Mein Teekesselchen ist nicht mehr

(Nachtrag: Bild eingefügt)

Es ist zwar lange her, aber ich habe es nie vergessen: Ich wollte euch ja noch erzählen, wozu ich den Teekessel brauchte, den ich seinerzeit auf dem Flohmarkt erwarb (ui, ist das lange her).

Die ganz kurze Version: Ich wollte mal probieren, Schnaps zu brennen.
Natürlich habe ich mich vorher kundig gemacht, wie sowas geht, was man beachten muss/sollte usw. Im Internet gibt es ausreichend Infos darüber und natürlich findet man auch das ein oder andere Buch aufm Flohmarkt dazu 😉

Letztendlich entschied ich mich gegen Maische und Gären und Gammel und Methanol usw. sondern ich „brannte“ alkoholhaltige Reste. Gleich vorab: Ein Brand aus Bier schmeckt schon sehr nach Whisky! Interessant ist aber auch Rotwein. Im Grunde hat man dann Weinbrand…

Technisch funktioniert das Schnapsbrennen so, wie es offiziell heisst: Destillieren. Kurz erklärt: Nehmt den Teekessel, füllt Wasser aus beliebiger Quelle ein und erhitzt den Kessel. Wenn das Wasser zu kochen anfängt, wird es gasförmig (Dampf) und tritt aus. Fertig ist das Destillat. Die Kunst ist nun, den Dampf aufzufangen und abzukühlen. Dazu dienen die vermutlich bekannten Spiralen aus Rohr etc.
So kann man beispielsweise verschmutztes Wasser absolut rein und trinkbar machen (Blackout, ihr wisst schon). Alkohol verdampft deutlich vor Wasser (bei ca. 78 Grad), deswegen ist der aufgefangene „Dampf“ so rein (wegen Verdunstung etc. aber nie 100%). Aromastoffe werden auch immer mittransportiert, deswegen schmeckt das Destillat nach irgendwas.

Ich beschreibe nun, wie ich insgesamt vorgegangen bin: Wie ich den Teekessel organsierte, wisst ihr ja. Dann bestellte ich mir frei Haus eine Länge Kupferrohr (ziemlich dünn, ca. 12mm Aussendurchmesser). Weil ich gelernter Schlosser bin, weiss ich, wie man Rohre biegt, ohne das sie einknicken: Sand einfüllen und die Enden verschliessen. Ich habe das nur halbherzig gemacht, weil ich das schnell fertig haben wollte (mal eben…) und weil ich nicht so enge Radien benötigte. Meine zwei Windungen hatten ungefähr 50cm Durchmesser. Nun musste ich noch einen Dampfdichten Anschluss vom Teekesselausgang ans Rohr zaubern. Dazu wühlte ich in der Garage und fand Alubleche und Schellen. Aus dem Blech eine Art Trichter gedengelt und das ganze mit dem Pfeifenstöpsel verbunden (die Zunge, die pfeift, habe ich vorher entfernt). Jetzt mit Holzklötzen das ganze wackelige Gebilde so platziert, dass man unterm Kessel noch Feuer machen konnte, die Spirale so steht, dass es am (geschätzten) Taupunkt abwärts nach aussen und nicht zurück in den Kessel geht und das ganze nicht gleich umfällt. Schwieriger als ich dachte.
Feuer unterm Kessel: Falls euch einer erzählt, mit Teelichtern könne man durchaus Wasser zum kochen bringen: Vergiss es, nur Laberei. Ich habe es probiert, nachdem ich im Netz recherchierte und was von einer Schulklasse und ihrem Lehrer fand, die da son Projekt hatten. Unter Laborbedingungen mag das mit einer definierten winzigen Menge etc. ja noch klappen, im echten Leben sind die Teelichte aber verbraucht, bevor auch nur annähernd kochende Temperatur erreicht wird. Ich nahm dann einen Spiritusbrenner, wie ihn jeder hat, der verheiratet ist und damit ein Fondue-Set besitzt (Irrsinn am Rande: Ich muss Spiritus, also Alkohol, verbrennen, um Alkohol zu brennen).

Weiterer Spannungsbogen nach all dem Gebastel, Gebrenne und Gewarte, bis es endlich zu tröpfeln anfängt: Wie viel Alkohol hat das neue Zeux denn nun? Der erfahrene Profi findet es durch Probieren heraus. Ich bin aber den vorsichtigen Weg gegangen und habe erst mit Wasser verdünnt und dann gekostet, d.h., die Lippen benetzt. Ich wollte mir nun nicht extra ein Gerät kaufen, um den Alkoholgehalt zu bestimmten (die Russen machen angeblich dafür die Feuerprobe: Wenns brennt ist genug Alkohol drin).

Abenteuerlich? Ja…

Alles in allem eine sehr interessante Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich kann Schnaps brennen! Irgendwann verstaute ich den ganzen Kram und wollte es später noch mal weiter versuchen. Nie mehr habe ich es hervor gekramt.
Nun der Clou für euch: Ihr dürft es nicht nachmachen! Ich war ganz erstaunt und wollte es nicht glauben, als mein Sohn, der ja gerade Koch lernt, aus der Berufsschule erzählte, dass man das in Deutschland nicht dürfe. Dabei hatte ich mich seinerzeit noch genau informiert und weiss noch sinngemäß, dass übliche Mengen für den eigenen Bedarf zumindest geduldet werden, ohne dass man das irgendwo deklarieren muss. Ganz sicher. Es gab ja mal sogar kleine, schicke Brenn-Sets für daheim zu kaufen.

Aber was soll ich dem frischem Wissen meines Sohnes widersprechen. Ich habe es lieber selbst überprüft und in der Tat, da stehts: Link zum Zoll
Seit dem 01.01.2018 ist es nicht mehr erlaubt. Schade, dass mein Sohn davon erzählte, sonst hätte ich irgendwann ohne schlechtes Gewissen noch mal damit angefangen. Wenn man ganz penibel ist, dann müsste ich sogar meinen Teekessel vernichten, denn selbst der Besitz einer Brennbirne ist nicht mehr erlaubt. Aber wer will das denn alles überprüfen? Posaunt ja nicht jeder im Internet rum, was er so alles in seiner Garage lagert, richtig?

Bier brauen darf man übrigens noch, aber das habe ich ja auch schon gemacht…

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Die Kraft der Hefe

Zufälle gibt es: Neulich erwähnte ich noch, dass ich ja auch schon Bier gebraut habe und Nachts darauf explodieren mir die vergorenen Flaschen. Naja, OK, ich habe bei diesem Versuch kein „echtes“ Bier gebraut, sondern das so genannte Champagnerbier, aber im Grunde ist es das gleiche. Fast.

Ich habe das Champagnerbier so ziemlich genau nach Rezept angesetzt, nur beim Abfüllen merkte ich schon, dass ich mit der Hefe nicht ganz so sorgfältig im Abschöpfen war. Aber ich weiss ja Bescheid, dachte ich mir: Hatte ich doch vor Jahren schon echtes Bier mit Bier-Kwik gebraut und das klappte recht gut und war durchaus lecker trinkbar. Und ich meinte mich zu erinnern, das etwas Hefe in den Flaschen der Gärung nicht schadet. Wir wissen doch, dass in den Flaschen vom Hefeweizen immer ein guter Teil der Hefe am Boden verbleibt? Ich hatte Recht, aber… seht meine letzten Flaschen:

Flaschenphasen der Gärung

Diese PET-Flaschen sind ja extra für Bier, sind relativ dickwandig und können schon was ab. Auf der linken Seite im Bild sieht man nun, wie diese Flaschen durch die Gär-Gase dünn wie Folie gezogen wurden! Die zweite von rechts musste ich gaaanz langsam drucklos machen, irre! Natürlich sind die Nachts hochgegangen und keiner im Haus hat was gemerkt. Ich glaube auch nicht, dass das besonders laut war. Das PET hat eben irgendwann nachgegeben und Blubb ohne Bumms. An den Schraubverschlüssen sind die Flaschen auf jeden Fall regelrecht abgerissen.

Aber es musste ja so kommen: Ich hatte das Bier angesetzt, dann 10 Tage gewartet und die erste Flasche probiert. Da war ich schon überrascht, wie viel Zeng auf der Buddel war und habe erstmal überall ein büschen Druck abgelassen. Die Brause schmeckte auch ganz erfrischend, schön am perlen 😉

Aber Alkohol schmeckte ich da nicht raus. Also warten, denn Geduld habe ich bei sowas ja. Aus irgend einer Vorsehung habe ich die Flaschen in eine Metallbox gestellt (diese glänzenden Ikea-Dinger mit Deckel für lose Dokumente, Post etc.). Und aus irgend einem anderen Grund habe ich das ganze dann mehr oder weniger vergessen. So circa 8-10 Wochen bestimmt. Bis ich morgens den Dreck und den Geruch wahrnahm. Ich werde das auf jeden Fall noch mal machen und dann aber eben ganz pingelig genau darauf achten, dass die sichtbare Hefe nicht mit in die Flaschen gefüllt wird. Für die Nachgärung ist das ganz offensichtlich nicht notwendig. Die Reste habe ich auch nicht mehr verkostet sondern gleich weggekippt. Ein Geruchstest liess aber nicht auf (viel) Alkohol schliessen… schade, darum ging es doch!

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Fast was erfunden

Ich habe schon wieder mal fast was erfunden. So wie vor vielen Jahren der Bratwursttoaster. Das war immerhin eine ernsthafte Idee, im Gegensatz zum Hagel, der ja offensichtlich reiner Jux ist. Die Laubpresse kam auch kaum über die eigentliche Idee raus, obwohl ich das jedes Jahr spätestens im Herbst immer noch eine echt tolle Idee finde. Und irgendwo auf meinen Seiten finden sich bestimmt weitere Erfindungen.

Bei meiner neuen „Erfindung“ bin ich mir ganz sicher, dass es sowas schon gibt:

Na, was kann das sein? Ja, klar: Die Wäscheklammer aus Holz ist es nicht. Die Schnur auch nicht. Nein, aber das beides in der richtigen Verwendung ist für mich eine sehr gute Lösung: Wer kennt das nicht? Man hat Handtücher, bei uns oft Geschirrhandtücher, und irgendwann fehlt einfach diese kleine Schlaufe zum Aufhängen des Tuches. Also stülpt man das immer irgendwie mit einer dicken Ecke über den Haken, nachdem man alle vier Seiten zwei mal auf der Suche der Schlaufe abgetastet hat, und oft genug fällt das Handtuch dann mindestens einmal runter. Die kleinen Gästehandtücher zeigen bei uns das gleiche Phänomen.

Und deswegen habe ich, aus der Not heraus, eben schnell die Klammerschlaufe erfunden und es dauerte circa eine Minute, bis der neue Aufhänger technisch umgesetzt war:

die Klammerschlaufe in Verwendung

Wäscheklammern nutzen wir seit eh und je für alles mögliche. Nudel-Tüten oder Kekspackungen zumachen und dergleichen. Diese Klammern hängen bei uns in der Ecke der Küche am Kabel für die Kaffeemaschine griffbereit. Paketschnur haben wir gleich an zwei Orten. Also schnell zusammengebastelt. Wenn ich mich recht erinnere, gibt/ gab es so Plastikclipsies, welche die fehlende Öse ersetzen sollen. Ich suchte aber nicht im Netz danach. Meine Idee ist viel cooler, ich muss nix bestellen, habs sofort zur Hand und irgendwie Öko-mäßig sieht es auch aus.

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Töte einen Wal!

Wer von uns würde einen Wal töten? So ganz freiwillig, vielleicht sogar ohne Grund, einfach so? Natürlich keiner.

Und genauso natürlich habe ich den Titel dieses Beitrags etwas sehr dramatisierend gewählt. Der Ursprung ist eher etwas weiter entfernt von der Waljagd: Unsere Waschmaschine war kaputt. Siemens Siwamat. Fehler F.43, und wie man schnell rausfinden kann: Wohl irgendwas mit dem Motor. Nun bin ich alt und erfahren und Handwerker und wette mit mir selbst: „Die Kohlen sind runter, die müssen neu“. Auch wenn ich im Grunde weiss, wie man die Kohlen bei einem Elektromotor wechselt: Im Detail weiss ich es nicht und um an den Motor ran zu kommen, muss man sicher auch bestimmte Wege einhalten. Schön ist: Für alles gibt es Youtube-Videos, auch für mein Problem. So stellte sich recht schnell heraus, dass es eigentlich so ist, wie ich es mir dachte: Rückwand abschrauben, unten ist der Motor und wenn man den Treibriemen zur Trommel und die Kabelverbindungen entfernt hat, dann kann man den Motor ausbauen. Dazu gab es im Video noch hilfreiche Tipps zum Lösen der Stecker.

Also quäle ich die WaMa aus ihrer Ecke, mache erstmal mit dem Staubsauger eine grobe Reinigung, um Staub und Spinnenweben zu entfernen und nach dem ich Werkzeug etc. bereitgelegt habe, will ich mich ans Werk machen. Und schon kommt die erste Überraschung, die mich laut schimpfen lässt: Man kann die Rückwand nicht mehr einfach komplett weg schrauben! Es ist nur noch eine ovale Öffnung mit Deckel vorhanden, wo ich mit Kopf und Armen nicht durch passe. Und an den Motor kommt man so auch nicht. Früher und auch im YT-Video ging das noch. Was mich aufregt: Technisch gibt es keinen Grund dafür. Vermutlich kann man so etwas Metall sparen und trotzdem eine steife Konstruktion hinbekommen? Aber wichtiger: Wie komme ich nun an den Motor?

Zerlegen
Ich gebe natürlich nicht auf und nehme die Herausforderung an. Ich weiss nicht mehr, wie teuer diese WaMa seinerzeit war und wie lange wir die schon haben, aber: Wenn alles in Ordnung ist, alles gut funktioniert und NUR die Kohlen des Motors erneuert werden müssen, warum sollte ich dieses Gerät dann wegschmeissen und eine neue kaufen? Meine Frau studierte schon die üblichen Angebote, verglich Preise und Leistungen. Ich legte derweil die Maschine auf die Seite, um an den Boden heran zu kommen. Dort musste ich erstmal die „Wanne“ entfernen, die vermutlich Wasser auffangen soll (wie viel, zwei Liter? Ein Witz), dann das Kabel zum Schwimmschalter lösen und dann sehe ich von unten den Motor. Dieser ist von der Rückseite her auf zwei Daumendicke Kunststoff-Bolzen geschoben und mit zwei Schrauben gesichert. An die zweite Schraube kam man Dank der genialen Idee der Siemens-Ingeneure, die Rückwand fest zu montieren, kaum noch ran. Und als ich endlich den Motor mit einem dicken Schraubendreher nach hinten von den Bolzen hebeln wollte, da erkannte man die ganze Raffinesse dieser Idee: Man kann den Motor nicht einfach von der Trommel trennen und somit nicht ausbauen! Es fehlt schlicht an Platz! Mann Mann Mann!

Freischneiden
Nun erst recht: Als Schlosser habe ich natürlich eine Blechschere. Diese hergeholt und hinten ins Blech geschnitten. Ob gewollt oder nicht: Die Versteifungsrippen des Bleches waren total im Weg. Der Motor müsste eigentlich nur einen Zentimeter weiter nach hinten, aber dafür musste ich das Blech der festen Rückseite regelrecht vergewaltigen: Ein gerader Schnitt nach unten so weit es geht und dann ein Stück weiter zur Seite einen schrägen Schnitt usw. Irgendwann habe ich mit einer Pumpenzange die frei geschnittene Lasche und die scharfen Ecken weggebogen und endlich konnte ich den Motor rausziehen. Theoretisch hätte man die Kohlen auch am montierten Motor wechseln können, aber praktisch war das nicht möglich, weil extrem kleiner Fummelkram, dazu voll von Kohlenstaub. Bei frei liegendem Motor waren die Kohlen schnell entfernt. Noch ein Vorteil unserer modernen Zeit: Im Internet kann man alles kaufen. Die Ersatz-Kohlen zu finden und zu bestellen war kein Problem. Es war Samstag und Montag kamen sie schon per Post.

Reparatur
Ärgerlich war, dass eine der neuen Kohlen durchgebrochen war. Statt der ca. fünf Zentimeter hatte ich nur noch die Hälfte zur Verfügung. Nur etwas mehr als der entnommene Kohlenstummel. Aber egal, das sollte nun fertig. Ich habe mit Schleifpapier die Bruchkante geglättet und die neuen Kohlen eingesetzt. Und danach alles wieder quasi rückwärts zusammen gebaut. Schwer war natürlich, den Motor wieder in seine Position und über die Plastikbolzen zu kriegen, dazu musste ich sogar eine kleine Schraubzwinge verwenden. Danach nur noch die Bodenplatte fest, WaMa hinstellen, ovalen Deckel davor und erstmal nur grob in Richtung der alten Position geschoben. Ein technisches Hindernis gab es nun noch: Die Maschine zeigte noch immer den Fehler, man musste einen Reset ausführen. Aber auch hier wusste das Internet Rat (Klick). Toll, hat schon beim zweiten Versuch funktioniert und ich konnte den eigentlichen Funktionstest ausführen: Ein, zwei Handtücher in die Maschine und ein schnelles Programm laufen lassen: Super, es dreht sich! Der Motor war zwar etwas laut, aber das war sicherlich der nicht perfekt angepasste (abgebrochene) Kohlenstück. Das schleift sich ein. Prima, Fall doch noch erledigt.

Und was hat das nun mit dem Töten eines Wales zu tun?
Schaut euch mal eine Waschmaschine von innen an, am besten von oben. Da müsst ihr nur die Abdeckplatte runternehmen. Auf den ersten Blick alles HighTech, alle Kabel etc. akkurat und zackig verlegt. Auf den zweiten Blick? Alles verkapselte, vergossene HighTech und sehr viel Kunststoff. Da irgendwas auszutauschen oder zu entfernen ist kaum möglich. Nun weiss ich nicht, wie viele Waschmaschinen im Laufe der Zeit verkauft werden, aber auf jeden Fall werden fast genau so viele entsorgt, also weggeschmissen. Und selbst wenn ich glauben könnte, dass 95% der Wertstoffe recycelt werden würden, dann wäre immer noch sehr viel Abfall übrig. Und wo landet dieser Abfall? Ein Anteil davon ganz sicher irgendwann in unseren Weltmeeren (Klick). Und dort verhungern dann, oft gar mit vollem Magen, die Tiere (weil der unverdaubare Müll im Verdauungssystem steckt). Und damit sterben dann auch die Wale. Wollen wir das?

Ich will ja gar nicht so weit gehen und behaupten, Siemens ruiniert unsere Umwelt, denn das wäre zu einfach gedacht. Aber immer nur wegwerfen und neu kaufen geht eben nicht (mehr). Eigentlich. Es hört aber nicht auf und deswegen ist es, nüchtern und depressiv betrachtet, egal. Immerhin habe ich einige hundert Euro für eine neue Maschine gespart.

Wenn es doch nur so einfach wäre.

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Lerigaus Klassiker: Es geht um die Wurst

Meine selbstgemachte Wurst ist gar nicht sooo ein Klassiker, denn der Blog-Artikel ist weder besonders alt noch herausragend literarisch wertvoll. Aber da ich das vor kurzem noch mal gemacht habe, möchte ich diesen Artikel noch mal hervor holen:

Es geht um die Wurst

Ich erwähnte ja seinerzeit, was ich anders machen würde. Und ja, ich nahm weniger Knoblauch und ja, ich machte die Wurst dünner, so ca. 2,5cm war die eine nun. Die zweite so ca. 3,5cm. Und gleich vorab: Das ist zu dünn. Am 14.12. habe ich die Würste zubereitet und aufm Dachboden aufgehängt. Mindestens drei Wochen sollen die ja hängen, also 14+21= 35, das macht minus 31 den 04.01. als frühsten Tag. Da war die dünne Wurst aber schon komplett durchgetrocknet, sehr fest und dunkel. So, wie eigentlich nur der Randbereich der Wurst sein sollte. Essen kann man die zwar, aber man muss schon gut kauen und dünne Scheiben schneiden für aufs Brot geht fast gar nicht. Da wird die Wurst beim nächsten mal wohl wieder etwas dicker 🙂
Geschmack: Im Prinzip habe ich mich an die Vorgaben von letztem mal gehalten, nur eben mit weniger Knofi. Das merkt man. Und man schmeckt noch irgendwas raus, was mich daran erinnert, dass ich irgendwas neues in die Wurstmasse gemischt hatte. Bisher ist mir das aber leider nicht wieder eingefallen und rausgeschmeckt habe ich das auch noch nicht… war es nur der Schluck Whisky zu viel? Nein, irgend ein Kräuterchen war es, nur welches?

Auf dem Bild kann man erahnen, wie fest die Wurst (technisch gesehen übrigens eine Cervelat-Wurst) geworden ist. Ich knabbere sie immer so nebenbei weg, indem ich mit dem Taschenmesser ein Stück abschneide. Deswegen hat die auch nur noch ein drittel ihrer Länge… das mit dem Geschirrhandtuch als „Wurstpelle“ hat sich aber  bewährt, zumindest für Kleinmengen.

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Pimp my Kupplung

Um genauer zu sein: Pimp my Fahrradanhängerkupplung, aber das war mir als Überschrift zu sperrig 🙂

In alter Tradition meiner Pimp-Artikel will ich euch heute mal erzählen, was ich neulich gebastelt habe bzw. basteln musste. Wie ihr alle wisst, besitze ich seit einiger Zeit ein E-Bike (wisst ihr nicht? Doch, oder?). Mein vorheriges Fahrrad habe ich gebraucht gekauft, zusammen mit einem Fahrradanhänger. Das ist eine feine Sache, da kann man einiges mit transportieren. Und mit dem E-Bike sollte das ziehen solch eines Anhängers ja noch einfacher sein, da könnte ich sogar mal einen richtigen Einkauf mit wagen. Also muss an das neue Pedelec eine Kupplung ran. Die üblichen, welche an die Sattelstützenschraube mit angebaut werden, kann ich aus technischen Gründen nicht verwenden. Aber in den gängigen Einkauf-Portalen des Internets findet sich alles:  Ich fand eine Kupplung mit einer Schelle dabei, um direkt an dem Sattelstützrohr angebaut zu werden. Eine Schelle selbst zu bauen war mir zu blöd… So, Paket kam, ich machte mich dran, alles zu montieren und stellte fest: Geht nicht, weil: Beim meinem eBike ist der Akku unterhalb des Gepäckträgers platziert, was eigentlich noch kein Problem ist, die Höhe haut schon hin. Aber der Gepäckträger hat Richtung Sattel einen Bügel aufgeschweisst, was ja auch sinnvoll ist, um Gepäckstücke auf dem -Träger gut zu fixieren (siehe unteres, ungünstig fotografiertes Bild vom fertigen Objekt). Aber dieser Bügel war der korrekten Verbindung von Kupplung und Anhänger im Weg. Mein erster Gedanke war: Wegschneiden. Doofe Idee. Zweiter Gedanke: Mitm Hammer von oben eine Delle reinkloppen, um Platz zu schaffen. Auch doof. Die beiden Gedanken hatte ich, um das eigentlich Unvermeidliche zu umgehen: Ich musste richtig was basteln, entweder geschraubt oder geschweisst. Der Rest ging dann nach kurzer Überlegung ganz flott: In meiner gut sortieren Garage (*hüstel*) ein Flacheisenrest rausgesucht, an der Hebelschere auf passende Länge (Augenmaß) zu geschnitten. Dann das Schweissgerät nach vorn geholt, die Werkstücke mit einer Gripzange fixiert und verschweisst. Dann das nächste Teil angeklemmt, noch mal verschweisst, Nähte gereinigt, aus der Papiertonne eine alte Zeitung, aus dem Farbregal eine Spraydose Alu-Farbe und das noch warme Bauteil heisslackiert:

Daran musste dann nur noch die eigentlich Kupplung geschraubt werden und das ganze konnte endlich montiert werden. Noch eine kleine Anekdote am Rande: Der Alex möchte, dass ich an seinem Kfz-Anhänger eine Kleinigkeit nachschweisse und ich wollte ihn eben anrufen, damit er vorbei kommt und ich das mache, wo ich gerade das Schweissgerät startklar habe. Handy gezückt, in die Kontakte und: Da sind natürlich zwei Handynummern gespeichert, welche ist die gültige? Das war der Moment, wo ich dazu keine Lust mehr hatte, muss Alex eben weiter warten.
Nach der Montage habe ich noch eine kurze Probefahrt mit dem Anhänger gemacht und das leere Teil rumpelt, als würde man eine Mülltonne hinter sich herziehen. Aber dafür kann ja meine Halterung nix… vielleicht war ich mit dem E-Bike auch einfach zu schnell über den Hubbelweg gefahren 🙂

Auf jeden Fall ein tolles Gefühl, wenn man wieder etwas erfolgreich von der unendlich langen ToDo-Liste streichen kann, dazu noch so simpel, elegant und funktional gelöst. Nicht wie des Fingers kreative Bauten, welche oft genug nach langer Bastelei nicht das erwartete Ergebnis liefern. Aber natürlich hat er meinen Respekt für seinen Wagemut und seine weitreichenden technischen Kenntnisse (im Ernst!) sowie seine unterhaltsame und informative Art, alles zu dokumentieren.

In diesem Sinne: Nicht pimpen mit pimpern verwechseln!

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Es geht um die Wurst

wurstbrot

(die Wurstbilder konnte ich leider nur mit einem iPhone 3G machen, weil mein 4S mal wieder den Akku leer hatte…)

Angeregt durch Tante Linas Kriegskochbuch kam ich auf die Idee, mal Wurst selber zu machen. Darüber nachgedacht hatte ich schon immer mal, aber wenn man sich so gängige Rezepte anschaut, dann ist das doch immer relativ aufwändig. Dazu kommt, dass eine gute Wurst, Salami z.B., ja auch geräuchert werden muss. Und zwar kalt geräuchert, über einen recht langen Zeitraum. Also nicht so einfach wie Forelle räuchern auf der Terasse. Doch die Tante Lina zeigte ein Rezept, wo man am Ende eine Cervelatwurst erhält, welche luftgetrocknet ist. Mindestens drei Wochen soll die Wurst an einem trockenen, aber nicht zu warmen Ort hängen und reifen. Also auf dem Dachboden. Heute waren die Zeit um, plus einen Tag. Es wird oft empfohlen, die Wurst länger reifen zu lassen, aber ich konnte nicht abwarten. Da ich gleich zwei Würste gemacht habe, liess ich eine hängen und die andere wurde heute morgen angeschnitten.

Aber hier erstmal das Rezept. Ich habe alle Mengenangaben geviertelt, sollte ja nur ein Test sein. Statt Schweinefleisch kleinzuhacken habe ich gleich fertiges Rinderhack genommen (Meine Frau hat leider diverse Allergien, deswegen ist Rind für sie besser und sie sollte ja auch kosten können).

wurstrezept

Was ich beim Probieren der Wurst gemerkt habe: Die Menge des Knoblauchs zu halbieren statt zu vierteln (ich nahm eine Zehe für 500g Hack, laut Rezept sind es zwei Zehen auf 2Kg Fleisch) sorgte für einen recht starken Knoblauchgeschmack. Erstaunlich, was eine halbe Zehe ausmachen kann. Ausserdem habe ich noch weitere Änderungen vorgenommen, angeregt unter anderem durch dieses Buch (ich bekam es Gebraucht für 1,50) und diese Internetseite:

  • Ich fügte noch einen Teelöffel Paprikapulver hinzu
  • und einen Flaschendeckel Scotch-Whisky. Irgendwo las ich was von Weizenkorn, aber den hatte ich nicht da und Whisky kann ja nur besser sein…
  • Aus irgend einem Grund habe ich mich mit dem Zucker verhauen (siehe Bild, hätte eigentlich nur ein gutes Gramm sein müssen). Schmeckt man aber nicht raus.

Tante Lina nahm Kochsalz und Salpeter, heutzutage nimmt man Pökelsalz. Da ist dann auch alles drin, was benötigt wird. Irgendwo las ich, man könne auch nur Salz nehmen, aber dann verliert die Wurst die Rötung und wird grau. Das will man ja auch nicht. Auf jeden Fall ist das Salz die entscheidende Zutat für die Trocknung, denn es verdrängt die Feuchtigkeit und damit den Nährboden für Bakterien etc. (so ganz grob gesagt).
Nun mischt man einfach alles in einer Schüssel gut zusammen (wie Frikadellen machen) und füllt es in Därme. Halt. Därme? Ich hatte keine Lust, bei unserem Schlachter zu fragen und gleich 18m bei Amazon bestellen war mir auch zuviel. Ich war schon baff, dass man dergleichen online bestellen kann. Nein, ich dachte kurz nach, was man als Darmersatz nehmen kann und kam… auf ein Geschirrhandtuch. Es gibt doch auch Würste in Stoffhüllen? Solch ein Handtuch ist robust und fuselfrei, also perfekt. Mein Ziel waren ungefähr 4cm dicke Würste (je dünner desto einfacher der Trockenvorgang), also rechnete ich grob 4 mal Pi sind 12 plus etwas für die Naht und schnitt entsprechend einen Streifen ab. Ich wollte zur Sicherheit zwei kleine statt einer grossen Wurst machen und halbierte deswegen das Stoffstück. Dann flink (und ungeschickt) mit Nadel und Faden zu einem Schlauch zusammen genäht und unten zu. Aus einem Gefühl heraus legte ich die Stoffschläuche noch einige Zeit in kochendes Wasser. Keine Ahnung, ob das was bringt. Nun wurde die Wurstmasse in die Schläuche gefüllt. Ich hab immer mit den Stiel von einem Holzkochlöffel nachgestopft, damit keine Luft im Inneren verbleibt. Dabei merkte ich, dass ich durchaus die doppelte Menge in die Schläuche bekommen hätte, aber was solls. Ich hab dann nur darauf geachtet, dass in beiden ungefähr gleich viel rein kommt. Am Ende band ich beide „Säckchen“ mit einem Paketband zu und brachte sie auf den Dachboden. Dort über zwei Stühle eine Stange gelegt und die beiden Würste hingehängt. Nun (mindestens) drei Wochen warten.

cervelatinstoff
die schon getrocknete Wurst

Aber da ich mich weiter informierte, erfuhr auf der Seite von Onkel Heinz (s.o.), dass man die Wurst ca. alle drei Tage mit Milchsäure (5%ig) abreiben soll, damit sie nicht schlecht wird. Die Apotheke stellte sich etwas an, weil die Säure ja so gefährlich sei, also machte ich das auch hier anders: Alkohol! Von der letzten Holgermeister-Herstellung (schon dreimal gemacht, lecker) hatte ich noch Gin übrig und rieb damit die Würste regelmässig ab (mit einem weiteren Geschirrtuch-Stückchen). Alkohol desinfiziert doch? Es hat offenbar funktioniert, denn ich hatte keine sichtbare Schimmelbildung an der Wurst.

Man soll übrigens die Wurstherstellung in die Monate Oktober bis März legen, aus einem einfachen Grund: Wenn es zu warm ist (über 16 Grad), dann trocknet die Wurst zu schnell und kann nicht reifen. Ausserdem wird sie auch zu hart. Hier noch mal die Zusammenfassung der Herstellung, weil ich wieder so viel geschrieben habe, das Wesentliche aber viel kürzer ist:

  1. Zutaten zusammenkneten
  2. Vorbereitete Därme (o.ä.) befüllen
  3. darauf achten, dass keine Luft in der Wurst ist
  4. fest zubinden und aufhängen
  5. darauf achten, dass es nicht zu warm wird (Sonneneinstrahlung etc)
  6. ca. alle drei Tage mit Schnaps abreiben 😉
  7. Mindestens drei Wochen hängen lassen

Das dauert alles insgesamt keine halbe Stunde. Was ich nächstes mal anders machen werde: Weniger Knoblauch nehmen und dünnere Schläuche nähen, so dass ich auf ca. drei Zentimeter komme. Beim Stopfen wird sie schon noch dicker. Ausserdem denke ich, dass sie mit einem guten Anteil Schweinefleisch (oder nur) „saftiger“ wird. Und ich werde gleich mehr machen, denn die Arbeit ist die gleiche, der Gewinn aber grösser. Ist bestimmt auch ein schönes Geschenk für Leute, die schon alles haben…

mach ne Wurst, iss ne Wurst
mach ne Wurst, iss ne Wurst

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Beim Alu-iMac die Festplatte tauschen

Ich gehöre nun dazu: Zum erlesenen Kreis derer, die einen Alu-iMac (2008) öffneten, sich durchwühlten und die interne Festplatte tauschten. Ich schreibe hier keine Anleitung, da gibt es genug sehr gute im Netz, z.B. hier.
Eigentlich war meine interne Platte schon länger defekt bzw. hatte Fehler produziert. Deswegen habe ich mein System seitdem auf einer externen Firewire-HD. Da dauert das Starten von Programmen zwar immer etwas länger, aber ansonsten lässt sich angenehm damit arbeiten. Nun fing aber die Interne an, Krach zu machen, alles zwei Sekunden „ssssss klackklack“. Und das nervt gewaltig. Natürlich ist das heute auf einem Sonntag passiert und mein Ersatzfestplattenregal war gerade leer. Glücklicherweise hatte mein Schwager noch eine Barracuda mit 500GB zuhause rumliegen, nach seiner Aussage so gut wie neu 😉 1 TB wäre zwar auch fein gewesen, zumal ich das nicht so schnell wieder machen will, aber die 500 reichen auch locker. Immerhin ist das Backup dann nicht so gross… Also machte ich mich laut oben erwähnter Anleitung daran, die alte aus- und die neue Platte einzubauen. Grundsätzlich geht das alles genau so, wie in der Anleitung beschrieben, ich will aber gern noch erwähnen, was bei mir anders/ komisch/ doof war.

imac_offen

Auf dem Bild ist die alte Festplatte schon ausgebaut (der leere Platz in der Mitte) und man sieht sehr gut, wo ich es mir einfach gemacht habe: Statt das Display ganz rauszunehmen (wobei ich das Stromkabel hätte abziehen müssen) habe ich es einfach hochgeklappt und mit einem Kochlöffel „arretiert“.
Aber schon viel vorher hatte ich Probleme: Ich hatte keine Saugnäpfe, um die magnetisch gehaltene Frontscheibe abzuheben. Dann hatte ich eine Idee und habe meine Navi-Halterung aus dem Auto genommen, was sich sehr bewährt hat, weil man mit der Halterung gleich einen guten Griff am Saugnapf hat. Meine Scheibe ist auch noch mit Stiften versehen, so dass man die Scheibe (wie ich dachte) nicht erst an einer Seite und dann an der anderen anheben kann. Man sollte hier mit viel Gefühl arbeiten.
Bevor man den Alurahmen abhebt sollte man daran denken, unten die Abdeckung des Arbeitsspeichers rauszuschrauben. Und auch dann noch war es nicht einfach für mich, den Rahmen hochzuheben. Oben ging es ganz gut, aber unten, da tat sich nix. Hier braucht man dann eine Kombination aus Gefühl und Kraft, man will ja nix verbiegen. Das Kabel für die iSight-Kamera habe ich dran gelassen, einfach den Rahmen nach hoben bzw. hinten geklappt.
Den kleinen Stecker für den Temp-Fühler des Displays (?) unten links habe ich mit einer Spitzzange abgezogen. Als ich nur mit den Fingern dran zog hatte ich das Gefühl, ich würde gleich die Kabel aus dem Stecker rupfen.
Natürlich hatte ich auch keine Druckluft, um das Display von Staub zu befreien, bevor am Ende die Scheibe wieder drauf kommt. Ich habe dann einfach vorsichtig gepustet. Man kann vorhandenen Staub etc. recht gut sehen. Insgesamt habe ich vorher einige Geschirrhandtücher bereit gelegt, um alles weich und Staubfrei ablegen zu können.

Der Festplattentausch an sich war pupseinfach, genau wie das schon gewohnte Rückspielen der TimeMachine-Sicherung. Das ist immer wieder einfach nur geil: Zwei Stunden kopieren und man hat sein altes System wieder vor sich, nix fehlt (ausser dass der Download-Ordner leer ist, Dropbox will neu verknüpft werden und Adblock Plus muss ich neu zu Safari hinzufügen). Nun will ich gleich noch, bevor ich schlafen gehe, eine neue TimeMachine-Sicherung anlegen und das war es dann auch. Und rein subjektiv geht natürlich alles schneller, Safari z.B. muss nur zweimal im Dock hüpfen, bevor er sich öffnet…

timemachine

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Trockenobst selber machen

Apfelringetrocken

Wenn man auf die Idee kommt, Obst selbst zu trocknen, um diese als Vorrat, schmackhafte Zutat oder gar nur als Deko selber herzustellen und dann im Internet nach Tipps sucht, dann findet man viele Seiten, die einem dabei helfen wollen. Und offenbar schreiben diese mehr oder weniger einfach voneinander ab: Immer wieder ist der Backofen der beste Tipp, man soll einen Kochlöffel zum Entweichen der Feuchtigkeit in die Tür klemmen, es wird geredet von Temperaturen, Zeiträumen und Energieverbräuchen: Alles nett und sicher nicht falsch, aber viel zu aufwendig.

Ich lege Apfelscheiben einfach auf ein Stück Küchenpapier („Zewa“), dieses auf unsere Heizung im Wohnzimmer und vergesse das für ein paar Tage. Irgendwann fällt mir wieder ein, dass da ja was liegt und schaue nach und es sieht gut aus. Und oft mampfe ich dann ein Stück einfach auf (man muss ja probieren).

Was ich nicht mache: Die Scheiben vorher in Zitronensaft tränken (weil gegen braunwerden), Temperatur messen (die Heizung muss eben „an“ sein) oder gar die Zeit stoppen (im dööfsten Fall wird das Obst zu trocken). Meist komme ich spontan auf die Idee des Trocknens, weil z.B. der gekaufte Beutel mit Äpfeln bei der Familie gerade nicht so begehrt ist und da Äpfel über wären, die sonst nur weggeschmissen werden, wenn nicht vorher einer dran denkt, den Hühnern welche zu geben (tut keiner ausser mir).

Und ich komme nur darauf, darüber zu schreiben, weil ich beim Aufräumen gerade wieder über ein Glas mit Apfelringen gestolpert bin, die ich irgendwann Anfang letzten Jahres da rein gepackt habe. Da keine visuellen Mängel wie Schimmel o.ä. feststellbar waren, habe ich gleich mal ein Stück probiert: Macht irgendwie süchtig 😉

Und wer Interesse an so was hat, dem empfehle ich nur: Einfach machen und gucken, was passiert. Egal ob es nur ein Apfel ist oder Weintrauben, eine Birne, ein paar Pflaumen, Pfirsich oder einige Pilze: Wenn das statt zu trocknen gammeln sollte, dann merkt man das schnell im Raum, im besten Fall gibt es einen neuen, eigenartig wunderbaren Duft im Wohnzimmer 😉

Sollte das Ergebnis brauchbar trocken sein und man verbraucht nicht gleich alles, dann kann man es in ausgewaschene Gläser von zuvor gekauften und verbrauchten Bohnen, Erbsen oder Pilzen einlagern (je nach Grösse) und irgendwann mal verwenden. Muss ja nicht ewig rumliegen. Für ein wenig Kontrolle kann man die eingelagerte Ware in den hoffentlich nicht extra gekauften Schraubverschluss-Gläsern (neudeutsch: Twist-off) ja mit Inhalt und Datum beschriften. Ich hatte es nicht beschriftet und datiert (sollte ich aber machen) und selbst trockene Äpfel, die in Erdnussdosen mit Deckel gelagert waren, schmecken noch heute. Ich erinnerte mich nur beim Fund, dass ich in der letzten Heizperiode mal was ausprobieren wollte, das muss also vor dem Sommer gewesen sein… genauer kann ich es also nicht datieren.

Einige Worte zum Aufwand: Ich finde es falsch, extra Energie für derlei Konservierungsmethoden zu verbrauchen. Da kommt ein Backofen oder gar ein extra Dörrautomat für mich nicht in Frage. Und Gläser mit Schraubdeckel zu kaufen, wo ich doch bewusst beim Einkauf auf Dosenware verzichte, wäre ja Selbstverarschung.

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Feuerkorb aus Waschmaschinen-Trommel

Über Weihnachten ging leider die Waschmaschine meiner Schwiegereltern kaputt. Dank Internet haben wir schnell eine neue gefunden und Sylvester wurde die schon geliefert. Ich durfte die dann aufstellen etc., dafür kam ich so aber zu einem Waschmaschinenmotor (kann man bestimmt noch mal gebrauchen) und einer Edelstahltrommel. Daraus einen Feuerkorb bauen ist ein Klacks. Das ist fast schon fertig, denn es müssen nur noch Füsse dran geschraubt werden, sogar die drei Bohrungen dafür sind schon vorhanden. Aber:

Auf der Suche nach Inspiration bzgl. Feuerkörbe fand ich irgendwo einen, der schrieb: „um an die Trommel zu kommen, muss man fast die ganze Waschmaschine zerlegen“. Und nun weiss ich, was er meint. Man muss wirklich so ziemlich alles abbauen, um an die Trommel zu kommen, nur die Tür kann drin bleiben. Und hat man das fette Teil erstmal aus der Maschine gepult, dann ist man noch lange nicht am Ziel: Die Trommel steckt in einer Art Kunststoffkapsel, welche aus zwei Teilen besteht und zur Montage werden die wohl einfach zusammengedrückt, Kunststoffnasen klacken dann in ihre Halterungen und das ganze hält Bombensicher. Eine Demontage ist ganz offenbar nicht vorgesehen. Also fiel mir nichts anderes ein, als die ganzen Nupsis ein nach dem anderen mit Stecheisen und Hammer zu befreien, einmal ganz um die Trommel:

Am oberen Teil sieht man die zerstemmten Halter
Am oberen Teil sieht man die zerstemmten Halter, links die Nasen am anderen Teil

Dafür ist die Waschmaschine dann so entkernt, dass man sie praktischerweise für die Entsorgung einfach zusammendrücken kann:

Da biste platt
Da biste platt

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