Juhu, ich bin Fernpilot

Ich war mir nicht sicher, ob das Thema besser hier hin gehört oder auf unser Segel-Blog SY-Slocum.de… Ich werde hier also einen eher sachlichen Beitrag schreiben und „drüben“ eher etwas persönliches dazu.

„Fernpilot“ sagt einem vielleicht erstmal nix. Aber im Zusammenhang mit „Drohne“ ergibt das sofort Sinn. Seit Anfang diesen Jahres gibt es neues geltendes EU-Recht, speziell für Drohnen mit Kamera (was man ja will). Eigentlich geht mich das alles nichts an, obwohl ich vor kurzem eine Drohne gekauft habe. Diese wiegt aber deutlich unter 250g und ist damit ausserhalb der Kategorien für einen Fernpiloten-Nachweis (und knapp zwei Klassen besser als „Spielzeug“). Die ganzen Regelungen können einen verwirren, aber es gibt auch sehr große Drohnen und da macht das alles schon Sinn. Ich zitiere mal:

Dieser Kurs befasst sich ausschließlich mit unbemannten Luftfahrzeugen, die in der “OFFENEN” Kategorie betrieben werden. Was das genau bedeutet und wer diesen Kurs durchlaufen muss, ist direkt im ersten Teil des Moduls “Luftrecht” beschrieben. Im Groben kann man sagen, dass es sich um eine Art “Basiskurs” für UAS-Pilot*innen handelt, der von den meisten absolviert werden muss, die ein unbemanntes Luftfahrzeug fliegen möchten.

UAS heisst übrigens „Unmanned Aircraft System“
Ich dachte mir: Solch ein Kompetenznachweis kostet (außer Fleiss und Zeit) nix, es wird eine umfassende theoretische Ausbildung samt Training angeboten und man kann ohne großen Aufwand sofort, jederzeit Online die Prüfung ablegen (und man kann diese so oft wiederholen, wie es nötig ist) uuund: Wer weiß, wofür es noch gut sein kann. Also nix wie ran (ich bin gerade beim Schreiben etwas abgelenkt, weil es draußen so schön schneit).

Hier geht es los: https://lba-openuav.de/einstieg/
Wer es eben schnell mag – man könnte gleich mit der Prüfung starten, aber ich sage euch: Wenn man nicht einigermassen im Thema ist, dann schafft man das nicht. Theoretisch könnte man sich „durch-raten“, aber Selbstverarschen gilt nicht. Deswegen: Schaut euch die Videos an, ertragt die störenden sperrigen Gender-Konstrukte (Betreiber und Betreiberinnen sind Fernpiloten und Fernpilotinnen) und nehmt das Wissen auf. Vieles ist sinnvoll und die Videos gehen max. 15 Minuten, die meisten sind wesentlich kürzer. Es gibt auch kurze Module ohne Videos. Es sind vier Abschnitte mit einzelnen Modulen und verwirrend waren für mich nur die Zuordnung der Kategorien A1 – A3 vs. C0 -C4:

Die Betriebsregeln hängen also von der UAS-Klasse (C0 – C4) und dem Einsatzbereich (A1-A3) ab

Vermutlich könnte ich mir das besser merken wenn ich wüsste, warum es C und A als Namensgeber sind. Vielleicht C für Class und A für Area? Die meisten Inhalte sind wirklich Vernunftorientiert und ich war mir sicher: Bei einem Multiple-Choice-Test werde ich die richtige Antwort schon erkennen. Nach der Lernphase konnte man ein Training machen. Das waren 20 Prüfungsfragen. Hier war es wie immer bei solchen Tests: Man muss die Antworten aufmerksam lesen, um die richtige auszuwählen und/aber man hat sehr viel Zeit. Noch ein interessantes Detail: Ob richtig oder nicht, wurde einem gleich angezeigt(!) und man hat die Chance, seine Auswahl zu korrigieren, denn erst mit dem Klick auf „Abgeben“ wird es final. Wie gesagt: Durch-raten ginge auch.
Bei der eigentlichen Prüfung läuft es dann genau so ab, nur dass es 40 Fragen sind und man sich vorher registrieren muss, mit persönlichen Angaben. Und man sollte ein digitales Passbild von sich selbst parat haben, um es dort hoch zu laden. Viele Angaben kann man aber auch später machen. Die gesamte Dauer würde ich auf ca. zwei Stunden einschätzen. Ich hatte gestern Nachmittag angefangen, heute Nacht ein paar Videos geschaut, weil ich nicht schlafen konnte und heute Vormittag den Rest bis zum Abschluß durchgenommen. Natürlich muss man eine Mail bestätigen, aber deren Mailsystem ist flott. So klickte ich mich durch die Nachweis-Prüfung, war fehlerfrei und erhielt im Anschluss mein Zertifikat:

Natürlich relevante Daten geschwärzt 😉

Und außerdem könnte man sich jetzt angeberisch „LBA*-geprüfter (Fern)Pilot“ nennen! Das ist zumindest was für die eigene Vita, so lange die Kneipen noch nicht auf haben 😉

*Luftfahrtbundesamt

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