Heissräuchern im Kochtopf – Finale

Hier das Finale zum Räuchern im Topf. Eigentlich hätte ich das ganze auch viel kürzer schreiben können, aber dann blieben für den ein oder anderen Leser sicher einige Fragen offen. Deswegen ist das, wie bei mir gewohnt, länger als eigentlich notwendig. Am Ende schreibe ich aber noch mal eine brutale Zusammenfassung, denn im Grunde ist das alles ganz einfach.

Nun haben wir alle Sachen beisammen und können loslegen. Meinen Spirituskocher habe ich schon mal angefeuert, der braucht einen Moment, bis er in Gang kommt. Dann ganz unten das Räuchermehl direkt auf den Topfboden. Ich habe das als kleinen Haufen gemacht, weil ich mir dachte, dass das so nach und nach verglimmt, ausserdem ist wegen meinem Kocher in der Mitte die meiste Hitze. Im Nachhinein muss ich sagen: Richtig so!

Forelle und alles im Topf
Forelle und alles im Topf

Über den Spänehaufen habe ich die Aluschale zum Auffangen von Tropfen platziert, darüber das Grillrost und darauf letztendlich den Fisch. Das wars. Nur noch den Deckel drauf. Ich hörte auch von dem Tipp, je Fisch eine getrocknete Wachholderbeere auf das Räuchermehl zu legen. Mache ich nächstes mal. Ausserdem könnte ich wegen der Höhe des Topfes bestimmt noch eine zweite Ebene mit einem weiteren Rost realisieren, und so vielleicht bis zu sechs Forellen da rein bekommen.

Nun wie gesagt den Deckel drauf, den Topf schön mittig auf dem Kocher ausgerichtet und angemessenerweise erstmal eine geraucht. Die Angaben zur Räucherdauer fangen bei 20 Minuten an und gehen bis zu einer dreiviertel Stunde. Ich habe mir gedacht: Es muss ja erstmal zu Rauchen anfangen und ab da an mache ich ca. 20 Minuten. Mit allem drum und dran wurden es dann knapp 45 Minuten. Man kann ja zwischendurch den Deckel abnehmen und nachschauen, wie Rauch und Fisch sich entwickeln. Das sieht dann erstmal so aus:

Fisch im Rauch?
Fisch im Rauch?

Nein, das ist nur auf dem Foto so. In „echt“ sah man nach dem Rauchschwall natürlich die Fische und schon nach einer guten viertel Stunde sah man die Räucherübliche Braunfärbung. Aber nicht zu oft den Deckel hoch machen, der Fisch soll ja im heissen Rauch auch garen! Ich hab in der Zeit zweimal nachgesehen (und einmal, um meiner Frau stolz das Wunderwerk zu zeigen). Mit geschlossenem Deckel kommt aber wirklich nur sehr wenig Rauch aus dem Topf. Wie immer bei Forellen: Wenn man die Rückenflosse leicht rausziehen kann, dann ist der Fisch gar. Wenn man Räucherfisch schon kennt (wo von ich ausgehe), dann erkennt man aber auch an der Farbe, ob er schon so weit ist.

Forelle, selbst und einfach geräuchert
Forelle, selbst und einfach geräuchert

Und er war wirklich durch und auch lecker. Aber eben, wie schon erwähnt, etwas fad. Nächstes mal werde ich definitiv salzen und würzen. Selbstverständlich kann man nicht nur jeden anderen Fisch so räuchern und einen Hering zum Bückling machen, auch Schweinebauch, Gänsebrust und Hähnchenschenkel sollen so funktionieren. Fleisch statt Fisch braucht dann aber eine längere Räucherzeit (bestimmt eine Stunde?) und damit natürlich auch mehr Räuchermehl.
In dem Zusammenhang noch ein Hinweis: Es handelt sich hier um „Heissräuchern“. Schinken, Speck und die meiste Wurst werden aber kalt geräuchert. Das heisst, bei nicht mehr als 30 Grad warmen Rauch über viele Stunden bis hin zu mehreren Tagen und Wochen mit manchmal mehreren Räuchergängen. Kalt geräucherte Ware hält sich auch viel länger! Macht das Räuchern im Topf also nicht, um frische Dinge länger lagern zu können sondern um ein leckeres Essen zu bekommen. Aber natürlich hält sich eine heissgeräucherte Forelle schon etwas länger als eine frische…

Zum Reinigen: Ich konnte die (vollständig) verkohlten Spänereste mehr oder weniger ohne Weiteres auskippen. Am Boden und am Topfinneren waren nur wenige Anhaftungen. Aluschale sei Dank, denn da war schon etwas drin gelandet. Den Topf (und das Grillrost) habe ich dann ganz normal mit Spüli und Bürste abgewaschen und ich würde nun danach ohne weiteres einen Eintopf oder Chili darin kochen. Nicht mal der Boden von unten war verrußt. Baut man sich statt der Alufolienschale ein festes Blech mit Füssen dran, dann kann man auch das immer wieder verwenden. Das werde ich als Schlossermeister auf jeden Fall noch machen, denn das ist nicht das letzte mal, dass ich so geräuchert habe.

So, hier noch mal eine Quick&Dirty-Anleitung:

  1. Fisch vorher trocknen, ggf. salzen (in Salzlake einlegen, ca. 90 Minuten)
  2. Topf, am besten Edelstahl, auf eine Feuerstelle stellen.
  3. 2-4 Esslöffel Räuchermehl auf den Boden (mehr Fisch = mehr Mehl).
  4. Räuchermehl lose abdecken, damit nix reintropft aber es noch qualmen kann
  5. Rost samt Fisch darüber
  6. Deckel drauf und Feuer an (Herd ruhig volle Pulle)
  7. Warten, bis Fisch durch ist

Wer es noch etwas quicker und dirtier will, der kann statt der Räuchermehlabdeckung und Grillrost einfach Alufolie lose zusammenknüllen und den Fisch direkt darauf legen. Das wäre auch eine Alternative, wenn der verfügbare Topf nicht ganz so gross ist oder man beim Camping/Bootstour spontan mit vorhandenen Mitteln was räuchern will. Und auch dem ein oder anderen Prepper kann das ja weiterhelfen 😉

Und noch ein Hinweis: Seid nicht zu „billig“ in der Wahl der verwendeten Mittel: Lackierte Dosen, alte Ölfässer eignen sich eher nicht als Topf-Ersatz, denn weder Lackbeschichtungen noch Altöl will man in seinem Fisch. Und wenn der Behälter nur gelötet ist, besteht die Gefahr, dass sich das Lot in der Hitze erweicht und euer Behälter auseinander fällt. Und nehmt lieber keine Hamsterstreu als Räuchermehl-Ersatz.

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Heissräuchern im Kochtopf

Neulich fand ich im Netz zufällig einen Hinweis, dass man ja ganz einfach selbst räuchern könne, indem man einen Kochtopf verwendet, statt sich aufwändig, kostspielig und Platzverbrauchend einen Räucherofen zu holen. Bei solchen Sachen werde ich hellhörig, sowas interessiert mich. Vorher wurde ich schon darauf gestossen, dass es ja Tischräucheröfen gibt, mit denen das Fischräuchern auch sehr einfach gehen soll. Mit einem Topf wendet man das gleiche Prinzip an. Heute hat sich ergeben, das einfach mal zu machen und euch möchte ich davon berichten.

Was ich dazu benötige:

  1. Einen Kochtopf samt Deckel
  2. Ein Rost, welches in den Topf passt
  3. etwas Alufolie
  4. Räuchermehl
  5. Einen Herd, Ofen oder andere Kochgelegenheit
  6. Fisch

An meinen Topf kam ich durch eine glückliche Fügung. Mein ursprünglicher Gedanke war, den Topf zu verwenden, den wir im Schrank haben, wenn mal grosse Mengen an Kochgut anfallen. Das ist so ein recht alter, blauer Emaille-Topf. Aber meine Frau hängt an diesem und dafür habe ich Verständnis. Nun war es so, dass eine gute Bekannte meiner Mutter dabei war, das Haus ihrer verstorbenen Eltern auszuräumen. Diese hatten zu Lebzeiten den Fimmel, alle möglichen Dinge zu kaufen aber nicht zu benutzen, Motto „könnt man ja mal gebrauchen“. So kam ich neben einem neuem Mixer, einem Funkradiowecker, einer Pfeffermühle und einem Wasserkocher auch zu einem nagelneuen unbenutzten 11Liter-Edelstahltopf mit Deckel, der schon 12 Jahre alt war (aber noch original verpackt, mit Quittung). Das Praktische: Dieser Topf hat keine Griffe aus Kunststoff sondern ist voll aus Edelstahl, dazu einen Deckel, der auf Grund seiner Form nicht nur drüber passt sondern auch nach innen abschliesst. So kann kein Kondenswasser etc. raustropfen und recht (Rauch-)dicht ist es auch. Toll.

Topf zum Räuchern auf dem Kocher
Topf zum Räuchern auf dem Kocher

Als Grillrost nahm ich das von unserer Mikrowelle. Das ist so ein rundes mit Füssen dran. Zufälligerweise passt unseres 100%ig genau in den Topf, man muss etwas drücken, weil es knapp klemmt und kann quasi die Höhe im Topf selbst bestimmen. Wieder Glück gehabt. Etwas Alufolie benötigt man, um das Räuchermehl abzudecken, damit tropfende Tropfen dort nicht hinein gelangen. Im Netz fand ich Leute, die brauchten 4 Meter Alufolie, weil sie ihre ganze Wokpfanne samt Deckel in Folie gewickelt haben. Das ist absolut nicht notwendig. Ich nahm eine Aluschale, wie man sie fürs Grillen verwenden kann (der Fisch lag darin, siehe unten). Passte auch so genau in den Topf, dass sie das Räuchermehl nicht berührte.

Räuchermehl. Hm, hier kam ich etwas in Bedrängnis, denn ich wollte mir noch was im Angelshop oder im Internet holen. Oder eben selber machen, denn ich habe eine Buche im Garten und müsste hier nur einen Zweig abrinden und kleinsägen. Aber dann hätte ich noch kein trockenes Sägemehl. Ich wollte aber nicht mehr warten, denn als Testfisch hatte ich Regenbogenforelle bei Lidl gekauft und die lagen nun schon zwei Tage zum Auftauen im Kühlschrank. Da fielen mir zwei Sachen ein: Auf dem Dachboden habe ich seit zwei Jahren Scheiben des Stammes vom gefällten Apfelbaum aus dem Garten zum trocknen liegen (wollte ich mal was mit basteln) und ich las irgendwo im Internet, dass man als Räuchermehl auch das Holz von Obstbäumen nehmen könnte, ist halt eine Geschmacksfrage (Nur Nadelhölzer soll man nicht verwenden, aber das kann man sich ja denken, wegen dem Harz). Dann die Stichsäge geschnappt, eine leere Konservendose (jaa, sowas bewahre ich manchmal auf), das Holz darüber und Schnitte reingesägt. Mit der Dose fing ich das fallende Sägemehl auf. Leider macht die Stichsäge auch oben „Dreck“. Will man das auffangen, dann muss man etwas mehr Aufwand betreiben. Nicht so mein Ding, es muss schnell und einfach gehen. Man benötigt aber nicht allzuviel, die Angaben schwanken zwischen 2 und 3einhalb Esslöffel voll. Ich habe dann noch mit einem 8mm-Bohrer Löcher ins Holz gebohrt und diese Späne auch verwendet. Das schafft was. Achtet aber darauf, dass ihr nix anderes auffangt. Man will weder Metallspäne, noch irgendwas, wo Öl und sonstige Verunreinigungen anhaften. Auch keine Späne von dem PVC-Rohr, das ihr vorher mit der Stichsäge gesägt habt!

Die Buhr-Tischräucheröfen arbeiten mit Spiritusbrennern, wie man sie vom Fondue, Speisewärmern etc. kennt. Für den Topf kann man auch den E-/ Gas-Herd, den Holzofen, ein Lagerfeuer oder einen Grill verwenden. Ich habe noch einen Turm 38-Spirituskocher, den fand ich ganz angemessen. Zumal ich das so auf der Terasse machen und die Küche von eventuellen Rauchschwaden verschonen konnte.

Als Fisch verwendete ich wie erwähnt TK-Forelle. Die grille ich auch ab und zu, sehr lecker. Diese habe ich natürlich vorher aufgetaut und vor dem Räuchern trocken getupft und ca eine Stunde auf Küchenpapier liegen lassen. Eben so lange, wie meine diverse Vorbereitungen dauerten (Sägemehl machen…). Zum Räuchern soll der Fisch immer trocken sein, ist aber ja irgendwie logisch. Ich habe darauf verzichtet, den vorher zu salzen oder zu würzen, das werde ich beim nächsten mal aber machen: Eine Stunde oder so in Salzwasser legen, denn meinem geräucherten Fisch fehlte genau das.

So, nun ist das wieder viel zu viel Text geworden, den Rest schreibe ich dann in einem zweiten Beitrag. Das ist aber auch dann auch nicht mehr so viel!

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Pimp my Sturmlampe

Vor langer Zeit schrieb ich ja mal einen Artikel über Sturmlampen. Dort erwähnte ich auch die Favorit-Sturmlampe, die man bei Hornbach recht günstig kaufen kann. Und ich erwähnte den unpraktischen Mangel, dass diese Lampe keinen extra Einfüllstutzen hat. Kann ich sogar verstehen, denn das ist sicher ein sehr kostenintensiver Produktionspunkt und wenn man eng kalkulieren will oder muss, dann lässt man so was schon mal weg. Auf Anhieb wird es den unkundigen Blicken der Kaufwilligen auch gar nicht auffallen.

Mich hat es immer gestört und von der Verwendung dieser Lampe abgehalten. Denn gerade im Dunkeln ist ein sicheres Befüllen dieser Lampe so gut wie unmöglich (und wenn sie kurz vorher noch gebrannt hat, ist sie auch viel zu warm als das man mal eben am Brenner etc. rumfummeln kann). Also habe ich kurz über mögliche Lösungen nachgedacht und bin recht schnell auf eine simple Möglichkeit gekommen, einen aussenliegenden Schraubverschluss nachzurüsten:

favorit_sturmlampe
Selfmade Einfüllstutzen: Sieht doch gut aus

Dazu habe ich einfach ein 12mm-Loch an der Stelle des Öltanks gebohrt (4mm vorgebohrt), an der man den Einfüllstutzen erwarten würde. Das ist praktischerweise gleich oberhalb der „maximalen Einfüllhöhe“. So kann man die Lampe nicht zu voll machen. Vorsicht: Natürlich ist das Blech relativ dünn, geht also mit wenig Druck und viel Drehzahl da rein, sonst fransen die Kanten aus und ihr habt viel Mühe, das wieder zu glätten. Nicht wundern: Es befindet sich unterhalb des äusseren noch ein weiteres Blech, da müssen wir auch durch.

Wenn alles fein entgratet wurde (ggf. Schleifpapier oder eine feine kleine Feile), dann wird die Stelle sorgsam entfettet. Ich hatte gerade Bremsenreiniger zur Hand, es geht sicher auch was anderes. Nun habe ich Reparaturknetmasse (diese runden Stangen aus Epoxy) genommen, eine ca. 3mm dicke Scheibe abgeschnitten, geknetet und zu einer dünnen Wurst und dann zu einem Ring geformt, so dass dieser genau unter einer M12-Mutter passt. Dabei darauf achten, dass nichts nach innen quillt, eher den Aussenbereich verwenden, also ein grösserer Durchmesser. Wir wollen ja die Einfüllöffnung so gross wie möglich halten. Aus diesem Grund könnte man auch eine M14-Mutter samt Schraube verwenden, aber zum einen hatte ich M12 gerade da und zum anderen wird es dann auch wuchtig. In die M12-Mutter passt noch mein kleiner Trichter, freihand einfüllen ist schon ein Kunststück.

Jetzt kann man also die Mutter mit der Knetmasse schön mittig über die Bohrung setzen und sorgfältig anpressen. Epoxy braucht keinen Druck, um haltbar auszuhärten, aber natürlich sollte das flächig verteilt sein. Einfach, wenn alles genehm ist, hinstellen und warten. Wer will, kann noch den aussen sichtbaren Knetrand etwas glätten, ich hab mir das weitgehend gespart, nur etwas mit dem Finger rumgedrückt (wer das hübsch machen möchte, kann ja die ausgehärtete Epoxy-Knete noch mit dem Dremel bearbeiten oder sonst wie in Form bringen). Während das aushärtet kann man sich die passende Schraube nehmen und kürzen. 1,5 bis 2 Windungen müssen nur überbleiben. Wir wollen ja nicht ewig schrauben, um Öl nachfüllen zu können. Dann mit einer Feile das Gewinde säubern, so dass die Schraube gut gängig wird und das war es. Ich habe noch einen passenden O-Ring über die Schraube gestülpt, welcher als Dichtung dient, aber wenn die Lampe nicht wild rumbaumelt muss das wohl nicht zwingend.

Vielleicht liest sich das alles relativ aufwendig, aber das alles hat echt nur eine viertel Stunde gedauert, wenn man das Aushärten und vorher Teile zusammensuchen nicht mitzählt. Das ist wirklich einfach und schnell gemacht und ein normaler Durchschnittsbastler sollte sowieso all die Teile schon daheim irgendwo rumliegen haben 😉 Ausserdem zahlt man auf einem Flohmarkt für eine alte (schlecht behandelte) Feuerhand mittlerweile mindestens genauso viel Geld wie für eine neue Favorit. Wenn man diese Lampe also als Gebrauchsmittel und nicht als Sammlerstück sieht, dann rechnet sich der kleine Aufwand auf jeden Fall. Schon wegen dem unbezahlbaren Gefühl, mal wieder was gepimpt zu haben…

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Noch ne kleine Bastelei

luefter

Das hatte ich ja auch schon lange vor und nun habe ich es „mal eben“ gebastelt: Einen Lüfter für mein Arbeitszimmer. Vom Prinzip her ganz einfach: Ein Loch in die Aussenwand gebohrt, von innen einen Lüfter dagegen, der raus pustet und durch den Unterdruck im Raum kann der Zigarettenqualm nicht in die Wohnung ziehen sondern wird nach draussen geblasen.

Als billige Alternative hatte ich immer das Fenster auf Kipp und oft einen kleinen Deckenventilator laufen. Aber das war eher Zufallslüftung und die Spinnen nahmen das offene Fenster auch gern als Einladung, reinzukommen. Denn das Problem an der Umsetzung für eine „richtige“ Lüftung war bisher: Man müsste erstmal ein ausreichend grosses Loch in die Wand kriegen, da ein Rohr rein, den passenden Lüfter davor u.s.w. Nun dachte ich mir: Pfeif drauf, versuch einfach mal was mit vorhandenen „Bordmitteln“. Ich habe noch aus meinen aktiven Schlosserzeiten in der Garage einen dicken Hilti-Bohrer, 25mm Durchmesser. Mit dem habe ich dann von aussen nach innen ein Loch in die Wand gebohrt, vorher innen Folie an die Wand geklebt, damit der Dreck nicht rumfliegt. Nun schnell von Hornbach ein Leerrohr für Kabel geholt, die haben genau 25mm. Der Meter kostet nur 50 Cent, es gab nur 3m-Stücke und ich brauchte nur 31cm. Naja, nicht teuer und den langen Rest kann ich bestimmt mal wo anders gebrauchen.

Danach habe ich den auf dem Bild abgebildeten PC-Lüfter raus gekramt, ein passendes Montagebrett zurechtgeschnitten und den Lüfter dort drauf gesetzt. Dieser Lüfter ist mit seinen 80mm zwar zu gross für das Rohr, aber das war mir egal, ich wollte das jetzt mal machen. Ich habe den letztendlich etwas versetzt über der Bohrung in der Wand montiert, so dass die Lüfterschaufeln fein am Loch vorbeiwedeln, denn die Nabe (mit dem Motor drin) vom Lüfter ist schon grösser als das Loch 😉
Quasi als Ausgleich für den eigentlich zu kleinen Lüfter für das noch viel kleinere Loch in der Wand habe ich nur ein 15V-Steckernetzteil für den 12V-Lüfter gefunden. Damit pustet der ganz fleissig. Aber auch hörbar.

Wichtig ist mir: Generell geht es und das freut mich! Denn gerade der geringe Durchmesser hat mich immer von der Umsetzung dieser Idee abgehalten. Nun säuselt das alles vor sich hin, wenn man aussen die Hand gegen hält, dann spürt man auch einen Luftzug, innen rede ich mir ein, auch schon eine Verbesserung zu bemerken.

Ich hatte auch erst den Einfall, einfach mehrere, vielleicht drei, von den 25mm-Rohren in die Wand zu setzen aber garantiert hätte ich die Bohrungen nicht exakt gerade durch die Wand gekriegt und dann hätte ich ein doofes Kraterschlamassel in der Wand und noch viel mehr Arbeit damit und aber ich bin doch ein Freund von Quick&DirtyLösungen

Nachtrag:
Heute vormittag habe ich doch noch ein zweites Rohr „installiert“. Ich habe dafür erst von innen nach aussen ein kleines Loch gebohrt, damit ich im Raum auch die Öffnung dort habe, wo ich sie brauche (den Bohrstaub habe ich so gut es geht schon beim bohren mit dem Staubsauger weggesaugt). Wie erwartet ist der Bohrer in der dicken Wand etwas aus der Richtung gelaufen, aber aussen ist das ja nicht so schlimm.

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Ausgepufft

Jetzt hat mein Renault mit etwas Aufwand (750,- Euro, Danke Peter!) seit einer Weile wieder TÜV. Ich war da wirklich froh drüber, denn ich bin noch nicht so weit, über ein neues Auto nachzudenken. Und der Megane reicht für alles, was ich von einem Auto erwarte. Und weil der eine Anhängerkupplung hat brauchen wir den sogar häufiger als unseren BMW. Aber wie das so mit alten Autos ist, mit der Zeit häufen sich Mängel, die behoben werden müssen.

Nun fing gestern der Auspuff an, rumzuröhren. Sicherlich gehört der Auspuff zu den Verschleissteilen, die einfach irgendwann mal ersetzt werden müssen, aber: Momentan möchte ich jeden Aufwand für den Wagen so gering wie möglich halten, denn irgendwann übersteigen die Kosten der Instandhaltung den Restwert des Wagens zu erheblich. Also habe ich mich kurzerhand selbst unters Auto gelegt und mal geguckt. Ach siehste: Mitten drin, zwischen Mittel- und Endtopf ist das Rohr durchgegammelt. Das könnte ich doch übergangsweise flicken?

Gesagt, gegrübelt, getan: Ein Restblech war schnell gefunden,  mit der Handblechschere zurecht geschnitten, dann bei Hornbach zwei ausreichend grosse Schlauchschellen geholt, den Wagen hinten mit dem Rangierwagenheber hoch und das Basteln angefangen, dauert alles in allem keine halbe Stunde:

auspuff_flicken

Das Blech habe ich vorher mit Schraubstock und Händen vorgebogen. Noch ein Tipp für Nachmacher: Achtet darauf, dass die Kante, die nach her „innen“, also unten sein soll, gut entgratet und vielleicht etwas angeschliffen ist, damit die Blechkanten unter dem Zug der Schellen gut übereinander weg gleiten. Auf dem Bild sieht das aus, als wenn das Blech nicht eng aneinander liegt, das kommt aber von der einfallenden Beleuchtung.

Das einzige, was mich etwas stört: Ich hatte Schellen 50-70mm geholt, aber die musste ich bis zum Ende festziehen, ganz etwas würde noch gehen. Vielleicht hole ich noch 60er Schellen und tausche die noch aus, denn ein wenig fester könnte ich das Blech noch ums Rohr ziehen. Er röhrt immer noch ein wenig und das könnte noch besser, auch wenn das nicht ganz weggehen wird. Und ich bin mir sicher, das wird dahinter und davor weiter gammeln und dann lohnt auch dieser Aufwand nicht mehr. Aber erstmal geht es und vielleicht kann ich den kompletten Austausch noch rauszögern bis es sich wirklich lohnt. Ein paar tausend Kilometer kann das aber gerne noch dauern.

204638 Kilometer in 15 Jahren, da geht noch was
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Wetterhahn

wetterhahn
Wetterhahn bei Amazon: Finde den Fehler

Wenn ihr mal in einer Runde mit Leuten steht und es ist gerade kein Gesprächsthema da, dann könnt ihr ja mal folgende Frage in den Raum werfen: „In welche Richtung zeigt eigentlich ein Wetterhahn?“
Dann werdet ihr ganz sicher einige grübelnde Gesichter sehen, die zunächst meinen, das sei doch ganz klar und sich dann nach einem anfänglichem „Äh, also…“ selbst unterbrechen. Denn so ganz klar ist das eben nicht. Es gibt ja nur zwei sinnvolle Antworten: Die Spitze des Pfeils, auf dem der Wetterhahn sitzt, oder der Schnabel des Hahnes zeigt in die Richtung,

a) in die der Wind bläst
b) aus der der Wind kommt.

Was ist nun auf den ersten Blick verständlicher? Eine Fahne weht mit dem Wind, zeigt also, wo es hin geht. Also zeigt der Pfeil eines Wetterhahns auch die Richtung des wehenden Windes an? Beim Wetterbericht auf den Karten zeigen die Pfeile auch die Richtung des Windes an, nicht woher er weht. Und hier http://www.wer-weiss-was.de/naturwissenschaften/wie-funktioniert-eine-wetterfahne wird im Internet wild diskutiert.

Aaaber der Wind wird ja nach seiner Herkunft benannt: Westwind kommt aus Westen, und genau das will man auch wissen, wenn man nach der Windrichtung schaut. Deswegen die kurze Antwort nach relativ viel Text: Der Wetterhahn zeigt an, aus welcher Richtung der Wind weht. Ich kam nur drauf, weil ich neulich einen Wetterhahn selbst gebaut hatte. Der steht nun vor unserem Wohnzimmerfenster, weil er so hübsch anzusehen ist und zeigt fast immer nach Norden, weil genau vor einer Wand der Wind gerne mal seine ursprüngliche Richtung ändert 😉

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Kochfeld an Herd anschliessen

Wir, meine beste Ehefrau von allen und ich,  hatten uns bei der letzten, Jahre zurückliegenden, vollständigen Küchenerneuerung dazu entschlossen, auf einen Ofen zu verzichten. Dadurch hätten wir dann einen 60er Schrank mehr Platz für… Sachen. Naja, so ganz haben wir nicht verzichtet: Statt eines Backofens und einer gängigen Mikrowelle holten wir eine Kombimikrowelle mit möglichst grossem Garraum (34 Liter). Dieses Gerät kann neben Mikrowelle auch Grill und Heissluft. Und: es steht Platzsparend in der Ecke der Arbeitsplatte. Das hat all die Jahre auch gut funktioniert; wir konnten Kuchen backen, Aufläufe machen, zur Not sogar drei TK-Pizzen auf einmal fertigbacken. Aber auch stiess man immer wieder mal an die Grenzen: Ne richtig selbstgemachte Pizza, Lasagne für alle, Blechkuchen in üblichen Ausmassen oder sogar eine Rehkeule: Das ging alles nicht, weil der Garraum dafür doch zu klein war. Oft halfen wir uns, indem wir den Drehteller rausnahmen, so bekam man auch grössere Formen rein, weil er sich nicht mitdrehen musste. Des Weiteren hatten wir ein autarkes Ceranfeld von Ikea, was an sich funktionierte, aber: Die Bedienelemente sind hierbei natürlich oben drauf, das schränkt den nutzbaren Platz beim Kochen ein und ist ein fleissiger Schmutzfänger.  Es hatte auch keine erweiterten Kochzonen für einen Bräter oder mal einen dritten grossen Topf. Ausserdem ist vor einiger Zeit irgendwas auf das Feld gefallen und seitdem hat es einen Riss querdurch.

Nun bot eine Kollegin wegen Umzug einen gebrauchten Bauknecht-Herd an, mit allem drum und dran: Ceran-Kochmulde mit zuschaltbaren Zonen, Ofen mit Umluft, Heissluft, Unterhitze, versenkbare Knöpfe, pi pa po. Und sie hat sich auf einen solch günstigen Preis eingelassen, dass ich gleich zugeschlagen habe (Ein neues autarkes Kochfeld hätte uns wesentlich mehr, bestimmt das doppelte, gekostet). Natürlich hatten wir keinen passenden „Backofenunterschrank“, aber das kriege ich als Handwerker schon hin.
Nun zu dem, warum ich diesen Artikel überhaupt schreibe: Ich holte den Herd ab, lud ihn zu hause aus und wunderte mich kurz: Am Kochfeld waren lose Kabel. Sollten da nicht Stecker sein? Offenbar hatte ein übereifriger Umzugshelfer flux die Kabel abgeschraubt, statt einfach die beiden (drei- und vierpoligen) Stecker abzuziehen. OK, die Stecker sehen auch aus wie grosse Lüsterklemmen. Dass man die abziehen kann erkennt man nicht sofort. Aber was sollte ich nun machen? Sieben lose Kabel-Enden, davon drei blau. Einfach nur raten ist da nicht ratsam. Was macht also der zeitgemässe Durchschnittsmensch? Ich schmiss das Internet (im Volksmund „Google“) an, liess es kurz warm laufen und gab dann im Suchfeld ein „EMZD 5265 WS Kochfeld anschliessen“.  Das brachte einige nach helfenden Tipps ausschauende Links, aber erst die Modell-Bezeichnung für das Ceranfeld brachte mich weiter: „EKV 3460 anschliessen“. Ich fand nach kurzer Zeit auf zwei verschiedenen Seiten zwei verschiedene Menschen, die exakt das gleiche Problem wie ich hatten: Lose Kabel am baugleichen Bauknecht-Herd und keine Ahnung, wie es weitergehen soll. Leider bekamen die beiden nur „dumme“ Fragen als Antwort, keiner präsentierte einfach die genaue Kabelbelegung. Ich fragte noch einen Kollegen, aber der stellte quasi die gleichen wenig hilfreichen Fragen wie die Menschen im Internet. Deswegen verrate ich das jetzt:

bauknecht-ekv3460

Wenn man genau darauf achtet, dann erkennt man, dass es sich um vier etwas dickere und drei dünnere Leitungen handelt. Bei meinem Gerät war zufälligerweise die Null-Leitung (grün/gelb, separate Schraube zum Festmachen) genau zwischen diesen Adern gefallen und bewahrte sie und mich vor heillosem Durcheinander.

Genaue Belegung, von oben betrachtet, Stecker zeigen zu einem und von links nach rechts, wie auf dem Bild:
Vierer-Stecker (dickere Adern):

  1. Blau
  2. Weiss
  3. Blau
  4. Rot

Dreier-Stecker (dünnere Adern):

  1. Braun
  2. Blau
  3. Weiss

Ich gehe davon aus, dass die beiden dicken blauen Kabel die gleiche Funktion haben (Masse oder so). Achtung: Wenn man die Kabel anschliesst, wird man es vermutlich anders rum halten, also aufpassen! Sowieso aufpassen, denn wenn das nicht stimmen sollte dann kann bestimmt was Schlimmes passieren. Und ich möchte darauf hinweisen, dass ich weder Elektriker bin noch bei Bauknecht arbeite. Jeder schliesst das auf seine eigene Verantwortung an! Ich möchte bloss denen helfen, die danach suchen und sonst nix hilfreiches finden. Ich dachte mir DocBrown-mässig Pfeiff drauf!, klemmte die Kabel genau so an, stellte den Ofen in die Küche, legte das Kochfeld auf einen Stuhl, schloss das Stromkabel an den Wandanschluss an (wie das geht, verrate ich nicht!) und machte einen Testlauf: Alles funktionierte, puh 🙂

Dann konnte ich alles einbauen. Ich musste einen Zwischenboden einbauen, damit der Ofen „nach oben“ kommt und das Kochfeld passte exakt in die Aussparung des Ikea-Kochfeldes (etwas mit der Faust hämmern, dann sass das neue Feld dort, wo vorher das alte sass. Sogar die Klammern konnten an den gleichen Stellen bleiben). Zwischen dem Schrankboden und neuem Zwischenboden sind nun ca. 9cm Platz, da können die Backbleche lagern und es sorgt für Belüftung. Die Türen mussten natürlich ab.

Nun will ich noch kurz verraten, wie ich an die korrekte Kabelbelegung kam: Ich ging letztendlich auf die Seite eines grossen Internetauktionsanbieters, suchte dort nach „Bauknecht kochfeld“ und schaute mir aaaaalle Bilder an. Wenn überhaupt mal jemand die Verkabelung fotografierte, dann sah das alles ganz abenteuerlich anders aus als das, was ich brauchte.
Nur einer, ein einziger, hatte sich eeetwas mehr Mühe gemacht und ich fand ein schlecht ausgeleuchtetes, gering aufgelöstes Bild mit genauso viel Schatten wie Kabeln und ungemein schummerig, aber mit analoger Logik konnte man die Farben tendenziell auseinander halten: „Wenn das braun ist, dann muss das andere rot sein, das nächste kann dann nur blau sein“ usw. Nach mehrmaligem Abgleich am vorhandenen Objekt war ich mir so sicher, dass ich kurzerhand alles festschraubte. Dabei merkte ich auch erst die unterschiedliche Stärke der Adern. Aber wie gesagt: Ich bin ja kein Elektriker 😉

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Erdnussdosengiesskanne

Ich habe hinten im Garten ein kleines Hochbeet (ca. 2,1 x 0,6m) direkt an der Rückseite einer Garage. Dort ist auch eine Regenrinne. Und damit ich das Wasser zum Giessen verwenden kann, habe ich da eine kleine blaue Tonne, die ich noch hatte, hingestellt. Ich glaube, Profis nennen die „Weithalstonnen“, sie fasst ca. 80 Liter. Das mit dem volllaufen klappt auch prima, aber wie das Wasser wieder rausbekommen? Eine übliche grüne Plastikgiesskanne ist viel zu gross, auch die kleinen… und ganz kleine Giesskannen (meist fürs Zimmer) sind völlig überteuert. Was macht der sparsame aber kreative Schlossermeister mit einem Erdnussfaible? Er baut sich ein Giesskännchen 🙂

erdnussdosenkanne

Ich finde, die sieht richtig schnuckelig aus. Natürlich passt nicht viel rein, aber da die Tonne direkt an dem Beet steht ist das gar kein Problem. Ich hab die Dose einfach aussen etwas angeschliffen (Shebby-Look soll ja „in“ sein), mit dem Hammer eine Nase reingedengelt,  einen Blechstreifen per Augenmaß mit einer Blechschere zurecht geschnitten, entgratet und mittels zwei Blindniete (Volksmund: „Poppnieten“) befestigt. Ist sogar Wasserdicht. Ich hab mir dann gleich noch eine für drinnen gebaut, wo ich schon dabei war… Wer auch so eine möchte: Eben ne Mail, ich mach das auch gegen eine aufgerundete Aufwandsentschädigung oder gegen ein vernünftiges Gebot 😉 Man kann ja auch was rein pflanzen (Klee, Kresse etc.) oder Ostern Eier drin verstecken oder Stifte reinstellen oder… was man halt so mit Erdnussdosen macht, die man partout nicht wegschmeissen will.

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Der Hagel

Ich hab mal wieder was erfunden. Vermutlich aus reiner Langeweile meines Gehirns (ohne, dass mir selbst langweilig gewesen wäre) und vermutlich gibt es das schon. Ich habe aber nicht danach gesucht also weiss ich von nix ergo ist das erstmal meine Idee, für alle Fälle. Ausserdem hab ich ne coole Zeichnung gemacht.

Das Schöne an der Idee: Es ist total einfach zu erklären und zu beschreiben. Bezüglich des Nutzens muss man gegebenenfalls etwas kreativer sein. Mein erster – nicht weiter durchdachter – Einfall: Man könnte kleine Einwegmodelle den Verpackungen von Bilderrahmen bei legen, ähnlich diesen winzigen Innensechskantschlüsseln (Volksmund „Imbus“) bei Ikea-Möbeln. Hier ist er also: Der Hagel; Hammer und Nagel in einem:

Hagel
Der Hagel – Hammer und Nagel in einem

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Zwei Minuten Angst

Ich hab es dann doch noch gemacht: Runter vom Hof, zur Kreuzung gefahren, gewendet und dann mit Vollgas zurück, um an der Messtafel möglichst schnell zu sein und versuchen, mit einem Auge auf die Anzeige zu schielen.

Also: Mein Rennhobel fährt mindestens 53 Km/h 🙂

„Mindestens“ heisst, dass ich ihn noch nicht voll ausgefahren habe. Erst zeigte die Tafel gar nichts an als ich darauf zu fuhr und ich hatte mich schon drauf eingestellt, auf meinen Hof abzubiegen. Und als ich vom Gas ging, da zeigte er doch auf einmal „53“ an. Noch mal wollte ich es dann aber nicht versuchen 😀

 

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