Wetterkunde

Es gibt viele Wege um rauszufinden, wie denn die nächsten Tage das Wetter wird. Kaum einer wird sich die Mühe machen und selbst Satellitenbilder auswerten, wo man höchstens schon Kalt-/Warmfronten und Isobaren (Linien gleichen Drucks) geliefert bekommt.

Nein, man nutzt die Medien. Seien es Wetter-Apps auf dem Handy, Nachrichten im Radio oder Fernsehen. Hier ist für unsere Region auf jeden Fall „Hallo Niedersachsen“ auf N3 vorzuheben, die ca. drei Minuten vor Acht Uhr Abends den Wetterbericht für Niedersachsen liefern. Und der passt wirklich immer recht präzise. Verantwortlich ist hier Sven Plöger mit seinen beiden Gefährten Claudia Kleinert und Karsten Schwanke.
Will man es noch schneller haben und nur wissen, ob das Wetter morgen gut, also vielleicht sonnig und trocken ist, dann hier der ultimative Tipp: Schaltet zur passenden Uhrzeit N3 ein und schaut, wer den Wetterbericht präsentiert. Wird es eher nass und/oder ungemütlich, dann werdet ihr vor der Wetterkarte Karsten oder Claudia sehen. Denn Sven Plöger lässt es sich offenbar nicht nehmen, nur gutes Wetter zu verkünden. So hat man mit einem einzigen Blick eine klare Tendenz fürs kommende Wetter!

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Bücher, die man gelesen haben sollte

Neulich, inspiriert durch den Film „The Equalizer“, suchte ich mal im Netz der Netze nach der Liste von Büchern, die man unbedingt gelesen haben sollte. So was gibt es natürlich, und nicht nur eine. Wenn man darüber nachdenkt, kann es auch gar nicht nur „die eine Liste“ geben, denn wer sollte das bestimmen können / dürfen? Es gibt z.B. eine, die ist sehr von Franzosen geprägt und das ist sicherlich nicht identisch mit dem, was wir in DE oder in anderen Ländern als Lesenswert erachten. Also nur Bücher betrachten, die in möglichst viele Sprachen übersetzt wurden? Nein, das ist doch auch unfair. Das sicherste Verfahren scheint mir, wenn einfach jeder, der liest und Interesse an einer solchen Top100-Bücher-Liste hat, seine eigenen Empfehlungen aufschreibt und irgendwann alle zusammengerechnet werden, um möglichst nahe dran an einer allgemeingültigen Liste zu kommen.

Ich fang mal an. Dabei schreibe ich die Bücher erstmal so auf, wie sie mir einfallen und wie sie mir im Bücherregal entgegen springen, ohne Sortierung und Wertigkeit. Ich bin mir nicht ganz im klaren, ob man die bekannten „Klassiker der Weltliteratur“ hier aufnehmen soll (sofern man sie gelesen hat und begeistert ist). Moby Dick kennt ja jeder irgendwie, gelesen habe ich es aber nie (Weissjacke von Melville schon…). Und überhaupt, was ist mit „der Graf von Monte Christo“, „Robinson Crusoe“, Jonathan Swifts „Gullivers Reisen“.  Die Bibel. Muss man die gelesen haben? Und wenn, muss ich die auf meine Liste packen? Gehört sich das so? Ich denke: Nein. Die Zeiten ändern sich, es gibt sooo viele Bücher und nur weil vor Dekaden von Jahren jemand die immer geltenden Erkenntnisse und Geschichten der Menschheit niedergeschrieben hat, kann man die nachfolgenden Bücher ja trotzdem gut finden. Ja, stimmt schon, der alte Shakespeare trifft bzgl. zwischenmenschlicher Beziehungen immer noch den Punkt, aber das können andere auch, und das oft zeitgemässer und einfacher lesbar 🙂

  • Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry
    OK, nicht ganz ohne Grund steht dieses Buch ganz oben. Nicht nur, weil ich immer noch das Gefühl habe, es erst vor kurzem gelesen zu haben. Lest es einfach und ihr wisst, was ich meine.
  • Der hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand
    Guckt nicht den Film, lest das Buch! Lest das Buch!
  • Stuka (Valentin Mikula)
    Kennt keiner. Zu unrecht. Laut Einband ein „Tatsachenbericht“, liest sich aber wie ein lebendiger Roman. Unglaublich nah.
  • Der Geist fiel nicht vom Himmel (Hoimar v. Ditfurth)
    Die Evolution unseres Bewusstseins. Wer sich das „antut“, der denkt danach anders über die Menschen und das Leben.
  • Das Buch der allerletzten Wahrheiten (Robert Rankin)
    „Eine köstliche Parodie“. Selbst Terry Pratchett soll es zum Lachen gebracht haben.
  • Roboter-Geschichten (Asimov)
    Der Bursche hat sooo viele Bücher geschrieben. Dieses hier fasst einiges zusammen. Immerhin wurden schon (mindestens) zwei der Geschichten verfilmt.
  • Britannica & Ich (A.J. Jacobs)
    Irgendwie bekloppt, aber lesenswert.
  • Harry Potter
    Ich will bzw. kann keine Empfehlung für eines der Bücher aussprechen. Tatsache: „Der Stein der Weisen“ ist fast noch ein Kinderbuch, aber mit jedem Teil wird die Geschichte erwachsener. Nicht umsonst ein Welterfolg, wirklich.
  • Träume (Harold Robbins)
    Sicher kein Autor, der in die Tiefe geht, aber jede Leseratte sollte mindestens eins von seinen Romanen gelesen haben. Ich empfehle „Träume“.
  • Der Schwarm
    Ja, Schätzing ist ein Schwafelsack und man kann die Geschichte ganz bestimmt auch kürzer schreiben, ohne das was fehlen würde. „Der Schwarm“ ist aber schon beeindruckend. „Limit“ habe ich nie zu ende gelesen.
  • Der Medicus (Noah Gordon)
    Wird wohl in keiner Liste fehlen. Ich kenne Leute, die eigentlich gar nicht lesen und gefesselt waren von diesem Buch.
  • Das Schlimmste kommt noch (Charles Bukowski)
    Mit diesem Burschen verhält es sich ähnlich wie mit Harold Robbins, aber irgendwie anders. Zieht euch eins der Bücher rein und ihr wisst, was ich meine.
  • Vagabund der Meere (Bernard Moitessier)
    OK, kein Buch für jedermann, und kein Roman. Eigentlich doch. Unbeschreibbar, aber absolut lesenswert. Die meisten von euch werden aber kaum in die Verlegenheit kommen, denn das Buch kann man nicht mehr neu kaufen und es ist echt selten (schön doof, da kann man als Verlag noch richtig Geld mit machen). Wer echtes Interesse hat: Ich habe es doppelt und würde eines zu einem guten Angebot abgeben…
  • Die Lichtung (Jean Hegland)
    Zwei Schwestern müssen allein überleben. Die eine macht Notizen und so wird die Geschichte erzählt. Seehr beindruckend.
  • Fatu Hiva (Thor Heyerdahl)
    Eigentlich will er zeigen, dass man „im Einklang mit der Natur“ leben kann. Heyerdahl hat die erstaunliche Eigenschaft, Dinge und Erkenntnisse so zu erklären dass man sagt: „Verdammt, er hat Recht“. Obwohl er 1937 dort war, sind seine Gedanken über z.B. Religion, oder seine Herleitung, warum es so was wie Ebola oder Aids gibt, absolut zeitlos korrekt.
  • Das Boot (Lothar-Günther Buchheim)
    Die Verfilmung war ja schon sehr gut, die Vorlage, wie so oft, unschlagbar. Beeindruckend, wie Buchheim alles, aber auch alles so bildhaft rüberbringt. „mehr als ein Roman“.
  • …(tbc)

Diese Auflistung wird definitiv fortgesetzt, schaut ab und zu mal wieder rein. Gern könnt ihr mir Anregungen etc. per Kommentar geben, bestimmt hab ich Bücher gelesen, die mir gerade nicht einfallen aber erwähnenswert sind. Man hat ja immer aktuelle Themenschwerpunkte im Leben (das geht doch allen so, nicht nur mir?), die andere Themen in den Hintergrund drücken. Bewusst halte ich mich deshalb z.B. mit den ganzen Büchern zur Seefahrt zurück 🙂

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Schnell noch…

… das passende Buch besorgen, denn schon bald könnte es so weit sein:

http://www.heise.de/newsticker/meldung/Wir-sind-angespannt-Sonnenfinsternis-birgt-Blackout-Gefahr-2574145.html

http://www.golem.de/news/sonnenfinsternis-und-solarstrom-wie-energieversorger-den-blackout-verhindern-1503-112641.html

http://www.welt.de/videos/article137654355/Sonnenfinsternis-koennte-Blackouts-ausloesen.html

OK, das ist nun etwas Werbung in eigener Sache, aber schaden kann es doch nicht, oder 😉

101TippsfuerdenwerdendenPrepper

 

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Dracula ist ein Superheld

Dracula

Er jetzt kam ich dazu, die 2013 produzierte TV-Serie „Dracula“ anzuschauen. Und obwohl das eigentlich so gar nicht mein Metier ist, muss ich sagen: Sehr gelungen! Fesselnd, spannend, glaubhaft und einfach gut erzählt. Dazu ziemlich perfekt besetzt mit genau den richtigen Schauspielern für die Rolle. Zuerst dachte ich, der Dracula sei ja viel zu jung und sieht nicht „fies“ genug aus, aber: Ich hatte mich getäuscht. Obwohl man regelrecht Sympathien für den rachesuchenden Dracula entwickelt, erschrickt man doch, wenn er mal so richtig sauer wird und heftiger loslegt als man von Vampiren üblicherweise gewohnt ist.

Um so betrüblicher ist, dass jetzt wohl schon feststeht: Es wird keine zweite Staffel kommen. Aber das ist vielleicht auch mal eine angenehme Abwechslung zu den ganzen Seriendauerbrennern, wo die x-te Staffel oft gar nichts mehr mit den Anfängen zu tun hat. So kann man sich genüsslich die 10 Folgen anschauen, in dem Gewissen: Es gibt ein echtes Ende.

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Tante Linas Kriegs-Kochbuch

Tante Linas Kriegskochbuch
Tante Linas Kriegskochbuch

Neulich stolperte ich bei Amazon ganz zufällig über dieses Buch. Die Kommentare dazu lasen sich ganz ansprechend und es wird selbst beschrieben als „ein lebendiges Geschichtsbuch, unterhaltsames Geschichtenbuch und benutzbares Kochbuch in einem“. Um es vorweg zu nehmen: Damit hat der Autor auch recht.

Da das Buch gebraucht recht günstig angeboten wurde, schlug ich zu, mit dem Plan, es meiner Mutter zu Weihnachten zu schenken. Nach dem Kauf fand ich aber noch weitere lobende Anmerkungen zu diesem Buch und wie der Zufall es will, fand ich bei Amazon noch ein weiteres Exemplar einer anderen Auflage mit einem anderen Cover. Also habe ich das gleich noch mal für mich selbst gekauft, sogar zwei Euro günstiger. Ersteres ist von 1982 und meine Mutter hatte sich doch gefreut. Zumal ich als Widmung reinschrieb „Als wenn Oma selbst erzählen würde…“. Denn meine Oma konnte wirklich Geschichten erzählen, die denen im Buch nahe kommen. Selbst Besucher meiner Mutter waren begeistert von dem Buch und notierten sich gleich Verlag etc. Das könnte glatt noch mal zu einer Neuauflage führen, immerhin ist mein Exemplar laut Impressum eine „genehmigte Lizenzausgabe für den Weltbild Verlag, 2001“.

Der Text des Buches wird aufgelockert durch diverse Bilder, Plakate und Zeitungsartikel der Jahre 1939 – 45. Es wird die Geschichte der Tante Lina erzählt, an passender Stelle werden Kochrezepte erwähnt. Hier mal ein Beispiel, welches ich beim schnellen Durchblättern gefunden habe:

Champagnerbier
Vier Liter Wasser werden mit einem Pfund Zucker aufgekocht. Wenn das abgekühlt ist, kommen 45 Gramm Hefe hinein. Damit muss es eine Nacht zugedeckt stehen. Am nächsten Tag wird die Hefe abgeschöpft und das Bier vorsichtig abgegossen. Nun gibt man eine Stange Zimt, 48 Gewürznelken und den Saft und die abgeriebene Schale zweier Zitronen hinein, lässt es noch einige Stunden stehen, zieht es auf Flaschen korkt sie zu und stellt sie in den Keller.

Nach vier Tagen soll das Bier trinkbar sein, aber weder wie Bier noch wie Champagner schmecken. Wie ich mich kenne werde ich das mal ausprobieren 😉 Das ist zwar kein Kochrezept, aber im Buch gibt es noch welche wie z.B. Sauerkrautnudeln, Gemüsescheiterhaufen oder falsche Spiegeleier. Klingt doch interessant und im dümmsten Fall braucht man sowas vielleicht auch mal wirklich…

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Mensch Gottfried!

Ihr, die ihr das hier lest, tut mir bitte einen Gefallen: Geht in die ZDF-Mediathek und sucht nach „Mensch Gottfried“. Ihr werdet hoffentlich einen Bericht finden aus der Reihe „37 Grad“. Guckt ihn euch an. Diese Dokumentation dauert keine dreiviertel Stunde und wenn ihr nur annähernd so tickt wie ich, dann seid ihr zumindest nachdenklich, wenn der Bericht zu Ende ist. Vielleicht sogar berührt oder gar ertappt.

Ich weiss gar nicht, wann ich ihn das erste mal gesehen habe. Drauf gestossen bin ich über Umwege, über ein Youtube-Video, welches nicht ganz vollständig war. Und ich weiss auch nicht, wann das im Fernsehen gesendet wurde oder wie lange das in der Mediathek zum Anschauen vorgehalten wird. Aber ich kann mir denken, dass die ZDF’ler dort Dinge entfernen, die über einen gewissen Zeitraum so wie so kein Mensch guckt. Und das möchte ich bei und für Gottfried vermeiden. Auf jeden Fall hat er verdient, dass ihm mehr Menschen zuhören. Und wenn darauf hin jeder seine Lebensweise nur ein ganz klein wenig ändert oder gar nur mal darüber nachdenkt, dann hat sich das auch schon gelohnt.

Was mich immer wieder am Rande begeistert hat: Der Gottfried hat nicht einfach geantwortet, wenn ihm offenbar eine Frage gestellt wurde sondern er hat einen Moment nachgedacht, nach den rechten Worten gesucht. Das mag ich. Viel weiter will ich gar nichts darüber schreiben, schaut euch das einfach mal in einem ruhigen Moment an. Vielleicht können wir das ja später mal zu einem Thema machen…

mensch_gottfried

Denn: Wer Stille will muss ruhig sein.

 

 

 

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Grills

Gestern war ich bei Hornbach und hab mir… nun ja, ähm, aktuelle Grillmodelle angeschaut. Heute wollte ich das meinen Kollegen erzählen und kam ins sprachliche Straucheln, weil ich den Plural von „Grill“ gar nicht kannte. Aber alle guckten doof, keiner war sich sicher und wir probten verschiedene Varianten: Grills, Grille, Griller, Grillen, Grillse. Einer wollte es dann pragmatisch lösen und sagte: Man hat nur einen Grill, fertig!
Das ist aber leider zu simpel, denn im Baumarkt stand nun mal mehr als ein Grill. Ich persönlich finde ja „Grille“ am schönsten, aber die Wikipedia behauptet, „Grills“ sei die korrekte und einzig gültige Mehrzahlbildung, wenn es um mehr als einen Grill geht. Da wir in einer Männerrunde standen waren wir uns auf jeden Fall alle einig, dass das Grillen eine tolle Sache ist. Nicht nur das Verspeisen von fast schwarzem, heissem Fleisch sondern das ganze mit allem „drumrum“. Hier zitiere ich noch mal die WP:

Grillen beziehungsweise das Braten über dem offenen Feuer ist eine ursprüngliche Methode des Garens von Lebensmitteln – sie verlangt nur die Beherrschung des Feuers, benötigt aber kein Kochgeschirr. Grillen ist eine der weltweit beliebtesten sozialen Freizeitformen, es wird jedoch von klimatischen Faktoren bestimmt und gilt als Männerdomäne.

Das klingt doch wirklich toll, oder? Wobei die Beherrschung des Feuers für mich nie so im Fokus stand… ist halt immer der notwendige erste Schritt zum fertigen Grillgut. Mit den klimatischen Faktoren ist offenbar gemeint, das man ja so gut wie nur im Sommer grillt und nicht im Winter. Regnen sollte es auch nicht (ist aber kein Hinderungsgrund). Übrigens erzählte dabei ein Kollege (Herr P aus O, genannt Matze), er kannte mal jemanden, da war das so: Derjenige, der grillt, macht erst aaallles fertig, alle anderen warten am Tisch und das ganze Fleisch kommt auf einen Haufen und wird dann gemeinsam verspeist. Wie doof, wie falsch, wie widersinnig der eigentlichen Idee (siehe oben, soziale Freizeitform)! Natürlich steht man schon zu Anfang, wenn der Grill erstmal in die Gänge kommen muss, gemeinsam rum, stellt im Kollektiv fest, ob die Kohle schon gut ist oder noch etwas kann, redet über Vor- und Nachteile von Holzkohle versus Briketts, diversen Anzündhilfen, welches Fleisch das beste sei, wieviel Knoblauchzehen passen in ein Hähnchen, „das wollte ich ja immer schon mal grillen!“ und den unterschiedlichsten Grillbauformen, durchmengt von Erzählungen über die neusten Erlebnisse der einzelnen anwesenden Personen. Und, was im obigen Zitat irgendwie gar nicht erwähnt wird: Bier. DAS ist Grillen!

Offiziell dient das Bier natürlich primär dem Ablöschen von hochlodernden Flammen, um das wertvolle Fleisch zu schützen und irgendeiner weiss immer zu berichten, dass man ja festgestellt hat, da würden giftige Stoffe entstehen aber genauer könnte er das auch nicht sagen und ist auch egal, Hauptsache das Bier schmeckt und Hunger hätte er wie Sau und was einen nicht umbringt…
Stichwort Hunger: Natürlich haben alle in Erwartung eines opulenten Grillabendes den Tag über kaum oder wenig gegessen, weil man will sich ja mal was gönnen und so wird unmittelbar nach Belegen des Rostes mit 95%iger Wahrscheinlichkeit sofort gefragt, ob schon was fertig sei, ne Wurst ginge auch erst mal. Und der Grillmeister ist am vertrösten, verweist auf das schon fertige Baguette („das wird ja sonst kalt“), wirbelt dabei mit der Grillzange und ruft schon bald nach Tellern, weil alles auf einmal fertig ist, ausser das dicke Nackensteak, das kann noch. Und sobald ein Teller voll gepackt ist wird er am Tisch rumgereicht und ist gleich wieder leer und Salatschüsseln werden ausgeschabt und der, der grillt, kriegt erstmal nix, kann sich aber das beste Stück raussuchen und normalerweise kommt irgendwann einer und löst einen ab, „du sollst ja auch mal was essen.“ Ja, DAS ist Grillen!

Der für mich dööfste(!) Spruch zum Thema Grillen: „Na, schon angegrillt?“ Zum einen ist das mittlerweile echt mal abgedroschen mit der An- und Abgrillerei und zum anderen grillt man solange im Jahr, wie es geht und fängt so früh wie möglich wieder damit an. Und wenn es passt, dann grillt man auch im Schnee oder an Silvester oder oder oder. Da gibt es kein definierten Start und kein Ende. Ausserdem klingt das so ultimativ, als wenn man nach dem Abgrillen auf keinen Fall noch mal grillen darf und warten muss bis zum Angrillen. Totaler Quatsch, uncool und markiert denjenigen Spruchmacher als flachen Geist.

Allein die Frage nach dem perfekten Grill kann nicht beantwortet werden. Die meisten bevorzugen einen mit ausreichend grossem Rost und Ablagefläche zu beiden Seiten. Ich nutze schon seit Jahren einen Schwenkgrill und habe noch keinen Grund, was anderes zu nehmen. Ein Gasgrill hat sicher auch seine Vorteile, aber das ist mehr was fürs schnelle Grillen zwischendurch. Damit wirds kein echtes Grill-Event. Vermutlich gibt es den perfekten Grill gar nicht, sondern für verschiedene Anwendungsfälle eben den passenden.

Ja, ich freue mich auf das nächste Grillen und ich habe mir fest vorgenommen, dieses Jahr nicht nur so oft wie möglich sondern auch mal andere Dinge als Steaks und Wurst zu grillen!

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