eMails im Browser lesen

Vermutlich ist die Nutzung von Webmail bei den meisten Leuten gar kein Thema mehr, weil einfach immer das Smartphone genutzt wird. Es gibt aber diverse Gründe, Mails an einem „richtigen Computer“ zu bearbeiten. Meine Hauptgründe, eMails nicht am Handy zu checken: Ich habe eine viel bessere Übersicht (ich arbeite gern mit Ordnern und Filtern, so werden Mails schön vorsortiert), man kann längere Mails viel besser an einem großen Monitor lesen und vor allem viel besser beantworten/ schreiben. Zumindest für mich als Zehn-Finger-Schreiber (hatte ich darüber nicht mal einen Beitrag geschrieben? Finde den gerade gar nicht…). Dieses Am-Handy-mit-Daumen-getippe ist nichts (mehr) für mich.

Des Weiteren gibt es noch einen Grund für Webmail: Ich bin T-Online-Nutzer. Und Menschen, die eine T-Online-Mail-Adresse nutzen, sind per se Gewohnheitsmenschen, mögen keine Veränderungen und alles soll sein wie immer. Ich möchte wetten, es gibt immer noch welche, die versuchen, jeden Tag ihre T-Online-Software starten, um die Mails zu checken (und Computer-Bild weiss auch noch nicht, dass das Banking, Mail, InfoCockpit, Fotoservice nicht mehr existiert). Wir, als eingeschworene Gemeinschaft, nutzen gern das E-Mail-Center, früher gern und schnell erreichbar unter http://email.t-online.de

Aber dann kam vor einigen Jahren Ströer, kaufte der Telekom das T-Online-Portal ab (seinerzeit 30 Millarden Page-Impressions!) und machte dabei tolle Verträge. Was auch immer genau da drin steht: Offenbar darf es keinen Direkt-Link zum eMail-Center mehr geben. Man soll/muss immer die Startseite aufrufen und von dort kann/darf man sich dann ins eMail-Center einloggen. Zu umständlich. Schnell gab es Tricks, Kniffe und Tiny-URLs von Nutzern, um den Weg dahin abzukürzen. Ich selbst hatte mir auf einer knackigen, vorhandenen Domain eine Subdomain eingerichtet, diese verwies auf eine index.html und dort wiederum war ein direkter Link zum Login. Ging lange Zeit sehr gut, seit gestern aber nicht mehr. Egal, was man versuchte, man landete immer auf der T-Online-Startseite. Ich stöbere dort auch gerne mal, und nach dem Ausloggen, wo man natürlich ebenfalls dort landete, habe ich das ein oder andere angeklickt und gelesen, mich informiert und unterhalten.

ABER: Ich mag es nicht, dazu gezwungen zu werden! So eine Bevormundung gehört sich nicht. Und wenn ich zu meinen E-Mails will, dann will ich genau das und erstmal nix anderes.

Also, faxen dicke: Ich habe kurzentschlossen eine Weiterleitung auf der t-online-Mail-Adresse eingerichtet, zu einem Postfach meiner Homepage (eine HP habe ich ja, wie ihr wisst 🙂 ). Dort gibt es nämlich noch ein echtes Webmail (basierend auf Roundcube) mit Imap-Zugriff und so ganz ohne Werbebanner etc. Fast schon zu schlicht 🙂
Ich nutze das nun erst sein einem Tag und natürlich ist die Bedienung etwas anders, aber: nicht schlechter. Ich finde es gut, freue mich richtig darüber! Auch wenn Ströer sicherlich nicht bemerkt, dass da nun ein paar Klicks auf der Startseite fehlen.

Zuhause nutze ich am Mac noch das übliche Mail-Programm, aber eigentlich… nee, ich lass das erstmal so. Lieber nichts verändern, bin doch ein Gewohnheitstier.

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fickscheisseditorneuerungen

dieser neue Blockeditor lenkt einen nur ab.

Taugt nix. Man sucht mehr als das man schreiben kann.

Wie stelle ich den Mist wieder um auf den klassischen Editor?

Wenn ich hier so rumklicke, dann kommt nix hilfreiches, nur Gefasel! „Absatz: Starte eine Geschichte mit dem Grundbaustein aller Erzählungen“

Echt? Ernsthaft? Ich will eine Überschrift, dann will ich den Text schreiben und ab und zu mal ein Bild. Feddich! Nicht mal ne Liste der Tags bekommt man, stattdessen vielviel weisse Fläche in Zeiten von Riesen-Bildschirmen. Leute! Schreiben alle nur noch an Tablets ihre Beiträge??? Zehn-Finger-Schreiben ist wohl komplett aus der Mode (falls es das je war und falls ich je mit der Mode gegangen wäre).

Und dann dieses verfickte „Mouse-Over“: Jedesmal, wenn der Mauspfeil über den Schirm wandert, blinkt irgendein Mist auf, den ich ganz sicher gerade auf keinen Fall will. Richtig nervig wird es, wenn die „Hilfe“ helfen will und ungefragt einen Tipp raushaut. Ey, da werde ich zum Digitalrassisten!

Das ganze Gehampel ist doch der Grund, warum ich einen schnelleren Rechner brauche, um so gewohnt flüssig wie früher arbeiten zu können.

Meine neue Wochenaufgabe: Auf den Tiny/MC/irgendwastollesklassisches umstellen.

(Nachtrag nach 42 Sekunden: Plugin aktiviert. Classic Editor. Voll geil. Ich bade gerade meine Hände darin)

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DAB+

Ich kann mich noch erinnern, wie es vor einigen Jahren im Radio (war es NDR2?) abends ein Special gab, in dem über die Einführung von DAB+ gesprochen wurde. Techniker kamen zu Wort und Musikredakteure und sonst irgend wichtige Menschen und Hörer konnten anrufen und Fragen stellen und und und.

Und noch ein und: Ich fand das sinnlos. UKW ist toll, gleich aus mehreren Gründen: Es gibt schon Millionen von Geräten, garantiert jeder Haushalt hat mindestens einen UKW-Empfänger (auch wenn die Leute es nicht wissen, in vielen Geräten ist als Extra ein Radio verbaut. Und nein, die Radio-App auf dem Smartphone ist kein UKW). Dazu noch die ganzen Autoradios. Außerdem ist die Empfangs-Qualität für meinen Geschmack mehr als ausreichend, sogar Stereo geht einwandfrei. Dazu die Empfangs-Quantität: In Gegenden, wo ich mich bewege, ist es schwer, kein UKW-Empfang zu haben. Ein Beispiel: Wenn ich an Bord unseres Segelbootes bin, in Hooksiel, und mich unten in der Kajüte befinde, dann haben die meisten Handys so gut wie kein Netz. Das an Bord befindliche DAB+-Radio unterbricht länger den Empfang als das man irgendwas hört. Schaltet man aber auf FM um, dann trällert es wieder, zur Not mit leichtem Rauschen im Hintergrund, aber: Man hört was. Das muss ja nicht immer Musik sein, es gibt noch einen wichtigen weiteren Grund für UKW: Information an alle Bürger in Krisen-Situationen. Ein kleines Radio läuft mit Batterien fast ewig, die UKW-Sendestationen sind auch robuste bewährte Anlagen inkl. USV.

Die ganzen Pro-Argumente für DAB+ sind bis heute nicht in Erscheinung getreten: Programmvielfalt? Ausser dem NDR-Bouqet findet mein Radio nichts und die „wertvollen Zusatzinformationen“? Titel und Interpreten kriegt man auch auf UKW. Uhrzeit und Datum? Haha.

Dafür wurden in Niedersachsen bisher 390 Millionen Euro in den zweigleisigen Betrieb von UKW und DAB+ gleichzeitig gesteckt. Da ist es doch eine gute Sache, wenn man damit aufhört. Und der Handel wartet sicher schon auf die nächste gute Idee bzgl. digitalem Radio, das treibt den Umsatz an. So hat wenigstens jemand was von dem Unfug… und gerade fällt mir ein, dass ich schon mal was darüber schrub, auch schon wieder sechs Jahre her. Das war bestimmt, nachdem ich das o.g. Special gehört hatte 🙂

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Wie man Ehrengast wird

Gestern (28.06.2019) war im Rahmen des Schützenfestes 2019 in Jeddeloh auch das beliebte Renntrecker-Rennen, bereits zum 15ten mal. Seinerzeit beim ersten Rennen 2005 war ich mit dabei, auf eigenem Trecker und total unerfahren. Aber das ist lange vorbei, schon seit Jahren bin ich dort nicht mehr aktiv.
Nun dachte ich: „Och, schau doch mal wieder vorbei und mach dir nen schönen Abend“. So schlenderte ich über den Platz und schaute, ob und wen ich noch so kenne. Und natürlich traf ich schnell Stefan von Aschwege, der das alles ja schon immer so fein plant, organisiert und moderiert. Wir begrüssten uns, schnackten kurz und ich ging weiter, um die anderen vom Team zu begrüssen. Keine fünf Minuten später vernahm ich: „Holger, du bist der Co-Moderator, hab ich gehört?“
Das kann Stefan gut: Leute sinnvoll einteilen, ohne gross darüber zu lamentieren. So habe ich früher auch schon mal die technische Abnahme der Trecker gemacht oder war auf einmal verantwortlicher Rennleiter. Ist ja auch kein Problem.

Kurz vor Rennstart war Fahrerbesprechung, wo noch mal der Ablauf geschildert wird, Verhaltensweisen auf der Strecke, Sicherheit, pipapo. Da stand ich natürlich auch daneben und hörte mir das an. Stefan erzählt alles munter durchs Mikro und sagt auf einmal: „…und dann dürfen wir heute auch noch einen Ehrengast begrüssen: Holger Eckert!“. Zack, so wird man Ehrengast, einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Das war aber ganz interessant, weil von den versammelten Fahrer zwar sicher alle schon von mir gehört hatten, aber nur noch wenige mich persönlich kannten. So guckten doch einige etwas beeindruckt. Und etwas Stolz war ich schon.

Warum? Immerhin bin ich der, der die Renntreckermeisterschaft überhaupt erfunden und ins Leben gerufen hat. Vorher konnte man in Wiesederfehn Deutscher Meister werden, in Bollen bei Bremen ein Rennen gewinnen und war Europameister, und wenn man bei dem Rennen auf der Elbinsel Krautsand mitfuhr, dann war man bei einer (so genannten) Weltmeisterschaft dabei! Ich setzte mich damals (2006 oder 07?) zum Saisonende hin und rechnete alle Ergebnisse zusammen, um die „wahren“ Sieger der Saison zu ermitteln. Daraus entwickelte sich bald eine eigene Webseite mit Tabellen, Statistiken, Berichten, Bildern und Formularen (wird heute von Alex weitergeführt). Desweiteren gab es damals auch ein wahres Durcheinander an Rennregeln, die sich teilweise erheblich unterschieden. Ich versuchte, aus den drei Gebräuchlichsten ein Gemeinsames zu erstellen und das war die Grundlage für das eRW (einheitliche Regelwerk), welches heute noch verwendet wird. Nicht alle Veranstalter übernahmen das damals. Ein Grund für die Verbreitung des eRW war sicherlich, dass Rennen mit anderen Regelwerken gar nicht mehr stattfinden (Thönse24 z.B.). Ganz nebenbei habe ich auch noch eine Startnummernliste eingeführt, weil da auch munter durcheinander doppelt oder immer neu vergeben wurde.

2008 wurde ich sogar selber Deutscher Meister in der Standardklasse und alles zusammengenommen kann ich in aller Bescheidenheit behaupten, viel Gutes und Wichtiges für den deutschen Renntreckersport getan zu haben. Da dürfen die jungen Fahrer von Heute gerne mal gucken und Stefan hat es mit meiner Ernennung zum Ehrengast ganz gut getroffen. Später stand ich dann mit Mikro auf der Bühne und habe gemeinsam mit Stefan moderiert und bei der Pokalübergabe geholfen. Doch, es war ein schöner Abend und nun wisst ihr, wie ihr auch mal Ehrengast werden könnt 🙂

Meine Renner von damals

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Bild der Woche: digitale Diskriminierung

Neulich habe ich etwas über unser neues Schlauchboot gebloggt. Dazu habe ich mir selbst ein Foto vom Objekt geschickt. Das machen doch bestimmt viele Menschen so? Im „Betreff:“ der Mail wollte ich was passendes schreiben, naheliegend war also der Name.

Aber was mir die Schreibhilfe als Textvorschlag unterjubeln will, das ist schon der Hammer. Sowas kommt doch nur, weil irgendeine Programmroutine noch auf die T9-Texterkennung getrimmt ist? Ansonsten wäre es ja die reinste digitale Diskriminierung:

Da gibt es bestimmt keinen realen
Zusammenhang…

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Die Kraft der Hefe

Zufälle gibt es: Neulich erwähnte ich noch, dass ich ja auch schon Bier gebraut habe und Nachts darauf explodieren mir die vergorenen Flaschen. Naja, OK, ich habe bei diesem Versuch kein „echtes“ Bier gebraut, sondern das so genannte Champagnerbier, aber im Grunde ist es das gleiche. Fast.

Ich habe das Champagnerbier so ziemlich genau nach Rezept angesetzt, nur beim Abfüllen merkte ich schon, dass ich mit der Hefe nicht ganz so sorgfältig im Abschöpfen war. Aber ich weiss ja Bescheid, dachte ich mir: Hatte ich doch vor Jahren schon echtes Bier mit Bier-Kwik gebraut und das klappte recht gut und war durchaus lecker trinkbar. Und ich meinte mich zu erinnern, das etwas Hefe in den Flaschen der Gärung nicht schadet. Wir wissen doch, dass in den Flaschen vom Hefeweizen immer ein guter Teil der Hefe am Boden verbleibt? Ich hatte Recht, aber… seht meine letzten Flaschen:

Flaschenphasen der Gärung

Diese PET-Flaschen sind ja extra für Bier, sind relativ dickwandig und können schon was ab. Auf der linken Seite im Bild sieht man nun, wie diese Flaschen durch die Gär-Gase dünn wie Folie gezogen wurden! Die zweite von rechts musste ich gaaanz langsam drucklos machen, irre! Natürlich sind die Nachts hochgegangen und keiner im Haus hat was gemerkt. Ich glaube auch nicht, dass das besonders laut war. Das PET hat eben irgendwann nachgegeben und Blubb ohne Bumms. An den Schraubverschlüssen sind die Flaschen auf jeden Fall regelrecht abgerissen.

Aber es musste ja so kommen: Ich hatte das Bier angesetzt, dann 10 Tage gewartet und die erste Flasche probiert. Da war ich schon überrascht, wie viel Zeng auf der Buddel war und habe erstmal überall ein büschen Druck abgelassen. Die Brause schmeckte auch ganz erfrischend, schön am perlen 😉

Aber Alkohol schmeckte ich da nicht raus. Also warten, denn Geduld habe ich bei sowas ja. Aus irgend einer Vorsehung habe ich die Flaschen in eine Metallbox gestellt (diese glänzenden Ikea-Dinger mit Deckel für lose Dokumente, Post etc.). Und aus irgend einem anderen Grund habe ich das ganze dann mehr oder weniger vergessen. So circa 8-10 Wochen bestimmt. Bis ich morgens den Dreck und den Geruch wahrnahm. Ich werde das auf jeden Fall noch mal machen und dann aber eben ganz pingelig genau darauf achten, dass die sichtbare Hefe nicht mit in die Flaschen gefüllt wird. Für die Nachgärung ist das ganz offensichtlich nicht notwendig. Die Reste habe ich auch nicht mehr verkostet sondern gleich weggekippt. Ein Geruchstest liess aber nicht auf (viel) Alkohol schliessen… schade, darum ging es doch!

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