Die Polarstern ist ein Tropfen

Die Rückkehr der Polarstern von ihrer Arktis-Drift hat mich nicht einfach nur zu neuen Gedanken angeregt. Sondern auch vorhandene Ideen, Wünsche etc. weiter gefüttert.

Und da geht es erstmal gar nicht um Klima und Welt-Retten usw (das kommt später), erstmal geht es um mich selbst: Die Polarstern ist Anfang Oktober nach langer Reise in Bremerhaven angekommen. Das ist gar nicht weit weg von hier. In Bremerhaven war ich auf eigenem Kiel, also mit eigenem Boot, schon sehr oft. Und wie schön wäre es gewesen, bei der Ankunft mit unserem Segelboot vor Ort zu sein? Auf der Weser rumdümpeln, winken, gucken, staunen, freuen. Ich hätte nur mit der richtigen Tide in Oldenburg losfahren müssen und wäre so fünf bis sechs Stunden später angekommen.
Und warum habe ich das nicht gemacht? Weil das Leben halt anders tickt. Montag hat man zu arbeiten, wie die meisten Menschen von morgens früh an. Na gut, ich hätte mir frei nehmen können, aber mit einem Tag kommt man da auch kaum aus. Es geht mir aber generell darum: Ich will keinen mehr fragen, ob ich dann und dann frei haben kann, ich will nicht mehr nach dieser festen Taktung meinen Alltag bestreiten. Ich habe die Schnauze voll davon, Samstag schon zu gucken, ob noch genug Brot für Montag da ist, diese ganzen sich stets wiederholenden Murmeltier-Kleinigkeiten. Und nein: Ich bin nicht der Typ, der sich dann eben beim Bäcker was rausholt.
Seit 37 Jahren bin ich nun am arbeiten, mit nur geringen Unterbrechungen. Ich bin so gut wie immer pünktlich, habe es aber noch nie geschafft, bei einer Schiffsüberführung der Meyer-Werft in Papenburg dabei zu sein, obwohl ich das gerne möchte. Das passt doch irgendwie nicht zusammen?!?

Leider gelingt es mir gerade nicht, meine Gedanken passend niederzuschreiben. Was ich aber weiß: Es muss sich was ändern in meinem Leben. Ich habe noch einiges vor und ich würde mich ärgern, wenn ich morgen sterbe und das alles noch nicht gemacht habe und stattdessen nur Abends ins Bett gegangen bin um morgens zur Arbeit zu fahren. Das ist nicht alles neu in meinem Kopf, aber es hat sich verstärkt, seit Angela und ich letztes Jahr eine CO-Vergiftung hatten, eigentlich nur durch Zufall überlebt haben und wir nur 24 Stunden auf der Intensivstation zubringen mussten. Dadurch wird einem einiges bewusster und klarer.

Was euch Leser hoffentlich freut: Ich plane nicht, mit dem bloggen aufzuhören 🙂

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