Mit Besteck essen

In diesem Beitrag geht es mir nicht um Etikette oder gar Benehmen in „vornehmen“ Speiselokalen, sondern ganz einfach um Menschen und deren Handeln in gewissen, normalen Alltags-Situationen.

Ich verstehe die Menschen nicht, die beim Essen nur die Gabel verwenden, obwohl auch ein Messer zur Verfügung steht! Da wird mit der Gabelquerseite gedrückt, zermatscht und geschoben, Erbsen über den Tellerboden gejagt und andere Kleinteile zum Rand zusammen gerackt. Nicht selten begleitet von Schieb- und Schabgeräuschen, die dem ein oder anderen die Fußnägel hochklappen könnten. Währenddessen liegt der zweite Arm irgendwo zwischen Tischkante und Teller, die Hand baumelt arbeitslos überm Schritt.
Dabei könnte man es viel einfacher haben! Mit dem Messer zusätzlich kann man die Nahrung mit wenig Aufwand und Sauerei in Mundgerechte Stücke teilen, man kann das Essen auf die Gabel schieben, ohne endlos auf dem Teller rumzukreisen. Und für die, die nur mit dem Löffel essen, obwohl auch eine Gabel parat liegt: Erbsen und Nudeln kann man aufpieksen!
Währenddessen schauen die Akteure stoisch auf ihren Teller und müssen sich natürlich recht tüchtig aber dennoch unbewusst (sonst würden sie es ja so nicht machen!) darauf konzentrieren, was sie da machen. Wenn die Person dann noch zu denen gehört, die beim Essen unentwegt sabbeln, dann ist das meiste der Portion garantiert kalt, bevor es gegessen werden konnte. Und die gesprochenen Sätze werden andauernd unterbrochen, weil man sich auf sein Geschiebe konzentrieren muss. Und ich muss dabei sitzen und darf auf meinen leeren, unzerkratzten aber sauberen Teller starren und warten, „bis die endlich so weit sind“.

Zum Verständnis: Mir geht es hier nicht um die möglichst schnelle Nahrungsaufnahme, sondern um Effizienz und Vernunft. Natürlich kann man „schneller“ das Essen in den Mund befördern, wenn man alle vorhandenen Ressourcen nutzt, aber das ist nur ein Nebeneffekt. Für mich spiegeln die Einarmesser wider, wie sie im restlichen Alltag denken und handeln und oft genug erfahre ich die Bestätigung bei irgend einer Unterhaltung mit denen. In solchen Momenten wünsche ich mir dann oft, ich könnte denen Tipps und Hinweise geben und die Zielpersonen würden diese auch anhören und ggf. umsetzen. Aber das würde vermutlich nur funktionieren, wenn ich passende, überteuerte Seminare ala „Waldbaden“ anbiete und diesen ebenso orakelige Titel gebe:

  • Besser Messer (Wie Besteck mein Leben positiv verändern kann)
  • Effizienz durch Essen (Salonfähig, Schlau und Satt!)
  • Gamechanger Gabel (So verdienen Sie sogar mehr Geld!)

Sinnspruch für die Seminare: Wenn man ein Kehrblech verwendet, nimmt man doch auch den Handfeger zu Hilfe?!
Schon wieder eine Idee, um reich zu werden (Klick)! Die hatte ich noch gar nicht, als ich anfing, diesen Beitrag zu schreiben. Na, dann haben wir wenigstens ein positives Ende bei diesem Aufreger 🙂

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