Ein Stück Seife

Ich weiss gar nicht, wann und wie es dazu kam, aber schon seit vielen Jahren hatten wir in Bad und WC kein Stück Seife mehr liegen sondern einen von diesen Einwegspendern, wo man oben drauf drückt und dann kommt ein Schups (flüssige) Seife raus. Duftet immer gut.

Meine Großeltern waren vom Krieg geprägt und wussten, was schlechte Zeiten sind. Deswegen haben die auch immer auf Vorrat gekauft, wenn was günstig und lagerfähig war. Auch mal einen Karton Seife (60 Stück?), wenn die im Angebot waren. Sie haben es definitiv auch übertrieben, denn wie lange kommt man mit so viel Seife hin? Auch, wenn man einige Stücke mit in den Wäscheschrank zwischen die Laken steckt, damit die Bettwäsche besser riecht. Als meine Oma starb (1999?) und wir ihren Haushalt auflösten, fanden wir natürlich einiges. Unter anderem fand ich ein Zwölferpack hier von:

12 Stück Seife, noch schön unberührt in Cellophan (einer der ältesten Verpackungskunststoffe für Lebensmittel und zu 100% aus nachwachsenden Rohstoffen herstellbar und kann kompostiert werden). Und weil ich außer Seife von meinen Großeltern auch vieles andere geerbt habe, fand ich zuhause in einem Schrank nach 20 Jahren wieder diese Seifenstücke (ich hatte die früher schon von A nach B gepackt, aber immer wieder vergessen). Und als ich die Seife dieses mal sah, da dachte ich an das, was ich eingangs schrub. Also kaufte ich keine Seifenflaschen mehr sondern legte in Bad und WC (dort Fa) je ein Stück Seife auf einen kleinen Teller.
Und nun bin ich nach Woooochen ganz überrascht, wie lange die Seife gehalten hat. Und Nein, Leute: nicht, weil wir uns nicht die Finger waschen. Ich glaube eher, das liegt an den Spendern: Die hauen immer mehr raus, als man eigentlich braucht und was ich noch glaube: Die Hersteller nehmen das nicht nur in Kauf sondern kalkulieren auch damit, treibt es doch den Umsatz an.

Das ist nicht mal verwerflich, denn: Das Geld muss in die Wirtschaft!

Aber dann kommt mir bitte nicht mehr mit Müllvermeidung, Umweltschutz, Klimageheule und so. Man scheint es nicht unter einen Hut kriegen zu wollen. Ich jedenfalls habe noch eine Menge Seife (die wurde laut Handnotiz 1977 gekauft) und werde die nicht wegschmeissen, um neue zu kaufen. Das wäre richtig pervers, auch wenn es unter unseren Mitbürgern durchaus üblich ist: Dinge wegschmeissen und neu kaufen. Das übliche Geheuchel, wie schlimm das mit dem Müll ist, und wie schlimm das ist, was die Industrie macht und die anderen…. was man nicht alles für die Umwelt etc. macht, ja, das Gelaber kann weitergehen, ist ja schick und zeitgemäss. Um Alex zu zitieren:

Du bist das Problem! (und damit meine ich nicht Alex)

(als ich anfing, diesen Artikel zu schreiben, wusste ich nicht, das er so endet. Eigentlich hatte ich eher was positives, motivierendes im Sinn. Aber das, was ich schrieb ist wohl das, was mir im Kopf rumgeistert. Es muss sich was ändern.)

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