Schatz, wie spät ist es?

Durch Zufall bemerkte ich: Das hier ist schon mindestens der dritte Beitrag bei Lerigau, der sich mit Unterschieden zwischen Männern und Frauen beschäftigt. Vor ca. neun Jahren war es das fragliche nächste Wochenende (Klick), und vor gar nicht langer Zeit die Erkenntnis, dass Frauen bei gleichen Fakten anders entscheiden als Männer, an Filmen als Beispiel: Klack.

Obwohl ich es gewohnt bin, bin ich immer wieder erstaunt. Nicht nur bei meiner Ehefrau sondern auch bei meiner und andere Mütter, Kolleginnen, Bekannte oder zufällig mitgehörte Gespräche von anderen: Wenn man eine Frau fragt, wie spät es ist, bekommt man im Allgemeinen keine korrekte Antwort sondern eine magisch übertriebene Anpassung. Fakt ist: Aus irgendeinem übersinnlichen Grund können Frauen die Uhrzeit nicht einfach runden (was ja jeder macht: „gleich halb“) sondern es muss immer irgend ein geheimer Wert dazu addiert werden.
„Gleich halb“ kann dann alles mögliche bedeuten. Ist es 8:16 Uhr? Oder doch schon 27 nach? Für mich sind die 11 Minuten ein erheblicher Unterschied! Den erstaunlichsten WKWfU (Weiblicher Korrekturwert für Uhrzeiten) verwendete mal eine Mutter eines Bekannten, wo wir uns vormittags trafen. Sie machte Kaffee und setzte sich zu uns, während wir klönten. Irgendwann sagte sie dann was und ergänzte: „Naja, gleich ist es eins, danach müssen wir noch nach….“.
Wir Männer guckten etwas verwirrt und einer traute sich zu fragen: „Äh, wie spät ist es?“ Es war gerade mal zwanzig nach elf, nix mit eins. Sie erklärte das aber ziemlich präzise: „Na, wir sitzen hier so schön und trinken unseren Kaffee aus und danach muss ich Kartoffeln schälen, wegen Mittag und so. Und nach dem Essen ist es Eins, bevor es weiter geht…“.
Das mag alles stimmen, hat aber mit der aktuellen Uhrzeit absolut nix zu tun. Und auch, wenn das ein recht krasses Beispiel war: Nach meiner Erfahrung machen das prinzipiell so ziemlich alle Frauen, wenn auch nicht immer so ausgeprägt. Aber ne Viertelstunde kann bei dieser weiblichen Rundung schon flöten gehen! Mein Problem dabei ist: Ich kenne den geheimen Korrekturwert nicht. Lieber hätte ich einfach die exakte Uhrzeit und plane mir meinen Puffer ggf. selbst ein.

Ist das der Grund, warum Männer häufiger (ablesbare!) Armbanduhren tragen als Frauen?

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