BlödsinnformuliererInnen

Es geht um die relativ moderne Spinnerei, dass Menschen in Interviews (meist Politiker) immer versuchen, Männer und Frauen Geschlechtsspezifisch korrekt anzusprechen, liebe Leserinnen und Leser (das ist das erste und das letzte mal, dass ich das verwende!). Dabei entstehen zwangsweise recht sperrige Sätze, deren Sinn nicht verständlicher wird. „Gendern“ nennt man das neudeutsch. Folgende Aussage ist nicht von mir, aber endlich hat einer mal klar geschrieben, was Fakt ist. Ich fand den Text in irgendeinem Forum (war es bei Heise?).

Vollkommen richtig, dieser Gender-Quatsch nervt mächtig und offenbart gravierende Unkenntnisse unserer Grammatik durch das Nichtwissen um die Unterschiede zwischen Genus und Sexus. Der Genus eines Substantivs (der, die, das) hat offenkundig nichts mit dem sexuellen Geschlecht einer Person zu tun. Der Tisch ist wohl kaum männlich, und die Person wohl kaum stets eine Frau. Im Plural ist der Genus gar immer „die“.

Die Anwender benennt bereits alle Anwender, logisch zwingend alle Männer wie Frauen, und was es sonst noch geben mag. Warum sollte man dann die Gruppe der Frauen nochmals eigens nennen? Weil man die etwa für zu dumm hält?

Bravo! sag ich da nur, so siehts nämlich aus.

Hier (Klick) noch ein perverses Beispiel für den Versuch, korrekt zu „gendern“. Die Xe in den Wörtern sollen wohl als Platzhalter für die jeweils korrekte Ansprache sein, desweiteren sind hinter „wir“ und „uns“ jeweils Sternchen, die wahrscheinlich ausdrücken, dass wir sowohl Jungs als auch Mädchen sein können. Eine exakte Erklärung habe ich auf der Seite aber nicht gefunden (und zugegebenermassen den wirren Text auch nicht vollständig gelesen). Meine Fresse, ich habe es ja nicht geglaubt, aber man kanns echt übertreiben.

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Na, wie war mein Urlaub?

Für alle, die schon irgendwie wirklich wissen wollen, was ich die letzten Wochen im Urlaub so getrieben habe:

Ein Wochenende waren wir zum „Familientreffen“ am Alfsee. Da kommen immer alle der (Ehefrauenseitigen) Familie zusammen. Am Alfsee ist es schön, es war nicht das erste mal und sicher nicht das letzte mal, dass ich dort war. Dieses Jahr war ich sogar Wasserski fahren und ich habe etliche Runden geschafft (mit ein paar Anläufen zuvor). Da ich vor einiger Zeit unseren alten Wohnwagen verkauft habe (den wir eeecht selten benutzten), hatte ich zeitig ein eeecht günstiges aber eeecht grosses (Stehhöhe für mich) aber eeecht nicht ganz wasserdichtes Zelt gekauft. Darin schlufen nur meine Frau und ich, so hatten wir eeecht keine Campingüblichen Platzprobleme. Im Gegenteil: Weil wir aus diversen Gründen die Stöpsel für die extra neu gekauften Luftmatratzen vergessen hatten (warum baumeln die neuerdings nicht mehr an sonem Band an der Aufblasöffnung?) gabs gratis einen halben Kubikmeter mehr Platz im Zelt… leider nicht sinnvoll nutzbar. Wir haben die dank fehlender Luft fehlende Bequemlichkeit für den Schlaf so gut es gut mit Decken etc. als Unterlage ausgeglichen. Überraschenderweise wurde meine Sturmlampe offenbar erwartet, ich hatte aber keine mitgenommen. Da wollte ich mal Zeitgemäss sein und hatte eine LED-Lampe mit Batteriebetrieb mitgenommen… Licht hat die aber auch gemacht.

Ein weiteres Wochenende waren wir in Bayern bei den gleichen Verwandten. Es war die Bahnfahrt, der geneigte Leser erinnert sich? Ich empfehle jedem, der mal nach Regensburg kommt, eine Führung durch den Dom zu machen. Allein schon die Orgel ist beeindruckend (37 Tonnen schwer, nur an Seilen aufgehängt).
Einen anderen Tag waren wir in Papenburg bei der Landesgartenschau, und: Es hat sich gelohnt, wirklich! Nicht nur wegen der Schmetterlinge, obwohl das echt beeindruckend war. Die übrige Zeit des Urlaubs habe ich dadurch versucht aufzufüllen, dass ich oft auf dem Boot war… es ist für mich schon Erholung, wenn man einfach an Bord im Cockpit sitzt und ein Buch liest. Zu basteln gibt es da aber auch immer genug, man wird nie fertig mit dem Boot.

Apropos Boot: Mehr als einmal bin ich rausgefahren, einmal wieder mit der BEVA (Beste Ehefrau von allen) gemeinsam. Richtig schön geplant, die Hunte hoch und Tide, Brückendurchfahrtshöhe vorher berechnet: Passte echt auf 10cm. Wir müssen ja wegen der Cäcilienbrücke und der Eisenbahnbrücke auf dem Weg zur „freien“ Hunte (in die andere Richtung ginge nur der Küstenkanal und der ist langweilig und da ist die Oldenburger Schleuse vor) den Mast legen und dennoch schauen, wann es passt. Ich kann zwar alles auf dem Boot soweit legen, dass es eigentlich immer passt, aber dann wird es wirklich eng und ungemütlich im Cockpit. Grobe Fausregel: Zwei Stunden nach Hochwasser passt es immer. Dann kann man mit ablaufendem Wasser angenehm die Hunte langmotoren.  Der einzige Haken: Entweder echt lange raus, damit man mit dem auflaufenden Wasser wieder zurück kann oder eben gegenan: Das haben wir dann auf der Höhe von Iprump gemacht, gegen den Strom zurück. Ärgert mich eigentlich immer, denn das ist eeecht mal Energieverschwendung: Der Strom (die Strömung) hat durchaus 2 Knoten, also muss der kleine Aussenborder für 4 Knoten schieben, damit wir immerhin 2 Kt. Fahrt über Grund machen. Und das ist nicht schnell, nicht annähernd. Spannend wurde es aber dann doch, als der Motor einfach mal ausging. Mitten in Fahrt. Im Nachhinein war es nur Spritmangel, weil der Benzinschlauch  zu weit im externen Tank steckte und Luft gezogen hatte. Aber in dem Moment guckt man blöd. Naja, Frau (schnappte sich unaufgefordert Paddel, Lob!), Mann (ich), Motor und das Boot haben gleich richtig reagiert und noch zwei Meter vor der Backbord-Uferböschung bekamen wir wieder Schub und konnten alten Kurs aufnehmen. Ich werde wohl noch ne Weile Raucher bleiben.

Einen Samstag war ich in Bingum, denn ein Kollege feierte die Einweihung seines neuen Eigenheims. Das war sehr unterhaltsam, ich habe es mir aber nicht nehmen lassen, die Nacht auf der Ems-Marina Bingum zu verbringen, obwohl mir ein äusserst bequem anzuschauendes Doppelbett angeboten wurde. Dieses mal schlief ich in einem winzigen Zelt, wo ich mich immer frage, warum die Hersteller sich erlauben, sowas als „Zweimannzelt“ anzupreisen. Für mich allein war es schon knapp genug: Zum Schlafen war sicher Platz satt, aber beim reinkrabbeln musste ich mir schon überlegen, welches Ende meines Körpers nach vorn zeigen soll. Das Personal am Campingplatz ist auch cool, typisch ostfriesisch: Ich ging in die Rezeption und da war mal niemand. Also rief ich etwas lauter und aus dem „Off“ kam eine Stimme. Als dann die dazugehörige Person (eine Frau von vielleicht 55 Jahren?) ans Licht kam, war sie für ca. 3 Sekunden distanziert und erzählte mir in den folgenden fünfzehn Minuten von ihren letzen Onlinebanking-Erlebnissen (teils auf Platt, da haben meine bescheidenen Kenntnisse vermutlich das Eis gebrochen), bevor wir zu meinem eigentlichen Begehr kamen: Ein Platz für eine Übernachtung. Ich will hier keine Beschreibung für den nächsten ADAC-Camping-Führer schreiben: Glaubt mir, dass ist nicht der schlechteste Platz zum Campen. Nur konnte ich leider die 12,50 Euro für eine Nacht nicht drücken. Darin enthalten waren auch 2 Euro Müllpauschale… für ein paar Stunden Schlaf, tja. Zahlen und freundlich bleiben, es lohnt sich.

Am letzten Wochenende bin ich Sonntags mit guten Freunden nach Dortmund gefahren und wir haben das Spiel unserer Nationalmannschaft gesehen: Deutschland gegen Schottland. Die schottischen Fans sind einfach cool! So friedlich und doch so Partymässig drauf und sooo viele! Nicht zu beschreiben, was in Dortmund los war, das muss man erlebt haben. Und auch wenn die schottische Sprache nicht das ist, was ich in der Schule gelernt habe: Die Schotten verstehen einen, tolle Sache! Und ehrlich: Jeder einzelne Schotte hat zwei Kisten Bier bei sich und einen Kilt an und alle singen das gleiche Lied, das passt schon!

schotten_in_dortmund2014

Nö, sonst war glaub ich nix. Ach ja: Ich hab mindestens fünf Bücher gelesen. Auch mal schön.

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Na, wie war dein Urlaub?

Morgen gehe ich nach meinen drei Wochen Sommerurlaub wieder zur Arbeit. Und wie schon gewohnt werde ich erstmal zig hundert eMails überfliegen, löschen und Kollegen Fragen stellen zu Dingen, die schon Wochen her sind, weil ich sie (natürlich) erst jetzt erfahre. Und genau so sicher wird es nicht lange dauern, bis ein Kollege kommt und fragt „Na, wie war dein Urlaub?“. Ich mag solche Fragen nicht. Das soll wohl Small-Talk sein, aber was soll man darauf antworten? Wird erwartet, dass daraus eine längere Unterhaltung resultiert, dass ich ausführlich die letzten drei Wochen als mündlichen Bericht wiedergebe? Oder ist das nur eine von den hingeschmissenen Floskeln, wo man dann so was sagt wie „Ja, war toll, aber könnte länger sein, haha, jaja, aber muss ja“ und dergleichen Inhaltslosen Kram mehr? Wobei ich schon weiss, dass der ein oder andere Kollege bei solch einer Frage nur auf eine Aussage meinerseits wartet, wo er einhaken kann und mir gleich ins Wort fällt mit Worten wie „… ah ja, das hatte ich auch, aber der Hammer, du glaubst das nicht, du wirst lachen, rate mal, was mir passiert ist“ und dann kann ich mir irgendeine kacklangweilige Story anhören, die vermutlich zum grossen Teil auf falsch und übertrieben dargestellten Fakten beruht.

Also wird meine Antwort vermutlich, wenn ich zu dem Zeitpunkt bereits genug Kaffee bekommen habe, lauten:
„Ja, das war so: Gleich zu Beginn meines Urlaubs wurde ich durch einen bewusst herbeigeführten Autounfall entführt, weil ich so ähnlich aussehe wie Bernd Schuster und es Gerüchte gibt, der soll neuer Bundestrainer werden. Ich wurde erst schwer gefoltert, weil ich die Unterschrift unter der Lösegeldforderung verweigerte, letztendlich hat man mein Leben durch einen Kopfschuss beendet und mich Sicherheitshalber noch gevierteilt. Meine Reste wurde einem Haufen ausgehungerter Hunde vorgeworfen, welche man dann in Säcke steckte und den Haien zum Frass im Meer versenkte, um ganz sicher zu gehen. Weder die Öffentlichkeit noch Bernd Schuster kriegten etwas davon mit und so ist man noch immer auf der Suche nach mir, in der Hoffnung, ich lebe noch. Im Laufe der Wochen sind meine Chancen aber auf unter 5% geschrumpft. Das alles war aber eher ein Segen für mich, weil ich eh schon längst mit dem einen Auto zum TÜV gemusst hätte und ich ausserdem erfuhr, dass ich eine uneheliche Tochter mit einer ehemaligen Agentin der ehemaligen Sowjetischen Militärmission hätte, damals in der Grundausbildung in Goslar, ich kann mich aber nicht erinnern und nun sollte ich ein paar Botengänge für den KGB machen, was aber nicht ging, weil die NSA aus meinen Mails die Information gewann, dass ich Schwul sei (Tipp: Schreibe nie in einer Mail über Gartenschläuche, Hintereingänge, Butter und Rasieren, da spielen wohl die Filter verrückt), auf jeden Fall wollte das FBI gerne, dass ich ein paar Botengänge für sie mache und Bernd Schuster war total verwirrt, als der BND ihn über all das ausfrug. Aber naja, nun ist der Urlaub ja vorbei, also muss ich wieder zur Arbeit, deswegen bin ich hier, nutzt ja nix“.

Gibt es so was wie eine Smalltalkphobie? Dann hab ich das wohl.

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Meine Weihnachtsansprache

Liebe Blogger- und Netzgemeinde,
was mir dieses Jahr am Heiligen Abend auffällt: Schon jetzt geht mir die ganze „X-mas-Musik“ im Radio gehörig aufn Sack. Immer und immer wieder die gleichen Titel, und wenn mal eine „unsere Hörer dürfen sich was wünschen“-Stunde kommt, dann wird es auch nicht einfallsreicher, im Gegenteil. Es ist ja durchaus schön, hin und wieder einem weihnachtlichen Titel zu lauschen, aber das Fest wird ja auch nicht schöner, wenn man sich in jede Zimmerecke nen Weihnachtsbaum hinstellt… von den ganzen Tannennadeln mal abgesehen, die man im folgenden Jahr noch überall findet. Deswegen steht unser Baum dieses Jahr auch draussen, genau vor dem Wohnzimmerfenster. Aussenlichterkette dran und indirekt von einem Strahler beschienen, damit man die Kugeln etc. auch sieht. So hat Oma neben an auch noch was davon und wenn die besinnlichen Zeit vorbei sind kann ich ihn einfach zum Schulhof schluren.

Aber da ja Weihnachten ist will ich mal nicht so schimpfen und schaue mir später allerfeinst mit meiner Familie „Ist das Leben nicht schön?“ an. Jaaa, der kommt morgen im Fernsehen, aber Dank des digitalen Zeitalters schlummert der schon seit längerem auf meiner Platte. Ich mag es, unabhängig vom TV-Programm zu sein. Aber das hat ja schon alles gar nichts mehr mit Weihnachten zu tun und die meisten sind wahrscheinlich einfach nur froh, ein paar Tage frei zu haben. Auch schön!

In diesem Sinne: ho ho ho!

Nachtrag:
Doof finde ich auch diese pseudopersönlichen Gruss-Mails und -SMS, die immer so aussehen sollen, als wären die nur für mich, aber offensichtlich so allgemein gehalten sind, dass sie von jedem an jeden sein könnten. Da könnte man gleich jeden einfach nur anpingen (was übrigens wirklich mal cool wäre 😉 ).

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