DAB+

Ich kann mich noch erinnern, wie es vor einigen Jahren im Radio (war es NDR2?) abends ein Special gab, in dem über die Einführung von DAB+ gesprochen wurde. Techniker kamen zu Wort und Musikredakteure und sonst irgend wichtige Menschen und Hörer konnten anrufen und Fragen stellen und und und.

Und noch ein und: Ich fand das sinnlos. UKW ist toll, gleich aus mehreren Gründen: Es gibt schon Millionen von Geräten, garantiert jeder Haushalt hat mindestens einen UKW-Empfänger (auch wenn die Leute es nicht wissen, in vielen Geräten ist als Extra ein Radio verbaut. Und nein, die Radio-App auf dem Smartphone ist kein UKW). Dazu noch die ganzen Autoradios. Außerdem ist die Empfangs-Qualität für meinen Geschmack mehr als ausreichend, sogar Stereo geht einwandfrei. Dazu die Empfangs-Quantität: In Gegenden, wo ich mich bewege, ist es schwer, kein UKW-Empfang zu haben. Ein Beispiel: Wenn ich an Bord unseres Segelbootes bin, in Hooksiel, und mich unten in der Kajüte befinde, dann haben die meisten Handys so gut wie kein Netz. Das an Bord befindliche DAB+-Radio unterbricht länger den Empfang als das man irgendwas hört. Schaltet man aber auf FM um, dann trällert es wieder, zur Not mit leichtem Rauschen im Hintergrund, aber: Man hört was. Das muss ja nicht immer Musik sein, es gibt noch einen wichtigen weiteren Grund für UKW: Information an alle Bürger in Krisen-Situationen. Ein kleines Radio läuft mit Batterien fast ewig, die UKW-Sendestationen sind auch robuste bewährte Anlagen inkl. USV.

Die ganzen Pro-Argumente für DAB+ sind bis heute nicht in Erscheinung getreten: Programmvielfalt? Ausser dem NDR-Bouqet findet mein Radio nichts und die „wertvollen Zusatzinformationen“? Titel und Interpreten kriegt man auch auf UKW. Uhrzeit und Datum? Haha.

Dafür wurden in Niedersachsen bisher 390 Millionen Euro in den zweigleisigen Betrieb von UKW und DAB+ gleichzeitig gesteckt. Da ist es doch eine gute Sache, wenn man damit aufhört. Und der Handel wartet sicher schon auf die nächste gute Idee bzgl. digitalem Radio, das treibt den Umsatz an. So hat wenigstens jemand was von dem Unfug… und gerade fällt mir ein, dass ich schon mal was darüber schrub, auch schon wieder sechs Jahre her. Das war bestimmt, nachdem ich das o.g. Special gehört hatte 🙂

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Wir sind die Freeses

meine-freese

Nun gibt es seit einiger Zeit ja wieder eine neue „Comedy“ bei NDR2: „Wir sind die Freeses„. Nachdem fünf Jahre lang Frühstück bei Stefanie lief und danach gefühlte fünf Jahre ein „Best of…“ davon gesendet wurde, sind nun halt die Freeses dran. Meine Meinung: Leider, leider: Nicht witzig. Von der jeweiligen Idee der einzelnen Folgen sicher gut, aber die Umsetzung, nee, das gefällt mir nicht. Zum einen sind die Stimmen für mich schwer verständlich: Ich muss immer gaanz genau zuhören und manchmal kriege ich den nächsten Satz nicht mit, weil ich noch über den vorherigen nachdenke. Zum anderen weiss ich gar nicht, wer da gerade was sagt. Und irgendwie sind alle Charakter gleich, keiner hat was eigenes (oder nix elementares). Und die Folgen sind auch alle gleich. Wie ein Lückentext, in welchen nur jeweils die Schlagwörter des Tages eingesetzt werden, nur das es jedes mal ein anderer Charakter sagt (scheint mir). Und wenn mal eine Folge recht gut zu sein scheint: Da kommt dann immer noch ein doofer Spruch oben druff, wie ein übel zerkauter Witz, das wirkt langatmig, auch wenn die Folgen ja gar nicht so lang sind. Bei „Stefanie“, da hatte noch jeder der vier seine eigene Rolle, die Texte passten zu den Personen. Bei den Freeses kann ich dergleichen nicht erkennen. Alles ein Brei. Ausser, dass wohl immer der olle Bengel mit seinem Schmartfon da rum sitzt und irgendwas „wichtiges“ macht (aber auch nicht immer, oder?).

Nee, das ist zu dünn. Da höre ich um 7:17 Uhr lieber Nachrichten auf NDR Info oder sanfte Aufwachermusik auf NDR Kultur.

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