonnen testen: Geht, wenn ich auch ca. 20 mal an der Leine reissen musste. Frischer Sprit tut da aber Wunder 🙂

Nun will ich die Like dieses Jahr noch unbedingt einmal im Wasser haben, am besten gleich für ein paar Tage. „An Land“ habe ich schon mal testweise den Mast aufgestellt (allein!), das Gross ausgerollt, Fock ausprobiert und einige Mängel festgestellt. Das bleibt sicher nicht aus, das Boot ist weitweit über 30 Jahre alt. Und ich hoffe, ich werde da einige schöne Tage mit verbringen. Über den Winter werde ich vermutlich einiges machen müssen, der Trailer braucht z.B. eine ordentliche Zulassung…. meinen SBF bräuchte ich für die Schipperei übrigens offiziell nicht, aber ich bin froh, dass ich weiss, was ich gelernt habe und ich weiss, es wird noch einiges an Erfahrung auf mich zu kommen. Ich freue mich drauf und falls ich mich mal im Watt trockenfallen lasse, um den Sonnenuntergang zu geniessen, im Cockpit bei einem Bierchen ein Buch zu lesen und einfach mal zufrieden mit allem zu sein, dann werde ich hier sicher berichten!

PS:
FERT: Familie Eckerts Reise-Treibholz

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Der Hagel

Ich hab mal wieder was erfunden. Vermutlich aus reiner Langeweile meines Gehirns (ohne, dass mir selbst langweilig gewesen wäre) und vermutlich gibt es das schon. Ich habe aber nicht danach gesucht also weiss ich von nix ergo ist das erstmal meine Idee, für alle Fälle. Ausserdem hab ich ne coole Zeichnung gemacht.

Das Schöne an der Idee: Es ist total einfach zu erklären und zu beschreiben. Bezüglich des Nutzens muss man gegebenenfalls etwas kreativer sein. Mein erster – nicht weiter durchdachter – Einfall: Man könnte kleine Einwegmodelle den Verpackungen von Bilderrahmen bei legen, ähnlich diesen winzigen Innensechskantschlüsseln (Volksmund „Imbus“) bei Ikea-Möbeln. Hier ist er also: Der Hagel; Hammer und Nagel in einem:

Hagel
Der Hagel – Hammer und Nagel in einem

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Windows ist scheisse

 

Viele Leute, die mich kennen, hören von mir immer wieder mal die Aussage „Mann, Windows ist so scheisse!“. Oft am Arbeitsplatz, da ich dort am häufigsten mit Windows arbeiten muss. Ich bin es nun mal seit langem gewohnt, zuhause produktiv an einem Mac zu arbeiten. An solch einem ist man mit den Dingen beschäftigt, die man halt gerade so machen will und nicht mit dem Rechner (bzw. dem Betriebssystem) selbst. Man kann richtig langeweile an einem Mac haben, weil einfach alles so ist wie es sein soll, nichts muss umkonfiguriert oder mit noch zu installierenden Tools nachgerüstet werden. Die konsequente Mausnutzung (im Zusammenspiel mit OSX-Funktionen, z.B. Expose oder dem Dashboard) schafft echt was und dennoch kann man gängige Dinge durch Tastaturkürzel erledigen. Selten aber muss man zwischen Maus und Keyboard hin und her wechseln. Und glaubt mir, ich bin durchaus ein Windows-erprobter Computerkenner. Aber ich wollte ja nicht über die Vorzüge von OS X schreiben sondern über Windows, wie es halt (default) ist.

Neulich kam ich in die Verlegenheit, Windows 7 neu zu installieren. Warum, das ist eine Geschichte für sich (OK, werde ich auch noch niederschreiben, dann bin ich es los). Es ist übrigens nicht Windows mit Bootcamp am iMac sondern ein eigenständiger Rechner. Den habe ich vorrangig, weil der irgendwann mal über war und damit meine Frau nicht meinen Rechner blockiert, wenn wir mal beide im Arbeitszimmer sitzen. Obwohl meine Frau viiieel lieber am Mac sitzt, auch wenn sie eigentlich nur Dinge im Browser macht, was zugegebenermassen mit jedem modernen OS gleichermassen funktioniert. Firefox gibt es für Win, Linux und Mac, andere Browser auch. Ich hab sie mal gefragt, warum sie denn am Mac sitzt, wo sie doch eigentlich fast einen eigenen Rechner hat. „Am Mac geht das irgendwie besser“ war ihre Antwort, genauer wollte oder konnte sie das nicht sagen. Aber ich wollte ja nicht über die Vorzüge von…

OK, am Windows-PC spiele ich auch noch das ein oder andere Spiel, ist aber nicht viel: Enemy Territory, Trackmania, solche meist kostenlosen Dinger, die es eben vorrangig für Windows gibt. Jaaa, ET gibt es grundsätzlich auch für Mac, aber das benötigt meines Wissens noch eine PowerPC-CPU oder Rosetta, welches mit OS X 10.7 weggefallen ist und von Trackmania soll zumindest irgendwo ne Demo für Mac rumschwirren. Es gibt aber mittlerweile schon einiges an Spielen für den Mac, wahrscheinlich auch Dank des App Stores. Aber ich wollte ja nicht…

Scheinbar drücke ich mich davor, das zu schreiben, was ich eigentlich wollte. Ich komme irgendwie nicht zum wesentlichen Punkt. Reiner Selbstschutz, ich rege mich nur wieder auf und hab deswegen auch einiges wieder verdrängt. Schluss, ich will fertig werden und tipp das jetzt runter:

Die Installation von Windows 7 geht ja wirklich flott, nicht mehr mit so vielen Hürden wie noch zu Zeiten von XP. Irgendwann kommt dann der finale Neustart und man hat den fast leeren Desktop vor sich. Überraschenderweise in 800×600. Warum auch immer, meine ATI Radeon HD wurde nicht ansatzweise erkannt, das kenne ich von Win7 eigentlich anders. Oder waren es die Nvidia-Karten, die besser erkannt wurden? Egal, eben unter ati.de den neusten Treiber runterladen und gut ist. Ah, da war doch noch was! Wozu braucht man den Internet Explorer? Genau, um nen vernünftigen Browser runterzuladen. Und da fängt das Windows-Gehampel auch schon an, die erste Frage nach dem Start des IE: Irgend son PopUp, „Willkommen beim IE 8 bla bla“. Gefühlte 100 Zeilen Text und ich sollte irgendwas anklicken und machen und tun. Ich will doch nur browsen und das noch nicht mal lange mit dem Ding! Also soll er später noch mal nachfragen. Aus Trotz ging ich nun schon direkt auf apple.de/safari, statt in der voreingestellten Bing-Suche nach Firefox download zu suchen. Ich fand es tief im innersten falsch, mit der MS-Suche nach einem Alternativ-Browser für den IE zu suchen. Seite lädt, Klick auf Download und dann die nächste Frage: Ausführen oder speichern?!?! Was soll das? Wird die Datei nicht gespeichert, wenn ich sie ausführe? Also speichern. Ja, eigentlich Quark, denn nach dem Download führt man die Datei dann doch aus. Aber dann soll er nicht fragen, verdammt noch mal. Ich klicke also doppelt auf die runtergeladene Datei und *pling* „Wollen sie diese Datei ausführen?“ Und dazu zig Zeilen vermutlich hilfreich gemeinter Text, den kaum einer versteht. Ja klar will ich, hab ja nen Doppelklick gemacht. Vor langer Zeit schon habe ich gelernt, dass man dadurch eine Datei öffnen kann. Dann noch ein Hinweis, irgendein Sicherheitskram, ja, OK, weiter, weiter, wo ist der „mir doch egal“-Button. Das Downloadfenster vom IE war auch noch, mittlerweile weit im Hintergrund, geöffnet, weil es sich Defaultmässig *nicht* schliesst. Und schon hatte ich den Safari installiert. Der meldete sich beim ersten Start relativ bescheiden, hat nur die voreingestellte Apple-Seite aufgemacht. Dort nun auf die ATI-Seite, Treiber gewählt, Download und dann Doppelklick *pling* „Wollen sie wirklich…“. Schlau aber schon genervt wie ich bin, wollte ich dann diese User-ist-vielleicht-zu-doof-Abfrage ausschalten. In dem Dialog-Fenster ist ein Button, wo man zu den notwendigen Einstellungen kommt. Es öffnet sich ein neues kleines Fenster, ich ziehe den Regler runter auf „Nie“ (Niieeemals wieder!), klicke auf OK und, na? Genau: „Wollen sie wirklich…“!?!?!? Das ist doch nicht deren Ernst!

Dazu penetrant ablenkend unten rechts in der Taskleiste Ballon-Tipps zu irgendwelchen Symbolen, die wohl allein nicht genug Aussagekraft haben und einem das Wartungscenter anpreisen, welches schon 10 Minuten nach Neuinstallation was zu meckern oder zu verbessern hatte.

Dann kam noch die ATI-Installation, wo ich bei Installern immer, wenn es geht, „Benutzdefiniert“ auswähle, weil ich nicht weiss, was die mir bei einer Express-Installation alles unterjubeln wollen. Apropos unterjubeln: Später im Verlauf wollte dann eine Webseite, dass ich Flash 8 installiere und bot mir gleich einen Download-Link an. Dort durfte ich dann Flash 11 (?!) runterladen. In Wirklichkeit lud ich aber nur eine Art Downloadmanager runter, welcher nach Start die notwendige Flash-Software und, ich staunte nicht schlecht, Google Chrome runtergeladen hat. Ohne, dass ich irgendwo danach gefragt wurde oder die Wahl hatte. Nettweise waren dort zwei Ladebalken, die mir zeigten, dass der Flash-Download samt Installation bald fertig war, Chrome aber noch eine Zeit brauchte. Und der wurde dann auch gleich installiert (keine Frage, ob ausführen oder speichern, har har). Was für ein arrogantes Gehabe! Ich kann Steve Jobs heute noch verstehen, weil er Flash nie auf dem iPhone haben wollte. Ich hab ja an sich nichts gegen Google Chrome, aber ich will mir das nicht einfach ungefragt unterschieben lassen. Frechheit, und gleich wieder deinstalliert. ATI wollte mir ausser ihrer eigenen Control-, Developer- und sonstigen seltsamen Sachen nichts unterjubeln. ABER, wohl aus Gemeinheit, weil ich die Expressinstallation nicht gewählt hatte, kam die Meldung: „Der Ordner blablubbati existiert nicht, soll er erstellt werden?“ Und dann ja oder nein. So eine Saudumme Abfrage. Ich habe mir verkniffen, auf Nein zu klicken und dann war die Installation auch bald beendet.

Und Leute, da kann mir einer sagen was er will: Das alles ist der Grund, warum Windows nach wie vor so unsicher bzw. verlockend für Cybergesindel ist: Die ganzen so genannten Sicherheitsabfragen etc. sind zuviel des Guten und der angeblich hilfreiche Text dazu erklärt auch nicht, was los ist. Der „durchschnittliche“ PC-Nutzer versteht doch gar nicht, was das alles soll und klickt immer (immmer!) brav OK und Weiter, bis er hat, was er eigentlich wollte. Und wenn man ihn später fragt, woher denn die ganzen Toolbars und Smilies, der komische Hintergrund und dieses und jenes Symbol herkommen und warum vielleicht die Festplatte so voll und der Rechner so träge ist, dann sagt der „nee, weiss nicht, ich hab nix gemacht“. Und so haben es auch die Trojaner, Botnetze und Keylogger leicht, auf die ganzen Rechner zu kommen. Und machen es auch.

Nun habe ich über 1200 Wörter geschrieben, obwohl man eigentlich noch viel mehr schreiben könnte, es aber auch viel kürzer fassen kann:
Windows ist so scheisse.

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Zwei Minuten Angst

Ich hab es dann doch noch gemacht: Runter vom Hof, zur Kreuzung gefahren, gewendet und dann mit Vollgas zurück, um an der Messtafel möglichst schnell zu sein und versuchen, mit einem Auge auf die Anzeige zu schielen.

Also: Mein Rennhobel fährt mindestens 53 Km/h 🙂

„Mindestens“ heisst, dass ich ihn noch nicht voll ausgefahren habe. Erst zeigte die Tafel gar nichts an als ich darauf zu fuhr und ich hatte mich schon drauf eingestellt, auf meinen Hof abzubiegen. Und als ich vom Gas ging, da zeigte er doch auf einmal „53“ an. Noch mal wollte ich es dann aber nicht versuchen 😀

 

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