Geschenke: Von der Idee zum Erstaunen

Alle Jahre wieder: Was schenke ich? Wem schenke ich was? Ich persönlich vermeide möglichst, diesen Wahn mitzumachen. Früher rannte ich kurz vor knapp in die City, mit dem permanenten Gedanken im Hinterkopf: Was schenke ich denn bloß? Natürlich hat man sich an diesem Punkt schon selbst verarscht, denn ganz abgesehen davon, dass das nicht die Ursprungsidee der Geschenke war, hatte man ja das ganze vergangene Jahr Zeit, sich Notizen zu machen, wenn der zukünftig zu Beschenkende mal was dahingehendes äußert.

Ich mache mir auch keine Notizen. Aber wenn ich mitten im Jahr etwas finde oder mir was einfällt, wo von ich denke, dass meine Frau sich darüber freuen würde, dann kaufe ich es (meistens kaufe ich nix sondern bastele irgendwas). Und manchmal habe ich Ideen, die ich erst später, mehr durch Zufall verwerten kann. So gab es mal bei uns im Bootshaus eine Art Konzert und ich hatte mit meinem Handy einen kurzen Live-Mitschnitt gemacht. Das ist jetzt fast zwei Jahre her. Jetzt kam mir die Idee: Wenn ich das auf CD brenne, dann wäre das ein prima Geschenk! Dazu muss man wissen, dass die Zielperson nicht zu den Menschen gehört, die sich nur durch MP3, Spotify etc. berieseln lassen und eine Musik-CD durchaus noch kennen und schätzen und abspielen können.
Also „eben schnell“ eine CD brennen. Was benötigt man dazu? Ältere werden sich erinnern: CD-Rohlinge! Bei mir in den Schubladen brauchte ich nicht mehr kramen, denn erstens war der Kauf der letzten Rohlinge sicher Jaaahre her, zweitens weiß ich, dass ich vor einiger Zeit aufgeräumt und noch rumliegende Rohlinge weggeworfen habe und drittens waren das DVD-Rohlinge, wer nutzt denn noch CD?!?
Ich. Jetzt. Gerne. Hmpf. Eigentlich brauche ich nur einen, aber ich wüsste noch jemanden, der sich darüber freuen könnte und wie war das noch, früher wurden doch auch mal Rohlinge „verbrannt“ oder so ähnlich? Also einen in Petto, einen im Sinn, so landen wir beim Fünferpack. Wo findet man sowas? Im Laden. Oder im Netz. Beim großen A geguckt: Zwei Euro dreiundsechsig für ein kleinen Packen Rohlinge. Das fühlte sich irgendwie falsch an, das konnte ich nicht machen. Also doch die erste Option: Wir haben einen Supermarkt um die Ecke, der ist zwar etwas hochpreisig, hat aber ein sehr breites Sortiment und Lupen an den Regalen, damit man das Kleingedruckte besser lesen kann. So: Eine Notiz aufm Einkaufszettel und die Erinnerung, dass derlei Krams ja immer in der Nähe der Kassen liegt, warum auch immer. Ich habe da wirklich seit Jahren nicht drauf geachtet. Nun also wieder die Sinne auf die veraltete Information „Rohlinge“ fokussiert und durch die Gänge zur Kasse gelaufen. Und tatsächlich: Im Regal mit den Batterien, gaaanz unten, rechts, da war ein Paket mit 5er Rohlingen, aber DVD… also weiterschweifen, wo sind denn die CDs? Jetzt kommt das in der Überschrift erwähnte Staunen: Ich hätte die fast übersehen, denn diese gab es nur noch im Fünfzigerpack auf einer Spindel!

Ich bin nicht mehr spindelfrei

Ich kann mich nicht mehr erinnern, was CD-Rohlinge „früher“ mal kosteten, doch für diesen Artikel wollten die 9,99 Euro haben. Das fand ich durchaus fair. Runtergerechnet auf die fünf, die ich eigentlich nur brauchte, wäre das gerade mal ein Euro. Und bevor man das online bestellt und warten muss, bis die Ware daheim ist… zack, in den Wagen, an die Kasse, bezahlt.

Gut, dass mein iMac noch ein Superdrive verbaut hat. Ich kann mich schwach erinnern, wie aufwendig es damals in der ersten Zeit war, eine Musik-CD zu brennen. Jetzt kann man einfach in iTunes eine Playlist anklicken und „auf CD brennen“ auswählen. Fünf Minuten dauert es nur, dann ist sie fertig. Jetzt noch nen Stift suchen, der auf dem Rohling schreiben kann, und, ganz wichtig!, eine noch brauchbare, freie CD-Hülle suchen, die sind bei der Spindel ja nicht dabei 🙂

Und was mache ich mit den restlichen 47 Rohlingen?

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